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Wenn untypische Probleme als Fake abgestempelt werden

N*ajorna_S21 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

und zwar geht es um folgendes: Ich habe schon in diversen Foren diverse Threads gelesen und auch selber verfasst, in denen es um eher untypische, komplexere Probleme ging. Bei mir zum Beispiel mal um das Thema ''Ritzen''. Darin schilderte ich meinen Drang dazu und das Verlangen, Blut aus mir fließen zu sehen und noch andere Sachen. Es wurde mir so gut wie gar nicht ernsthaft dadrauf geantwortet, sondern eher abwertend und vorwurfsvoll, ich solle nicht Menschen, die sich WIRKLICH ritzen, bloßstellen und mich über sie lustig machen, indem ich solche Klischées wie ''Blut aus sich fließen wollen'' (und anderes) niederschreiben.

Ich mache zwar eine Therapie, aber dennoch gibt es Sachen, die ich NOCH nicht mit meiner Psychologin bereden kann, und von daher begebe ich mich in Foren, damit ich anonym offener sein kann. Diese Abwertung gibt mir dann das Gefühl, diese Probleme generell gar nicht mehr ansprechen zu sollen, da sich diese anscheinend außerhalb der Vorstellungskraft mancher Menschen befinden und als Fake abgestempelt werden. Das macht mich wütend und traurig.

Auch in Threads anderer Leute, in denen es eher um komplexe Dinge ging, die ganz und gar nicht trivial waren, las ich desöfteren abwertende Kommentare bzw. mehrmals ''Fake''.

Haben diese Menschen wirklich so einen kleinen Horizont? Ich rege mich manchmal darüber auf, dass Menschen so vieles für unmöglich halten. Nur mal ein kleines Beispiel: Ich erzählte meiner Schwester einmal, dass ich mich eher für ältere Männer interessiere. Daraufhin meinte sie nur, dass es keine älteren Männer gibt, die sich für 21-jährige interessieren, da diese lieber jemanden auf Augenhöhe an ihrer Seite wissen wollen und generell jüngere eher abturnend finden. Das eine muss das andere doch nicht ausschließen? Außerdem hatte ich zu selbigem Zeitpunkt etwas mit einem älteren. -.-

Das sind nur einige Beispiele von vielen. Ist euch sowas auch schonmal passiert? Was haltet ihr davon?

Antworten
I#nkxog


Ich selbst war zwar noch nicht betroffen davon, eine untypische Story zu posten, die dann als fake abgestempelt wurde, aber ich hab es auch schon in diesem forum sehr häufig erlebt.

Da wird viel zu schnell etwas als fake abgestempelt, und das regt mich auch ziemlich auf, ohne dass es um meinen thread geht.

Soweit ich weiß ist das in diesem forum auch untersagt, etwas im thread als fake abzustempeln. Wenn, dann muss eine Nachricht an den Mod erfolgen.

Wenn das die Mods sehen löschen Sie die Kommentare auch soweit ich weiß, aber natürlich meistens erst ein bisschen Zeit versetzt.

C#houpetote_FIinnian


Viele Foren haben in den Forenregeln festgelegt, dass öffentliche Troll-Vorwürfe untersagt sind. Ich sehe das immer zweigeteilt: Einerseits niemand verurteilen zu wollen, andererseits finde ich es auch schade, wenn User verarscht werden, die sich richtig Mühe mit einem langen Beitrag gegeben haben. Aber dann finde ich es unterm Strich doch wichtiger User mit seltsamen Problemen zu schützen, wenn sie trotz Troll-Verdacht doch wahr sind, aber es zu befürchten ist, dass diese User keine Antwort mehr bekommen weil sie unter Generalverdacht stehen.

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Hier bei med1 gucke ich fast nie nach wie lange jemand angemeldet ist, in anderen Foren steht das oft direkt beim Nick. Da muss ich sagen, gucke ich öfters mal drauf und wenn dann mal wieder ein Neuuser zur Ferienzeit mit seltsamen Problemen auftaucht, antworte ich nicht. So wichtig bin ich allerdings auch nicht, dass der andere User - falls er doch echt ist - nicht auf meine Nachricht verzichten könnte. ;-D

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Selber ist es mir noch nicht passiert dass ich als Fake abgestempelt wurde. Zumindest nicht dass ich wüsste. ;-D

Ayleoxnor


Soweit ich weiß ist das in diesem forum auch untersagt, etwas im thread als fake abzustempeln. Wenn, dann muss eine Nachricht an den Mod erfolgen.

So ist es, siehe auch [[http://www.med1.de/Hilfe/Regeln/#Fakes.und.Trolle hier]]

Uns Mods hilft es am meisten wenn sowas schnell gemeldet wird, damit wir uns zügig drum kümmern können.

B+enivtaB.


So als Leser stellt sich mir dann aber die Frage:

Wäre ich ein Psychotherapeut und Patient rückt nicht gnadenlos raus, was Sache ist - fühlte ich mich gefaked.

Wie kann es angehen, dass man hier in aller Öffentlichkeit das darstellen kann, aber dort, wo es wirklich wichtig wäre, kneift?

Und sich gleichzeitig darüber ausläßt, man würde nicht ernst genommen werden...

Für mich der totale Widerspruch.

Faker wollen faken.

Und wenn ich wirklich Hilfe haben will, steht bei mir die Professionalität an 1. Stelle. Nicht die Meinung von jemandem, der widerum vielleicht auch nur faken will. Oder selbst gar keine Hilfe sucht, sondern jahrelang genau das betreibt: Gemeinsamchorjammern mit jahrelangem Austausch von Problemen, die dadurch null abgebaut werden.

Verpaßte Chancen, die mit professioneller Hilfe längst eine Besserung erfahren hätten.

Man sollte sich wirklich darüber klar werden, was man persönlich erreichen will.

PLtsc.hbiesxt


Benita mal wieder wie sie leibt und lebt. ;-D

Benita, manchmal kann man über Dinge einfach nicht sofort reden, aber schreiben schon.

Hat nichts mit Widerspruch zu tun, sondern eher mit gehemmt sein, oder einem Schamgefühl.

NqajonJa_2x1


Danke für die bisherigen Antworten!

@ BetinaB.

Wäre ich ein Psychotherapeut und Patient rückt nicht gnadenlos raus, was Sache ist - fühlte ich mich gefaked.

Gut, dass du keine Psychotherapeutin bist! Wäre eine falsche Berufswahl für dich gewesen.

Wie kann es angehen, dass man hier in aller Öffentlichkeit das darstellen kann, aber dort, wo es wirklich wichtig wäre, kneift?

Wenn ich anonym im Internet schreibe, fühlt es sich aber nicht so an, als würde ich der Öffentlichkeit etwas preisgeben, sondern völlig ANONYM. Niemand weiß, wer ich bin, ich weiß nicht, wer ihr seid. Wir gucken uns nicht in die Augen und werden uns wahrscheinlich nie begegnen.

Und ich ''kneife'' nicht bei der Psychologin, sondern habe Hemmungen, Menschen, die sich unmittelbar vor mir befinden, alles preiszugeben. Die Hemmungen verblassen mit der Zeit immer mehr, aber bis ich wirklich über alles Relevante ganz klar und offen sprechen kann, suche ich mir bezüglich dieser gewissen Themen anonym Hilfe, damit ich mit jemandem drüber reden und mir Ratschläge, Trost einholen kann.

Faker wollen faken.

Ja, und?

Und wenn ich wirklich Hilfe haben will, steht bei mir die Professionalität an 1. Stelle. Nicht die Meinung von jemandem, der widerum vielleicht auch nur faken will

Das ist schön für dich! Ich wünschte, ich könnte auch wirklich über alles offen reden, damit ich schneller Fortschritte mache, aber es geht halt nicht immer bei gewissen Themen.

Den zweiten Satz verstehe ich nicht so ganz... Wenn mir jemand eine Meinung schildert, die mir helfen kann, mir meinen Horizont zu erweitern, die mich über Sachen nachdenken lässt und mich auf Irrtümer/ Fehler hinweist und mir Hilft, klar im Kopf zu werden und mich nicht in einen Gedankenstrudel zu verlieren.... Was faked er?

Nicht böse gemeint, aber dein ganzer Beitrag erscheint mir doch etwas suspekt.

P:lüs^chbixest


Gut, dass du keine Psychotherapeutin bist! Wäre eine falsche Berufswahl für dich gewesen.

So etwas in der Richtung wollte ich auch schreiben.

Empathie und Einfühlungsvermögen sind nicht Benitas Stärken.

Immer direkt und geradeheraus die Dame. ;-D

LGaRucmola


B wie Brechstange..

für sehr relevant halte ich die Fragestellung "warum schreibt jemand in einem Forum wie diesem, was ist seine Motivation". Da gibts zwei grundlegend unterschiedliche Aspekte:

- wirklich jemandem helfen wollen

- im Endeffekt nur eigene Profilierung daraus ziehen wollen

Der persönliche Gewinn ist für die Leute der zweiten Kategorie größer als für die der ersten, von daher sind sie wohl auch überdurchschnittlich stark vertreten. D.h., die meisten sind nicht in einem Forum um zu helfen, sondern um sich wie Aasgeier auf die Hilfesuchenden zu stürzen und die besten Stücke rauszuhacken, um sich selber damit zu bereichern.

Von daher liegt es Nahe, Leute, denen es eh schlecht geht mit Fake-Vorwürfen noch weiter runterzuziehen, um sich selber daran aufzugeilen.

Das erklärt doch sehr vieles, was hier so passiert, denke ich.

Wobei es in der Tat Fäden gibt, die derart abstrus und widersprüchlich sind, dass es offensichtlich wirklich Fake ist.

Was Benita da schreibt finde ich allerdings überhaupt nicht. Ich finds auch einfacher, anonym-öffentlich über heikle Themen zu kommunizieren als persönlich.

Eshema3li5ger Nut)zer (#h57441x3)


Also wer als Therapeut erwartet, dass die Patienten immer offen sind und alles erzählen der sollte sich eventuell selbst mal auf die Couch legen ;-D

Abgesehen davon will man auch eventuell sich einfach mal nur Dinge von der Seele reden. Oder ist man an jeglichen Gesprächen disqualifiziert wenn man zum Therapeuten geht. Darf ein Patient dann nur noch mit seinem Therapeuten sprechen?

Sag solchen Leuten beim ersten Ausrutscher was Sache ist, das du gerne ernstgenommen werden willst und die Kommentatoren deinen Thread ja auch einfach ignorieren könnten. Beim zweiten Mal meldest du es einfach der Moderation. Hier treiben sich so einige Spinner herum, die öfter mal Spaß daran finden Leute einfach nieder zu machen.

Generell ist auto aggressives Verhalten ein sehr heikles Thema und um deine Gefühle in einer besseren Umgebung kund zu geben bietet sich eventuell ein spezielles Forum dafür besser an.

T_halxina


Passiert ist mir das noch nicht, auch wenn ich oft nicht gerade typische Dinge geschrieben habe, vor allem in der Vergangenheit.

Für mich schwierig einzuschätzen.

Ich habe mich aber schon oft tief getroffen gefühlt - und auch verletzt, sogar irgendwie bedroht - durch aggressive Reaktionen Anderer in Foren.

Für mich ist das einfach ein Zeichen das Foren, gerade weil eben anonym und offen für jeden, eben nur scheinbar einen Schonraum darstellen. Mit tiefgehenden Problemen in einem Forum sehr offen zu sein birgt immer die Gefahr tief getroffen zu werden durch verständnislose Reaktionen, Aggressionen, Ablehnung und Unsensibilität.

LUaRuKcola


tief getroffen zu werden durch verständnislose Reaktionen, Aggressionen, Ablehnung und Unsensibilität

Es ist doch sogar noch viel schlimmer.. explizite, vorsätzliche, manipulative Ausbeutung der eigenen Schwächen und Probleme. Das ist kein Schonraum sondern ein Kampfschauplatz. Wer sich hier outet wirft sich den Löwen zum Fraß vor. Bei entsprechend sensiblen Themen find ich das in der Tat auch nicht ungefährlich.

TJh/al:ina


@ LaRucola

Ja, so ist es. Ich würde sagen gerade für jemanden der seelisch angeschlagen ist sind Foren ein Terrain auf dem er sich NRW sehr vorsichtig äußern und vor allem offenbaren sollte

Abgesehen davon ist es auch mit dem "anonym" nicht sehr weit her, ich habe sogar schon Verwandte in Foren "getroffen"

T.hali!nQa


Ups, wo kommt denn das NRW her? Blöde Autokorrektur....

mQond/+sGternhe


Das sind nur einige Beispiele von vielen. Ist euch sowas auch schonmal passiert? Was haltet ihr davon?

Ich ärgere mich auch immer wieder über dämliche Beiträge, beispielsweise überflüssige (und regelwidrige) Diskussionen über Trolle und Fakeverdacht. Auch wenn das, was Du beschreibst, mir in der Form noch nicht passiert ist.

Für mich ist es eine Herausforderung, mit dem Ärger umzugehen und eine gute Diskussion in einem teilweise von Feindseligkeiten geprägtem Umfeld durchzusetzen. Ich habe da im Laufe der Jahre auch einiges dazugelernt.

Deinen Ärger (oder was genau lösen derartige Beiträge bei Dir eigentlich aus?) kann ich also gut verstehen und nachvollziehen und ich halte ihn auch für berechtigt, schon weil es sich dabei um Regelverstöße handelt.

Ich kann mich im Prinzip nur dem anschließen, was auch schon LaRucola schrieb. Internetforen sind nunmal traditionell ein Ort an dem man Schlammschlachten veranstaltet. Das kann auch die beste Moderation nicht verhindern.

Wenn man es vor diesem Hintergrund sieht, finde ich es wirklich bemerkenswert, worüber man bei Med1 alles diskutieren kann.

Mir hat das Forum schon sehr geholfen und es toppt zum Teil tatsächlich eine Psychotherapie. (Aus den Gründen, die auch schon Plüschbiest erwähnte: Manchmal ist es einfacher, über etwas zu schreiben, als mit jemandem darüber zu reden.)

Also, Du kannst aus Deinem Ärger eine einfache Erkenntnis ziehen: Viel mehr als von einer Psychotherapie kann man von einem Forum auch nicht erwarten.

Ich finde, das ist schon sehr viel!

@:)

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