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Tavor und Opipramol gegen (u.a.!) Flugangst - hilft es wirklich?

a1bcdefCgxh_18 hat die Diskussion gestartet


Gute Nacht (oder guten Morgen, je nachdem :D),

Ich bin jetzt 24 Jahre alt (oder jung) und war eigentlich immer ein relativ lebensfroher Geselle, war mit meiner Schule in Rom (Flug hin und zurück), mit Freunden in Hannover (ebenfalls mit dem Flieger), mit dem Zug überall in Deutschland unterwegs, bin durch die Pampa gereist, alles völlig in Ordnung für mich.

Ich hab dann - langsam - eine leichte Angst entwickelt, wenn ich mich alleine wo befand, wo um mich rum "gar nichts" ist (das heißt keine Sachen, wo ich mich "festhalten" oder orientieren kann) und hab dann angefangen Schwindel zu bekommen (das Ganze begann so etwa 2010 / 2011, nach meinem Abitur)

Mit der Angst kam ich eigentlich ganz gut klar - ich habe manche Situationen vielleicht bewusst vermieden, andere (wo wir bspw. mitten auf einem Weinberg Fotos gemacht haben) aber bewusst durchgezogen, ohne eine richtige Panikattacke o.Ä. zu bekommen, nur ein flaues Gefühl im Magen, Zittern und etwas Schwitzen, was aber von alleine wegging.

Ich habe auch - seit ich ca. 4 oder 5 Jahre alt bin - eine leichte Höhenangst, die sich bis zu meiner Pubertät verschlimmerte, und danach besserte.

Das hat sich alles geändert, als mein Vater vor 3 Jahren gestorben ist - das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen, besonders da es total überraschend war, und niemand je mit sowas gerechnet hätte (also keine längerbestehende Krankheit oder Ähnliches)... ich habe einfach während der Vorlesung einen Anruf bekommen, mein Vater wäre tot.

Danach fing das Ganze an - drei Monate nach dem Tod meines Vaters begann alles mit Schwindel; ich habe den Studiengang gewechselt nach dem Tod meines Vaters - im neuen Studiengang begannen dann leichte (nicht schlimme, aber leichte) Angstzustände wegen Höhenangst, wenn ich bspw. in den 2. Stock hochmusste (der mir früher im alten Studiengang im gleichen Gebäude (nicht das selbe, aber eins, was exakt gleich aufgebaut ist) nichts ausgemacht hat) und hatte auch so leichte Ängste, wo ich während der Vorlesung aufgehört habe "von alleine" zu atmen und praktisch "selbst" Luft zu holen (wie als ob der Körper das halt nicht mehr kann), was dann teilweise ien bisschen zu Hyperventilieren und Schwindel geführt hat.

Der Schwindel wurde am Anfang schlimmer, dann wieder besser - schlimmer wurde er, als dann mein Onkel (d.h. der Bruder meines Vaters) ein Jahr später genau auf die gleiche Art und Weise gestorben ist - da mich das verdammt belastet hat, und vermutlich alles wieder aufgerissen hat.

Auch ein paar andere Ereignisse (Trennung von mir und meinem Exfreund, Selbstmordversuch eines guten Freundes, unglückliches Verliebtsein, ...) haben bei mir zu einem eher schlechten Gemütszustand geführt, weswegen ich jetzt ziemliche Ängste entwickelt hab - und teilweise schon Panikattacken habe, wenn ich in den 1. Stock in manchen Gebäuden hochmuss (siehe das Bild hier: [[http://abload.de/img/img-20160509-wa0020iiajx.jpg]] - an dieser Stelle der Treppe bin ich bestimmt 10 Minuten gestanden, bis ich mich getraut habe, weiter hoch zu laufen... ich musste aber, da ich einen wichtigen Termin hatte)

Auch beginne ich solangsam Angst vor "ausweglosen Situationen" zu haben, d.h. Situationen, aus denen ich nicht mehr so leicht rauskomme - auch das belastet mich ziemlich, vor allem wenn ich bspw. irgendwo bin, wo ich weiß in der Nähe ist keine Bushaltesstelle / kein Bahnhof (habe keinen Führerschein) oder wenn ich wie in der Vorlesung weiß, dass ich jetzt 1,5 STunden sitzenbleiben muss...

Nunja, wie es der Zufall halt so will, fliege ich in einer Woche nach London - "nur" drei Übernachtungen, aber ich bin deswegen innerlich völlig am Hohldrehen (und hab richtige, richtige Angst davor)

Zu meiner Tablettenvorgeschichte: Ich hab mal versucht, Venlafaxin zu nehmen (und nach der ersten Tablette wegen den üblen Nebenwirkungen abgebrochen), ewig lang Lasea genommen, aber sonst noch überhaupt keine Antidepressiva ^^

Mein Hausarzt hat mir jetzt Opipram 50 verschrieben (mit einer 0-0-1 Anfangsdosis und 1-1-2 Enddosis am Tag, auf die ich mich steigern soll) und mir zusätzlich - auf meine Bitte hin - Tavor 1 mg Expidet mitgegeben (eine Zehnerpackung)

Ich habe einige dieser Fragen meinem Arzt bereits gestellt, erhoffe mir aber dennoch eine ehrliche Antwort der Community, vor allem weil ich ziemlichen Respekt vor den Tabletten habe (also vor den Tavor, die Opipram nehme ich bereits)

1. Ist mit Tavor die Flugangst - egal wie stark sie ist - auf jeden Fall, zu 100% weg? Das ist für mich ziemlich wichtig, denn die schlimmste Situation, die ich mir ausmale ist die, dass ich ins Flugzeug steige und Tavor wirkt nicht ... vor allem weil ich laut Arzt auch nur eine nehmen soll, nach einer eventuellen "was mach ich wenns wirkt?" hab ich gar nicht gefragt ^^

2. Was ist, wenn ich in London eine Panikattacke bekomme, weil ich aus.. London nicht so schnell wieder "wegkann" wie beispielsweise wenn ich jetzt nach Berlin oder so fahren würde? Angst vor ausweglosen Situationen? Kann Tavor theoretisch auch hier eine Panikattacke so dämpfen, dass ich noch Freude am Urlaub habe, ohne auszuflippen? (was ich übrigens noch nie wegen so etwas bin, das ist eine reine Angst vor dem schlimmsten Szenario...)

3. Was ist, wenn ich mich tatsächlich jeden Tag mit Tavor morgens und abends und so abschießen muss? Das Zeug wirkt nicht lange, und ich habe sehr, sehr große Angst, dass ich innerhalb der drei Tage abhängig davon werden kann... Es ist ein Notfallmittel, und ich weiß nicht ob es im Notfall wirkt, was mich zu meiner nächstne Frage bringt:

4. Mein Arzt hat gesagt, ich soll die Tavor vorher testen (bzw. wie mein Körper drauf reagiert) - aber im Optimalfall wirkt die Tavor ja gar nicht, außer dass sie mir die Angst nimmt; wie soll ich das dann vorher testen?

5. Was mach ich, wenn die Tavor testhalber nicht wirkt? Soll ich mir vielleicht vom Arzt dann irgendwas anderes geben lassen, wie Valium? Keine Ahnung? :/

6. Was mach ich, wenn ich die Attraktionen wegen Höhenangst oder meiner Angst vor "offenen Plätzen" wo ich mich nicht festhalten kann / hohen Gebäuden / bla alle nicht anschauen kann? ._."

7. Auf lange Zeit gesehen: wie therapiert man sowas? Ich weiß so langsam, dass es nicht mehr so weitergehen kann, aber ich kann und will ja auf lange Sicht gesehen weder Opipram noch Tavor nehmen - und vor allem fing das mit dem Tod meines Vaters an, dabei fühl ich mich in keinster Weise depressiv im Moment, ich hab nur eine riesige Angststörung ._.

Ich mach mich hier verrückt, ich krieg schwitzige Hände, wenn ich schon daran denke, Videos und Bilder aus London anschaue, die Flugtickets seh,... und es ist leider keine Option jetzt einfach wie ne - sorry für den Begriff - P*ssy aus der Sache rauszugehen, sondern ich muss das durchziehen ...

Meine größte Angst ist wie schon gesagt die Nichtwirksamkeit des Tavors - wenn ich wüsste, dass mich das Tavor auf jeden Fall auffängt, dann habe ich vermutlich keine Angst - denn in meiner Tasche hätte ich dann ja einen "Notfallknopf", mit dem ich meine Angst zur Not ausschalten kann, wenn ichs nicht mehr aushalte ^^

Könnt ihr mir bitte helfen? Irgendwie? ._.

Lg

Antworten
Tuattix39


Hallo erst mal!

Also mein Erfahrungen mit Tavor beschrenkt sich auf die iv Vergabe nach einer Operation. Muss sagen, ich war den ganzen Tag locker. Ich habe mitlerweile eine 13 jährige Angst- und Panikgeschichte hinter mir. Bei mir war es so schlimm, dass ich das Haus nicht mal in Begleitung verlassen konnte. Seid 6 Jahren nehme ich jetzt Trevilor ( venlafaxin ). Ich muss sagen, das einschleichen war sehr anstrengend und schwer! Nach der ersten Einnahme bin ich direkt in der Notaufnahme gelandet, muss dazu sagen, dass ich eine Medikamentenphobie habe😕. Nach ca 2 Wochen Eingewöhnung, mit Atosil als Notfallmedi, wurde die Nebenwirkungen weniger. Nach ca 3 Monaten bin ich das erste mal wieder alleine einkaufen gefahren, eigentlich nix besonderes, für mich war es als hätte ich den Mount Everest bestiegen😂. Nebenbei mache ich , auch heute noch, Verhaltenstherapie, die mir wirklich gut tut. Man lernt andere Denkmuster und auch seinen Körper einfach wieder besser kennen! Ich hoffe du kannst dich durchringen und es noch einmal mit Venlafaxin versuchen, kämpfen dich durch, denn es ist das beste Medi gegen Angst und Panik :-)

AnnfGangx10


Hallo :)

Ich habe venlafaxin auch gar nicht vertragen. Nehme jetzt seit fast einem Jahr Sertralin und bin wieder völlig angstfrei. Allerdings ist es bei jedem Menschen verschieden. Probiere doch noch weitere AD's aus. Es lohnt sich wirklich !

Zum Tavor : probiere es vorher unbedingt aus. Bei manchen wirkt es paradox d.h du bist aufgedreht. Vielleicht solltest du nach Einnahme mal in eine angstsituation hinein & wenn du dann ruhig bleibst wirkt es gut.

Ich hatte damals alprazolam und es War ein Segen an ganz schlimmen Tagen. Ohne wäre ich nie zu meinen Prüfungen erschienen.

Diese zeit War echt grausam und ich wünsche dir das du aus der angstspirale rauskommst und wieder frei sein kannst. Viel Glück @:)

Nkurar2ihyxon


Zu 1.) Nein, garantieren kann die Wirksamkeit niemand. Jeder spricht unterschiedlich auf den Wirkstoff Lorazepam an.

Zu 2.) Ja, theoretisch kann Lorazepam eine Panikattacke abdämpfen.

Zu 3.) Nach der kurzen Zeit sollte sich keine körperliche Abhängigkeit entwickeln können.

Zu 4.) Indem du dich in eine Situation begibst, die potenziell angstauslösend wirkt.

Zu 5.) I.d.R. dauert es eine gewisse Zeit, bis man den richtigen Wirkstoff in der richtigen Menge individuell für den Patienten angepasst hat. Von Diazepam (Valium) rate ich ab, da es recht stark sedierend wirkt.

Zu 6.) Dann lässt du es bleiben.

Zu 7.) Ich rate zur Konfrontations-/Verhaltenstherapie. Das dauert aber nunmal seine Zeit.

und es ist leider keine Option jetzt einfach wie ne - sorry für den Begriff - P*ssy aus der Sache rauszugehen, sondern ich muss das durchziehen ...

Nö, du musst gar nichts, außer auf dich selbst zu achten.

Meine größte Angst ist wie schon gesagt die Nichtwirksamkeit des Tavors - wenn ich wüsste, dass mich das Tavor auf jeden Fall auffängt, dann habe ich vermutlich keine Angst - denn in meiner Tasche hätte ich dann ja einen "Notfallknopf", mit dem ich meine Angst zur Not ausschalten kann, wenn ichs nicht mehr aushalte ^^

Willkommen in der Matrix. So ist das sehr häufig. Allein die Gewissheit, dass du etwas dabei hast, kann schon helfen.

kDa6rstenxjörg


Nach einer schweren Panikattacke mit Angst und vernichtungsgefühl (Tod es Vaters und einseitige Erblindung der Ehefrau) habe ich vom Notarzt 1mg Tavor bekommen.Ich konnte es kaum glauben aber nach etwa 1/2 Stunde war alles vorbei und hat einige Zeit mit Hilfe von Tavor angehalten.Ich hatte Tavor nach etwa 1 Woche abgesetzt und die Attacken wurden trotzdem weniger. Allerding hatte ich egal wo ich mich aufgehalten hatte immer eine Tavor dabei und allein dies hat mich beruhigt.Wenn es gelegentlich vorkam das sich eine beginnende Panikattacke ankündigte warf ich die Tavor ein und war wieder den ganzen Tag befreit.Da Tavor abhängig machen kann wollte ich die Einnahme beenden und mein Arzt riet mir zu Sertralin 50mg/Tag.Dieses Medi hat mir geholfen wobei ich immer allerdings noch eine Tavor bei mir trage was ich aber in einer Zeitspanne von etwa 5 Monaten nur einmal noch gebraucht habe ( Ärger wegen Erbauseinandersetzung).Was ich damit sagen wollte:

Tavor ist ein wirksames Notfallmedikament was aber abhängig machen kann und deshalb keine Dauermedikation darstellt bei mir aber über 24 Std gewirkt hat.

ich wünsche allen Paniker alles Gute,Ihr seit nicht alleine! :)D :)_

aPbcdefgNh_18


Danke schonmal!

Ich hab jetzt die Hälfte davon ausprobiert (also 1 * 0,5 mg), allerdings inner Ruhesituation - und war wirklich unglaublich gechillt. Ich hab dann versucht, Höhenangst durch Bilder und Videos am PC auszulösen, ging aber nicht - es war wie als ob mein Körper die nötige Hürde zwischen "oh, dieses Bild zeigt jemand wie er an einem 200 Meter tiefen Abgrund steht" und "ANGST ANGST ANGST" nicht mehr schaffen würde...

Obs natürlich im Flugzeug genauso hilft, ist die nächste Frage - aber ich hab mir vorgenommen, dass ich 0,5 mg nehm und - ggf. im Bedarfsfall - die andere Hälfte im Flugzeug "Nachlege"; da ich gemerkt hab, dass die Expidet-Tabletten tatsächlich nach 20-30 Minuten anfangen zu wirken :)

Um zu meiner Angst zurückzukommen... ich glaube, es handelt sich um Angst vor Kontrollverlust.

Ich war mit meiner Mum bei einem Comedian, das ist gerade mal einen Monat her - und dort hatte ich eine Panikattacke; deswegen habe ich jetzt nicht Angst vor dem Fliegen, sondern "Angst vor der Angst" (Angst, dass ich im Flieger eine Panikattacke bekomme)

Geflogen bin ich schon, 2008 und 2009 - da war mein Gemütszustand aber noch ein anderer, und ich hab einfach.. wie bereits gesagt.. Angst vor der Angst :/

Ich wollte schon Umbuchen auf einen Zug, aber... ich zieh das jetzt durch, und ich hoffe, dass mir das gute Gefühl beim Hinflug die Möglichkeit verschafft, beim Rückflug ohne Tavor entspannt fliegen zu können :)

Ansonsten brauche ich glaub eher eine Therapie als ein Antidepressivum oder ein Notfallmittel wie Tavor - das Opipramol hilft sehr gut, ich "grüble" weniger und mir gehts jetzt auch besser, aber ich will eigentlich nicht in meinem Alter schon von Tabletten abhängig sein...

Vielen Dank nochmal :) Mein Flug ist am Sonntag... *schweiß wegwisch*

ahbcde@fgh_V18


Lief super mit 1mg - Rückflug hab ich mir leider ohne nicht zugetraut ^^

K{e+rdalxs


Hallo,

Seit 2000 habe ich auch problemme mit Flug und Lärm. Habe mich auch behandeln lassen. Tavor ist Selbstverständlich ein sehr starkes mittel was die Angst dämpft. Ich nehme ca.1,5 mg und das reicht auch aus. Ich steige in das Flugzeug und alles ist gut.

Nur mann sollte schon genauer forschen wo es liegt und woher es kommt.

Flugangst ist gleich Todesangst. Wenn wir in das Flugzeug einsteigen musses unbedingt Abstürzen. Alle anderen Flüge sind Ok nur unser Flug wird problematisch sein. Isz doch so oder ???

Nein, alles dreht sich im Kopf und mann belastet sich sehr damit. Ein guter Artz kann helfen. Ich muss sagen trotz behandlung muss ich immer wieder zur Tavor zurückgreifen. Aber für die 2,5-3 Stunden ist das OK.

Tavor ist gut und es hilft auch, selten ist das mann aufgebracht ist.

K6erCdaxls


Hallo,

wie geht es denn nach deinem Flug und wie haben die Medikamente gewirkt. ???

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