» »

Warum weine ich den ganzen Tag?

M3iezxex hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich sage kurz was zu meiner Person vielleicht ist das hilfreich bin weiblich und 23 Jahre alt - habe meine Mutter vor fast 3 Jahren verloren ganz plötzlich innerhalb von drei Tagen an einen Hirntumor, es hat mir den Boden unter den Füßen weg gerissen, ich konnte nicht richtig trauern weil ich für meine zwei Geschwister und meinen Vater da sein musste das war am 11.11.2013 - kurz danach wurde mein Opa krank habe mich um ihn gekümmert hört sich vielleicht jetzt doof an aber es war eine Ablenkung von dem Tod meiner Mutter.. Er kam dann ins Krankenhaus wo ich ihn jeden Tag von morgens bis abends besuchen ging.. Am 06.12.2013 bekam ich dann den Anruf das er an einer Lungenembolie gestorben ist... Könnte noch viel mehr erzählen aber glaube dann wird das hier keiner lesen wenn es so lang ist..

Meine eigentliche Frage kommt erst noch.. Habe seit zwei Jahren einen Freund den ich nur Wochenende oder wenn er frei hat sehe, mir geht es gut mit ihm.. Durch den Stress den ich zur Zeit zuhause habe geht es mir wenn er nicht da ist verdammt dreckig.. Jetzt muss er für drei Wochen nach New York auf Montage - er war über das Wochenende noch hier jetzt zu meinem Problem.. Ich kann seit gestern nicht mehr aufhören zu weinen ich weiß nicht warum das kommt einfach ganz plötzlich ohne das ich das will oder kontrollieren kann, ich zeige selten Gefühle weil ich immer stark sein muss und daher fresse ich viel in mich rein.. Manchmal hab ich dann so Attacken wo ich einfach weine und es hört nicht auf egal was ich mache..

Jetzt habe ich ein wenig Angst das durch den Stress den ich jeden Tag habe, und alle anderen Sachen - jetzt quasi das das mein Freund jetzt drei Wochen weg ist das Fass eigentlich nur zum überlaufen gebracht hat... Könntet ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben was ich machen soll? Ich halte das nicht aus den ganzen Tag durch zu weinen...

Vielen Dank schon mal im voraus fürs Lesen und vielleicht helfen..

Antworten
PWeddi


Bist Du in Therapie??

Ich drück Dich mal virtuell :°_

Weinen erleichtert, aber wenn man nur weint, das kann schon doof sein. Wegen des Verlustes Deiner Mutter, bist Du da in einer Trauergruppe??

Moiexzex


Nein ich bin nicht in Therapie war bisher wegen sowas noch nie beim Arzt - ich habe halt total Angst das es in eine Depression verfallen könnte, ich esse in dieser Phase nichts ich weine den ganzen Tag aber nur so schubweise, quasi Wein Krämpfe die dann nach zehn Minuten erst mal wieder verschwinden und dann plötzlich wieder kommen - zum Beispiel sitze ich vor dem Laptop und auf einmal kommt wieder so ein Schub und ich weine schon wieder Rum .. Will das halt auch nicht das das einer mitbekommt weil das hier zuhause eh keiner verstehen würde - muss dann immer schnell aufs Klo rennen wenn wieder so ein Schub kommt..

Sutelgla8x0


Ich kann seit gestern nicht mehr aufhören zu weinen ich weiß nicht warum das kommt einfach ganz plötzlich ohne das ich das will oder kontrollieren kann, ich zeige selten Gefühle weil ich immer stark sein muss und daher fresse ich viel in mich rein.. Manchmal hab ich dann so Attacken wo ich einfach weine und es hört nicht auf egal was ich mache..

Liebe Miezex,

nach meiner Erfahrung kommen die Tränen, die man da nicht geweint hat, wo sie hingehört hätten, irgendwann anders. Dann halt oft in Situationen, in denen es keiner und man selbst am wenigsten verstehen kann. Und es geht einem umso schlechter, je mehr man versucht, diese Tränen und die dazugehörigen Gefühle zu verdrängen.

Du solltest etwas an deiner Situation verändern. Such dir jemanden, dem du dich in dieser Sache anvertrauen kannst. Einen Arzt, einen Psychologen, einen Seelsorger.....

Dann noch ein paar Gedankenanregungen...

Warum musst du immer stark sein? Was ist mit den anderen Leuten aus deiner Familie?

Wie ist das mit dem Stress? Wo kannst du den reduzieren?

Was kannst du für dich tun? Was brauchst du? Was würde DIR guttun?

Hast du Angst deinen Freund zu verlieren, wenn er so lange weg ist? Kannst du mit ihm über deine Gefühle bzw. deine Weinanfälle reden?

M8ie4zexx


Ich kann vielleicht ein paar kurze Stichpunkte machen zu meiner Situation, Glaube sonst wird das zuviel - nach dem tot meiner Mutter wohnen wir jetzt alle zusammen, Mein Vater meine 27 Jahre alte Schwester und meine 18 Jahre alte Schwester .. Mein Vater lässt alles schleifen alles wichtige lässt er links liegen, kümmert sich um überhaupt nichts, wenn ich nicht alles tun würde wären wir das ein oder andere Mal schon längst weiß ich nicht wo gelandet - er geht arbeiten und trinkt sehr viel Alkohol .. Meine große Schwester macht gar nichts sitzt nur faul vorm PC und das war's.. Genauso wie meine kleine Schwester.. Haushalt muss ich alleine schmeißen was mir öfters zuviel wird.. Dadurch das ich durch den ganzen Stress und was die letzten Jahre bei mir alles passiert ist habe ich meinen Ausbildungsplatz verloren und bin derzeit wieder auf der Suche was sich als sehr schwierig erweist weil ich momentan mit dem Stress nicht umgehen kann.. Das ist nur ein kleiner Teil aus meinem Alltag..

Ich habe angst meinen Freund zu verlieren, nicht in dem Sinne an eine andere Frau oder so was, eher hab ich immer angst es könnte ihm was passieren und da er jetzt in New York ist können wir auch nicht viel Kontakt haben wegen der Zeitverschiebung..

P*edxdi


Uff.... also, ich hab da grad einiges hinter mir, war in einer Klinik und für mich war das das Beste, was ich tun konnte. Nur mal so am Rande...

Dir geht es nicht gut, und für mich hört sich das auch nach Depressionen an. Es gibt da onlinetests, einfach mal googeln. Wichtiger aber ist, dass Du Dir Hilfe holst. Auch die anderen Familienmitglieder scheinen betroffen zu sein.... erster Anlaufpunkt ist hier der Hausarzt. Die Wartezeiten für Psychologen sind sehr lang, hier solltest Du Dich schnell auf eine Warteliste setzen lassen.

Ganz liebe Grüße

M i:eOzex


Danke für die Antworten..

Das mit meiner Familie die sind nicht betroffen, die sind wirklich einfach nur faul und wollen sich auch nicht ändern, denen geht es prima.. Müssen sich ja auch mit nichts auseinander setzen weil ich es ja alles abnehme...

War einmal beim Hausarzt vor ein paar Jahren, der hat mir dann einfach so lutsch Tabletten gegeben die irgendwie die Stimmung heben sollten oder so..

EtschEelbracher


Fühl dich grad feste Gedrückt, ich denke du MUSST die Situation zu Hause klären auf das es für dich leichter wird, oder du wirst mit unter gehen. Für ewig lang wirst du das nicht durchstehen.

Such dir Event. ne Mädels-WG und gewinne Abstand von dem was dich runter zieht.

PEedxdi


Ohje... bitte nicht resignieren. Gehe trotzdem zum Arzt, du kannst ja auch einen anderen wählen. Such Dir dringend Hilfe. Es gibt sonst noch die Nummer gegen Kummer, die ist kostenfrei

Ist alles nur meine Meinung, also, nicht als Befehl empfinden.

[[http://www.telefonseelsorge.de/]]

0800/111 0 111 · 0800/111 0 222

Ihr Anruf ist kostenfrei

Mbi|ezxex


Danke Eschelbacher, ich habe schon oft darüber nachgedacht einfach zu gehen und alleine zu wohnen, aber dann plagen mich immer die Gedanken was passiert mit denen dann ? Die sind ja wirklich für alles zu faul, mein Vater würde wahrscheinlich im Alkohol versinken, und meine Geschwister im Dreck verkommen um es mal auf den Punkt zu bringen..

Habe seit einiger Zeit die Vollmacht von dem Konto meines Vaters, heißt ich überweise alles an miete Strom etc. gehe einkaufen - manche Sachen wie Amtsgericht etc kann ich natürlich nicht machen aber wenn ich das meinem Vater sage macht er es gar nicht oder erst Monate später - und das macht mich dann auch fertig weil ich mir teils immer den Arsch aufreiße für die und von denen nichts zurück kommt - ich will kein danke oder sonst was, Unterstützung wäre das beste..

Mmiezexx


Ich sehe das nicht als Befehl an Peddi, bin ja wirklich dankbar für Antworten! - Ich werde mal zum Arzt gehen vielleicht kann der mich zu einem Psychologen überweisen - Wüsste auch im Moment gar nicht was sonst noch übrig bleiben würde..

PIeddxi


Du brauchst keine Überweisung zum Psychologen. Du kannst Dir einen suchen, dieser beantragt für Dich alles bei der Krankenkasse. Nur Mut. Deine Krankenkasse kann Dir hier helfen, eine Liste schicken, die Du abtelefonieren kannst.

Übrigens: Alkoholismus entsteht bei Männern häufig durch eine Depression. Ich wußte bis vor kurzem nicht mal, was das ist und dass ich an der Depression erkrankt bin.

MNi3ez`e`x


Okay das wusste ich nicht das das von der Krankenkasse übernommen wird dachte immer einen Psychologen muss man dann selber bezahlen..

Mein Vater trinkt schon seit ich denken kann, es passiert zwar nichts also er wird jetzt nicht sonderlich anders - aber man merkt schon wenn er nicht trinkt

mCi6n_imixa


@ Miezex

Zu allererst kann ich @ Stella nur recht geben. Verdrängte Gefühle bahnen sich irgendwann ihren Weg. Sie fragen nicht danach, ob es gerade eine passende Situation ist oder in welcher Häufigkeit das Weinen kommt. Sie wollen raus! Und vor allem, sie müssen raus. Du wirst auch spüren, je mehr du versuchst, das Weinen zu vermeiden, desto heftiger überfällt es dich. Lasse es zu, wie lange auch immer es dauern mag. Irgendwann beruhigt sich das wieder. Falls es dir möglich ist, achte nicht so sehr auf deine Scham, wenn du Zuhause weinen musst, und ob deine Angehörigen das verstehen oder nicht. Sie weinen vielleicht nicht, dafür gibt dein Vater sich dem Alkohol und der Interessenlosigkeit hin, und deine Geschwister dümpeln am PC und sind antriebslos. Somit zeigt jeder auf seine Weise, dass es ihm/ihr nicht gut geht.

Es klingt sehr danach, dass die Abreise deines Freundes der Auslöser für deine Verlustangst ist. Rein theoretisch könnte ihm ja in der Heimat täglich was zustoßen, aber oft wird diese Angst eben an großen Sachen (hier Reise nach NY) aktiviert. Es ist wichtig, dass du den Trauerprozess um deine Mutter und deinen Großvater zulässt und die damit verbundene Verlustangst besser in den Griff bekommst. Das kann in Form einer Therapie sein, einer Trauergruppe oder einem Klinikaufenthalt. Da all diese Dinge aber häufig eine etwas längere Anlaufzeit benötigen, würde ich dir jetzt akut raten, zu einem Psychiater/Neurologen zu gehen. Nach meiner Erfahrung kannst du dort Gesprächstermine bekommen, in denen du deine Angst und alles, was dich belastet, erst mal abladen kannst. Desweiteren wird er mit dir absprechen, ob und wie ihr weiter verfahren wollt.

Dann würde ich ernsthaft einen Auszug aus der elterlichen Wohnung in Erwägung ziehen. Die emotionale Gesamtsituation und der zusätzliche Stress des sich "Kümmern-müssen" kann dich weiter herunter ziehen. Du bist nicht verantwortlich für deine volljährigen Angehörigen. Du bist Tochter und Schwester und nicht in der Pflicht, eine Art Mutterrolle zu übernehmen. Und wer weiß, ob deine Schwestern nicht auch aus ihrer Lethargie heraus kommen, sobald sie selbst die Verantwortung für ihr Leben übernehmen müssen. So lange du da bist und dich um alles kümmerst, haben sie gar keinen Anlass, etwas zu ändern. Zusätzlich ist äußerst bedenklich, dass du deinen Ausbildungsplatz wegen der Überlastung verloren hast.

Und nein, du musst überhaupt nicht immer stark sein. Kein Mensch kann das, ohne irgendwann daran Schaden zu nehmen. Die Kliniken (für Psychosomatik) sind voll mit Menschen (du siehst, du bist nicht alleine mit deinen Gefühlen), die völlig ausgebrannt sind, weil sie nicht die Notbremse ziehen konnten, sich für jeden und alles verantwortlich fühlten und ihre Gefühle wegdrückten.

Und ich male jetzt absichtlich ein schlimmeres Szenario aus: Was, wenn dein Freund mal für deutlich längere Zeit auf Montage muss? Wie willst du diese Zeit aushalten? Mit Medikamenten, irgendwann vielleicht auch mit Alkohol, mit depressiven Schüben?

So sollte dein Leben nicht sein. Immer mit Angst und Überlastung besetzt. Deine Chance ist jetzt, einen Schritt nach dem anderen aus deiner krank machenden Situation heraus zu kommen.

Ich weiß, deine eigentliche Frage war, wie du diese Zeit der Trennung von deinem Freund halbwegs überstehst, aber anhand deiner Gesamtproblematik wäre das wirklich zu kurz gedacht. :)*

M^ie}zex


Danke für die ausführliche Antwort - Ich habe es schon ein paar mal versucht einfach alles stehen und liegen zu lassen um zu gucken was die drei dann machen, und das Ergebnis war wie immer - der Haushalt blieb auf der Strecke, und gekümmert wurde sich auch nicht -

Ich frage mich nur jedes mal, wieso die drei das nicht sehen - jeder normale Mensch hätte doch schuld Gefühle wenn man sieht die Schwester geht kaputt weil sie alles alleine machen muss

Hab halt manchmal auch angst das es schlimmer wird, es ist soviel passiert die letzten Jahre noch viel mehr als ich hier eigentlich geschrieben habe - Ich glaube mir wird nichts anderes übrig bleiben als mir wirklich einen Termin beim Psychologen zu machen..

Bin sehr dankbar für eure Antworten und für eure Hilfe !

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH