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Angststörungen (F.41.1) und jetzt Behördentermin

P,ollsy19x81 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen

Ich (W 35 ) werde seit einiger Zeit wegen F41.1 , G43.0 und F19.2 beim Neurologen behandelt, dieser gibt mir auch immer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen da ich wahnsinnige Angst vor Behördengängen, Fremden Menschen, Bus und Bahnfahrten usw habe.

Behandelt werde ich mit Duloxetin 60 mg, Quetiapin 800 mg am Tag.

Die Angst hat sich zwar leicht gebessert, aber bei weitem ist das noch nicht gut.

So, jetzt zu meinem Problem. Ich habe heute ein Schreiben vom Jobcenter erhalten, das ich trotz meiner Krankmeldung zum Termin wegen meines Beruflichen Werdegangs erscheinen muss.

Und schon jetzt könnte ich an die Decke gehen vor Panik, habe schon arg damit zu Kämpfen das ich diesen Monat auch noch Stationär ins Krankenhaus muss weil die Gallenblase raus muss :°(

Hilft es wenn mein Neurologe mir neben der Aktuellen Krankmeldung ein Attest schreibt das ich den Termin wegen der Angststörungen erst später wahrnehmen kann ? Habe solche Angst das ich wieder vor dem Gebäude des Jobcenters stehe und mich nicht rein traue, das würde ja nämlich ganz klar bedeuten das Sanktionen auf mich zukommen.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter und bekomme, je länger ich drüber nachdenke auch noch Existenzängste vom feinsten.

Und Nein, bevor es jemand denkt, ich bin keine Faulenzerin oder dergleichen :°(

Lg Polly

Antworten
P7e<ddi


Also, ich denke schon, dass Dir Dein Neurologe hier helfen kann. Warum rufst Du den nicht einfach an, und fragst ihn nach einem Notfalltermin?? Ich würde das mit dem besprechen. Hast Du einen Psychologen??

PPollMy19+81


Ich hatte mal eine Psychologin, diese hat mich aber kein Stück weiter gebracht, deshalb rede ich über meine Probleme und Ängste immer mit meinem Neurologen.

Ein versuch wäre es vielleicht wert dort anzurufen, aber ob er so kurzfristig einen Termin frei hat ist fraglich :( Die Praxis ist immer ziemlich gestopft voll.

T>haylimna


Meine Neurologin hat morgens um 8 eine Notfallsprechstunde in die jeder gehen kann der bereits Patient bei ihr ist. Gibt es das bei Euch nicht?

PlollAy198x1


Nein, sowas kenne ich von meinem Doc nicht.

Vielleicht sollte ich wirklich Morgen früh mal anrufen, wobei mir selbst das schwer fällt, aber mehr als schief gehen kanns ja nicht :/

T6ha8lpina


Bei uns ist es so, dass man um acht vor der Tür stehen muss, ans Telefon gehen sie dann noch nicht. Genauso übrigens auch der Kinderarzt.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Ich habe auch viele Ängste und Zwänge die darauf beruhen.

L#aRucKola


Nur mal so laut gedacht.. wärs nicht besser, die ganzen Medikamente wegzulassen (ist ja nicht ganz ohne, was Du da nimmst) und die Angst verhaltenstherapeutisch in Angriff zu nehmen, sprich, das halt durchzustehen?

Wozu soll "vermeiden und Medikamente nehmen" auf Dauer denn führen?

A!ndiruscxh


Kannst Du telefonieren? Dann ruf Deinen Sachbearbeiter beim Jobcenter an und erkläre Dein Problem. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass er Dich draußen vor dem Gebäude trifft und Dich abholt. Oder er besucht Dich zu Hause oder ihr trefft Euch in einem Café in der Nähe. Ich habe in dieser Woche von einem Jobcenter gehört, bei dem man ein Gespräch auch mal während eines gemeinsamen Spaziergangs führen kann. Vielleicht ist das möglich, damit Du wenigstens mal schildern kannst, wie es Dir geht.

Die Krankmeldungen, die das Jobcenter erhält, enthalten keine Angaben zum Krankheitsbild, daher weiß dort in der Regel niemand, was Du hast. Für spezielle Fälle gibt es ja sogar die Fallmanager, die genau auf solche Dinge Rücksicht nehmen.

Solltest Du nur die Servicenummer haben, ruf dort an und bitte um einen dringenden Anruf Deiner Integrationsfachkraft.

Pueddxi


Ich hatte mal eine Psychologin, diese hat mich aber kein Stück weiter gebracht, deshalb rede ich über meine Probleme und Ängste immer mit meinem Neurologen.

Naja, oftmals muß man "durchprobieren". Hast Du denn wöchentliche Termine bei Deinem Neurologen? Und ist es Dein Ziel, Deine Ängste zu überwinden? Ich stelle mir so ein Leben sehr schwierig vor. Wie machst Du das bloß? Ich hatte vor einiger Zeit regelrecht Panikattaken, mir geht es Gott sei Dank besser, ich habe eine Psychologin. Darum frage ich mich, wie Du das aushälst.

PzollyD1981


Erstmal Danke für die Antworten.

Die Medikamente wegzulassen habe ich einmal probiert, aber ohne das mein Doc es wusste. Da wurden die Angstzustände wieder viiiiel schlimmer, deshalb hab ich die Tabletten dann wieder weitergenommen. Hatte zu Anfang Citalopram und ein anderes Mittel zum Schlafen bekommen (mir fällt gerade der Name nicht ein), jetzt wird es halt mit Duloxetin und Quetiapin probiert.

Ich habe mittlerweile alle 2-3 Monate Termin beim Neurologen.

@ Peddi,

Das Leben ist schon nicht einfach, wenn ich zb mit dem Zug wohin will, und es sind zu viele Leute im Zug, kann ich da einfach nicht rein, deshalb fahre ich lieber bei Wind und Wetter mit dem Roller.

Soziale Kontakte habe ich eigentlich keine, habe nur einen allerbesten Freund mit dem ich auch über alles reden kann.

Das momentan einzigste wo mir hilft sind meine 2 Pferde und mein Hund, nur da kann ich richtig "abschalten"

Ziemliches Chaos, und wenn ich jetzt sage das ich wieder zum Psychologen geh, habe ich halt eeeewig lange Wartezeiten auf einen Termin, wenn überhaupt noch Patienten angenommen werden.

_EParvHati_


Zum einem solltest du dich zeitnah um eine Verhaltenstherapie kümmern, auch, wenn es mit Hürden und langen Wartezeiten verbunden ist, und zum anderen wird deine Angst nur schlimmer umso mehr du angstauslösende Situationen meidest. Versuche dich ihnen zu stellen, auch wenn es schwer fällt. Tabletten lösen dein Problem auf Dauer auch nicht. Vorübergehend können sie aber eine gute Unterstützung sein.

Vor was genau hast du Angst, wenn du in eine Behörde gehst?

S^tNalfxyr


das würde ja nämlich ganz klar bedeuten das Sanktionen auf mich zukommen.

Darum musst du dir wenig Sorgen machen. Selbst wenn der einzelne Sachbearbeiter dir eine Sanktion aufdrückt, musst du nur Widerspruch einlegen und auf deine (nachweisbare) gesundheitliche Situation hinweisen. Dann liegt die Sanktion ganz schnell im Papierkorb.

P!olly19x81


So, nach über einer Stunde "Telefon anguggen" hab ich mich jetzt getraut bei meinem Neurologen anzurufen. Jetzt heißt es abwarten, die Sprechstundenhilfe gibt mein Anliegen dem Doc weiter. Wenn die Praxis heute noch zurück ruft hat der Doc Einwände mir ein Qualifiziertes Ärztliches Attest zu geben, wenn sie sich heute nimmer melden, geht alles klar und ich kann nächste Woche das Attest holen.

Parvati, zu deiner Frage. Ich habe Angst mich zu blamieren, zu versprechen, von oben herrab Behandelt zu werden, das über mich bestimmt wird ohne das ich Einfluss drauf nehmen kann, das ich durch meine Angst vielleicht übermäßig anfange zu Schwitzen usw. Das liegt aber auch daran das ich Adipös bin und Jahrelanges Mobbing hinter mir habe.

f`alcro pelVegrinioidxes


Hallo Polly,

ist dein Neurologe auch zusätzlich Psychiater? Es wäre wirklich wichtig, daß dich bei dieser Art von Erkrankung ein Psychiater behandelt. Vielleicht hilft dir ein Medikamentenwechsel? Mir hat das Medikament Lyrica(Pregabalin) da sehr geholfen.

Außerdem solltest du wirklich nocheinmal eine Psychotherapie machen. Wenn dir deine vorherige Therapeutin dir nicht helfen konnte, heißt es nicht, daß die nächste dir nicht helfen kann.

Also, ich sehe beides für sinnvoll, Psychiater, wegen Medikamenten und Krankschreibung, etc und Psychotherapie.

Liebe Grüße

P!o>llyw198x1


Der Arzt ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Aus seinen Erzählungen weiß ich auch das er wohl auch schon damal 10 Jahre in der Forensischen Psychiatrie gearbeitet hat.

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