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Warum hasse ich mich so sehr? (Borderline?)

m|issmviserxy hat die Diskussion gestartet


Ich habe momentan wieder ein schweres Tief. Seit meiner Jugend leide ich unter diagnostizierten Depressionen.

Ich bin extrem sensibel, reagiere ich auf vieles allergisch und gereizt, fühle mich schnell angegriffen.

Ich wuchs in einem instabilen Elternhaus auf, meine Eltern stritten sich immer in meiner Gegenwart, ich habe meine Eltern nie als Liebespaar erlebt, sondern immer nur als Feinde. Mein Vater hat meine Mutter permanent betrogen und malträtiert, er hat auf uns alle seelischen Terror ausgeübt. Mein Vater hat mir immer wieder eingebläut, nichts in meinem Leben zu erreichen. Er hat mich seelisch und körperlich missbraucht. Nähe hat er nur aufgebaut, indem er körperliche Gewalt ausgeübt hat. Alle hatten recht, ich habe nichts in meinem Leben erreicht. Ich habe abgebrochene Ausbildungen hinter mir und habe Angst, etwas Neues zu beginnen. Angst davor, erneut zu versagen. Unter einem noch höheren Druck stehen zu müssen. Habe inzwischen ein noch gestörteres Verhältnis zu mir selbst. Ich hasse mein Wesen. Ich bin unauthentisch, unsicher und dumm. Ich habe Angst vor größeren Menschengruppen, Angst vor Gesprächen, bei dem ausnahmslos immer die gleiche Frage fällt "und, was studierst du so?" - wird heutzutage ja gleich vorausgesetzt. Und was antworte ich? Ich lüge und erfinde meist, dass ich derzeit im Arbeiterverhältnis mich befinde. Habe Identitätsprobleme, stehe nicht zu dem was und wer ich bin.

Befinde mich seit wenigen Monaten in einer Partnerschaft mit einem wunderbaren Mann. Er zeigt mir durch Taten, dass er mich sehr gerne hat, kommuniziert es jedoch wiederum nicht oft. Zu selten für das Ausmaß, in dem ich es benötige. Ich sehne mich nach großer Sicherheit innerhalb einer Partnerschaft. Sicherheit, die ich in meinem Alltag nicht habe, weder in Beruf, Familie, Freunde und Zukunft. Ich sehne mich nach Sicherheit, weil ich sie mir nicht selbst geben kann. Mein Freund weiß nichts von meinen Depressionen. Habe ihm mal erzählt, dass ich in Therapie war, jedoch weiß er nicht, wieso und für wie lange. Mir fällt es schwer, mich meinem Partner anzuvertrauen, weil ich Angst habe, dass es abschrecken könnte. Ihm fällt jedoch von selbst auf, dass etwas nicht mit mir stimmt. Neulich unterstellte er mir, dass ich an allem etwas auszusetzen hätte und ich total unentspannt sei, damit hat er aber leider recht. Ich habe ständig irgendein Problem. Ich bin auf alles und jeden neidisch, ich ertrage es nicht, wenn wir auf eine Gruppe neuer Leute treffen und er sich mit Frauen ausgelassen unterhält. Ich habe Angst, dass er andere interessanter und attraktiver finden könnte als mich. Ich lebe in permanenter Angst, dass er mich verlassen könnte. Sobald er etwas sagt, dass mich verletzt, (was für viele vielleicht total unverständlich ist), könnte ich anfangen, zu weinen. Ich fühle mich durch gewisse Worte von anderen Menschen immer wieder bestätigt, dass ich nichts kann. Ich habe durchgehend Partnerschaften, war noch nie über einen längeren Zeitraum alleine. Und immer war ich diejenige, die diese Beziehungen beendet hat, weil ich diejenige war, die sie mit meiner Unart ruiniert hat und ich eigenmächtig die Beziehung beenden wollte, ehe ich die Verlassene bin.

Ich kann meinem Freund nicht glauben, dass er mich gerne hat, wofür auch? Für welche Eigenschaften? Was kann ich schon? Andere sind kreativ, zeichnen gut, können sich an politischen Diskussionen beteiligen, sind grundsätzlich gebildet, kochen und backen gerne, führen einen strukturierten Alltag; ein nahezu perfektes Leben. Ich kann gar nichts. Mein Alltag gibt mir nichts mehr. Ich lebe quasi nur noch, um Beziehungen einzugehen mit Menschen, die mir auf eine besondere Art zeigen, dass sie mich gerne haben. Ich möchte wahrgenommen werden.

Ich bin mit Anfang 20 extrem verbittert und habe eigentlich keine Lust mehr auf mein Leben. Wo sind die Erfolge, die kleinen wertvollen Momente, für die es sich lohnt, weiterzukämpfen? Wo sind die Menschen, die einem zeigen, dass man etwas wert ist? Ich habe niemanden. Manchmal glaube ich, dass ich an einem anderen Ort besser aufgehoben wäre...

Antworten
P*lüschabiest


Lieber missmisey,

glaubst du ernsthaft dein Freund wäre mit dir zusammen, wenn er dich nicht gern hätte?

Irgendwas an dir muss ihn faszinieren, sonst wäre er ja nicht mit dir zusammen.

Du schreibst

ich eigenmächtig die Beziehung beenden wollte, ehe ich die Verlassene bin.

Da solltest du dringend ansetzen und das Ganze therapeutisch aufarbeiten.

Deine Verlustangst macht dir dein Leben schwer.

Rede mit deinem Freund und sag ihm ehrlich, was bei dir los ist.

Dann hat er wenigstens eine kleine Chance zu begreifen, warum du in manchen Situationen etwas überreagierst.

Du bist das Produkt deiner Eltern, sie haben dich zu dem gemacht was du heute bist.

DU kannst nichts dafür, dass dein Selbstwertgefühl so am Boden ist.

P$lüschbxiest


Taten sind mehr als Worte!

m=issmKiserxy


Mein ganzes Wesen macht mir das Leben schwer. Es sind meine Verlustängste, mein auf mich selbstgerichteter Hass, mein Neid auf andere Frauen meines Alters, mein schwaches Selbstgerüst, meine unerfüllten Sehnsüchte, mein nicht vorhandener Freundeskreis...

Ich weiß keinen Ausweg mehr. Ich habe überlegt, eventuell doch nochmal einen Psychiater aufzusuchen und mich ggf einer medikamentösen Behandlung unterziehe...zunächst würde ich einfach gerne wissen, wie ich aus diesem Tief komme. Mutmaße schon seit jeher, dass ich Borderline habe. Wurde bei mir aber noch nie diagnostiziert, wobei das ganze Paket der Symptomatik auf mich zutrifft...

EVhemaliuger Nu6tzer (#57J8069x)


Ich fände es wichtig, wenn du eine Psychotherapie beginnen würdest, um deine Probleme aufzuarbeiten.

Ich wäre auch ehrlich zu deinem Freund, was deine Schwierigkeiten betrifft. Letztendlich verheimlichst du etwas Wesentliches vor ihm, dass du ohnehin nicht verstecken kannst.

f~alcUo PpeflegrinoAides


Hallo Missmissery,

willkommen im Forum. @:) Um einen Termin bei einem Psychiater und Psychologen würde ich mich an deiner Stelle auf jeden Fall bemühen. Es wäre bestimmt gut für dich, noch einmal eine Therapie zu machen.

Bei deiner Kindheit ist es kein Wunder, daß du psychische Probleme hast. Wie die genaue Diagnose nun heißt, kann dir wirklich nur eine Fachkraft sagen. Vielleicht wurde ja beim ersten Mal nur eine Depression diagnostiziert, weil du nicht alles erzählt hast?

Klar könnte es natürlich auch Borderline sein aber um diese Diagnose zu geben, brauchen Fachleute wirklich länger.

Ich würde dir auch raten mit deinem Partner zu sprechen. Wenn dir das schwerfällt, schreib es doch auf und sag ihm, daß es dir schwerfällt, es ihm zu erklären und du es deshalb erklärst. Auch über deine Kindheit, dann versteht er dich bestimmt besser.

Lg

fjalcow pe8legrinoxides


Bisschen komisch erklärt, wollte sagen ; und du es ihm deshalb geschrieben erklären möchtest.

m!iss@misxery


Ich bin doch schon in Therapie, schon seit Jahren. Ich nehme aber nichts mehr mit. Habe das Gefühl, austherapiert zu sein. Mir geht's ziemlich schlecht und ich fühle mich so alleine mit allem...

mKinssmisxery


warum hat man mir das angetan. ich wurde nur auf die welt gesetzt, um eine zerbrochene ehe aufrecht zu erhalten. mir wurde keine liebe mitgegeben...man hat mich nur verantwortlich für die streitigkeiten meiner eltern gemacht

und jetzt lebe ich quasi nur, um meine mutter nicht zu enttäuschen. aber ich lebe nicht mehr...nicht für mich

b^dak


Ich weiß keinen Ausweg mehr. Ich habe überlegt, eventuell doch nochmal einen Psychiater aufzusuchen und mich ggf einer medikamentösen Behandlung unterziehe...zunächst würde ich einfach gerne wissen, wie ich aus diesem Tief komme.

Liebe missmisey, was glaubst du, könnte dir eine medikamentöse Behandlung geben?

Du hast vieles beschrieben, was in dir ist, wie es in der Vergangenheit war – und vielleicht auch wo du sein möchtest. Ein sofortiges "Rezept" und sofortige Handlungsanweisung, was zu tun wäre – habe ich jetzt nicht. Wenn mir was einfällt, werde ich es dir hier schreiben..

f_al`cos pelegrVinoidexs


Leider habe ich überlesen, daß du in Therapie bist. Du sagst, daß du nichts mehr mitnimmst und glaubst austherapiert zu sein. Warum machst du die Therapie denn dann noch? Oder ist dein Therapeut nicht der geeignete für dich, ich meine, hast du das Gefühl, daß dir die Therapie überhaupt hilft?

Natürlich könnten Medikamente hilfreich sein aber auch das kann besser ein Arzt entscheiden. Bemühe dich am Besten um einen Termin.

P)lüshchbiexst


Sie hat ja Depressionen, wenn sie bislang noch keine Antidepressiva genommen hat,

wäre das durchaus einen Versuch wert.

Sie ist ja gefühlt schon am Tiefpunkt angekommen.

Da kann es ja gefühlt nur noch besser werden.

EThemali|ger Nu,tzero (#5Y78069x)


Hm. So etwas wie austherapiert gibt es in der psychiatrischen Medizin eigentlich nicht. Manchmal kommt man an einer Stelle nicht mehr weiter, dann kann man eine andere Therapie versuchen. Oder einen anderen Therapeuten.

mLissmiZs,ery


Mir geht's unverändert. Schlecht und ich habe starke suizidale Gedanken. Nicht, als wollte ich mir ernsthaft was antun, aber der Gedanke, meinem Dasein jederzeit ein Ende setzen zu können, beruhigt mich. Ich möchte alles nicht mehr. Ich ertrage es nicht mehr, unter Leute zu kommen. Alleine der Gang nach draußen bereitet mir schlechte Laune. Ich habe sowieso immer schlechte Laune, sobald mich mein Freund zu seinen Freunden mitbringt. Ich werde von anderen Leuten sicher als launisch und grundverbittert wahrgenommen, bin ich aber auch. Ich bin extrem verbittert, ich habe keine Freude mehr an gar nichts. Ich hasse Menschen, genauso wie ich mich hasse. Ich nehme mich nicht mehr als mich selbst wahr, sondern als jemand, der ich nicht sein möchte. Ich stumpfe immer mehr ab, ähnle immer mehr den Wesen meiner Eltern. Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, insbesondere nicht zu meinem Vater. Ich werde immer mehr wie er. Er hat mich mein lebenlang gedemütigt und nun bin ich diejenige, die alles und jeden schlecht und runtermacht. Wie soll ich nur an mir arbeiten, wenn alles, was ich bislang an Kraft investiert habe, vergebens war. Ich weine aus nicht erklärbarem Grund, ich bin traurig und das permanent. Ich kann einfach nicht mehr

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