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Wer lebt in Isolation?

B+or,lag


Danke dir :)^

N~ortdi8x4


"wie ich allein sein kann, damit ich nicht mehr einsam bin."

Ich denke das ist ne sehr schwierige Situation. Auf der einen Seite würde ich sagen das ein Mensch, der mit sich absolut im Reinen ist auch sehr gut mit sich selbst alleine sein kann und sich mit sich selbst beschäftigen kann. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung das Menschen sich eben auch mit "Gleichgesinnten" austauschen wollen, egal worum es geht.

Ich kann auch sehr sehr nerdig sein und stundenlang über gewisse Film-, Buch- oder Videospiel-Themen diskutieren, gerade dabei ist der Austausch mit anderen Menschen sehr anregend. Klar, sowas kann auch über das Internet und die passenden Foren passieren aber wenn man dann in der Realität mit einem entsprechenden Menschen redet ist das nochmal was völlig anderes.

Unterm Strich würde ich aber auch sagen das es da ne sehr sehr schmale Grenze gibt zwischen "Ich bin wirklich mit mir und meiner Isolation im Reinen" und "Ich behaupte das nur und ziehe eine Mauer um mich herum hoch damit ich nicht verletzt werde".

NZurarAihyxon


Ich habe 10 Jahre praktisch in Isolation gelebt. Jetzt habe ich mich da raus gekämpft, bzw bin immernoch dabei.

S/a:ld]o


Ich habe jahrelang in einer Gesellschaft funktioniert und war immer froh, wenn ich alleine durch die Natur laufen konnte. Ich habe mich grundsätzlich mit einer Abwehrhaltung anderen Menschen gegenüber genähert, so dass ich immer sehr schnell einen Grund gefunden habe, mich mit jemandem zu streiten. Ok, das ist jetzt etwas überspitzt formuliert, das war nicht jederzeit so und wie gesagt habe ich ja nach außen wunderbar funktioniert. Von ein paar Ausrastern vielleicht mal abgesehen.

Aber wenn mir einer einen Knopf in die Hand gedrückt hätte, außer den Leuten, die ich auf einer Positivliste hatte, und ich hätte alle anderen damit pulverisieren können - WONNE, sofort!

Bis ich gemerkt habe, dass es sich viel leichter lebt, wenn man sich nicht ständig stresst. Dazu muss man aber erstmal bei sich selber ankommen - das war ein langer Weg.

Ich frage mich auch, wie sie soviel Input seelisch "verdauen" können.

wüsst ich auch gern ;-)

Fragt doch sinasoundso. ;-D

d0ie oTorxte


*lesezeichen setz* :)D

B0orxlag


Ich habe 10 Jahre praktisch in Isolation gelebt. Jetzt habe ich mich da raus gekämpft, bzw bin immernoch dabei.

Und wie und warum?

Beides jeweils bezogen auf das Leben in der Isolation, sowie auf das Rauskämpfen.

I

ch habe jahrelang in einer Gesellschaft funktioniert und war immer froh, wenn ich alleine durch die Natur laufen konnte. Ich habe mich grundsätzlich mit einer Abwehrhaltung anderen Menschen gegenüber genähert, so dass ich immer sehr schnell einen Grund gefunden habe, mich mit jemandem zu streiten. Ok, das ist jetzt etwas überspitzt formuliert, das war nicht jederzeit so und wie gesagt habe ich ja nach außen wunderbar funktioniert. Von ein paar Ausrastern vielleicht mal abgesehen.

Aber wenn mir einer einen Knopf in die Hand gedrückt hätte, außer den Leuten, die ich auf einer Positivliste hatte, und ich hätte alle anderen damit pulverisieren können - WONNE, sofort!

Bis ich gemerkt habe, dass es sich viel leichter lebt, wenn man sich nicht ständig stresst. Dazu muss man aber erstmal bei sich selber ankommen - das war ein langer Weg.

Das klingt nun zunächst erstmal so als hättest du die Menschen abgelehnt und nicht umgekehrt? Oder entstand das aus einer tiefgreifenden Unsicherheit, also der Angst vor Ablehnung?

d5iNe Tkorte


interessantes thema :)

ich bin auch sehr viel alleine. das liegt bei mir daran das ich im moment sogut wie garkeine neuen leute kennenlerne und die alten freunde sich alle in die große weite welt aufgemacht haben. familie habe ich keine, damit lebe ich sehr sehr gut. nur manchmal frustet es schon son bisschen (also weinachten alleine ist doof). meine freundin wird bald wegziehen und die beziehung beenden (aber das ist ein thema für sich). jedenfalls habe ich panische angst davor wieder vollkommen alleine zu sein. klar, ich habe meine hobbys, sportvereine und sowas. aber wirklich "gute" freunde habe ich nicht. aber verkriechen tue ich mich deswegen auch nicht. ich bin sehr viel unterwegs. aber halt immer alleine ..

LJaRu|cxola


@ Torte

Du bist doch noch ziemlich jung, oder? Empfindest Du das nicht als starke Belastung?

Ich hatte vor allem so im Alter von 20-25 Jahren oft das Gefühl völliger innerer Einsamkeit, obwohl ich nach aussen hin nicht gerade isoliert war.. Familie, "Freunde". Kollegen. Aber das Gefühl, zu niemandem innerlich wirklich durchdringen zu können, im Grunde einsam und isoliert. Das war schon relativ fürchterlich.

dEie Totrte


naja klar kanns schöner sein aber aufhängen werd ich mich deswegen sicher nicht (also nicht wirklich belastend). wie gesagt, gerade wenn man ne lange innige beziehung hatte und dann plötzlich ganz alleine ist, ist das schon doof..

vor allem wenn man dann die letzten jahre viel mit der freundin gemacht hat und anderes hat schleifen lassen ..

N?urarFihxyon


Und wie und warum?

Beides jeweils bezogen auf das Leben in der Isolation, sowie auf das Rauskämpfen.

I

Isolation kann eine tolle Sache sein, wenn man sie bewusst sucht, lebt und genießt. In meinemFall war das aber nicht so. Ich habe eine schwere soziale Phobie entwickelt und mit dieser haben sich nach und nach alle Freunde, Bekannte und Zukunftsaussichten verabschiedet.

Ich kämpfe mich da raus, weil ich nicht für den Rest meines Lebens ein missmutiger, passiver, misanthropischer Troll-under-a-bridge sein möchte, der darauf wartet, dass die Welt mit offenen Armen auf ihn zu kommt, denn das wird sie nicht.

Ich brauchte nie viel, und brauche es jetzt nicht. Ich lerne die kleinen Dinge im Leben zu genießen, entwickle sehr langsam soziale Kompetenzen, deren Erwerbung mir in der Vergangenheit aus Gründen nicht vergönnt waren.

Mein Leben ist nicht toll, aber es wird besser. Stück für Stück. Und so wie ich mich verändere, verändert sich auch mein Umfeld und wie dieses auf mich reagiert.

Meine großen Träume werde ich wohl nicht mehr erreichen können, also versuche ich das beste aus dem zu machen, was eben machbar ist. Manchmal tun sich neue Perspektiven erst auf, wenn man sie nicht aktiv sucht und sie forciert. Who knows?

So wie du jetzt bist, möchte ich nie mehr sein. Ich meine das weder beleidigend, noch als Anklage. Du merkst ja selbst, dass du nicht weiter kommst.

Ja, wenn die Leute schreiben: Tu dieses und jenes, probier x und y, wenn du nicht a oder b... sind das oft leere Phrasen, wenn sie nicht selbst in der Situation waren. Aber ich bin der Beweis, dass manche dieser Phrasen wahr sind. Nein, nicht wahr sind, dass man sie selbst wahr machen kann. Es mag 5, 10 oder 15 Jahre dauern, aber es kann funktionieren.

LXaRudcOolxa


:)^

B=orl`axg


Isolation kann eine tolle Sache sein, wenn man sie bewusst sucht, lebt und genießt. In meinemFall war das aber nicht so. Ich habe eine schwere soziale Phobie entwickelt und mit dieser haben sich nach und nach alle Freunde, Bekannte und Zukunftsaussichten verabschiedet.

Leider wahr :-(

Ich kämpfe mich da raus, weil ich nicht für den Rest meines Lebens ein missmutiger, passiver, misanthropischer Troll-under-a-bridge sein möchte, der darauf wartet, dass die Welt mit offenen Armen auf ihn zu kommt, denn das wird sie nicht.

Ich brauchte nie viel, und brauche es jetzt nicht. Ich lerne die kleinen Dinge im Leben zu genießen, entwickle sehr langsam soziale Kompetenzen, deren Erwerbung mir in der Vergangenheit aus Gründen nicht vergönnt waren.

Mein Leben ist nicht toll, aber es wird besser. Stück für Stück. Und so wie ich mich verändere, verändert sich auch mein Umfeld und wie dieses auf mich reagiert.

Da hast du ja noch Glück im Unglück gehabt. Diese Aussage hilft dir nicht unbedingt weiter, aber auch eine schlechte Situation kann gute Seiten haben. :)z

Meine großen Träume werde ich wohl nicht mehr erreichen können, also versuche ich das beste aus dem zu machen, was eben machbar ist. Manchmal tun sich neue Perspektiven erst auf, wenn man sie nicht aktiv sucht und sie forciert. Who knows?

So wie du jetzt bist, möchte ich nie mehr sein. Ich meine das weder beleidigend, noch als Anklage. Du merkst ja selbst, dass du nicht weiter kommst.

Ja, wenn die Leute schreiben: Tu dieses und jenes, probier x und y, wenn du nicht a oder b... sind das oft leere Phrasen, wenn sie nicht selbst in der Situation waren. Aber ich bin der Beweis, dass manche dieser Phrasen wahr sind. Nein, nicht wahr sind, dass man sie selbst wahr machen kann. Es mag 5, 10 oder 15 Jahre dauern, aber es kann funktionieren.

Das kommt aber vorallem darauf an was du bereits erreicht hast. Sonst erkenne ich ja nicht, ob die Ratschläge dir auch tatsächlich zum Erfolg verholfen haben.

N<urari:hyon


Das kommt aber vorallem darauf an was du bereits erreicht hast. Sonst erkenne ich ja nicht, ob die Ratschläge dir auch tatsächlich zum Erfolg verholfen haben.

Kommt sehr darauf an, wie man Erfolg für sich definiert. Weder habe ich urplötzlich mein Traumstudium abgeschlossen, noch einen sonstigen Beruf. Auch flog mir nicht plötzlich das Geld zu. Dass ich an jeder Hand 5 Freunde habe, kann ich auch nicht behaupten. Nach 10 Jahren Isolation kommt das nicht einfach so. Und ich strebe dem nicht (mehr) aktiv entgegen. Stattdessen lerne ich langsam, ganz kleine Dinge zu genießen und schätzen zu lernen, die für andere Menschen normal und alltäglich sind.

Ich habe einen Tag an einem Badesee verbracht und ihn ziemlich genießen können. Ich habe meiner Welt Grautöne hinzu gefügt. Ich war in einem Restaurant essen. Das ist eine kleine Auswahl an Dingen, die für die allermeisten Menschen alltäglich, normal und Standard sind. Aber ich habe gelernt, dass ich mich nicht an den Normen und Standards anderer Menschen, "normaler" Menschen, messen kann, darf und will. Für mich sind das nach einem Jehrzehnt beinahe völliger Isolation gigantische Dinge, riesige Fortschritte. Ich messe mich nicht mehr an dem, was ich verpasst und nicht erreicht habe, sondern an dem, was ich bereits erreicht habe, wie gering auch immer es scheinen mag.

Klingt nach einem ganz guten Leben, oder? Ist es aber nicht. Die allermeisten Tage sind schlecht, mühsam, schmerzaft und anstrengend. Die Welt ist scheiße, die Menschen sind scheiße, es passiert nur Scheiße und eigentlich bin ich eh nur ein Versager. Eigentlich könnte ich mich auch von der Brücke stürzen. Wer würde mich schon vermissen?

Ich sag dir mal was: Die Scheiße überwiegt und wird das vermutlich auch noch eine lange Zeit tun. Aber es gibt Hoffnung. Sie blitzt immer mal wieder durch. Und ich will mehr davon.

L]aRucxola


Ich habe einen Tag an einem Badesee verbracht

ehrlich gesagt, was will man mehr? Besser kann man das Leben doch kaum genießen.

Ich war in einem Restaurant essen

Sowas war für mich, nach meiner schlimmen Panikattacken-Zeit, auch jedes mal ein Fest.. dass das wieder geht. Sogar einkaufen im Supermarkt war Grund für Freude und Euphorie.

Die Welt ist scheiße, die Menschen sind scheiße, es passiert nur Scheiße

aaaaber man kann Essen gehen und die Tage am Badesee verbringen, ergo, lohnt sich dennoch ;-)

L8ich(tAmHorUizont


@ Nurarihyon

Wer würde mich schon vermissen?

Ich (hier im Forum).

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