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Depressionen aufgrund falscher Erwartungen?!

mCenexas hat die Diskussion gestartet


Ich habe viel nachgedacht, ob eine Ursache meiner Depressionen "falsche" Erwartungen sind und ich denke Ja! Erwartungen, die nicht erfüllt werden sind der Treibstoff großer Unzufriedenheit und Frustration.

Beispiel: Ich gehe zum Sport und habe diese diffuse Erwartung, unterbewusst, das ich mich nach oder sogar während des Sport gut fühle. Aber och fühle mich danach nicht gut, auch nicht schlecht, einfach nur erschöpft.

Oder ich treffe mich mit Bekannten zum Grillen und ich habe wieder diese diffuse Erwartung, das ich mich unbeschwert und leicht fühle, das ich unheimlich viel Spaß habe, das grillen ist sehr nett, wir lachen, aber ich fühle mich genau wie immer, es kommt keine "Glücksgefühl" auf. Oder ich mache im Job einen besonders gute Arbeit und Erwarte, das ich mich gut fühle und Wertvoll, ich habe zwar das Gefühl von "erledigter Arbeit" aber es ist auch hier kein Glücksgefühl vorhanden?

Dieses Ständige suchen nach dem Glücksgefühl ist auch ein Zug ins Verderben denke ich. Irgend hab ich das Gefühl, das es nicht reicht, wenn man sich einfach nur wohl fühlt, man muss gradezu in extatischer Euphorie explodieren um eine Erfolgreicher Mensch zu sein. Der Alltag ist leider überwiegend öde und Ereignislos, meine Ratio sagt mir, das dies der ganz normale Zustand ist, aber irgend wie fühlt sich das "falsch" an. Ich denke oft, das andere Leute viel mehr Spaß und Freude an ihren Aktivitäten haben, aber das stimmt nicht. Warum habe ich diese unrealistischen Erwartungen? Habt Ihr das auch manchmal?

Antworten
S:. wgalli{sii


Ich habe viel nachgedacht, ob eine Ursache meiner Depressionen "falsche" Erwartungen sind und ich denke Ja!

Ja, ich glaube auch dass du auf einer guten Spur bist.

Warum habe ich diese unrealistischen Erwartungen?

Weiß nicht, könnte verschiedene oder auch mehrere Gründe auf einmal haben.

Habt Ihr das auch manchmal?

Klar, ich schätze zumindest kennen tun das wirklich die meisten Menschen. :-) Bis zu einem gewissen Grad ist das auch ganz natürlich finde ich. (Ich versuch das selten zu halten aber andererseits frage ich mich ob dieser Versuch nicht auch darauf abzielen könnte nicht an meiner Frustrationstoleranz arbeiten zu müssen, so ganz natürlich kommt mit überwiegende Erwartungslosigkeit jedenfalls nicht vor)

Viele reagieren auf die Entäuschungen die die heftige Erwarterei erzeugt dann irgendwann gegenreaktionär mit Pessimismus, nach dem Motto dann kann ich ja nur positiv überrascht werden - kann mir nicht vorstellen dass das gut ist, aber ansonsten gibt's da vielleicht mehrere sinnvolle Wege. Den, den du jetzt versuchst, nämlich sich zu fragen warum du diese Erwartungen aufstellst finde ich persönlich aber am besten.

Eventuell passend könnte das Thema Kontrollfreakismus und Angst vor der Zukunft/dem Ungewissen sein, muss aber nicht. Könnte auch in Richtung selbstgemachtem Leistungsdruck gehen, halt nicht im klassischen Sinne sondern die zu erbringende Leistung wäre dann Glücklichsein. Es wären sogar ganz perverse Mechanismen denkbar wie dass man auf unterbewusster Ebene sich mit überhöhten und eh nicht zu erfüllenden Ansprüchen selbst boykottieren will und quasi das sich-selber-entäuschen richtiggehend anstrebt. Und was weiß ich nicht alles^^ ... Wirst du schon rausfinden was genau wenn's dir ernst damit ist. :-) Machst du vllt grad ne Therapie wegen der Depris? Falls, dann könnte die dir dabei bestimmt auch sehr helfen.

Das mit dem Glücksgefühlen, hm... die Erkenntnis dass die Abhängigkeit oder die regelrechte Sucht danach ein Irrweg ist ist gut.

Allerdings sind Glücksgefühle schon wichtig meiner Meinung nach - Depressionen stehen denen aber vermutlich ziemlich im Weg. Will damit sagen dass sich das ja wieder bessern kann und du wieder öfter euphorisch glücklich sein wirst.

Das Empfinden das oft fehlt wenn jemand aber allzu sehr der Euphorie hinterherrennt ist wahrscheinlich generelle Zufriedenheit, mixt man das noch mit geringer Frustrationstoleranz hat man die perfekte Suchtpersönlichkeit.

Oder ich treffe mich mit Bekannten zum Grillen und ich habe wieder diese diffuse Erwartung, das ich mich unbeschwert und leicht fühle, das ich unheimlich viel Spaß habe, das grillen ist sehr nett, wir lachen, aber ich fühle mich genau wie immer, es kommt keine "Glücksgefühl" auf. Oder ich mache im Job einen besonders gute Arbeit und Erwarte, das ich mich gut fühle und Wertvoll, ich habe zwar das Gefühl von "erledigter Arbeit" aber es ist auch hier kein Glücksgefühl vorhanden?

Das sind alles nette Dinge und Gefühle, aber wenn sie der Kompensation fehlender Grundzufriedenheit mit sich selbst und dem Leben dienen sollen werden sie immer hohler und hohler. Die Psyche lässt sich halt nur begrenzte Zeit verarschen. Solche Dinge sind gewissermaßen Boni die das Leben sahnehäubchenmäßig garnieren aber Zufriedenheit lässt sich nur allein über sie leider nicht generieren (sie spielen aber vllt mit rein).

Der Alltag ist leider überwiegend öde und Ereignislos, meine Ratio sagt mir, das dies der ganz normale Zustand ist, aber irgend wie fühlt sich das "falsch" an.

Es ist falsch wenn man damit nicht zufrieden ist. Und dann nach passenderem für sich selbst zu suchen ist schon sinnvoll, die Euphoriejagd geht da aber halt auch fehl. Für mich persönlich muss es z.B. echt nicht immer Aktivität und Action sein (sogar nur recht wenig - darf aber auch nicht zu wenig werden), aber die Art der Ruhe (um ein positiveres Wort als Ereignislosigkeit zu nutzen) muss passen/sich richtig anfühlen.

Fürchte da muss jeder selber rausfinden was ihn zufrieden macht, auch wenn ich denke dass es z.B. gewisse Maße an unactionreicher Beschäftigungen gibt die zu überschreiten eigentlich keinem wirklich sonderlich gut tun kann, z.b. die mediale Berauschung (Bücher, Fernseh, PC, Internet), vllt kann man es sogar damit übertreiben in der Natur rumzufläzen oder rumzuspazieren (weiß noch nicht, aber das find ich vllt noch raus^^). Es muss halt passen für einen und da hilft einzig und allein die eigene Intuition und eben Versuch und Irrtum. Oft sagt einem die Intuition aber schon recht zuverlässig wenn was nicht so toll ist, ob man drauf hört ist das andere :-D Dann halt ne Weile Irrtum bis man es checken will.

mnenxeas


Aber diese Grundzufriedenheit schein mir ja offensichtlich nicnht zu reichen?

Warum habe ich dieses kindische Bedürfniss nach Glückseeligkeit und empfinde mein Leben als öde und Langweilig, obwohl es eine ganz durchschnittliches, villeicht etwas ruihgeres leben ist?

Kommt dieses Bedürfniss, von Unbedingtem Glück denn wirklich aus uns selbst, oder wird uns durch die Umwelt, Medien, Werbung usw usw, vermittelt, das es nicht ausreicht zufrieden und Langweilig zu sein!!!!

S>. 5wall_isixi


Aber diese Grundzufriedenheit schein mir ja offensichtlich nicnht zu reichen?

Hast du sie denn? "Öde und Ereignislosigkeit" klingt ja ehrlich gesagt nicht danach :-D

Kommt dieses Bedürfniss, von Unbedingtem Glück denn wirklich aus uns selbst, oder wird uns durch die Umwelt, Medien, Werbung usw usw, vermittelt, das es nicht ausreicht zufrieden und Langweilig zu sein!!!!

beides nehm ich an, "aus uns selbst" ist aber entscheidender.

meeneaxs


aber der Alltag ist doch eher öde und Ereignisslos, oder sehe ich das falsch? Man Arbeiztet 8 bis 10 Stunden, macht den Haushalt, kocht sich was, macht evtl Sport. und das wars...

a:ug2x33


aber der Alltag ist doch eher öde und Ereignisslos

, das hängt von der eigenen Betrachtungsweise ab: ich kann alles anschauen und keine Unterschiede zum Vortag feststellen, und doch würden sich bei genauem Hinsehen Unterschiede zeigen. Ob die wichtig sind oder nicht? Wenn ich alles als unwichtig ansehe, dann bleibt es ein Einheitsbrei. Wenn du heute 500 Meter durch eine Straße gehst und es ist keine reine Häuserzeile, dann sind von Tag zu Tag andere Gegebenheiten zu erkennen, gerade jetzt wandelt sich die Natur von Tag zu Tag.

Mit Interesse kann das aufregender als die Tagesnachrichten aus aller Welt sein.

mqenexas


Nun gut, aber der Alltag besteht zu 98% aus Routine, Wiederholungen. Und eigentlich alle, die ich kenne empfinden den Alltag als Öde. Darum sind ja alle so wild auf Wochenende und Urlaub.

pvarazeltlnuOss


Wenn man ständig scheinbar unzufrieden ist, dann hilft oft eine 'Standortbestimmung' und vor allen Dingen sollte man Vergleiche meiden.

gderechtVigk'exit


Nein, eine echte Depression kann nicht aus solch einem Pillepalle entstehen, dass selbstgesetzte Erwartungen an Gefühlen ständig enttäuscht werden. Mehr wie Frust kann da nicht bei rumkommen.

SH.S wa$lli1sixi


Da steht zumindest was von einer Ursache, nicht die Ursache.

aber der Alltag ist doch eher öde und Ereignisslos, oder sehe ich das falsch? Man Arbeiztet 8 bis 10 Stunden, macht den Haushalt, kocht sich was, macht evtl Sport. und das wars...

Wenn dich das anätzt dann kann man doch jedenfalls nicht von Grundzufriedenheit sprechen.

Es kann sein dass es die Ödnis/der Alltag an sich ist, oder es ist Gedankengut oder Handlungsweisen die erst dazu führen dass du es als öde empfindest. Letzteres ist glaube ich immer wahrscheinlicher aber in beiden Fällen wären Änderungen des Alltagstrotts und gewisse Selbstbeobachtung dabei sehr vielversprechende Anfänge um zumindest ödnisbezüglich was zu bessern. Achtsamkeit auch nach außen wie aug233 sie nahelegt ist auch ein super Schlüssel zu größerer Zufriedenheit.

Falls es der Alltag an sich ist mach nicht den Fehler zu denken dass du mit dem was die Gesellschaft als gefälligst zufriedenstellend propagiert auch zufrieden sein musst. Ich hab sinngemäß hier schon öfter gelesen "ich hab ja eigentlich alles und dürfte gar nicht unglücklich sein, aber..."

mzen"exas


Was ich meine, ist, das man Langeweile und Ödnis einfach ertagen sollte, weil sich einen großen Teil des Lebens ausmachen. Ich finde es Naiv zu sagen, "dann ändere doch deinen Alltag". Die Zwänge der Gesellschaft bleiben doch, man muss halt 8 oder 10 H am TAg arbeiten, man mus seine Wohnung aufräumen usw usw, dann muss man ja auch noch 7 Stunden Schlafen.

Es ist doch logischer, die Langeweile und Ödnis des Alltag als "naturgesetzt" zu akzeptieren und die paar "besonderen" Momente als Geschenk wert zu schätzen!

Man kann ja nicht jeden Tag Bungee springen oder Tiefseetauchen um Abwechslung in den Alltag zu bringen! Wir leben nun mal nicht in Mittelerde wo an jeder Ecke eine Neues Abenteuer wartet, oder in Disneyland, wo wir ständig Karousell fahren können.

WPM 2h0b1x4


Für mich klingt das sehr nach "Midlife-Crisis". So als ob du dich fragst "War das jetzt alles im Leben? Bleibt das so stupide?"

Achtsamkeit halte ich auch für wichtig. Nicht alles an sich vorbeirauschen zu lassen, sondern einfach mal bewusster durch den Tag gehen. Das hilft schon dabei, dass man in sich ruhiger und zufriedener wird.

ad.Xfisxh


aber der Alltag ist doch eher öde und Ereignisslos, oder sehe ich das falsch? Man Arbeiztet 8 bis 10 Stunden, macht den Haushalt, kocht sich was, macht evtl Sport. und das wars...

Ja, das Leben ist banal. Alles ist banal, wenn man es so betrachtet. Essen ist Nährstoffaufnahme, Leben sind biochemische Prozesse, Sex ist Genitalien aneinanderreiben, Achterbahnfahren ist Physik, der Tod ist Stoffumwandlung. Es sind die Emotionen, die diese Dinge in uns auslösen, die sie zu mehr als dem machen. Wenn diese Gefühle nicht mehr aufkommen, wenn diese Dinge nur noch aufgeführt werden, ohne, dass sie irgendetwas auslösen, dann wird das ganze Leben meiner Erfahrung nach tatsächlich sehr öde und sinnentleert.

Ich konnte diese Gefühle zu Zeiten meiner Depression auch nicht durch Nachdenken oder die richtige innere Einstellung oder sowas wieder erzeugen. Das war einfach wie ein tauber Fleck. Mir hat das die Kombi Verhaltenstherapie und Medikamente geholfen.

Achtsamkeit halte ich auch für wichtig. Nicht alles an sich vorbeirauschen zu lassen, sondern einfach mal bewusster durch den Tag gehen. Das hilft schon dabei, dass man in sich ruhiger und zufriedener wird.

Ich würde nicht sagen, das Erfolg garantiert ist, aber ich empfinde das auch als sehr hilfreich. Achtsamkeitsübungen waren dann auch Teil der Verhaltenstherapie, aber ich glaube, manchmal schafft es die eigene Körperchemie auch nicht mehr von allein zurück in die Spur. Ob das bei dir, meneas, der Fall ist, könntest Du ja erst einmal medizinisch abklären lassen, ich habe jetzt nicht rausgelesen, woher Deine Diagnose "Depression" kommt und was da behandlungstechnisch schon gelaufen ist.

Mir hat es damals aber tatsächlich auch geholfen, mir zu sagen: 'Okay, Du sollst einfach nicht glücklich sein. So ist das eben. Gibt viele Menschen, die nicht glücklich sind. Wer sagt überhaupt, dass man glücklich sein muss. Du kannst wenigstens versuchen, ein produktives Leben zu führen und irgendetwas gut und richtig zu machen. Gandhi hat auch nicht gejammert!' Also, nicht, dass ich mich jetzt mit Gandhi vergleichen wollen würde, aber ich meine so vom Prinzip her. Leben kann auch Sinn ergeben, wenn man es in den Dienst einer guten Sache statt des eigenen Glücks stellt und Sinn wollte ich der ganzen Sache dann schon irgendwie abgewinnen, sonst ist das Aufstehen morgens doch sehr beschwerlich.

Es war in der Tat irgendwie befreiend, meinen Zustand nicht mehr so sehr als Defizit zu sehen. Ganz so gut dauerhaft funktioniert hat es ehrlicherweise aber nicht, ich fürchte, das Bedürfnis, glücklich zu sein, ist doch recht übermächtig, wenn man sonst gut versorgt ist.

Insofern bin ich sehr froh, dass ich nun wieder das Gefühl habe, aktiv etwas zu meinem Glück und meiner Zufriedenheit beitragen zu können, z.B. indem ich achtsam bin und versuche, wenig für selbstverständlich hinzunehmen. Ja, arbeiten nervt und es ist nicht ganz freiwillig, aber ich sehe Sinn in meiner Arbeit, ich mag mein Kollegium, ich habe gerade Pause und gucke aus dem Fenster in die Sonne und die Vögel piepsen.. das ist doch nicht so schlecht. Eigentlich ist das im globalen Vergleich sogar ziemlich phantastisch.

MkilSky_ex77


Mir geht es genauso. Der öde Alltag macht mir sehr zu schaffen.....

Ich versuche es gerade damit, dass ich versuche jüngere Leute kennenzulernen, um die Freizeit aktiver und spannender zu verbringen.

Sehr viel Spaß macht es mir auch, am Wochenende durch Lokale zu ziehen.

Mit Alkohol und lauter Musik und vielen Leuten kann ich super abschalten.

m_enecas


Leider bin ich Nihilist, meinem Empfind nach, ist jedes Ziel das wir uns im leben setzen völlig Willkürlich. Es gibt kein übergeordnetes Ziel, dem wir folgen sollten. Jeder macht sich seine eigenen Ziele, alle sind gleichgültig und somit tatsächlich GLEICHGÜLTIG!

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Nihilismus]]

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