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Mein Weg ins (neue) Leben

M-ammxut86 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe lange mit mir gerungen wieder einen Beitrag hier zu erstellen, da es mir sehr schwer fällt mich zu öffnen und mit anderen auszutauschen. In der Vergangenheit habe ich es ja schon ein-, zweimal versucht, aber konnte nicht lange dranbleiben.

Ich kämpfe eigentlich schon seit meiner Kindheit mit Depressionen und Ängsten und seit meiner Jugend mit Selbstmordgedanken. Bin nun schon seit 2006, immer wieder mit längeren Unterbrechungen, in Therapie und habe zwar schon einiges erreicht aber kann noch immer nicht wirklich unbeschwert leben.

Immer wieder kommen die Depressionen und in Phasen auch verstärkt die Suizidgedanken auf, wobei diese in gewisser Hinsicht schon ein fixer Bestandteil meines Denkens geworden sind.

Letztes Jahr habe ich mich wieder nach mehrjähriger Pause eine Therapie begonnen bei der es aber überhaupt nicht gut gelaufen ist. Ich konnte mich dem Therapeuten gegenüber nicht öffnen und auch kein wirkliches Vertrauen aufbauen. Nach einer langen schwierigen Phase habe ich es dann geschafft die Therapie heuer im Februar zu beenden.

Nun habe ich vor ein paar Wochen wieder eine neue Therapie bei einer Psychologin begonnen und aktuell ein sehr gutes Gefühl, wobei ich auch spüre, dass es noch ein langer und anstrengender Weg werden wird.


Ich möchte hier versuchen vielleicht in einer Art Tagebuch niederzuschrieben wie es mir so von Tag zu Tag geht, da es mir in der Therapie z.B. sehr schwer fällt zu beurteilen wie es mir den die Woche über gegangen ist.

Antworten
Pbbschbyiesxt


Hallo Mammut86,

schön dass du nicht aufgibst. :-)

Schreib hier ruhig, was immer du auch loswerden willst.

M2amm?utv86


Könnte gerade ausflippen. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Meine Gedanken rasen die ganzen hin und her. Sitze seit 8 Uhr an meinem Arbeitsplatz und habe noch nichts erledigt.

Ich lasse mich von jeder Kleinigkeit ablenken und oder herunterziehen. Alles macht mir irgendwie druck und stress. Habe vor jeder Aufgabe irgendwie Angst. Angst zu versagen, es nicht zu schaffen, zu blöd dafür zu sein und was weis ich noch alles. %:|

Irgendwie kommt in mir die Lust auf mich mit irgendwas zu zudröhnen um wieder mal ein Gefühl der Unbeschwertheit zu bekommen.

DBé.lViée


Ich kann Deine Gedanken so gut nachvollziehen, aber

Irgendwie kommt in mir die Lust auf mich mit irgendwas zu zudröhnen um wieder mal ein Gefühl der Unbeschwertheit zu bekommen.

das hält nicht lange an. Ich sage mir immer wieder, dass es nicht real ist, was ich empfinde, wenn ich zugedröhnt bin und nichts an meinem Leben und meiner Situation ändert. Dass ich nicht immer vor mir und der Welt fliehen kann, indem ich der Realität in eine Illusion entfliehe und dass ich aufhören muss, wegzulaufen...

:)*

Meamm"utx86


@ Dé.liée

Ich habe bisher gar keine Erfahrung mit Drogen gemacht. Nur im letzten Jahr habe ich mich einmal aus Verzweiflung und Frust betrunken, und ja ich kann dir da zustimmen, dass es nur ein kurzer "Trost" war, der mich im nachhinein sogar noch tiefer runtergezogen hatte.

Ich habe mal vor einigen Jahren Notfalltropfen verschrieben bekommen, die man nur sehr bedacht einsetzen sollte, da sie nach längerer Abhängigkeit verursachen. Diese habe ich bis heute auch erst 3 mal genommen. Nach der Einnahme war ich in kürzester Zeit Entspannt und leicht benebelt.

Wenn ich dann so schlecht drauf bin denke ich dann öfters, dass wäre jetzt schön, aber ich kann bzw. konnte mich bisher noch soweit zurückhalten.

D:é.eliéxe


Das hätte aber den selben Zweck wie Drogen...

Ich habe das schon oft mit Drogen versucht, kam immer wieder in Versuchung und muss da auch heute noch stark gegen an kämpfen, aber wenn ich keine Drogen hatte, dann habe ich es mit Medikamenten gemacht.

Das führte dann irgendwann schon zu Medikamentenmissbrauch, glaube ich...

Aber geändert hat sich dadurch eben wirklich nichts elementar. Für den einen Moment war ich frei, unbeschwert, aber der bittere Beigeschmack, dass man vor sich selbst nicht weglaufen kann und alles wieder kommt, wenn nicht sogar noch schlimmer, war immer mit dabei...

Das ist kein Ausweg, es ist wirklich nur eine temporäre Flucht, bis die Wirkung nachlässt und alles und man selbst sich wieder einholt.

D=é.licéxe


Ich lasse mich von jeder Kleinigkeit ablenken und oder herunterziehen. Alles macht mir irgendwie druck und stress. Habe vor jeder Aufgabe irgendwie Angst. Angst zu versagen, es nicht zu schaffen, zu blöd dafür zu sein und was weis ich noch alles. %:|

Vor den Ängsten stehe ich auch gerade. Aber zugedröhnt würde ich das alles noch weniger schaffen, als ich es jetzt schon tue..

Kannst du Dir irgendwie Druck rausnehmen, wenn du Dir weniger vornimmst? Kleinere Schritte?

Ich neige immer dazu, mich zu überfordern, weil ich eine Zeit lang so durchgepowert habe, dass mich nichts aufhalten konnte. Aber momentan bin ich einfach kraftlos und kann mein altes Pensum einfach nicht erreichen, deshalb muss ich langsamer machen.. viel langsamer momentan, was ich nur schwer mit mir vereinbaren kann, aber anders wächst die Frustration und die Angst nur umso mehr.

MvammJuxt86


Nach dem die letzten Tage recht Ok waren fühle ich mich heute wieder ziemlich schlecht. War schon den ganzen Tag über irgendwie unruhig und fühlte mich denke ich fehl am Platz.

Nun liege ich seit denke ich schon 3 Stunde im Bett und kann nicht einschlafen. Meine Gedanken schweifen die ganze Zeit hin und her. Einmal kommt eine Traurigkeit hoch, dann kommen wieder suizidale Gedanken, und dann fühle will ich mir wieder nicht zugestehen dass ich psychisch krank bin und denke ich will ja nur Mitleid und Aufmerksamkeit schinden.

Spüre gerade das starke Bedürfnis mit jemanden zu reden. Mich jemanden mitzuteilen, aber es geht nicht. Ich verbiete es mir. Im selben Moment wo ich laut um Hilfe schreien will, will ich auch nicht, dass es jemand mitbekommt. %:|

Meammuwt86


schön dass du nicht aufgibst. :-)

Hab ich noch nicht aufgegeben?

Oft bin ich mir der Antwort nicht sicher. Ja ich gehe zur Therapie und nehme nun seit ein paar Monaten wieder Medikamente, aber ich schaffe es nicht wirklich daran zu glauben, dass es was nutzen wird.

Immer wieder kommen diese Gedanken hoch, dass ich doch allen nur ein Klotz am Bein bin und nie alleine zu recht kommen werde.

Auf der einen Seite sieht es so aus als ob ich im Leben ja zu recht komme. Ich habe einen Job, wo ich gewissermaßen sogar erfolgreich bin, und erledige soweit notwendig meine pflichten. Aber andererseits bin ich sozial komplett abhängig, schotte mich komplett von der Außenwelt ab und will gar nicht daran denken was wäre, hätte ich meine Familie nicht.

M|amtmutY86


Kannst du Dir irgendwie Druck rausnehmen, wenn du Dir weniger vornimmst? Kleinere Schritte?

Ich denke es liegt nicht daran was ich mir vornehme oder wie groß diese Schritte sind, sondern an meinem Denken. Egal wie klein die Schritte sind grüble, grüble und grüble ich. Was ist wenn... Was könnte sein... Ist das wirklich so... usw.

Da ist es oft gut wenn ich Stress habe, denn da erlischt dieses negative Denken zum Teil. Mein größtes Problem ist Zeit. Zeit zu haben zum Denken. Privat habe ich deswegen schon fast einen Zwang mich abzulenken. Computer. Filme schauen. TV. Musik hören. Hauptsache das Hirn ist irgendwie beschäftigt.

Daher ist für mich oft auch die Einschlafzeit ziemlich anstrengend, denn da habe ich keine Ablenkung mehr. Und so kommt es manchmal (zum Glück nicht oft) vor, dass ich Stundenlang wachliege und studiere und studiere.

Muss sagen, hier zu schreiben (und die Kopfhörer in den Ohren) hat mir recht gut getan und will nun versuchen doch noch einzuschlafen.

D]uskW2{Dawxn


Daher ist für mich oft auch die Einschlafzeit ziemlich anstrengend, denn da habe ich keine Ablenkung mehr.

Kennst du das Buch "Kritik der reinen Vernunft" von Immanuel Kant?

Das war mal meine Bettlektüre. Ich bin aber nur bis ca. Seite 100 gekommen, weil das Lesen (und Verstehenwollen des Gelesenen) so ermüdend war und ich dann nur noch schlafen konnte. zzz

Ich hatte mehrere Wochen lang versucht das Buch zu lesen.

Im Bett wachliegen und grübeln ist echter Mist.

M=ammfut8x6


Habe mich nun mal wieder erfolgreich überwunden hier was zu schreiben.

Es geht mir eigentlich in letzter Zeit etwas besser. Die negativen Gefühle sind nicht mehr so stark, bzw. merke ich das ich mich gedanklich nicht mehr so heruntersetze bzw. es nicht mehr so schaffe. Aber leider stört mich das. Ich kann mich nicht wirklich darüber freuen.

Denn die negativen Gefühle scheinen nicht durch positive Gefühle ersetzt zu werden. Ich fühle mich stattdessen irgendwie leer und taub. Es ist sodass ich nun die depressiven Momente zu vermissen scheine. Manchmal scheine ich mir diese negativen Gefühle regelrecht herbeizusehnen. Ich denke damit ich wieder was zu fühlen scheine. Vielleicht um mich lebendig zu fühlen?

Hatte am Montag einen Termin bei meiner Psychiaterin. Habe ihr auch davon erzählt aber konnte es zu diesem Zeitpunkt nicht so wirklich erklären bzw. es selbst nicht fassen. Wir haben mal die Dosis der Antidepressiva am Morgen erhöht und treffen uns in 3 Wochen wieder. Vielleicht hilft es ja was.

Haben auch über die Therapie gesprochen. Wie es läuft usw. Nach einem kurzen Gespräch meinte sie, dass ich mich selbst blockiere. Ich nähe anscheinend nicht zulassen kann bzw. will. Da konnte ich ihr nur zustimmen. Anscheinend möchte ich alles und jeden auf Abstand halten, wobei ich das nicht ganz bewusst mache. Und gleichzeitig scheine ich mich nach nähe zu sehnen.

M#amm%utx86


@ Dusk2Dawn

Ich weis was du meinst. Hätte hierzu selbst genug Unterlagen die z.B. Langweilig genug sind um in kürzester Zeit einzuschlafen. Aber sobald ich die Leseunterlagen weglege bin in an solchen Tagen wieder wach und das Gedankenkarussell geht wieder weiter.

Es gab auch schon Tage da bin ich wach aufgestanden und bin fernsehen gegangen. Dann war ich in kürzester Zeit wieder todmüde. Kaum lag ich wieder im Bett und die Gedanken kreisten wieder war ich wieder wach.

Habe bis vor ca. 3 Wochen auch ein Medikament zum Einschlafen genommen. Das hat auch super gewirkt. War in 1-2 Stunden nach der Einnahme so müde, dass ich eine Minuten nach dem im Bett lag schon geschlafen habe. Aber da ich auch immer den ganzen nächsten Tag saumüde war habe ich es abgesetzt (mit der Psychiaterin abgesprochen).

Da sich die Tage an dem ich nicht schlafen bzw. einschlafen kann in Grenzen halten, lebe ich lieber damit als den ganzen Tag todmüde zu sein.

MKambmut8x6


Traum von heute Nacht

Ich träume seit ich Antidepressive nehme wieder regelmäßig bzw. kann ich mich seit dem an die Träume erinnern. Es geht meist zwar in gewisser Weise um meine Probleme aber sie beschäftigen mich meistens nicht weiter.

Der Traum von heute Nacht war aber sehr intensiv und beschäftigt mich in gewisser Weise. Daher möchte ich ihn hier niederschreiben, als Erinnerung um ihn eventuell bei der Therapie anzusprechen:

In dem Traum hatte ich eine tödliche Krankheit. Was genau weis ich nicht. Eventuell Leber oder Nierenversagen. Jedenfalls stand fest, dass es dem Ende zu geht und das es Schmerzhaft werden würde. Die Ärzte rieten mir meine Familie einzuweihen und reinen Wein einzuschenken und meine letzten Tage im Krankenhaus zu verbringen.

Meine Familie wusste im Traum nur, dass ich Krank bin und ich in nächster Zeit öfters ins Krankenhaus muss, aber gingen davon aus, dass es harmlos ist. Immer wieder spielte ich damit ihnen alles offen zu legen. Meine Eltern zu bitten meine letzte Tage mit mir im Krankenhaus zu verbringen. Aber ich brachte es einfach nicht über mich. Machte mir Schuldgefühle, weil ich sie ja dann von ihrer Arbeit abhalten würde. Meinen Vater dazu zwingen würde seinen Urlaub für mich aufzubrauchen. Usw. Ich spielte auch im Krankenhaus immer den starken Witzbold und nahm alles mit Humor. Die Ärzte und Krankenschwestern waren alle so überrascht und auch stolz, dass ich das alles so gut aufnahm und schaffte.

Aber innerlich war ich zu tiefst zerrissen. Ich hatte fürchterliche Angst. Angst vor den Schmerzen vor dem Tod. Aber ich traute mich nicht es jemanden zu sagen.

Trotz anraten der Ärzte war ich immer nur tagesweise im Krankenhaus, vor allem wenn ich es wegen den Schmerzen nicht mehr aushielt. Eines Tages fragte mich eine Krankenschwester dann unter vier Augen wie ich es schaffe mit dem allem so gut umzugehen und mir selbst verzeihen konnte (anscheinend hatte ich meinen Umstand im Traum selbst verschuldet). Da brach mein Gerüst dann zusammen und ich beichtete ihr unter Tränen, dass ich mir nie verzeihen konnte. Mein ganzes gutes Getue gespielt ist und ich fürchterliche Angst habe.

M@am'mutx86


Diese Woche geht es mir wieder ziemlich schlecht. Ich komme aus dem Grübeln und der Negativspirale nicht mehr raus.

Ich denke Auslöser war diese Woche, dass die Therapiestunde am Montag nicht so gut gelaufen ist. Generell fühle ich mich bei der Therapeutin sehr wohl. Ich denke sogar so wohl wie noch nie bisher bei einer Therapie. Aber trotzdem macht sich schon wieder das Schweigen breit. Von Stunde zu Stunde fällt mir das Reden wieder schwerer und es wird ein immer größerer Kampf.

Auf der anderen Seite sehe ich es positiv, dass ich die 50 Minuten immer zu kurz finde und gerne noch viel länger bei ihr bleiben möchte. Es ist so als ob ich in den 50 Minuten es gerade mal schaffe mich auf die Therapie einzulassen und das Eis zu brechen. Meist fange ich gerade in den letzten Minuten an mich langsam an die Themen heranzuwagen die mich beschäftigen.

Aber dann ist die Therapie auch schon aus, und bis zur nächsten Woche friert das Eis wieder zu und das Spielchen fängt von vorne an.

Der negative Höhepunkt dieser Woche war dann gestern Nachmittag. Ich habe mich nach stundenlangem herumringen dazu entschlossen auf der Arbeit früher Schluss zu machen und zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen die mir von meiner Psychiaterin bereits vor Monaten genannt wurde, aber ich bisher nicht den Mumm hatte aufzusuchen.

Also bin ich hingefahren, habe noch 4,50 EUR Parkgebühren bezahlt und haben mich dann langsam (da mich bereits starke Zweifel geplagt hatten) zu dem Gebäude aufgemacht. Dann bin ich noch komplett unsicher ca. 15 Minuten vor dem Gebäude herumgelungert weil ich mich einfach nicht traute hineinzugehen.

Als ich dann endlich den Mumm gefunden hatte, musste ich erschrocken feststellen, dass die Eingangstüre abgesperrt war! Man musste bei einer Klingel mit Gegensprechanlage klingeln damit die Türe geöffnet wird. Als ich das sah hat mich mein letzter Rest Mut verlassen und ich habe mich auf den Heimweg begeben.

Ich fühlte mich so beschissen. Beschissen weil ich umsonst früher von der Arbeit gegangen bin, umsonst die Parkgebühr entrichtet hatte und vor allem weil ich so ein Angsthase war und es einfach nicht geschafft habe zu klingeln und die Selbsthilfegruppe aufzusuchen.

Wie kann man als erwachsener Mensch nur so ein verängstigtes hilfloses Stück ....... sein. :°(

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