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Psychologin verlässt den Wohnort

Alias 723447 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin ziemlich fertig, denn meine Psychologin lässt sich versetzen.

Heute hat sie es mir mitgeteilt. Ich habe mich so sehr an sie gewöhnt und weiß jetzt nicht, wie es weiter gehen soll? Ich komme mir schlimmer, vor als vor Jahren, als ich mit der Therapie anfing. Neun Jahre lang war ich durchgehend bei ihr. Davor hatte ich eine andere Therapeutin, die ebenfalls wegzog. Nur fiel es mir damals nicht so schwer.

In meinem Land kann man sich den Psychologen nicht selbst aussuchen, sondern man bekommt ihn zugeteilt.

Ich möchte aber keinen männlichen, das macht es mir noch schwerer, ich könnte mich da nie so öffnen, als bei einer Frau.

Meinen Psychiater, habe ich niemals alles über mich erzählen können. Das geht mir, bei bestimmten Themen so.

Die Psychologin weiß sehr viel von mir und ich komme mir jetzt so vor, als ob ich bei Null anfinge.

Bis ich wieder ein Vertrauen aufgebaut habe, wird es lange Zeit dauern.

Wem ist es ähnlich ergangen und kann mir einen Rat geben?

Liebe Grüße

Antworten
Loinxe85


Hallo Alias,

neun Jahre ist wirklich eine lange Zeit. Welche Art von Therapie ist es? Habt ihr noch genug Zeit euch zu verabschieden? Am besten thematisierst du deine Ängste und deine Trauer in den letzten Stunden. Nimm dir Zeit, um dich von ihr zu verabschieden können. Du kannst für dich überlegen, was du alles in der Therapie gelernt hast und dich auf deine Fortschritte konzentrieren. Ich weiß nicht, wie es bei dir formal ist, aber in Deutschland sind die Therapien nicht endlos lange, das heißt, dass man die therapeutische Beziehung als eine vorbeigehende und zeitlich begrenzte Beziehung ansieht und Abhängigkeit vermeidet. Kannst du vielleicht manche Punkte, die du von deiner Therapeutin bekommen hast, woanders holen? Es ist schwierig ohne Hintergrund der Diagnose/Symptomatik etc etwas zu raten.. Ich wünsche dir alles Gute! :)*

_SPar|vaQtix_


Neun Jahre Therapie ist echt eine lange Zeit. Wie lange hättest du überhaupt noch eine Therapie machen wollen? Vielleicht kannst du den Wohnortwechsel deiner Therapeutin als Anlass nehmen, um dich von der Therapie zu lösen und ein Leben ohne Therapie zu führen. Das kann schließlich nicht ewig so weiter gehen. Klingt jetzt sicher hart, aber ein Therapeut sollte nur ein hilfreicher Begleiter auf einem kurzen Lebensabschnitt sein und keine Dauerbegleitung.

Alias 723447


Danke für die Antworten. Es ist eine Verhaltenstherapie. Bei uns hat man etwa einmal im Monat Therapie. Dann ist die Psychologin auch mal im Urlaub und dann ist das nicht so viel. Hört sich viel mehr an. Klar in Deutschland gibt es die Therapiepause von 2 Jahren, das haben wir zum Glück nicht aber es gibt keine Kliniken, wie in Deutschland, nur Akutpsychiatrie, sonst wäre es höchstwahrscheinlich auch schneller gegangen.

Gestern war meine letzte Stunde. Ich erfuhr es am Ende der Therapiesstunde.

arug92x33


TE, du bist leider im realen Leben angekommen! Kein Therapeut kann eine Garantie auf "immer vorhanden sein" abgeben. Therapeuten werden krank; werden in andere Kliniken versetzt; sterben!

In Deutschland hätte jemand schon berechtigt die Frage gestellt, wie eine Therapie, noch dazu Verhaltenstherapie, über einen Zeitraum von 9 Jahren durch die Psychotherapierichtlinien gedeckt ist.

Lainex85


Gestern war meine letzte Stunde. Ich erfuhr es am Ende der Therapiesstunde.

Hm, das ist echt ungünstig, wenn es dann so unvorhergesehen beendet werden muss. Schon nach den üblichen ca 1.5 Jahren bereite ich mit den Patienten den Abschied vor.

Das ist echt blöd gelaufen :)_

Alias 723447


Nochmals danke für eure Antworten.

Ich verstehe, daß bei normalen Verhaltenstherapien die Zeit viel kürzer ist aber wie oft habt ihr im Monat Therapie? Auch nur einmal? Wenn jemand Borderline hat, wird oft auch eine DBT Therapie gemacht. Hier nicht, alles ambulant, da wir dafür keine Kliniken haben. Ich will mich nicht rechtfertigen, sondern erklären, warum es oft so lange dauert. Du kommst nur im absoluten Notfall in eine Akutpsychiatrie. Das mag einigen wirklich zu lange erscheinen, ginge mir wahrscheinlich auch so, wenn ich in Deutschland leben und es nicht anders kennen würde.

Gerne wäre ich längst schon fertig und auch ohne Medikamente aber es ist noch nicht so weit, leider.

SOhexep


In Deitschland ist die Regel für Verhaltensthetapie:

- 25 Therapiesitzungen (Kurzzeittherapie)

- 45 Therapiesitzungen (Langzeittherapie)

Mehr braucht man ehrlich gesagt auch nicht, selbst, wenn man nicht nur ein sondern mehrere Probleme hat. Sollte man tatsächlich nur 1x im Monat an einer Sitzung teilnehmen, dann wären das ca. 4 Jahre.

Die Krankenkasse genehmigt aber durchaus auch bis zu 80 Therapiesitzungen. Aber das muss, so viel ich weiß, der Therapeut auch gut begründen können, warum es so viel sein muss.

Aber davon abgesehen ist 1x im Monat schon ungünstig. Gerade am Anfang einer Therapie sollten es im Monat schon 2-4 Sitzungen sein, sonst kommt man doch nur schleppend vorwärts.

Darf man mal fragen, in welchem Land du lebst?

Alias 723447


Hallo Sheep,

danke für die Antwort. :-) Ich würde dir das Land ja gerne sagen aber es gäbe evtl Hinweis, wer ich bin.

Ich wollte das Thema zuerst unter meinen Usernamen schreiben, ist mir aber etwas unangenehm, das ganze.

Ich fühle mich etwas verloren.

Mir wäre es lieb gewesen, wenn ich es von meiner Psychologin letzte Stunde erfahren hätte und nicht so auf diese Art.

Aber wahrscheinlich wusste sie es da noch nicht.

Lg

C4in!d8erellIax68


Meine Gesprächstherapie dauerte 12 Jahre (1 x pro Woche) und hätte wahrscheinlich noch etliche weitere Jahre gedauert, wenn wir uns nicht unvermittelt total in die Haare geraten wären, so dass meine Therapeutin (per Brief an mich!) die Therapie mit mir Knall auf Fall abbrach, weil ich so ein fürchterlicher Mensch sei. %:| Weiß bis heute nicht, was damals in die gefahren ist.

Es gibt also durchaus immer wieder Therapien, die abrupt enden. Mir kommt es fast so vor, als sei das sogar eher der Normalfall.

S(heep


@ Cinderella68

... die Therapie mit mir Knall auf Fall abbrach, weil ich so ein fürchterlicher Mensch sei. %:|

:-o Hat sie dir das echt an den Kopf geworfen, dass du ein fürchterlicher Mensch bist? Das zeugt nicht gerade von Taktgefühl, und das von einer Therapeutin :|N Egal, was vorgefallen ist, DAS muss nun wirklich nicht sein.

Weiß bis heute nicht, was damals in die gefahren ist.

Vielleicht hat sie das bewusst gemacht, damit dir nach 12 Jahren die Trennung leichter fällt ;-D

Es gibt also durchaus immer wieder Therapien, die abrupt enden. Mir kommt es fast so vor, als sei das sogar eher der Normalfall.

Gerade wenn Therapien sehr lange gehen, habe ich das Gefühl, dass selbst Therapeuten die professionelle Distanz nur schwer wahren können. Was ich damit sagen will: Sie können nicht objektiv bleiben. Ich habe das selbst zum Ende meiner Therapie feststellen müssen.

@ Alias

Mir wäre es lieb gewesen, wenn ich es von meiner Psychologin letzte Stunde erfahren hätte und nicht so auf diese Art.

Auf jeden Fall kam das Ende recht kurzfristig. Da würde ich mich auch überrumpelt fühlen. Aber vielleicht magst du ja hier im Forum schreiben, was dich noch belastet. Eventuell kann dir der ein oder andere User einen Tipp geben.

Eine andere Möglichkeit wäre noch, dir eine Selbsthilfegruppe zu suchen. Wäre das was für dich?

Alias 723447


Hallo Cinderella,

das tut mir echt Leid, daß es bei dir so gelaufen ist. War wirklich nicht schön, von der Psychologin.

@:) Lg

CPind5ere-l9la6x8


@ Cinderella68

... die Therapie mit mir Knall auf Fall abbrach, weil ich so ein fürchterlicher Mensch sei. %:|

:-o Hat sie dir das echt an den Kopf geworfen, dass du ein fürchterlicher Mensch bist? Das zeugt nicht gerade von Taktgefühl, und das von einer Therapeutin :|N Egal, was vorgefallen ist, DAS muss nun wirklich nicht sein.

hallo sheep,

warte, ich muss überlegen, was genau sie schrieb. Ist schon 16 Jahre her. Ah ja, der Wortlaut war, sie hielte mich für "menschlich nicht integer" ( ? ":/ ) und sie würde deshalb die Therapie beenden wollen. Ähm ...? Ja, war schon starker Tobak. Ich hab natürlich zurückgeschossen, ihr Verhalten sei extrem unprofessionell - das seh ich heute auch noch genauso.

Glücklicherweise, muss ich sagen, passierten damals so viel Dinge gleichzeitig, dass ich für diese Sache gar nicht soviel Energie übrig hatte. Und ich war emotional nicht abhängig von ihr (bei meinem Therapeuten davor war ich es in einem enormen Ausmaß ... mit solch einer Bemerkung hätte er mich glatt töten können, ohne Übertreibung).

Gerade wenn Therapien sehr lange gehen, habe ich das Gefühl, dass selbst Therapeuten die professionelle Distanz nur schwer wahren können.

Das ist diplomatisch ausgedrückt ;-) Ich hatte halt den Eindruck, sie tickte plötzlich komplett aus, warum auch immer, jedenfalls keinesfalls dem Anlass entsprechend. Wir stritten ja "nur" darüber, warum sie mir keinen Verlängerungsantrag der Therapie stellen wollte. Sie sagte, sie wisse nicht, was sie da schreiben solle. ":/ :-X

Egal inzwischen!

Cxindebrelxla68


@ alias

Gestern war meine letzte Stunde. Ich erfuhr es am Ende der Therapiesstunde.

Ich finde das auch total schlimm. Denn ihr hattet ja keinen Streit oder sowas - es kam einfach so, "out of the blue" und du bist sicher aus allen Wolken gefallen.

Ich wünsche dir sehr, dass du eine gute "Nachfolgerin" bekommst! :)*

l|ovea<blJe<x3


Die Psychologin weiß sehr viel von mir und ich komme mir jetzt so vor, als ob ich bei Null anfinge.

Ich finde, du fängst nicht bei Null an, eher der neue Psychologe/Psychologin.

Zum Thema männlich/weiblich kann ich nur sagen, dass ich mit weiblichen nie so richtig klar gekommen bin. Ich hatte früher eine weibliche Psychologin und habe die Therapie irgendwann abgebrochen, weil es mich kein Stück weiter gebracht hat. Als ich dann nach ca. 3 Jahre später wieder auf der Suche war, weil ich es dann doch nicht alleine geschafft habe, hatte ich erst wieder ein Gespräch mit einer Frau. Sie war der Meinung ich bräuchte keine Therapie. Dann hatte ich eine Empfehlung eines männlichen Therapeuten und er hat sich meiner Sache angenommen.

Bei ihm bin ich jetzt immer noch nach fast 3 1/2 Jahren. Ich könnte zur Zeit noch nicht ohne Therapie, weil ich sonst eher in alte Verhaltensmuster fallen würde un dass mich noch etwas unterstützt (Termine alle 4-6 Wochen). Ich habe es auch in einer Stunde mal angesprochen, dass es ja schon unüblich ist, dass man so lange in Therapie ist. Er sagte zu mir, so lange er merkt, dass ich aus der Therapie noch was mitnehmen kann, hält er es für sinnvoll. Vor allem dass ich einen festeren Standfuß bekomme.

Ich kann dich echt gut verstehen. Ich denke wenn mein Thera wegziehen würde, würde ich erst einmal versuchen es doch noch einmal alleine zu schaffen. :)* ich würde es deiner Psychologin sagen, was du alles empfindest und nicht genau weißt, wie du mit der Situation umgehen kannst.

Gibt sie an den zukünftigen Begleiter eine Paar Infos von dir oder sehen die sich gar nicht?

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