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Wer lebt in Isolation?

B<orVla@g


Kommt sehr darauf an, wie man Erfolg für sich definiert. Weder habe ich urplötzlich mein Traumstudium abgeschlossen, noch einen sonstigen Beruf. Auch flog mir nicht plötzlich das Geld zu. Dass ich an jeder Hand 5 Freunde habe, kann ich auch nicht behaupten. Nach 10 Jahren Isolation kommt das nicht einfach so. Und ich strebe dem nicht (mehr) aktiv entgegen. Stattdessen lerne ich langsam, ganz kleine Dinge zu genießen und schätzen zu lernen, die für andere Menschen normal und alltäglich sind.

Ich habe einen Tag an einem Badesee verbracht und ihn ziemlich genießen können. Ich habe meiner Welt Grautöne hinzu gefügt. Ich war in einem Restaurant essen. Das ist eine kleine Auswahl an Dingen, die für die allermeisten Menschen alltäglich, normal und Standard sind. Aber ich habe gelernt, dass ich mich nicht an den Normen und Standards anderer Menschen, "normaler" Menschen, messen kann, darf und will. Für mich sind das nach einem Jehrzehnt beinahe völliger Isolation gigantische Dinge, riesige Fortschritte. Ich messe mich nicht mehr an dem, was ich verpasst und nicht erreicht habe, sondern an dem, was ich bereits erreicht habe, wie gering auch immer es scheinen mag.

Klingt nach einem ganz guten Leben, oder?

Wenn ich ehrlich sein soll tut es das überhaupt nicht :-| Also in meinen Ohren

Ist es aber nicht. Die allermeisten Tage sind schlecht, mühsam, schmerzaft und anstrengend. Die Welt ist scheiße, die Menschen sind scheiße, es passiert nur Scheiße und eigentlich bin ich eh nur ein Versager. Eigentlich könnte ich mich auch von der Brücke stürzen. Wer würde mich schon vermissen?

Dann sind wir ja quasi doch noch in derselben Situation. Du scheinst also noch immer so zu sein wie ich. Wobei ich nicht die Welt, oder die anderen Menschen verurteile. Fortschritt scheinst du allerdings schon gemacht zu haben und das ist toll! Respekt :)^

Ich sag dir mal was: Die Scheiße überwiegt und wird das vermutlich auch noch eine lange Zeit tun. Aber es gibt Hoffnung. Sie blitzt immer mal wieder durch. Und ich will mehr davon.

Auf Hoffnung allein darf man sich nicht fixieren. Die Hoffnung hat mich in meine derzeitige Lage gebracht. Optimismus ja, blindes Vertrauen nein!

NTurarqihyon


Wenn ich ehrlich sein soll tut es das überhaupt nicht :-| Also in meinen Ohren

Wenn das für dich nicht besser ist als totale Isolation, dann weißt du ja, woran du dringend arbeiten solltest.

Dann sind wir ja quasi doch noch in derselben Situation. Du scheinst also noch immer so zu sein wie ich.

Das wage ich ernsthaft zu bezweifeln. ;-D Vergleiche mal deine Beiträge (und eröffneten Threads) mit meinen. Dir fällt da wirklich keine Diskrepanz auf? Nichtmal ein wenig? Auch nicht, wie die Leute auf unsere Beiträge reagieren? ":/

Fortschritt scheinst du allerdings schon gemacht zu haben und das ist toll! Respekt :)^

Jeder Tag ist ein Tag, an dem man sich über eine Kleinigkeit freuen kann.

Heute kamen meine neuen Adidas Badelatschen. Die führe ich Dienstag in einem Spaßbad apszieren, nachdem ich in einem Pfannkuchen-Restaurant gespeist habe. :-D

Auf Hoffnung allein darf man sich nicht fixieren. Die Hoffnung hat mich in meine derzeitige Lage gebracht. Optimismus ja, blindes Vertrauen nein!

Hoffnung darauf, dass sich etwas ändert, wenn man darum kämpft? Doch, darauf kann man sich verlassen. Es ändert sich nicht alles, nicht sofort, und manches nichtmal zum Besseren. Aber verlassen kannst du dich darauf. Und wenn dich der eine Weg nicht weiter bringt, dann tut es ein anderer.

LgaRfulcolxa


Ne, also, Borlag, Du bist wirklich überhaupt nicht so wie Nurarihyon. Das ist echt mal der Witz des Monats..

Ich finde, neben "Hoffnung" und "Kämpfen" gibt es noch einen weiteren, ganz relevanten Faktor, und zwar "Aufgeschlossenheit". Man muss offenen Auges durch die Welt gehen und Chancen, die sich einem von selber in den Weg legen, auch ergreifen. Wenn man sich zu starr auf ein Ziel fixiert, kann es sein, dass man es nicht erreicht, aber "Seitenwege", die sich angeboten hätten, übersieht.

B5orl*axg


Wenn das für dich nicht besser ist als totale Isolation, dann weißt du ja, woran du dringend arbeiten solltest.

Nein ":/ Woran denn?

Und ich hatte das so verstanden, dass du allein am Badesee und im Restaurant warst.

Das wage ich ernsthaft zu bezweifeln. ;-D Vergleiche mal deine Beiträge (und eröffneten Threads) mit meinen. Dir fällt da wirklich keine Diskrepanz auf? Nichtmal ein wenig? Auch nicht, wie die Leute auf unsere Beiträge reagieren? ":/

Deine eröffneten Threads kann ich nicht sehen. Inwiefern meinst du dich denn zu unterscheiden?

Hoffnung darauf, dass sich etwas ändert, wenn man darum kämpft? Doch, darauf kann man sich verlassen. Es ändert sich nicht alles, nicht sofort, und manches nichtmal zum Besseren. Aber verlassen kannst du dich darauf. Und wenn dich der eine Weg nicht weiter bringt, dann tut es ein anderer.

Ich habe extra geschrieben Hoffnung allein. Man muss kämpfen, dabei kann man optimistisch sein. Aber am Ende hilft nur das Kämpfen, selbst wenn man keine Hoffnung hat.

K_lexio


Borlag

Es überrascht mich, dass es doch so viele Menschen gibt, die freiwillig isoliert leben und die zeitgleich nichts vermissen.

In der Gewissheit das jederzeit ändern zu können, wenn ich will, lässt mich nichts vermissen. Ansonsten treffe ich tagsüber die verschiedensten Menschen. Diese Eindrücke muss ich ja auch verarbeiten, zumindest bin ich die Person, die das gerne macht. Das ist ja ein ständiges Lernen, egal ob aus der direkten Kommunikation oder den Situationen, die ich beobachte. Was hat wer gemacht, gesagt, wie hat wer reagiert, was ist dabei herausgekommen, hätte ich es anders wollen, was hätte ich dann tun und sagen müssen, wie kann ich es das nächste Mal angehen, etc.

Auch kann ich sagen, dass dieses Nähe-Distanzverhältnis zu anderen in Zickzack-Linien verläuft und ich genauso Phasen habe, in denen ich mich sehr öffne und auf Leute zugehe. Das ist für Außenstehende nicht zu merken. Ob ich gerade verschlossen oder offen bin, ist an meinen sozialen Kontakten oder meinem Umgang mit anderen nicht zu merken. Das ist so, seit ich eben das erste Mal aus meiner gewohnten Umgebung gerissen wurde und in eine neue Umgebung kam. Anfang des Studiums natürlich auch, fremde Stadt, fremde Leute, etc. Dasselbe nach meiner Scheidung, mit einem neuen Job, neue Wohnung. Da kommen auf einen größere Änderungen zu. Dieses Nähe-Distanzverhältnis im Zickzack ist aber auch auf den Tag aufgeteilt. Es gibt Zeiten, da unterhalte ich mich und dann wieder will ich meine Ruhe, Türe zu.

Ich hatte eigentlich auf Ratschläge gehofft, wie man mit der Situation bestmöglich umgehen kann, aber den meisten scheint es hier ja einfach so schon zu gefallen allein zu sein

Ich sehe da schon einige Nuancen. Sogar wenn manchen ihre soziale Isolation selbst gefällt, so heißt es nicht, dass es allgemein gesehen gesund ist. Sozialphobie oder dergleichen kann für einen nicht gut sein, sogar wenn man es selbst nicht so sieht.

Die Interaktion mit ihnen führt fast ausschließlich zu unangenehmen Situationen für mich. Deswegen meide ich sie, ohne die Menschen selbst dafür zu verurteilen.

Warum solltest Du auch andere verurteilen? Andere sind ja nicht für Dein Befinden verantwortlich.

Das klingt nun zunächst erstmal so als hättest du die Menschen abgelehnt und nicht umgekehrt? Oder entstand das aus einer tiefgreifenden Unsicherheit, also der Angst vor Ablehnung?

Es ist wichtig erkennen zu können, ob ich etwas falsch mache oder ich mich nur in einer falschen Gesellschaft befinde. Meistens ist es ja von beiden etwas. ]:D Auch da kann ich z. B. bei mir ein Muster erkennen – seit meiner Kindheit. Hätte es ständig nur Kritik bzw. Ablehnung gegeben, wäre die logische Erkenntnis gewesen, dass ich etwas falsch mache. Wie bei einem Vorstellungsgespräch. Da kenne ich ja auch die Rahmenbedingungen, in denen ich mich bewegen muss, damit ich überhaupt eingeladen werde. Genauso aber weiß ich bei gewissen Fragen, was ich antworten sollte bzw. wenn ich es nicht tue, weiß ich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit bei gewissen Aussagen ist, dass die abgelehnt wird. Man gewinnt ja auch Menschenkenntnis. Mit dem Grad der Selbsterkenntnis, ist das alles ganz gut einzuschätzen. Mit dem Grad der Selbsterkenntnis weiß ich auch, welche Konsequenz ich trage (tragen will) und wo ich diplomatisch bin, damit ich nicht gleich "rausfliege", also abgelehnt werde. Gilt ja auch für eine Gruppe. Auch die weiß, wenn sie gleiche Werte hat, was sie von einer anderen Gruppe zu erwarten hat, die andere Werte hat (z. B. politische Gruppierungen).

Deine eröffneten Threads kann ich nicht sehen. Inwiefern meinst du dich denn zu unterscheiden?

Es ist auch im Forum sehr einfach für sich seine Erkenntnisse zu gewinnen. Wie reagiert wer auf meine Beiträge. Auf eine gewisse Weise ist es vereinfacht (als im persönlichen Umgang) und sehr gut zur Erkenntnisgewinnung.

Ich habe extra geschrieben Hoffnung allein. Man muss kämpfen, dabei kann man optimistisch sein. Aber am Ende hilft nur das Kämpfen, selbst wenn man keine Hoffnung hat.

Ich habe da eine andere Erfahrung. Phasen des Kampfes waren für mich nie erfüllte und zufriedene Phasen oder gar Phasen, in denen ich das Gefühl hatte angenommen und respektiert zu werden. Das waren immer nur die Phasen des Nicht-Kampfes, der Annahme, der eigenen und der der anderen.

B^oFrxlag


In der Gewissheit das jederzeit ändern zu können, wenn ich will, lässt mich nichts vermissen. Ansonsten treffe ich tagsüber die verschiedensten Menschen. Diese Eindrücke muss ich ja auch verarbeiten, zumindest bin ich die Person, die das gerne macht. Das ist ja ein ständiges Lernen, egal ob aus der direkten Kommunikation oder den Situationen, die ich beobachte. Was hat wer gemacht, gesagt, wie hat wer reagiert, was ist dabei herausgekommen, hätte ich es anders wollen, was hätte ich dann tun und sagen müssen, wie kann ich es das nächste Mal angehen, etc.

Auch kann ich sagen, dass dieses Nähe-Distanzverhältnis zu anderen in Zickzack-Linien verläuft und ich genauso Phasen habe, in denen ich mich sehr öffne und auf Leute zugehe. Das ist für Außenstehende nicht zu merken. Ob ich gerade verschlossen oder offen bin, ist an meinen sozialen Kontakten oder meinem Umgang mit anderen nicht zu merken. Das ist so, seit ich eben das erste Mal aus meiner gewohnten Umgebung gerissen wurde und in eine neue Umgebung kam. Anfang des Studiums natürlich auch, fremde Stadt, fremde Leute, etc. Dasselbe nach meiner Scheidung, mit einem neuen Job, neue Wohnung. Da kommen auf einen größere Änderungen zu. Dieses Nähe-Distanzverhältnis im Zickzack ist aber auch auf den Tag aufgeteilt. Es gibt Zeiten, da unterhalte ich mich und dann wieder will ich meine Ruhe, Türe zu.

Danke :)^ Das hilft mir sehr die freiwillige Wahl der Isolation nachvollziehen zu können.

Die Interaktion mit ihnen führt fast ausschließlich zu unangenehmen Situationen für mich. Deswegen meide ich sie, ohne die Menschen selbst dafür zu verurteilen.

Warum solltest Du auch andere verurteilen? Andere sind ja nicht für Dein Befinden verantwortlich.

Ja und nein.

Das Verhalten anderer führt zu meinem Befinden.

Aber dafür können sie ja nichts und ändern sollen sie sich auch nicht. Also gibt es keinen Grund sie zu verurteilen.

Es ist wichtig erkennen zu können, ob ich etwas falsch mache oder ich mich nur in einer falschen Gesellschaft befinde. Meistens ist es ja von beiden etwas. ]:D Auch da kann ich z. B. bei mir ein Muster erkennen – seit meiner Kindheit. Hätte es ständig nur Kritik bzw. Ablehnung gegeben, wäre die logische Erkenntnis gewesen, dass ich etwas falsch mache. Wie bei einem Vorstellungsgespräch. Da kenne ich ja auch die Rahmenbedingungen, in denen ich mich bewegen muss, damit ich überhaupt eingeladen werde. Genauso aber weiß ich bei gewissen Fragen, was ich antworten sollte bzw. wenn ich es nicht tue, weiß ich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit bei gewissen Aussagen ist, dass die abgelehnt wird. Man gewinnt ja auch Menschenkenntnis. Mit dem Grad der Selbsterkenntnis, ist das alles ganz gut einzuschätzen. Mit dem Grad der Selbsterkenntnis weiß ich auch, welche Konsequenz ich trage (tragen will) und wo ich diplomatisch bin, damit ich nicht gleich "rausfliege", also abgelehnt werde. Gilt ja auch für eine Gruppe. Auch die weiß, wenn sie gleiche Werte hat, was sie von einer anderen Gruppe zu erwarten hat, die andere Werte hat (z. B. politische Gruppierungen).

Logisch! :)z

Es ist auch im Forum sehr einfach für sich seine Erkenntnisse zu gewinnen. Wie reagiert wer auf meine Beiträge. Auf eine gewisse Weise ist es vereinfacht (als im persönlichen Umgang) und sehr gut zur Erkenntnisgewinnung.

Naja nur durch die Reaktionen wird man kaum Erkenntnisse für sich sammeln können. Die Reaktionen auf meine Beiträge sind nachvollziehbar, aber bringen mir zeitgleich keine neue Erkenntnis über mich selbst.

Ich habe da eine andere Erfahrung. Phasen des Kampfes waren für mich nie erfüllte und zufriedene Phasen oder gar Phasen, in denen ich das Gefühl hatte angenommen und respektiert zu werden. Das waren immer nur die Phasen des Nicht-Kampfes, der Annahme, der eigenen und der der anderen.

Natürlich! Die Kampfphasen sollen selbst auch gar nicht erfüllend oder zufriedenstellend sein. Sonst wäre es ja ein Stillstand, der zum Glück verhilft. Also das Gegenteil des Kampfes. Ein Kampf, der keiner ist quasi.

Beim Kampf verfolgt man ein Ziel. Dieses Ziel soll eine erfüllte und zufriedene Zeit sein. In diesem Fall gilt leider nicht "Der Weg ist das Ziel."

Khleixo


Borlag

Das Verhalten anderer führt zu meinem Befinden.

Das Thema hatten wir schon. Sehe ich bekanntlich anders.

Aber dafür können sie ja nichts und ändern sollen sie sich auch nicht. Also gibt es keinen Grund sie zu verurteilen.

Nein, aber das wäre eben ein Ansatz selbst etwas zu ändern, wenn man etwas ändern wollte.

Naja nur durch die Reaktionen wird man kaum Erkenntnisse für sich sammeln können. Die Reaktionen auf meine Beiträge sind nachvollziehbar, aber bringen mir zeitgleich keine neue Erkenntnis über mich selbst.

Mir bringt jede Auseinandersetzung auch eine Erkenntnis über mich und mein Verhalten. Wie geht es mir mit der Einstellung, wie geht es mir mit dem Geschriebenen, wie geht es mir mit der Emotion (es gibt ja auch sehr emotionale Beiträge), steht da etwas, woran ich noch so nicht gedacht habe, wenn nicht, dann denke und fühle ich mich ein, sehe ich einen Sinn im Geschriebenen, sehe ich einen Sinn in der Auseinandersetzung, warum sehe ich einen Sinn darin, was ist mir wichtig, worum geht es mir, etc. etc.

Natürlich! Die Kampfphasen sollen selbst auch gar nicht erfüllend oder zufriedenstellend sein. Sonst wäre es ja ein Stillstand, der zum Glück verhilft. Also das Gegenteil des Kampfes. Ein Kampf, der keiner ist quasi.

Kampf ist für mich Stillstand. Aus meiner Sicht "soll" es für mich solche Kampfphasen überhaupt nicht geben. Ich kämpfe gegen etwas Unvermeintliches und bewege mich auf der Stelle. Natürlich liegt es an mir, dass ich mich in so einer Kampfphase befinde, weil es offensichtlich etwas gibt, was ich nicht sehe oder nicht sehen will.

Beim Kampf verfolgt man ein Ziel. Dieses Ziel soll eine erfüllte und zufriedene Zeit sein. In diesem Fall gilt leider nicht "Der Weg ist das Ziel."

Sehe ich auch anders und empfinde es auch anders. Erst in der Akzeptanz und der Erfüllung meines Seines kann ich mich frei entfalten und alle meine Talente nutzen. Das ist das, was ich an mir beobachtet habe, als ich nicht gekämpft habe. Auch das hatten wir in Deinem anderen Faden.

SMald4o


Das klingt nun zunächst erstmal so als hättest du die Menschen abgelehnt und nicht umgekehrt?

Da bin ich der gleichen Ansicht wie Nurarihyon und Kleio: eigentlich ist das beides das Gleiche.

Wenn ich aufgrund von irgendwas (in meinem Fall war es, dass ich anders war bzw mich nicht anpassen wollte, schon in der frühen Kindheit) nicht so bin wie die anderen, ecke ich möglicherweise an. Wenn ich mit meinem Anderssein also ein Problem habe und ich lasse das meine Umwelt spüren - ganz egal, ob ich das merke oder nicht - dann wird da ein Ursache/Wirkungs-Kreis draus. Mit anderen Worten: irgendwann ist egal, wer angefangen hat, aber seinen Ursprung hat meine Scheissumwelt in meinem Verhalten und wie die Menschen darauf reagieren.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, da wieder herauszukommen und der geht über die Person im Spiegel.

Wenn man beschließt, Dinge zu ändern, weil man verstanden hat, dass man sonst immer wieder in die Isolation gerät, wenn man es nicht bei den anderen sucht, sondern bei sich selber anfangen will, dann reicht die Entscheidung schon, etwas zu ändern.

Nur es auf andere zu schieben oder zu erwarten, dass andere kapieren und sich ändern hat keinen Sinn.

L$aRu3cola


Wenn man mal von offensichtlich inakzeptablen Zuständen wie Hungersnot, Kerkerhaft oder gefoltert-werden absieht, entscheidet sogar einzig und allein die eigene Akzeptanz und Einstellung über unsere Zufriedenheit.

Wir sind dann zufrieden, wenn wir unsere Situation als zufriedenstellend bewerten, völlig unabhängig von der Situation selber. Die Situation kann objektiv gesehen noch so toll (oder noch so mies sein), wenn wir sie nicht akzeptieren und sie als zufriedenstellend bewerten, werden wir uns dennoch nicht gut mir ihr fühlen. Einzig und allein wir selber entscheiden daher über unser Wohlbefinden.

Aber genauso wie diese Dinge absolut sicher feststehen, dürfte auch absolut sicher feststehen, dass unser Borlag nichts davon annehmen wird und auch dieser Faden wie alle anderen sich im Kreise dreht.

N|uraSrihyxon


@ Licht

Danke übrigens. Hatte dich glatt überlesen.

Nun, ich fühle mich nicht (mehr) durchweg so. Aber was man sich mehr als die Hälfte seines Lebens eingetrichtert hat, kehrt sich nicht in wenigen Jahren ins Gegenteil. Der Gedanke ist wie ein Reflex, der immer wieder in einem aufblitzt. An besseren Tagen kann man ihn gesünder einordnen, als diesem Gefühl allzugroßen Glauben zu schenken.

Übrigens, und das sage ich deutlich: Ich finde die Welt immernoch scheiße. Menschen sind mir auch größtenteils zuwider. Was für ein Fortschritt, dass ich "größtenteils" schreibe ;-D

Wenn ich mich eine kleine Grauzone erschaffen kann, ich der ich so einigermaßen vor mich hin existieren kann, ohne auf das Links und Rechts zu schielen, bin ich zufrieden. Und wenn ich aus all den Menschen, die ich eigentlich doof finde und meide, einige wenige finde, die ich ab und zu in meine kleine Grauzone einladen kann, dann ist das in Ordnung für mich.

Ein 6er im Lotto wäre natürlich das Erdbeerchen auf dem Haufen Scheiße namens Leben. ;-D ;-D Aber wir wollen mal nicht gierig werden.

@ Borlag

Die Kampfphasen sollen selbst auch gar nicht erfüllend oder zufriedenstellend sein.

Sagt wer? Du benutzt mir viel zu oft die Wörter sollen, dürfen, müssen.

Klar darf und kann auch der Kampf erfüllen. Alleine deswegen, weil du merkst, dass du den Arsch hoch bekommst. Kämpfen um des Kampfes willen sind - da gebe ich euch recht - nutz- und sinnlos.

Wenn ich mein Leben metaphorisch als Profi-Bockampf über 12 Runden betrachte, dann befände ich mich mich gerade im Aufbautraining. Ich kenne meinen Gegner und studiere ihn. Ich bereite mich vor und weiß, dass ich einige Schläge einstecken werden muss. Womöglich werde ich auch mal zu Boden geschickt. Aber würde ich mir den Sieg nicht zutrauen, säße ich stattdessen daheim mit einer Tüte Chips auf der Couch.

S#aldo


... und dein noch übermächtiger Gegner bist du selber.

Ich habe ihm in der zweiten Runde (schlechter Trainer in der ersten Runde und eigene Schuld) einen Kinnhaken verpasst, von dem er sich nicht mehr erholen wird.

Meinen Sieg habe ich dann errungen, wenn ich den Arsch umarmen kann und wir den Ring Arm in Arm verlassen können. Er weiss schon, dass er längst verloren hat und dieser Moment nicht mehr weit ist.

LWichCtAmHorxizont


@ Nurarihyon

Danke übrigens. Hatte dich glatt überlesen.

Bin es gewohnt, übersehen zu werden… :°( ;-)

Übrigens, und das sage ich deutlich: Ich finde die Welt immernoch scheiße. Menschen sind mir auch größtenteils zuwider.

Geht mir nicht anders. Allenfalls kann ich mit Teilen von Menschen etwas anfangen. Einer ist in diesem Belang in Ordnung, ein anderer in einem anderen - dennoch bin ich in der Regel froh, wenn die Gesellschaft mit dem Menschen irgendwann auch wieder endet und ich meine Ruhe habe.

B)orlaxg


Das Thema hatten wir schon. Sehe ich bekanntlich anders.

Meine Emotionen habe ich schon so gut es geht von der Außenwelt abgekapselt. Ich habe es schon geschafft mich abzuhärten, aber die Außenwelt ganz ignorieren kann ich nicht. Ich wüsste auch nicht wie man das schaffen soll, kann mir aber gerne jemand erklären. Wenn mich jemand beleidigt trifft mich das und wenn mich jemand lobt freut mich das. So ist das eben.

Nein, aber das wäre eben ein Ansatz selbst etwas zu ändern, wenn man etwas ändern wollte.

Ja, die entsprechenden Punkte habe ich ja schon in anderen Themen hinterfragt. Die Antworten waren ernüchternd. Größtenteils ist es laut Aussage des Forums nicht zu ändern, deswegen versuche ich mich mit der gebliebenen Option der Isolation abzufinden. Daher dieser Faden.

Mir bringt jede Auseinandersetzung auch eine Erkenntnis über mich und mein Verhalten. Wie geht es mir mit der Einstellung, wie geht es mir mit dem Geschriebenen, wie geht es mir mit der Emotion (es gibt ja auch sehr emotionale Beiträge), steht da etwas, woran ich noch so nicht gedacht habe, wenn nicht, dann denke und fühle ich mich ein, sehe ich einen Sinn im Geschriebenen, sehe ich einen Sinn in der Auseinandersetzung, warum sehe ich einen Sinn darin, was ist mir wichtig, worum geht es mir, etc. etc.

Das ist bei mir leider nicht so :|N

Kampf ist für mich Stillstand.

Nur wenn man für etwas Unerreichbares kämpft. Ansonsten ist Kamp das genaue Gegenteil von Stillstand. Sehnt man sich nach etwas Unerreichbarem ist allerdings sowieso alles ein Stillstand. Da wir in diesem Fall von Zufriedenheit sprachen nach der man sich sehnt kann man auch nicht einfach loslassen. Die Zufriedenheit loslassen und den Kampf um sie aufgeben, damit man zufrieden ist. Ergibt so ja keinen Sinn.

Aus meiner Sicht "soll" es für mich solche Kampfphasen überhaupt nicht geben. Ich kämpfe gegen etwas Unvermeintliches und bewege mich auf der Stelle. Natürlich liegt es an mir, dass ich mich in so einer Kampfphase befinde, weil es offensichtlich etwas gibt, was ich nicht sehe oder nicht sehen will.

Nein, weil es etwas gibt, was du nicht hast, oder haben kannst!

Sehe ich auch anders und empfinde es auch anders. Erst in der Akzeptanz und der Erfüllung meines Seines kann ich mich frei entfalten und alle meine Talente nutzen. Das ist das, was ich an mir beobachtet habe, als ich nicht gekämpft habe. Auch das hatten wir in Deinem anderen Faden.

Das setzt wieder ein gewisses Grundpotenzial und eine auszuhaltende Grundsituation voraus. Beides ist mir leider nicht gegönnt.

Da bin ich der gleichen Ansicht wie Nurarihyon und Kleio: eigentlich ist das beides das Gleiche.

Wenn ich aufgrund von irgendwas (in meinem Fall war es, dass ich anders war bzw mich nicht anpassen wollte, schon in der frühen Kindheit) nicht so bin wie die anderen, ecke ich möglicherweise an. Wenn ich mit meinem Anderssein also ein Problem habe und ich lasse das meine Umwelt spüren - ganz egal, ob ich das merke oder nicht - dann wird da ein Ursache/Wirkungs-Kreis draus. Mit anderen Worten: irgendwann ist egal, wer angefangen hat, aber seinen Ursprung hat meine Scheissumwelt in meinem Verhalten und wie die Menschen darauf reagieren.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, da wieder herauszukommen und der geht über die Person im Spiegel.

Wenn man beschließt, Dinge zu ändern, weil man verstanden hat, dass man sonst immer wieder in die Isolation gerät, wenn man es nicht bei den anderen sucht, sondern bei sich selber anfangen will, dann reicht die Entscheidung schon, etwas zu ändern.

Nur es auf andere zu schieben oder zu erwarten, dass andere kapieren und sich ändern hat keinen Sinn.

Wie gesagt sprechen wir hier ja über Auslöser, auf die ich keinen Einfluss habe. Zeitgleich erwarte ich aber auch nicht, dass andere sich stattdessen ändern.

Sagt wer? Du benutzt mir viel zu oft die Wörter sollen, dürfen, müssen.

Klar darf und kann auch der Kampf erfüllen. Alleine deswegen, weil du merkst, dass du den Arsch hoch bekommst. Kämpfen um des Kampfes willen sind - da gebe ich euch recht - nutz- und sinnlos.

Damit meine ich, dass es nicht der Sinn der Kampfphase ist erfüllend zu sein. Sie kann es trotzdem sein. Das ist aber dann nur ein Bonus.

Wenn ich mein Leben metaphorisch als Profi-Bockampf über 12 Runden betrachte, dann befände ich mich mich gerade im Aufbautraining. Ich kenne meinen Gegner und studiere ihn. Ich bereite mich vor und weiß, dass ich einige Schläge einstecken werden muss. Womöglich werde ich auch mal zu Boden geschickt. Aber würde ich mir den Sieg nicht zutrauen, säße ich stattdessen daheim mit einer Tüte Chips auf der Couch.

Ich bin in dem Fall der Querschnittsgelähmte, der vom Publikum ausgebuht wird, weil er vom Profiboxer nur auf die Fre**e bekommt. ;-)

N=urar<ihyon


Ich bin in dem Fall der Querschnittsgelähmte, der vom Publikum ausgebuht wird, weil er vom Profiboxer nur auf die Fre**e bekommt. ;-)

Du könntest auch der Querschnittsgelähmte sein, dem das Publikum für seinen Mut zujubelt. Im Moment bist du eher der, der gar nicht weiß, gegen wen er kämpft, aber denkt, dass er so oder so verliert. Warum also trainieren?

Bforlxag


Du könntest auch der Querschnittsgelähmte sein, dem das Publikum für seinen Mut zujubelt.

Nein, kann ich nicht. Das Publikum hasst einseitige Kämpfe und Verlierer. So ist es (das Publikum) und es ist nicht zu ändern und soll sich auch gar nicht ändern)

Im Moment bist du eher der, der gar nicht weiß, gegen wen er kämpft, aber denkt, dass er so oder so verliert. Warum also trainieren?

Weil nicht zu kämpfen bedeuten würde in der Ecke zu verrotten.

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