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Zwangsneurose oder doch etwas anderes? Leide sehr darunter!

hfappyQ_sonxg hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

Ich denke der Text wird lang, aber ich hoffe jemand liest es sich durch um mir zu helfen. Ich habe schon seit vielen Jahren, denke seit ca 14 Jahren (also seit ich ca 10 bin), gewisse Symptome die mich sehr zu schaffen machen, in manchen Phasen geht es besser, mal wird es schlimmer. Ich habe hier schon ein anderes Thema wegen meiner Depression, die ich ebenfalls schon länger habe und jetzt möchte ich zum ersten Mal eine Therapie deswegen anfangen und ich überlege auch diese anderen Symptome dort mal zu erwähnen, die mich extrem belasten.

Vielleicht könntet ihr euch das mal durchlesen und vielleicht weiß jemand ob es eine psychische Erkrankung ist oder woher diese Symptome kommen könnten. Es ist mir sehr peinlich, bitte keine gemeine Komentare darüber :-(

Mit ca 10 Jahren hat es angefangen dass ich Tics und Zwangshandlungen entwickelt habe. Ich habe angefangen Geräusche zu machen(Räuspern, einzelne Buchstaben einfach so genannt, Kussgeräusche gemacht) und Grimassen gezogen (Augen stark gezwinkert, teilweise mein ganzes Gesicht zur Grimasse gezogen), ich habe das ganz bewusst gemacht, aber ich habe darunter gelitten, es war mir peinlich, ich wollte das eigentlich gar nicht aber ich konnte es einfach nicht sein lassen. Meine Eltern haben es natürlich bemerkt, sie haben mit mir geschimpft ich solle das sein lassen, warum ich so einen Blödsinn mache. Diese Tics habe ich teilweise jetzt immer noch, nur nicht mehr so schlimm, kann es gut steuern es nur noch zu machen wenn ich ganz alleine bin.

Zwangshandlungen haben auch in dem Alter ca angefangen. Es gibt Zahlen die ich mag, die also gut sind und es gibt auch böse Zahlen. Wenn ich etwas berühre, dann muss ich es fünfmal berühren, fünf ist eine liebe Zahl, wenn ich etwas dagegen nur dreimal berühre, passiert etwas schlimmes, denn drei ist eine böse Zahl. Das geht bei allen möglichen Handlungen so. Wenn ich einen Schrank öffne, ist die Öffnung eine Berührung, wenn der Schrank wieder zu ist dann muss ich noch viermal berühren bis alles gut ist. Ich muss abends mein ganzes Zimmer durchsuchen ob alles seine Ordnung hat, alles muss an der richtigen Stelle liegen, bloß keine Unordung. Und ich muss jede Ecke fünfmal kontrollieren ob auch alles seine Ordnung hat. Das mit den Berührungen und Zimmer durchsuchen ist jetzt nicht mehr so krass wie in meiner Kindheit, ich kann damit jetzt ganz gut umgehen und es unterdrücken. Aber als Kind war es ganz schlimm das auszuhalten. Ich dachte halt, dass wenn ich diese Berührungen nicht mache, dann passiert etwas ganz schlimmes, was dann passieren sollte wusste ich aber nicht.

Seit ich so ca 12 bin denke ich, da ist noch etwas anderes dazugekommen, was mich jetzt immer noch sehr belastet und mich viel beschäftigt. Ich denke dass meine verschiedenen Zwangshandlungen- und gedanken von etwas höherem, etwas bösem beobachtet werden und wenn ich denen nicht nachgebe, dann werde ich bestraft, es passiert etwas schlimmes. Ich fühle mich oft sehr bedroht/verfolgt davon. Ich weiß nicht genau was dieses Böse ist, so etwas wie ein Dämon, ein böser Gott oder so, einfach ein Wesen, das über dem Menschen steht und mich genau beobachtet. Ich werde von Gedanken gequält über bösen Fratzen, Dämonenkindern, Mördern u.Ä., ich muss immer wieder an sie denken, sie mir bildlich vorstellen obwohl ich das überhaupt nicht will, irgendetwas in mir zwingt mich dazu und wenn ich diesen Gedanken nicht nachgehe dann werde ich von diesem bösen Wesen bestraft. Ich habe ein gewisses Ritual entwickelt, um dieses Böse von mir fernzuhalten, gewisse Gedanken und Handlungen. ZB Ich muss immer wieder eine bestimmte Bewegung mit der Hand machen, eine Art Abwehr um das Böse von mir abzuwenden, dann geht der Druck etwas weg, aber nur für eine Zeitlang. Das hört sich ziemlich abgedreht an, ich weiß. Einerseits weiß ich dass es so ein Wesen nicht gibt, andererseits denke ich, man weiß gar nicht was es so alles gibt, vielleicht werde ich tatsächlich beobachtet.

Das hier ist jetzt sehr sehr zusammengefasst, nur ein winziger Einblick in meine Zwangsgedanken-handlungen und Hirngespinste. Ich kann das alles nur sehr schwer zusammenfassen und erklären. Ich lebe seit mindestens 10 Jahren damit, für mich ist es fast normal, es gehört zu mir, ich kenne mich gar nicht ohne diese ganzen quälenden Gedanken und Hirngespinste. Trotzdem leide ich extrem darunter, ich bin bestimmt den halben Tag (meist abends)in einer ängstlichen Stimmung. Vor allem jetzt habe ich eine schlimme Phase, fühle mich zeitweise extrem beobachtet/verfolgt und kann mich nicht dagegen wehren. Es gibt aber auch Phasen, in denen ich mich gegen all die beschriebenen Gedanken sehr gut wehren kann, in denen ich mich auch nicht beobachtet fühle und ich bis auf wenige Zwänge ganz normal bin.

Sollte ich es einem Psychiater/Psychologen erzählen? Kann man dagegen etwas unternehem? Ich habe natürlich mal gegoogelt, es kam raus Zwangsneurose, teilweise passt auch Schizophrenie. Was denkt ihr? Weil ich es schon solange habe kann es doch keine Schizophrenie oder Psychose sein oder? Das tritt doch eher akut auf oder?

Hoffe mir kann jemand helfen. LG

Antworten
Pslüschjb9iesxt


Man kann so etwas ganz gut behandeln.

Ein Psychiater oder Psychotherapeut wäre ein Ansprechpartner.

Diese Gedanken von wegen bestraft zu werden sind typisch für Leute mit Zwangsgedanken.

Das Gefühl beobachtet und verfolgt zu werden kann Symptom einer Psychose sein.

Allerdings ist es sehr oft so, dass Leute die an einer Psychose leiden denken dass das, was da passiert wirklich passiert. Außenstehende wissen dass das was da erzählt wird nicht sein kann,

Aber derjenige der da an einer Psychose leidet beteuert vehement dass sein Geschichte stimmt.

Und ist es oft sehr schwer den Kranken davon zu überzeugen, dass er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss.

P)lüsc*hObiest


Könnte es sich bei deinen Tics auch um das Tourette Syndrom handeln?

s9chn'eck e198=5


Ich würde da auch definitiv eher in Richtung Zwangsstörung / Zwangsgedanken als an eine Psychose denken.

Ein Hauptmerkmal für Zwangsgedanken ist, dass sich einem Bilder / Handlungen aufdrängen, die man eigentlich nicht ausführen will (z.B. andere zu verletzen, sich selber zu verletzen usw.).

Auf jeden Fall möchte ich dir dazu raten, dir Hilfe zu holen! :)* :)^ Ich hatte nur für kurze Zeit (irgendwas zwischen 6 Monate und 2 Jahre) Zwangsgedanken und es war die Hölle! Mit der richtigen Medikation und Therapie sind sie aber wieder weggegangen.

Meine Zwangsgedanken bewegen sich in Richtung Selbstschädigung / Suizid. In meinem Kopf höre ich dann immer wieder Sätze wie: "Häng dich auf!", "Schneid dir die Pulsadern auf!", begleitet von Bildern (wie ich das Fenster öffne und rausspringe oder an der roten Ampel vor ein Auto laufe), obwohl ich nicht suizidal bin. Vor zwei Jahren habe ich z.B. versucht, meine Medikation zu reduzieren und hatte plötzlich wieder diese Stimmen im Kopf. Dabei bin ich definitiv nicht psychotisch! (Ist ärztlich bestätigt).

EphemaNlige=r Nxutzer (#57x8069)


Weil ich es schon solange habe kann es doch keine Schizophrenie oder Psychose sein oder? Das tritt doch eher akut auf oder?

Doch, die Symptome der Psychosen können auch dauerhaft auftreten. Allerdings bezweifle ich, dass du an Schizophrenie leidest. Für mich hört sich das meiste wie eine Zwangserkrankung bzw. auch eine Angststörung an. Ich würde es auf jeden Fall bei einem Psychologen und Psychiater ansprechen.

E4hemalvigers Nutzer (v#578069x)


Könnte es sich bei deinen Tics auch um das Tourette Syndrom handeln?

Das würde ich ausschließen, da diese Tics nicht bewusst ausgeführt werden und auch nicht bewusst kontrolliert werden können.

sTchnyeck'e1985


Schließe mich Anfortas bzgl. der Meinung zu Tourette an. :)^

sQc>hnec%ke198x5


Sorry, ich meinte natürlich Antfortas |-o

ELlafbRe;miNch0x815


Auch wenn es irgendwie was völlig anderes zu sein scheint, spontan habe ich "Synästhesie" im Kopf. Vor allem wenn du sagst das es gute und schlechte Zahlen gibt oder du gerne "Geräusche" machst...

Das du unbewusst bzw. unterbewusst im Kopf Dinge miteinander verknüpfst die für die meisten anderen gar keine Verbindung haben, z.B. Töne und Farben uvm.

s6chn'eckex1985


@ Elaf

Die Verbindung von repetitiven Handlungen mit guten oder schlechten Gedanken ist aber deutlich näher zur Zwangsstörung. *:) Synästhesie kennt diese Unterscheidung in gut und schlecht nicht.

hWapp%y_xsong


Vielen Dank erstmal für eure schnelle Antworten :-)

Jetzt nachdem ich diesen Text geschrieben habe, habe ich wieder extrem das Gefühl beobachtet zu werden. Woher denkt ihr kommt das denn? Das hört sich wieder verrückt an, aber immer wenn ich mir vornehme mit jemandem über meine Zwänge zu erzählen, kriege ich diese Angst dass ich bald deswegen von diesem bösen Etwas bestraft werde, obwohl ich eigentlich weiß, dass es sowas nicht gibt.

Plüschbiest

Dass ich wirklich eine Psychose habe, habe ich auch nicht wirklich gedacht, habe da nur etwas Angst vor weil sich meine Symptome vielleicht ein wenig danach anhören, mit dem beobachtet und verfolgt werden und so.

Ist es bei Tourette nicht so. dass man diese Geräusche nicht bewusst macht und nicht unterdrücken kann?

schnecke 1985

Manchmal habe ich ähnliche Gedanken wie du, mich selber oder andere zu verletzen. Bist du zu einer Psychiaterin gegangen? Ich weiß nicht wie ich das erklären soll, mir ist es so peinlich, wie hast du es erklärt? Was hälst du von diesem bösen Wesen das mich dazu zwingt oder mich sonst bestraft? Ist das auch typisch für Zwangsgedanken?

myond=+sFterne


Ich habe natürlich mal gegoogelt, es kam raus Zwangsneurose, teilweise passt auch Schizophrenie. Was denkt ihr?

Es geht eher in Richtung Zwangshandlungen/Zwangsgedanken. Schizophrenie ist es nicht. Das Ergebnis hast Du bekommen, weil Dr. Google gerne übertreibt.

Im Grunde genommen ist es auch nicht wichtig, was für eine Diagnose Du aus einer mehr oder weniger zweifelhaften Quelle im Internet bekommst, weil letztlich nur eine Diagnose vom Arzt relevant ist. Deshalb finde ich die Frage wichtiger, ob Du mit Deinen Symptomen zum Arzt gehst.

Sollte ich es einem Psychiater/Psychologen erzählen? Kann man dagegen etwas unternehem?

Ich habe mich um die Jahrhundertwende entschieden (aufgrund anderer Symptome als Du) den Weg der Psychotherapie zu gehen. Meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Weg sind schlecht. Du kannst viel Zeit und auch viel Geld für therapeutische Maßnahmen verschwenden. Im besseren Fall bringt es nicht wirklich was, im schlechteren Fall gerätst du in einen Sumpf aus dem du am Ende nicht wieder rauskommst.

Den Idealfall würde ich deshalb darin sehen, Du gehst zum Psychiater. Er sagt Dir, dass es nicht so schlimm ist und Du gehst wieder nach Hause, und versuchst bestmöglich mit Deinen Tics durchs Leben zu gehen, so wie Du es bisher auch schon gemacht hast.

Nur leider gibt es auch das Risiko, dass ein Psychiater Dich am Ende in eine Psychotherapie reinquatscht.

Prl2üschbMiesxt


mond + sterne,

ein Versuch ist es immer wert.

Die TE leidet und das nicht zu knapp.

Da kann es nur besser werden.

Psychotherapie kann auch was gutes sein.

Bezüglich Tourette habt ihr natürlich Recht.

Da kann man die Tics nicht steuern.

hoappUy_soFnxg


ElafRemich0815

Ich habe gerade Synästhesie nachgeschaut. Als Kind habe ich tatsächlich Zahlen mit Farben verbunden, drei ist zB blau, also wenn ich zB an drei gedacht habe, habe ich auch an blau gedacht, und blau habe ich nicht gemocht weil drei eine böse Zahl ist. Ich bin mir aber nicht sicher ob das Synästhesie ist. Aber jetzt habe ich solche Verknüpfungen mit Farben und Zahlen nicht oder kaum mehr.

Mond+sterne

Also suche ich mir gar keine Hilfe deiner Meinung nach? Ich lebe jetzt zwar schon lange mit dieser Störung, leide aber auch schon lange darunter und möchte jetzt endlich etwas dagegen unternehmen.

mMon3dC+stexrne


Das hört sich wieder verrückt an, aber immer wenn ich mir vornehme mit jemandem über meine Zwänge zu erzählen, kriege ich diese Angst dass ich bald deswegen von diesem bösen Etwas bestraft werde, obwohl ich eigentlich weiß, dass es sowas nicht gibt.

Deine Zwänge haben Ursachen, über die man nicht spricht. Wenn Du es doch tust, könntest Du damit ein Tabu brechen. Deshalb hast Du Angst davor, bestraft zu werden, wenn Du das Thema ansprichst.

Das "böse Etwas" vor dem Du Angst hast (ohne zu wissen, warum), ist also "die Gesellschaft". Sie kann böse werden, wenn man Tabus bricht. Deshalb solltest Du Dir gut überlegen, in welcher Form und wem gegenüber Du das Thema ansprichst.

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