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Problem mit Therapeutin

Alias 724420 hat die Diskussion gestartet


Hallo erstmal.

Ich habe da ein Problem, mit dem ich irgendwie überfordert bin und nicht weiß wie ich damit umgehen soll. Es geht um meine Therapeutin und das Verhältnis zu ihr.

Zur Vorgeschichte (sollte die zu lang sein, überspringen):

Es ist eine analytische Psychotherapie und wir hatten bereits an die 70 Stunden. Wir sind schon öfter aneinandergeraten wegen Kleinigkeiten, so das es in Streit ausgeartet ist und ich jeweils nicht wußte wie ich das einschätzen soll. Ja natürlich ich bin schwierig, sonst wäre ich nicht in Therapie, aber irgendwie erwarte ich von einer Therapeutin im Gegensatz zu mir eher drüber zu stehen. Gleichzeitig denke ich mir, sie ist Therapeutin, sie wird schon wissen was sie tut, außerdem bin ich der psychisch Kranke, also erkenne ich womöglich gar nicht, dass sie Recht hat, was mich an meiner Wahrnehmung zweifeln lässt.

Um mal ein konkretes Beispiel zu bringen, ich hab am Anfang immer meine Jacke mit ins Therapiezimmer genommen und über meinen Stuhl gehangen, weil ich das so kenne und mich so wohler fühle. Das fand sie wiederum nicht gut und meinte, das sei doch normal die Jacke draußen aufzuhängen.

Nun gut, dann dachte ich, wenn sie ihre Bedürfnisse ausdrückt, darf ich das auch.

Ich kenne das so und fühle mich wohl damit, dass man beim Eintreten in eine Wohnung von der dort wohnenden Person die Tür geöffnet bekommt, hineingebeten wird und man dann rein geht und die andere Person die Tür schließt. Das machte sie aber nicht und ließ mich jeweils stehen. Nachdem ich das angesprochen hatte und darum gebeten habe, das ich mich wohler fühle, wenn sie die Tür schließt brach darüber immer wieder Streit aus. Sie hat in verschiedenen Sitzungen das wieder angesprochen. Ich sei da unnormal, das würde den sozialen Regeln widersprechen, alle würden das so machen (sie hätte das noch bei keinem Patienten erlebt)... . Während ich nicht wußte jeweils wie mir geschieht und einfach versucht habe klar zu machen, das ich das nicht böse meine. Das hat irgendwie jeweils nicht funktioniert, wodurch ich immer mehr Angst bekommen habe, was Falsches zu sagen und an meiner Wahrnehmung und Art zu zweifeln.

So jetzt zur letzten Sitzung, was der Anlass meines Threads ist. Aufgrund oben geschildeten Streits und anderen, hat sie mir schon mehrfach vorgeworfen, dass wir ja keine Therapie machen würden. Den Vorwurf richtete sie diesesmal wieder an mich. Worauf ich gefragt habe, wie sich das denn ändern ließe. Das wenn ich was falsch mache, sie mir bitte sagen solle, was ich falsch mache. Darauf kam keine konkrete Antwort.

Im weiteren Gespräch kam dann von ihr, dass sie glaube, dass ich die Therapie gar nicht ernst nehme und das nicht wollen würde. Das hat mich ziemlich getroffen und ich habe verzweifelt versucht zu erklären, das ich mich ja gerne ändern würde.

Während dessen wurde ich ziemlich emotional und aufgedreht und ein typisches Muster von mir ist dann mich durch einen Reiz abzulenken und zu regulieren, um das auszuhalten, meist in dem ich einen Witz mache oder auf was Banales hinweise. Dieses mal fiel mir in dem Moment ein Gegenstand in ihrem Zimmer auf den ich noch nicht kannte und meinte was in die Richtung oh der sieht ja so und so aus um dann aber wieder zum Thema zurückzukommen.

Das nutzte sie aber um recht laut zu sagen, dass ich ich ja gar keine Therapie wollen würde und keinen Leidensdruck hätte, wenn ich sowas tun würde, währendessen. Dann habe ich versucht zu erklären, dass das gerade ein Zeichen für meinen Leidensdruck sei, wenn ich sowas mache. Sie kam dann zu dem Ergebnis, dass sie mich nicht verstehen würde, egal wie oft ich versuche mich zu erklären.

Nun jetzt ist es doch länger geworden als gedacht (und ja das sagt jeder zweite Threadersteller)

Ich hab jetzt ein paar Fragen dazu, weil ich total unsicher bin, wie ich das einschätzen und mich verhalten soll. Ich hab versucht es kurz zu halten und hoffe ich habe nichts wichtiges weggelassen, oder zu wenig meine Gefühle dabei geschildert.

1. Ist das wirklich so schwer zu verstehen, dass man sich gerade dann versucht abzulenken, wenn es einen emotional belastet? Bin ich da echt so merkwürdig?

2. Wie soll ich denn jetzt damit umgehen. Ich hab das Gefühl egal was ich sage, ich komme da nicht aus dem Teufelskreis raus. Was soll man da auch noch sagen, wenn sie recht deutlich sagt, dass das mit uns nicht klappt, oder deute nur ich das so? Also wie soll ich damit jetzt umgehen und das Ganze einschätzen, was soll ich sagen, was kann ich ändern? Vor allem merke ich, dass mir das langsam an die Substanz geht und ich wieder anfange meiner Wahrnehmung zu misstrauen und mich als falsch, merkwürdig und doof wahrzunehmen und vor allem auch als abgelehnt. Wenn nichtmal ne Therapeutin einen ernst nimmt und verständnisvoll ist, sondern ich mich selbst da rechtfertigen muss... :-(

Antworten
P7lüsch,bSiexst


Die Länge eines Threads ist kein Problem, sofern es so wie bei dir relativ übersichtlich gegliedert ist. :)^

Ich kenne dass mit dem Ablenken, wenn es einem emotional nicht gut geht.

Deine Psychologin ist wohl der Meinung dass du den emotionalen Druck aushalten musst.

aqug2e33


Was ist deiner Ansicht nach eine analytische Therapie? Nach der fünften Stunde ist es doch egal, wer die Tür wieder zu macht. Braucht es dafür Regeln? Das ergibt sich aus dem normalen Leben. Oder geht es um das Verhalten in einer Vorstandsetage eines Konzerns? Nach 70 Stunden habt ihr herausgefunden, dass klare Regeln für dich wichtig sind. Hoffentlich ist das nicht die einzige Erkenntnis, wäre mager.

LYewitaxn


Alias

Von aussen laesst sich die Situation schwer beurteilen, weil es ja auch eine Vorgeschichte gibt, die wir nicht kennen, und weil es praktisch unmoeglich ist, Situationen so genau zu schildern, dass man von aussen genau weiss, was abgelaufen ist. Da spielen ja auch so Dinge wie der Tonfall eine Rolle.

Die Therapeutin sollte dich auf jeden Fall ernst nehmen, aber wer weiss, vielleicht tut sie das, und versucht irgendwas bei dir zu provozieren? Das koennen wir nicht wissen. Jedenfalls wuerde ich an deiner Stelle davon ausgehen, dass sie dich ernst nimmt.

Vielleicht versteht sie dein "Ablenkungs-Muster", aber sie moechte dich davon abbringen?

Wir koennen es nicht wissen.

Warum arbeitest du mit dieser Therapeutin? Was ist dein Ziel? Hast du den Eindruck, dass die Therapie dir grundsaetzlich hilft?

Wenn deine Therapeutin glaubt, dass du gar keine Therapie willst, warum arbeitet sie dann mit dir? Was glaubt sie, dass du erreichen koenntest (oder sie bei dir)? Hast du sie das mal gefragt? Vielleicht solltet ihr mal konkret ueber die Ziele deiner Therapie reden, wo ihr steht, und was ihr noch erreichen zu koennen glaubt, und auf welche Weise.

Du koenntest zu jemand anderem gehen oder aufhoeren, wenn es mit ihr nicht mehr geht.

mbini}m+ia


@ TE

Das tückische an Therapien ist, dass ein Therapeut durchaus recht haben kann, wenn er dem Patienten Unwillen vorwirft. Im Gegenzug aber dahinter durchaus die eigenen ambivalenten Gefühle zu der Therapie verstecken kann. Nicht alle Therapeuten sind in der Lage zuzugeben, wenn sie mit der Problematik eines Patienten überfordert sind oder merken, dass sich die Chemie nachteilig verändert hat.

aber irgendwie erwarte ich von einer Therapeutin im Gegensatz zu mir eher drüber zu stehen.

Im Großen und Ganzen gebe ich dir da recht. Jedoch schließt sowas nicht aus, dass der Therapeut auch mal entgleisen kann. Ist nicht unbedingt professionell, aber menschlich. Nun ist auch nicht klar, inwieweit deine Therapeutin gezielt den Konfrontationskurs mit dir geht. Ob nun unbeabsichtigt oder nicht, sie sollte irgendwann erkennen, ob diese Gangart therapeutisch was bringt.

also erkenne ich womöglich gar nicht, dass sie Recht hat, was mich an meiner Wahrnehmung zweifeln lässt.

Eine Therapie zu machen, bedeutet immer, sich aufs Glatteis zu begeben. Eigene, bisher als unverrückbare geltende, Standpunkte zu hinterfragen, sich verunsichern zu lassen, um so einen neuen Blickwinkel zu bekommen. Wenn du aber etwas überhaupt nicht nachvollziehen kannst, musst du nachhaken. Und dann muss sie dir das auch vernünftig erklären bzw. dich zur Erklärung/Erkenntnis hinführen.

Wichtig hierbei ist, sich deutlich zu machen, dass die Therapeutin nicht unfehlbar ist. Sie sitzt nicht auf irgendeinem Sockel und hat zwangsläufig in allem und jedem recht. Auch sie kann eine Situation oder Verhalten falsch einschätzen. ABER, es muss ein Grundvertrauen geben, und dass du fühlst, dass sie es gut mit dir meint. Und dass Zweifel und berechtigte Nachfragen entsprechend professionell und sachlich geklärt werden. Also, völlig egal, ob deine Wahrnehmung letztendlich stimmig ist oder nicht, du musst die Dinge bei ihr ansprechen können. Und wenn dann eine Erklärung kommt, die auch erst mal sacken lassen. Wenn nötig auch mal über mehrere Sitzungen.

Das fand sie wiederum nicht gut und meinte, das sei doch normal die Jacke draußen aufzuhängen.

Hat sie dich denn nach deinen Gründen gefragt, weshalb du die Jacke mitnimmst?

Nun gut, dann dachte ich, wenn sie ihre Bedürfnisse ausdrückt, darf ich das auch.

Du darfst IMMER deine Bedürfnisse ausdrücken, dafür bedarf es keiner Vorlage seitens der Therapeutin. Ob sie dir erfüllt werden, steht auf einem anderen Blatt. Ob einer die Tür hinter mir schließt oder nicht, ist mir persönlich egal, das beeinflusst nicht mein Wohlbefinden. Viel interessanter finde ich, warum du zum einen meinst, diese Gegenforderung stellen zu müssen, und warum du dich unwohler fühlst, wenn sie dir Tür hinter dir nicht zu macht.

Ich sei da unnormal, das würde den sozialen Regeln widersprechen, alle würden das so machen (sie hätte das noch bei keinem Patienten erlebt)... .

Völlig beknacktes Totschlagargument, sorry! In meiner Analyse habe ich es erlebt, dass mein Therapeut sofort auf diesen Zug aufgesprungen ist, um heraus zu finden, was mich da umtreibt, was die möglichen Hintergründe sind.

dass ich ich ja gar keine Therapie wollen würde und keinen Leidensdruck hätte,

Auch hier kenne ich den Umgang mit meinen diversen Verhaltensmustern ganz anders. Was immer ich gesagt, getan oder gedacht habe, es war jedes Mal Anlass für meinen Therapeuten, mich auf freundliche und annehmende Art und Weise kennen zu lernen, und somit ich mich auch selbst.

Sie kam dann zu dem Ergebnis, dass sie mich nicht verstehen würde, egal wie oft ich versuche mich zu erklären.

Schwer zu sagen, ob sie das absichtlich macht, um dich mal richtig aus der Reserve zu locken oder ob sie einfach blockt. Andere Möglichkeiten fallen mir im Moment nicht ein.

Ist das wirklich so schwer zu verstehen, dass man sich gerade dann versucht abzulenken, wenn es einen emotional belastet? Bin ich da echt so merkwürdig?

Nein, daran ist überhaupt nichts schwer. Millionen Menschen lenken sich tagtäglich mit allem Möglichen ab, um sich selbst und ihre Untiefen nicht zu spüren. Ich würde sagen, Psychologie 1. Semester. Jedoch ist es in der Therapie kontraproduktiv, auf so ein Muster auszuweichen, zumal es dir ja bewusst ist. Du also gegensteuern könntest. Was heißt "merkwürdig"? Es ist so. Versuche mal diese Wertung heraus zu nehmen.

Was soll man da auch noch sagen, wenn sie recht deutlich sagt, dass das mit uns nicht klappt, oder deute nur ich das so?

Frage sie noch mal ganz direkt danach, ob sie die Therapie beenden will. Bisher hat sie sich ja nicht konkret geäußert. Auch nicht dazu, was du denn nun machst, um die Therapie ihrer Meinung nach zu "sabotieren".

vor allem merke ich, dass mir das langsam an die Substanz geht und ich wieder anfange meiner Wahrnehmung zu misstrauen und mich als falsch, merkwürdig und doof wahrzunehmen und vor allem auch als abgelehnt. Wenn nichtmal ne Therapeutin einen ernst nimmt und verständnisvoll ist, sondern ich mich selbst da rechtfertigen muss..

Kann ich nachvollziehen. Ich brauchte auch einen annehmenden Therapeuten. Wäre der so drauf gewesen wie deine, hätte ich ganz sicher dicht gemacht. Von A wie Ablehnung bis zu Z wie Zynismus hatte ich genug in meinem Leben vor der Therapie. Das hätte ich nicht auch noch in den Sitzungen gebraucht. Aber das bin eben ich, und meine Problematik kann sich durchaus von deiner unterscheiden.

Ein Therapeut sollte jemand sein, der einen durch die Höhen und Tiefen des sich selbst Kennenlernens begleitet. Der einen emotional abholt, wenn die eigene Lebensgeschichte gerade besonders belastend ist und Erkenntnisse einen plötzlich aus der Bahn werfen. Er ist aber auch dazu da, einem deutlich aufzuzeigen, wo man mit seinen Vermeidungsstrategien steht und was die anrichten. Ich denke, letztlich kommt es immer auf die Art und Weise an. Meine unprofessionelle Meinung dazu ist, dass es nicht hilfreich ist, jemanden, der emotional instabil ist, mit Verallgemeinerungen, Abwertungen oder mit ablehnender Haltung zu triggern.

ich hoffe, ich konnte etwas helfen. :-)

Alias 724420


So, da das Thema nicht so einfach für mich ist, hab ich das Antworten ein bisschen vor mir hergeschoben, versuche das aber jetzt durchzuziehen. ich bin ja eigentlich auch schon froh, dass überhaupt geantwortet wurde.

@ Plüschbiest

Danke dir, das ist gut zu hören, dass es zu lesen war. Wenn sie der Meinung ist ich sollte den Druck aushalten, wieso sagt sie das dann nicht. Stattdessen urteilt sie darauf aufbauend, dass ich keine Therapie will und so. Da fehlt mir irgendwie die Perspektive und ein möglicher Zusammenhang zu "Sie sollten lernen das auszuhalten". Vor allem wäre ja lernen das auszuhalten dann quasi ein Ziel der Therapie, aber bei ihr klingt das so, als wäre es die Grundvorraussetzung. Und das verstehe ich irgendwie nicht, wieso keine Therapie möglich ist bzw. ich also keine Therapie will, wenn ich kurze phasen habe in denen ich mich ablenke um weiter machen zu können

@ aug233

Gute Frage, wenn ich sie frage wie sie sich die Therapie denn vorstellt kommt nicht viel. Also anscheinend hat sie ja bestimmte Vorstellungen, da ich die nicht erfülle und sie mir das mitteilt, aber eben nicht genau sagt, was ich denn besser machen könnte.

Und nein es ist uns beiden nicht egal wer die Tür zu macht, daher braucht es anscheinend Regeln ja. Mir ist wichtig, das sie die Tür zu macht, da sie ansonsten mir den Rücken zudreht und losstapft während ich die Tür zu mache und mich zurückgelassen fühle, während sie das anscheinend auch gestört hat, dass sies machen soll, sonst hätte sie es nicht immer wieder aufgebracht. Mittlerweile macht sie das auch ohne es anzusprechen, aber das hat gedauert und es war halt ein Beispiel, woran es sich schon entzündet.

Tja das frage ich mich auch, ob da mehr rausgekommen ist und befürchte nein. Das ich also die 70 Stunden vergeudet habe und viel früher mir hätte überlegen sollen, ob das noch was bringt.

@ lewian

Die Therapeutin sollte dich auf jeden Fall ernst nehmen, aber wer weiss, vielleicht tut sie das, und versucht irgendwas bei dir zu provozieren? Das koennen wir nicht wissen. Jedenfalls wuerde ich an deiner Stelle davon ausgehen, dass sie dich ernst nimmt.

Vielleicht versteht sie dein "Ablenkungs-Muster", aber sie moechte dich davon abbringen?

Naja wenn wir streiten sagt sie aber das wäre falsch und keine Therapie. Und meine sonstigen Reaktionen auf ihre Provokationen gefallen ihr anscheinend auch nicht, wenn ich mich also rechtfertige, das mir eine Therapie wichtig sei und so weiter. Und ja ich habe versucht davon auszugehen, dass sie mich ernst nimmt. Das ist dooferweise auch Teil meines Themas und dann komme ich halt total durcheinander. Wie der Paranoide, wenn er möglicherweise wirklich verfolgt wird, fällt es mir dann sehr schwer das Ganze einzuschätzen. Ich bin dann zwischen zwei Polen gefangen, der eine der mir sagt du bildest dir das nur ein und der andere der mir sagt, ne sie verhält sich wirklich nicht korrekt. Und dann bin ich gelähmt und bin hin und hergerissen und leide.

Mich davon abzubringen ist an sich ja nicht verkehrt, nur erhöht sie durch solche Vorwürfe noch mein Stresslevel und das erhöht dann die Wahrscheinlichkeit für Ablenkungen. Also vielleicht bin ich naiv, aber muss man da so massiv Druck ausüben? Wäre es nicht sinnvoller den Ablenkungsmechanismen auf den Grund zu gehen oder besser noch die Ursache zu bekämpfen und die Mechanismen dadurch aufzulösen? Also diese Mechanismen schaden meiner Meinung nahc nicht, ich lenke mich kurz ab und kann dann wieder weitermachen.

Warum arbeitest du mit dieser Therapeutin? Was ist dein Ziel? Hast du den Eindruck, dass die Therapie dir grundsaetzlich hilft?

Tja erwischt. Weil ich weiß, dass ich eine Therapie brauche und ich das immer wahnsinnig anstrengend finde eine Therapeutin zu finden, gerade hier ist das besonders schwer. Ich war also einfach froh, Jemanden gefunden zu haben. (ja ich weiß nicht das beste Auswhalkriterium) Und da meine einzige andere Therapeutin am Anfang auch ein wenig ruppig war, es aber dann lief, hatte ich auch wirklich Hoffnung. Derzeit mache ich weiter, weil ich Angst habe, dass ich sie halt nur falsch wahrnehme (und das ärgert mich wieder, das ich wieder an meiner Wahrnehmung zweifle), dass ich sonst Niemanden finde, der Stress Jemanden neues zu finden und auch die Unwissenheit, wie das rein bürokratisch läuft mit Abbrechen etc. Und ja es ist mir auch peinlich überhaupt abzubrechen als Gefühl des Scheiterns und das ich das erst so spät machen würde.

Denn nein, ich hab nicht das Gefühl, dass sie mir hilft, ich befürchte eher es schadet mir. Und meine Therapieziele? Nun beispielsweise mir nicht mehr soviel Stress und Gedanken zu machen und mit meiner Wahrnehmung besser umzugehen (Nur ein Ausschnitt). ich hab da noch ein paar mehr Ziele.

Wenn deine Therapeutin glaubt, dass du gar keine Therapie willst, warum arbeitet sie dann mit dir? Was glaubt sie, dass du erreichen koenntest (oder sie bei dir)? Hast du sie das mal gefragt? Vielleicht solltet ihr mal konkret ueber die Ziele deiner Therapie reden, wo ihr steht, und was ihr noch erreichen zu koennen glaubt, und auf welche Weise.

Das frage ich mich auch. Sie meinte aber mal, dass wenn sie keinen Sinn mehr sieht das mir mitteilt. Deswegen bin ich auch verwirrt. Vielleicht kommt das ja jetzt in der folgenden Sitzung.

Bisher haben wir immer nur über meine Ziele gesprochen und nicht, was sie als machbar ansieht. Sie sagt eh nie wirklich viel, wenn ich nichts sage, schweigen wir uns an, manchmal kommen Nachfragen. Außer eben wir geraten aneinander, weil sie sich durch irgendwas von mir angegriffen fühlt und doof findet, wie bei der Jacke/Tür, dann redet sie viel, laut und ich finde auch recht aggressiv.

Du koenntest zu jemand anderem gehen oder aufhoeren, wenn es mit ihr nicht mehr geht.

Da hab ich aus unterschiedlichen Gründen Angst vor. Ich weiß schonmal nicht wie das überhaupt geht und ob das klappt, also habe ich Angst davor, dann gar keine Therapie mehr zu haben. Die Hoffnung stirbt also zuletzt, das ich hoffe besser eine als keine, vielleicht wirds ja noch besser. Und ich habe Angst davor wegzulaufen, dass das ein Teil meines Musters ist abzuhauen, anderseits habe ich auch die Anteile, etwas auszusitzen. Und wenn ich jetzt aufhöre muss ich mich fragen wieso ich es solange mitgemacht habe, ein Muster was es ja bei vielen Beziehungen gibt, das Menschen soviel "investiert" haben und deswegen es nicht scheitern darf. Daher habe ich das Gefühl egal was ich mache, es könnte falsch sein und daher hab ichs bisher ausgesessen...

Von daher stößt deine Aussage mit dem "Wir können es nicht wissen" ins gleiche Horn meiner Ängste, ich kanne s gefühlt auch nicht wissen, kann mich also nicht entscheiden.

Etvolu zzexr


Wenn mir je ein Therapeut so blöd gekommen wäre, dann hätte ich aus gutem und berechtigtem Grund an seiner Qualifikation gezweifelt. Auf gar keinen Fall hätte ich 70 Stunden mit so einem Therapeuten verbracht, da wäre mir allein die Zeit zu schade, ganz abgesehen vom suboptimalen Therapieerfolg.

Diese Therapeutin wirst du nicht so hinbiegen können, dass für dich mehr dabei heraus kommt. Es passt einfach nicht mit euch. Du wirst angenehm überrascht sein, um wie viel besser andere Therapeuten arbeiten. Den Mut und die Kraft, diesen zu finden wünsche ich dir! @:)

aQug2x33


Alias, wenn sich das in Deutschland abspielt und von der Krankenkasse bezahlt wird, welche Zulassung hat die Therapeutin: a) Psychoanalyse b) Verhaltenstherapie c) tiefenpsycholog. fundierte Psychotherapie ?

Für die Kostengenehmigung muss sie ein Therapieziel formuliert haben, das sich aus den ersten Gespräche mit dir ergeben hat. Ist das jemals besprochen worden?

Nach deinen Schilderungen hier wäre ich über den Therapieverlauf ärgerlich. Ärger kann zu Entschlüssen führen und in diesem Fall zu einem neuen Anlauf bei einem anderen Therapeuten. Der Ärger muss aber eine echte Triebfeder sein!!

LdewiHan


Alias

Denn nein, ich hab nicht das Gefühl, dass sie mir hilft, ich befürchte eher es schadet mir.

Das finde ich einen sehr deutlichen Indikator, dass es nicht passt zwischen euch.

ich kanne s gefühlt auch nicht wissen, kann mich also nicht entscheiden.

Es ist im Leben eigentlich ziemlich normal, Dinge nicht genau zu wissen, und trotzdem entscheiden zu muessen. Viele Leute machen sich das nicht klar, sie treffen Entscheidungen, weil sie glauben, irgendwas zu "wissen", aber das ist oft auch bloss ein Gefuehl, welches auch in die Irre gehen kann. Ich glaube nicht, du musst es wirklich genau wissen, um eine Entscheidung zu treffen. Letzten Endes geht es um dich, und niemand kann besser als du entscheiden, ob es hilfreich ist, weiterzumachen.

Wobei ich schon versuchen wuerde, ihre ausdrueckliche Meinung zu bekommen, inwiefern sie glaubt, dass es dir hilft, ob du Fortschritte machst und ob sie glaubt, dass du deine Ziele erreichen kannst. Nicht um das unbedingt dann zu glauben (nur wenn was sie sagt fuer dich ueberzeugend ist), sondern einfach um mehr darueber zu wissen, wie ihre Wahrnehmung ist.

weil ich Angst habe, dass ich sie halt nur falsch wahrnehme (und das ärgert mich wieder, das ich wieder an meiner Wahrnehmung zweifle)

Das scheint ein Kernproblem von dir zu sein. Das Problem in solchen Dingen ist, dass nicht klar ist, was das ueberhaupt heisst, "falsche Wahrnehmung" und "richtige Wahrnehmung". Nur weil deine Therapeutin etwas anders sieht als du, heisst das nicht, dass sie unbedingt recht hat und deine Wahrnehmung falsch ist. Es heisst nur, dass eure Wahrnehmungen unterschiedlich sind. Das ist aber ein Grundproblem der Menschen; niemand ist so kompetent, dir sagen zu koennen, deine Wahrnehmung ist richtig (oder falsch), und die Wahrnehmung von XX ist falsch. Alle haben nur ihre eigenen Wahrnehmungen, keine davon ist objektiv oder "hat Recht". Damit musst du leben. Auch hier im Forum koennen Leute zwar selbstsicher toenen, aber automatisch im Recht sind sie dadurch nicht.

Wir muessen alle entscheiden in Situationen, in denen wir unsicher sind. Das ist kein spezielles Problem von dir. Aber du traust es dir anscheinend weniger zu als viele andere.

Und wenn ich jetzt aufhöre muss ich mich fragen wieso ich es solange mitgemacht habe, ein Muster was es ja bei vielen Beziehungen gibt, das Menschen soviel "investiert" haben und deswegen es nicht scheitern darf.

Du hast auf jeden Fall Erfahrungen gemacht; es hat dein Leben in irgendeiner Weise auf jeden Fall bereichert. Das verlierst du nicht, wenn du jetzt aufhoerst oder wechselst. Auch Erfahrungen, die sich unangenehm anfuehlen, sind Erfahrungen, aus denen man was lernen kann.

Und nein es ist uns beiden nicht egal wer die Tür zu macht, daher braucht es anscheinend Regeln ja. Mir ist wichtig, das sie die Tür zu macht, da sie ansonsten mir den Rücken zudreht und losstapft während ich die Tür zu mache und mich zurückgelassen fühle

Haettest du auch die Moeglichkeit, dir selber als Aufgabe zu stellen, das zu akzeptieren? Also nicht, dass du es toll finden musst, aber dir zu sagen: "Das mag ich nicht, aber das ist nicht so schlimm, damit kann ich leben"? Vielleicht waere das ein Fortschritt fuer dich, auf sowas mit Gelassenheit zu reagieren?

aBn"_rxe


Deine Therapeutin ist ne Pfeife. Wenn ich dich wäre würde ich jemand anderen suchen.

E~hemahliger fNutzKer (#5780u69)


Ich finde, dass das Verhalten der Therapeutin - wie es hier geschildert wird - sehr unprofessionell wirkt.

Wir sind schon öfter aneinandergeraten wegen Kleinigkeiten, so das es in Streit ausgeartet ist und ich jeweils nicht wußte wie ich das einschätzen soll. Ja natürlich ich bin schwierig, sonst wäre ich nicht in Therapie, aber irgendwie erwarte ich von einer Therapeutin im Gegensatz zu mir eher drüber zu stehen.

Das sehe ich auch so. Ein richtiger Streit sollte in einer Psychotherapie eigentlich nicht vorkommen. Wenn Probleme oder besondere Verhaltensweisen auftauchen, sollte man die in der Therapie besprechen und nicht den Klienten dafür an den Pranger stellen.

Gleichzeitig denke ich mir, sie ist Therapeutin, sie wird schon wissen was sie tut, außerdem bin ich der psychisch Kranke, also erkenne ich womöglich gar nicht, dass sie Recht hat, was mich an meiner Wahrnehmung zweifeln lässt.

Darf ich fragen, warum du in Psychotherapie bist?

Therapeuten sind auch nur Menschen. Und eine Psychotherapie-Ausbildung ist kein Garant dafür, dass der Therapeut kompetent und professionell ist. Wie bei allen anderen Berufen auch.

Ich verstehe deine Zweifel an deiner eigenen Wahrnehmung. Allerdings ist nicht dein Verhalten das primäre Problem, sondern die Reaktion der Therapeutin. Und wenn die unangenehm und sogar belastend für dich ist, hat eine Therapie auch wenig Sinn. Zu mal eine analytische Therapie keine Verhaltenstherapie ist oder das Ziel hat, einen Klienten auf ein bestimmtes "Ideal" zu trimmen.

Wenn es in der Therapie ständig zu Konflikten kommt, solltest du vielleicht über einen Therapeutenwechsel nachdenken.

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