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Ohne Johanniskraut depressiv,mit Johanniskraut starke Übelkeit

Cdleoo+paxtra hat die Diskussion gestartet


Ich war cor ca 3 Jahren in einer Tagesklinik aufgrund einer Angststörung. Zu der Zeit nahm ich Johanniskraut, davon wurde mir sehr übel. Hab es nicht lange genommen, die Klinik tat mir sehr gut. Nun habe ich aber seit Februar ene schlimme Mischform, Panik plus Depressionen. Ich nahm wieder Johanniskraut und die depressiven Symptome reduzierten sich sehr. Leider kam die Übelkeit wieder.

Wenn ich aber mit der Dosis runtergehe, kommen die Depressionssymptome zurück. Chemische Antidepressiva kommen für mich nicht in Frage. Befinde mich in einem echten Dilemma, da es nicht mit und nicht ohne geht. Oder ist es normal dass die Symptome beim Ausschleichen wiederkommen und legen sich wieder? Kann man dies durch Sport kompensieren? Ab Juli bin ich wieder in Psychotherapie.

Antworten
cHhi


Warum nimmst du kein richtiges AD? Bei Panikstörung und Depression wär das doch sicher mal angebracht?

C/leooYpatrxa


Da sind die Nebenwirkungen ja noch viel krasser! hab eins zuhause aber wenn ich das schon lese, Halluziantion, Verwirrheit, Sprachstörungen wird einem ja schon schlecht. Bei einer starken Depresson, wo man nur noch im Bett liegt, ist es ischer angebracht aber ich bekomme meinen Alltag ja noch auf die Reihe.

PTlüs]chbiexst


Denkst du die Chemie vergiftet dich?

Antidepressiva sind mitunter verträglicher als Johanniskraut.

Bei mir hat die Chemie jedenfalls noch nicht zu Übelkeit geführt.

Cgleoo'patxra


seid mir bitte nicht böse, aber die Diskussion geht nun in eine falsche Richtung. ich sagte ich will kein chemisches AD.Ich bitte um Rat für das Ausschleichen von Johanniskraut oder was ich gegen die Übelkeit tun kann. Mich zum AD überreden zu wollen ist nicht hilfreich. Die Liste der Nebenwirkungen bei ADs ist viel länger und dramatischer und ich habe schon beim Johanniskraut Probleme. Schön wenn du ADs vertragen hast, ist aber nicht immer so. Auch das Absetzen ist nicht einfach.

Würde mich sehr über hilfreiche Kommentare zu meiner konkreten Frage freuen, danke!

aK.fHish


Auch Johanniskraut (und jedes andere pflanzliche Mittel) ist Chemie - es wirkt mit bestimmten chemischen Stoffen auf die Körperchemie. Sonst gäbe es ja keine Wirkung. :-)

Diese Stoffe sind bei Johanniskraut Hypericin und Hyperforin, die als Serotoninwiederaufnahmehemmer wirken. Dasselbe Prinzip wirkt bei synthetischen Antidepressiva. Es macht keinen Unterschied, ob diese Stoffe "natürlich" (so natürlich, wie sie in einem verarbeiteten Produkt dann vorliegen) vorkommen oder gezielt synthetisch hergestellet werden, das eine ist nicht automatisch "gesünder" oder weniger aggressiv oder sowas als das andere - nur kann man bei synthetischen Stoffen Wirkungen gezielter herausarbeiten und Nebenwirkungen gezielter kontrollieren.

Wie und welche Nebenwirkungen auftreten, kann man vorher leider nicht voraussagen. Das muss man tatsächlich leider einfach ausprobieren - aber es gibt viele unterschiedliche AD und zusammen mit einem guten Arzt kannst Du vorher abklären, welche Du probieren möchtest. Ich würde das für den Start Deiner Therapie auf jeden Fall im Auge behalten und ansprechen.

Bis dahin kann Sport helfen, auch das musst Du einfach probieren, schätze ich. Auch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen können helfen. Zusätzlich kann ein gut geregelter Tagesablauf mit nicht zu vielen Leerlaufzeiten hilfreich sein, kleine Listen mit Aufgaben, die man nach Erledigung abhakt und sich dafür auch belohnt. Im Moment läd das Wetter ja nicht so dazu ein, aber möglichst viel Sonne auffangen (Solarium hilft manchen Menschen auch) und sich draußen bewegen ist auch immer ganz gut und belegterweise hilfreich.

CXleoo1patxra


ich will und werde aber kein AD probieren!

cshi


Dann leb mit deinem Johanniskraut. Gute Besserung.

P&lüschobiexst


Auch wenn ich mich damit bei dir vollends unbeliebt mache,

ich habe noch NIE eine der im Beipackzettel aufgeführten Nebenwirkungen gehabt.

Ich habe allerdings erst 6 verschiedene Antidepressiva ausprobiert. ]:D

Bei mir wirken die gar nicht oder wenig.

Halluzinationen sind in vielen Fällen ein Begleitsymptom einer Depression

und man kann sie auch ohne die Einnahme von Antidepressiva bekommen.

Solche Halluzinationen würden dann allerdings mit Einnahme des RICHTIGEN Antidepressivum verschwinden.

Z%wNac\kx44


Cleopatra, hast Du Dich schon einmal für die NW von Johanniskraut interessiert? U.a. sehr lange Zeit bis zum Wirkungseintritt, Wirkung der Pille wird teilweise aufgehoben, fördert Photosensibilität und hat eine Riesenlatte von Interaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Arzneimitteln.

Gegen Übelkeit könnten Metoclopramid-Tropfen helfen; ob sie sich mit Johanniskraut vertragen, weiß ich aber nicht.

CKle-oopaxtra


Oh ja, ich beschäftige mich immer sehr stark mit einem Medikament, bevor ich es nehme. Die Wirkung vom Johanniskraut hat gedauert, ja, aber es wirkt, sonst wären die depressionssymptome nicht besser geworden bei mir. Ich nehme die Pille nicht. Und mit der Sonne, das weiss ich auch. Ist kein Problem. Habe es schon getestet. Ich gehe eh nicht allzu lange in die Sonne. Aber danke für den Tipp mit den Tropfen, ist ein Versuch wert.

q>uacuksalbeDrexi


Oh ja, ich beschäftige mich immer sehr stark mit einem Medikament, bevor ich es nehme.

Das wäre bei Metoclopramid auch sinnvoll. Dieses Medikament wurde früher relativ locker bei Übelkeit verschrieben, bis es zu einer neuen Risikobewertung bezüglich Nebenwirkungen kam und seither (ich glaube, es war 2014) nur noch in einer bestimmten Maximalkonzentration, -dosierung und -dauer (fünf Tage) eingesetzt werden darf. Zudem ist nicht ganz auszuschließen, dass es auch spürbare Wirkungen auf das Serotoninsystem im Gehirn hat.

Dem Beitrag von a.fish muss ich ein Aber anfügen. ;-) Inhaltsstoffe von Johanniskraut und "klassische" Serotoninwiederaufnahmehemmer wirken zwar beide auf die Neurotransmitter-Konzentration im synaptischen Spalt, aber das Wirkprinzip ist ein anderes. Während die Serotoninwiederaufnahmehemmer ganz überwiegend an der Präsynapse wirken, ist zumindest für zwei wichtige Inhaltsstoffe von Johanniskraut-Präparaten bekannt, dass sie ausschließlich an der Postsynapse wirken, was durchaus einen großen Einfluss unter anderem auf das Nebenwirkungsprofil haben kann. So zumindest mein aktueller Wissensstand. Und Johanniskrautpräparate sind relativ gut untersucht. Aber nun wird es vermutlich zu fachlich-pharmakologisch. ;-D
Daher noch zwei ganz einfache Fragen: Hast Du bisher nur ein Johanniskrautpräparat versucht? Ist das Präparat aus der Apotheke? Auch hier gibt es möglicherweise spürbare Unterschiede in Wirkung und Verträglichkeit.

a?.Ffieskh


Danke für die Ergänzung! So genau kenne ich mich nicht aus, ich finde es nur seltsam, wenn der Chemie-Begriff so negativ besetzt ist - ist doch alles Chemie. Also, die ganze Welt. Da muss man doch keine Angst vor haben und sich am Ende etwas versagen, was einem eigentlich helfen könnte.

Kannst Du irgendein Präparat besonders empfehlen oder ist das alles personenspezifisch?

q)uackhsalxberei


So genau kenne ich mich nicht aus, ich finde es nur seltsam, wenn der Chemie-Begriff so negativ besetzt ist - ist doch alles Chemie. Also, die ganze Welt.

Ja, ich fühle mich auch oft wie aus einem Chemie-Experimentierkasten zusammengebastelt. :-D
Ich habe Deinen Beitrag auch so aufgefasst wie von Dir beabsichtigt, und ich finde auch, dass manche Menschen sich mit ihrer großen Abneigung gegen Medikamente - weil "Chemie" - bei gleichzeitiger Hochstilisierung "natürlicher" - also vermeintlich "harmloserer" - Mittel wirksame und möglicherweise auch gut verträgliche Hilfe verbauen. Damit meine ich jetzt gar nicht unbedingt Cleeopatra, denn andererseits kann ich auch gut verstehen, dass jemand, der mit pflanzlichen Mitteln eine gute Wirkung hat, ungern auf "richtige" Medikamente umsteigt.

Kannst Du irgendein Präparat besonders empfehlen oder ist das alles personenspezifisch?

Nee, kann ich nicht wirklich. Irgendwo in meinen Stapeln hier habe ich einen Vergleich unterschiedlicher Johanniskrautpräparate bezüglich Menge der Inhaltsstoffe und auch Zuverlässigkeit der Menge von Charge zu Charge (denn auch bei ein und demselben Präparat kann die Menge von einem zum nächsten Produktionsvorgang schwanken). Außerdem war da noch ein Vergleich von freiverkäuflichen und apothekenpflichtigen Präparaten (wobei ich gerade nicht sicher bin, ob der Vergleich von irgendeinem Apothekerverband stammt). Das Zeug habe ich mal gelesen, aber nur unzureichend im Hirn abgespeichert. Wenn ich demnächst mal genügend Zeit und Lust habe, werde ich das noch mal suchen und vielleicht auch anderweitig recherchieren, falls es Dich interessiert. Außerdem bin ich jetzt auch wieder neugierig geworden.

Hxinatxa


Das Zentrallabor deutscher Apotheker (ZL) hat mal verschiedene apothekenpflichtige und freiverkäufliche JOhanniskraut-Präparate auf Wirkstoffgehalt und weitere Inhaltsstoffe untersucht.

[[http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=37681 klick]]

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