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Vergewaltigungen

B3ammbienxe


@ Paul_Revere

Willst du unterstellen, dass ein Vergewaltigungs-Opfer die Tat als eine Art "Sex" ansehen könnte? Oder wieso sollte die sexuelle Orientierung des Opfers eine Rolle spielen?

E/hemaZliger N^utzer0 (#476x793)


@ Thalina:

Ja, mir geht es wieder einigermassen gut. Ich finde auch, dass viele dazu neigen sowas zu unterschätzen oder schwach zu reden, so als wäre es gar nicht so schlimm. Ich glaube in den Pfad, den du meinst habe ich auch mal reingesehen. Das mit Vergewaltigung in der Ehe? Ja, da gab es einige garstige Kommis. Da wollte ich eigentlich mitschreiben, habs aber dann gelassen weil ich sonst wieder Sachen geschrieben hätte die so nicht hingehören. Manche Sätze sind für jemanden der sowas erlebt hat wie ein Schlag ins Gesicht. Bei mir war das der Kommi, dass sich eine andre ja über so eine spontanheit gefreut hätte und ob gegen den willen geleckt zu werden wohl auch ein Verbrechen wäre. Manche kapieren es einfach nicht, das eine Vergewaltigung in nichts mit normalem einvernehmlichem Sex gleich zu setzen ist! es ist schrecklich ganz gleich wie wenn es gegen den Willen passiert. Mal ehrlich, ob es jetzt eine Frau, ein mann oder das männermodel von seite 3 gewesen wäre...es wäre trotzdem genau so schlimm gewesen für mich.

Ich finde die Verbreitung von diesen Geschichten ganz schrecklich, die Vergewaltigung verherrlichen in dem sie das mit Liebe gleichsetzen. Das Opfer wehrt sich ein bißchen, es gefällt ihm aber und zum Schluss verliebt er/sie sich in den anderen - ganz furchtbar und an der Realität vorbei.

@ Falco pelegrinoides:

Du hattest mehr Mut wie ich. Ich finde die von dir beschriebene Situation eigentlich eine Frechheit. Wie geffühllos ist denn bitte dieser Richter? Wen wundert es da noch, dass solche Sachen so gut wie nie angezeigt werden und die Dunkelziffer so hoch ist?

Ich habe ja das erste mal Anzeige bei der Polizei gemacht. Da kam ich mir schon verschauckelt vor und ich glaub nicht das die mir geglaubt haben. Es ist dann auch nix weiter passiert. beim 2. mal hab ich deswegen gar keine Anzeige gemacht. Wenn ich es mir recht überlege, ich glaube ich wäre auch nicht in der Lage das durchzuziehen wenn es vor Gericht geht. Man erlebt wieder alles durch, muss vor mehreren fremden Leuten zig Fragen beantworten und der Täter ist auch noch anwesend. Ausserdem weiß man ja nicht, wenn er überhaupt in den Bau kommt, ist er ja bald wieder draussen. evt. rächt der sich dann indem er vor der tür steht. Ich finde Leute wie Polizisten oder Richter sollten darauf geschult werden (also auf den Umgang mit Opfern in solchen Situationen), weil jetzt hat man das Gefühl das man es den Opfern nur extra schwer macht, selbst wenn sie die kraft zu einer Anzeige finden.

Ist jetzt am Thema vorbei, aber passt zum Gericht: Ich hatte schon mal Schiß als ich als Schöffe bei einem Drogenfall dabei sein musste. (2 Angeklagte) die ganze Familie und Freunde der Angeklagten anwesend und wir mussten entscheiden wie lange die noch im bau bleiben müssen. Und der Richter liest die Namen der Schöffen inklusive voller Adresse laut vor. Hallo? ich dachte mir auch: schrei es doch gleich durch die Straßen. man soll ja unvoreingenommen bleiben, ist aber schwer wenn man zb eine höhere zeit verpasst und dran denken muss, jetzt wo die Adresse bekannt ist, könnt ja einer vorbeischauen. ist vielleicht abwegig, aber was weiß man? wozu das Risiko? scheint aber jetzt geändert worden zu sein. beim 2. Schöffen-fall hat er nicht mehr die Adressen vorgelesen.

s@uPnnvy8x0


Guten Abend

Also erst mal frage ich mich warum man als so eine Tat überhaupt verstehen will? ":/ Jeder der dieses Trauma durchlebt hat wünscht sich nichts sehnlicher als es endlich zu vergessen.... :°(

Unabhängig davon ob man bewusstlos gewesen ist (was ich persönlich noch schlimmer finde als wenn man die Chance hat sich zu wehren ) oder nicht .Es ist und bleibt ein Übergriff in das Intimste was ein Mensch hat...seine Seele und seine Würde...Das Gefühl der Machtlosigkeit , die Unfähigkeit das Geschehene zu begreifen, die äußerlichen Verletzungen und die innerlichen Verletzungen .Ja zugegeben die Äußerlichen Verletzungen verheilen irgendwann aber die innerlichen eben nicht auch Jahre später leidet man unter diesen Vorfällen.

Für Außenstehende sieht das immer so aus als wäre irgendwann alles wieder in Ordnung aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Der gewisse Tag ,Der gewisse Typ Mensch ...vielleicht auch nur ein Geruch oder ein Schatten oder eine Stimme oder ein Kleidungsstück ....und alles kommt wieder hoch.

So und nun nochmal zu Deiner Frage :Warum sollen diese Menschen ein Leben lang weggesperrt werden ,wenn doch die Opfer es gar nicht mitbekommen haben.

Das schlimme für die Opfer ist einfach zu wissen im Nachhinein da hat sich jemand in welcher Form auch immer an mir vergangen, da sind Sachen passiert die ich niemals freiwillig toleriert und gewollt hätte ...Das Gefühl der Angst es könnte nochmal passieren lässt viele Opfer sich komplett zurückziehen ,Sie können kein Vertrauen mehr aufbauen, vielleicht nicht mehr das Haus verlassen ,das soziale Leben wird teilweise komplett eingestellt ,das ganze Leben verläuft anders als es vielleicht geplant war ..Und ja Ich denke für dieses Verbrechen sollte es viel schärfere Konsequenzen geben als es bisher üblich ist.

Sry für den langen Text :-/

Liebe Grüsse

Sunny

T@halTi9nxa


Hallo sunny80,

hat hier irgendjemand geschrieben, dass er die Tat verstehen will? Der TE versucht doch lediglich zu verstehen was in Opfern nach einer Vergewaltigung vorgeht und warum es so schlimm für sie ist.

Das finde ich ehrlich nur gut, gerade wenn er das selbst bisher nicht nachvollziehen kann. Einfach weil er andere Menschen besser verstehen möchte. Ich kann gut nachvollziehen dass er sich in andere einzufühlen möchte.

LG

Thalina

m"ond+pster2ne


Also erst mal frage ich mich warum man als so eine Tat überhaupt verstehen will? ":/

Mir ist nicht so ganz klar, wie diese Frage gemeint ist. Wer will so eine Tat verstehen/nicht verstehen?

Aus Sicht des TE finde ich die Frage zumindest verständlich. Er möchte gerne verstehen, warum es so schlimm ist, eine Frau im bewusstlosen Zustand zu vergewaltigen. Wenn er es versteht, wird es ihm sicherlich leichter fallen, sich an die entsprechenden Strafgesetze zu halten als wenn er meint, es wäre im Grunde genommen nicht weiter schlimm.

Ist doch nachvollziehbar, oder?

Ich würde es sogar grundsätzlich gut finden, wenn Männer in dieser Hinsicht besser aufgeklärt wären.

SHilb-ermoAnxdauge


Wenn jemand 100000 500-Euro-Scheine in einem Geldspeicher hat und einer wird geklaut, merkt es der Eigentümer wohl auch nicht. Darf man deshalb einen Schein mitnehmen ?

mlosnd+ste rnxe


Nein.

K]lei9o


random_dawg

Immer wieder lese ich, dass besonders Frauen den Tätern einer Vergewaltigung, bei der das Opfer während der Tat nichts mitbekommen hat, den Tod wünschen (oder sehr lange Inhaftierung).

Von welchen Frauen? Frauen, denen es so passiert ist, dass sie KO-Tropfen bekommen haben?

Ich verteidige keineswegs den Täter, aber als Mann fällt es mir irgendwie trotzdem sehr schwer dies nachzuvollziehen. Warum ist es so, dass Opfer einer solchen Vergewaltigung für den Rest ihres Lebens traumatisiert sind?

Jetzt machst Du aber einen Sprung. Das eine ist die subjektive Verarbeitung eines Traumas - das andere ein gerechtes Strafmaß für den Täter zu finden. Dass jemand, der emotional involviert ist, oft ein ganz anderes Strafmaß ansetzen würde, liegt auf der Hand. Deswegen gibt es ja ein Gesetz und einen unabhängigen Richter, der das Strafmaß ansetzt.

Somit - warum ist es so, dass viele Opfer (nicht alle, Menschen sind nicht gleich und sie verarbeiten Erlebnisse unterschiedlich) ein Leben lang traumatisiert sind - weil das so ist. Niemand sucht sich ein Trauma aus und es ist völlig unterschiedlich, was für wen ein traumatisches Erlebnis ist. Der eine packt etwas weg und der andere geht daran zu Grunde. Dazwischen gibt es die vielfältigsten Variationen. Es reagieren ja nicht alle gleich. Die einen Opfer sind also traumatisiert und unterschiedlich lang Opfer. Jene, die es nicht sind, von denen wirst Du eher auch weniger hören, denn sie haben es hinter sich gelassen. Jedes dritte Mädchen/Frau ist im Verlauf ihres Lebens einem sexuellen Übergriff mehr oder minder schwer ausgesetzt. Und sie verarbeiten es mehr oder minder schwer.

Es fällt mir einfach sehr schwierig soetwas mit dem Tod / einer Jahrzehnte langen Gefängnisstrafe "gleichzusetzen" (auch wenn die meisten Menschen sagen, es gäbe keine gerechte Strafe, da die Tat schlimm genug sei).

Noch einmal - Du vermischst. Ich habe über ein Strafmaß auch nachgedacht. Für mich wäre ein aus meiner Sicht gerechtes Strafmaß den Täter so lange einzusperren, so lange sein Opfer ein Opfer ist, also das Trauma nicht verarbeitet hat. Das hieße für einige Täter einige Jahre und für viele 10 oder 20 Jahre Gefängnis und für andere überhaupt nie wieder frei.

Ich kann aber problemlos nachvollziehen, wenn so einige Stimmen fordern: "Schwanz ab".

Mal eine andere Frage: Verstehst Du Eltern, deren Kinder getötet wurden, dass sie dem Täter den Tod wünschen?

Wüssten sie im Nachhinein nicht, was passiert ist, so ginge es ihnen doch so wie immer, oder liege ich da falsch? (natürlich vorausgesetzt sie wurden von keiner Krankheit wie etwa HIV infiziert).

Ja, aber sie wissen es nun einmal. Damit ist ihnen bewusst, dass jemand mit ihnen etwas gemacht hat, das gegen ihren Willen war. Vielleicht würde es Dir nichts ausmachen ohne Dein Wissen vergewaltigt worden zu sein und vielleicht würdest Du nachher abwinken und sagen, egal, hab nichts mitbekommen also ist es auch nicht geschehen. Andere sind anders. Andere nehmen z. B. eine Vergewaltigung schwer und sie finden es überhaupt nicht prickelnd, auch wenn sie es nicht bewusst mitbekommen haben, dass sich jemand an ihnen vergangen hat.

Ist das Schamgefühl denn so stark, dass man damit nicht mehr leben kann? Warum kommt man darüber denn so schwer hinweg?

Es kann ein Unterschied sein, ob es einem Mädchen oder einer Frau passiert, muss aber nicht. Schamgefühl - sicher, kann auch sein. Angst, kann sein, Kontrollverlust, kann sein, dass man gegen seinen Willen gezwungen wurde, kann sein. Warum kommt man darüber schwer hinweg - weil Menschen wichtig ist, das zu tun, wofür sie sich entschieden haben, weil es ihnen wichtig ist nicht gewaltsam unterworfen zu werden, weil Sex in der Regel aus Liebe geschieht und nicht als Machtinstrument, Schuldgefühle können sein, entweder eigene oder von anderen, etc. etc.

Das sind alles so Fragen die für euch offensichtlich sind, ich sie mir aber so leid es mir tut nicht erklären kann. Bitte verzeiht mir wenn ich das alles so kalt rüberbringe, aber als jemand der soetwas nie erfahren hat fällt es mir sehr schwer das nachzuvollziehen (ich würde wetten dass die meisten Männer das auch nicht ganz verstehen, sich aber nicht trauen dies zu sagen).

Mag sein, aber nachdem jedes 3. Mädchen solchen oder ähnlichen Gewalttaten ausgesetzt ist, gibt es ja die entsprechende Anzahl von Tätern, die zumindest wissen, dass es falsch ist.

Naja, ich weiß nicht, inwieweit es so wichtig ist zu verstehen, warum ein Opfer nachher mit seinem Leben nicht mehr klar kommt. So viel kann auch ein Mann sehen, dass es dem Opfer nicht gut geht, also z. B. der Freundin, Frau oder Tochter und in der Regel wünschen in solchen Situationen nicht nur Frauen/Mütter, sondern auch Väter dem Täter die Pest an den Hals.

DGéq.liéxe


Ich versuche mal, was dazu zu schreiben. Ich stecke selbst noch mitten in der Verarbeitung, wobei mitten sogar schon übertrieben ist. Ich stehe in der Hinsicht am Anfang der Therapie ;-) .

Warum ist es so, dass Opfer einer solchen Vergewaltigung für den Rest ihres Lebens traumatisiert sind?

Das ist einfach ein ganz harter und massiver Eingriff. Ich fühlte mich ausgeliefert, nackt, gedemütigt, benutzt und daraufhin wertlos und abstoßend.

Es ist ja nicht nur der Punkt, dass sich jemand über einen hinwegsetzt und mit oder ohne Gewalt durchsetzt, selbst in irgendeiner Art befriedigt zu werden, sondern dazu kommt dann das Gedankenspiel, ob man sich genug gewehrt hat, laut genug Nein gesagt hat oder was man hätte anders machen können.

Ich kämpfe sehr mit den Schuld- und Schamgefühlen, eben weil ich nicht genug Kraft angewandt habe. Also bin ich schuld und dafür schäme ich mich. Und ich schäme mich für die Handlung an sich. Ich finde einvernehmlichen Sex nicht eklig, aber nur, solange es andere machen. Mein Verhältnis dazu ist komplett gestört, was aber eben daran liegt, dass ich in meiner Kindheit/Jugend von den verschiedensten Personen missbraucht wurde und dann mit 18 eben "vergewaltigt". Ich hatte nie einen normalen Bezug dazu

Daraus resultiert ein Großteil meines Selbsthasses bzw. war der durch den vorangegangen Missbrauch und auch aus anderen Gründen schon da, aber danach hat sich das nochmal richtig manifestiert und ich bin abgestürzt bzw. stürze noch immer.

Es fällt mir einfach sehr schwierig soetwas mit dem Tod / einer Jahrzehnte langen Gefängnisstrafe "gleichzusetzen" (auch wenn die meisten Menschen sagen, es gäbe keine gerechte Strafe, da die Tat schlimm genug sei).

ICH muss auch mein Leben lang damit leben. Vielleicht verarbeite ich das irgendwann, vielleicht akzeptiere ich es auch, aber vergessen können werde ich es wohl nicht. Mir wurde dadurch eine unbeschwerte Jugend und normale Entwicklung genommen. Ich bin über 20 und absolut unfähig, Körperkontakt und Nähe anzunehmen. Und auch, wenn ich noch gar nicht weiß, dass das auch schön sein kann, fehlt mir trotzdem was. Ich muss jetzt dafür kämpfen und natürlich hat der, der das getan hat, eine Strafe verdient.

Letzendlich haben die Opfer während der Tat ja nichts mitbekommen. Wüssten sie im Nachhinein nicht, was passiert ist, so ginge es ihnen doch so wie immer, oder liege ich da falsch? (natürlich vorausgesetzt sie wurden von keiner Krankheit wie etwa HIV infiziert).

Das stimmt so nicht. Ich weiß noch die Einzelheiten von vor der Tat, kurz vorher auch, aber dann hatte ich ein Blackout. Ich weiß nicht, ob Dir Dissoziieren was sagt? Im Prinzip habe ich einen Filmriss (ohne Alkohol) und erinner mich vielleicht noch grob an kurze Bilder, aber das macht es nur in der Hinsicht "besser", weil ich währenddessen kaum Schmerzen oder überhaupt Gefühle hatte. Die kamen dann aber mit einem Schlag, als ich wieder "klarer" wurde.

Ich denke mal, auch, wenn man bewusstlos ist (ich war halt nach außen hin bei Bewusstsein, aber eigentlich nicht so ganz), kann man DANACH immer noch die körperlichen Schmerzen spüren. Ich lag tagelang im Bett, weil der physische und der psychische Schmerz so stark waren.

Ist das Schamgefühl denn so stark, dass man damit nicht mehr leben kann? Warum kommt man darüber denn so schwer hinweg?

Das ist wohl individuell. Ich kenne Menschen, die das relativ gut verkraftet haben, aber ich für mich selbst tue es mir sehr schwer, damit leben zu wollen. Bzw. was heißt hier wollen, es geht wirklich um Können. Mich überwältigt so oft der Selbsthass und die Schuldgefühle und die Vorwürfe, dass sich das komplett in meinen Alltag zieht.

Warum man über sowas schwer hinwegkommt, ist halt auch echt individuell. Ich glaube, das hat auch wirklich viel mit Resilienz zu tun und allgemein der emotionalen Verfassung und der inter- und intrapersonellen Ressourcen. Damit siehts bei mir in fast allen Bereich ziemlich mau aus und das muss ich erst einmal ausbauen, um das alles verkraften zu können. Sowas kann dauern und manche schaffen das vielleicht auch einfach nicht.

PelüscMhb?iesxt


Stell dir vor, du bist ein paar Tage in Urlaub und kommst nach Hause. Alles ist wie immer, aber nach einiger Zeit merkst du, es war jemand während deiner Abwesenheit in deiner Wohnung.

Du hast keine Ahnung was der alles so gemacht hat.

Wie fühlst du dich?

CBinWnamonx4


Ich bin noch nie vergewaltigt worden, aber wenn ich mich versuche, in die von die, TE, beschriebene Situation reinzuversetzen, würde wohl eines für mich am schwersten wiegen:

Das Gefühl, nie (?) wieder ruhig schlafen zu können. Irgendwie wäre da dann immer diese Grundangst, dass wenn ich schlafe und machtlos bin, jemand etwas mit mir macht, was ich nicht will. Für die meisten Menschen ist ihre Freiheit das höchste Gut und wenn einem diese Freiheit durch erzwungenen Sex genommen wird ist das sehr, sehr schlimm. Eben - wie schon geschrieben - weil gerade Sex etwas ist, was man normalerweise nur auf absolut freiwilliger Basis teilt.

Ob es schlimmer ist, vergewaltigt zu werden, wenn man auf ein anderes Geschlecht als das des Vergewaltigers steht, weiß ich nicht. Ich denke, es ist vielleicht etwas anders, aber beides ist genauso schlimm. Schließlich geht es da ja um das Emotionale, das Eindringen in die eigene Intimsphäre.

CviNnnaqmon,4


Und - dem Vergewaltiger den Tod zu wünschen, also quasi die Todesstrafe an ihm vollstreckt zu sehen, wäre aus vier Gründen wohl wünschenswert für manche Opfer, zumindest denke ich mir das:

- Genugtuung

- Derjenige/Diejenige könnte einem soetwas nie wieder antun, man würde sich wieder sicherer fühlen

- Es besteht vielleicht die Hoffnung, dass diese Strafe mögliche weitere Täter abschreckt, sodass man sich wieder sicherer fühlen würde

- Man könnte mit dem Thema abschließen, da man sich nie denken würde: "Was macht der Täter wohl gerade? Denkt er noch an mich?"

Mir ist klar, dass man diese Punkte auch durch (lebens-)lange Haftstrafen abdecken kann und auch eine Psychotherapie machen kann, um das Ganze zu verarbeiten, aber die Todesstrafe wäre halt der einfachere und direktere Weg. Und wer kann es einem Opfer schon verdenken, das für sich selbst zu wollen? Der Täter hat sich ja auch einfach und direkt genommen, was er/sie wollte...

Das soll jetzt kein Plädoyer für die Todesstrafe sein, das finde ich zu heikel, falls man wirklich mal jemanden zu Unrecht verurteilt. Diese Entscheidung kann man dann nicht mehr rückgängig machen. Für sehr viel längere, wenn nicht lebenslange Haftstrafen bin ich aber schon.

D`é.lixée


Was das Ganze auch einfach noch mehr verschärft, ist, dass man, wenn man sowas erlebt hat, auch ganz leicht in eine Opferrolle reinrutschen kann.

Das, was mir als Kind und Anfangspubertät passiert ist, konnte ich noch realisieren, aber umso öfter ich es erlebt habe, umso mehr habe ich resigniert und mich irgendwie damit abgefunden, bis ich letztendlich wohl die Ausstrahlung hatte/habe, dass man es mit mir ja machen kann. Auch heute noch passiert es mir ganz schnell, dass jemand meine Grenzen missachtet und meine Signale, dass ich etwas nicht will (die sind halt wirklich nur sehr schwach, weil ich ganz schnell in einer Ohnmacht gefangen bin) nicht beachtet.

Ich mag es z.B. schon überhaupt nicht, umarmt zu werden. In gewissen Situationen ja, manche Menschen dürfen das sowieso, aber bei Männern habe ich da ganz massive Probleme und selbst da schon ist meine Selbstachtung so gering, dass ich mich nicht wehre. Diese angenommene Wehrlosigkeit ist so in mir verankert, dass ich im ersten Moment gar nicht auf die Idee komme, wie ich mich aus solchen Situationen befreien kann.

Man muss Schritt für Schritt lernen, sich wieder selbst zu behaupten und gerade mir fällt das so schwer, weil mein Selbstwert so gering ist, dass ich mir gar nicht erlauben kann, mich nicht benutzen zu lassen.

So ungefähr?

P!fefVfermiJnzbonxbon


Das schlimme an diesen Situationen ist dieses Gefühl der Wertlosigkeit an sich. Das ich nur auf meine Geschlechtsteile reduziert werde und nicht das Recht habe Nein sagen zu dürfen bzw mein Nein missachtet wird. Dass sich mit Gewalt genommen wird, worauf nur ich ein Recht habe, nämlich mein Körper und meine Sexualität. Dass meine Gefühle dem anderen scheißegal sind, weil er mich als F*ckmaterial ansieht was über ihren Körper nicht selbst zu bestimmen hat.

Und dann noch wirklich die Scham und die Schludgefühle. Vielleicht hat man es ja doch provoziert? Weil man ausgegangen ist und von dem netten Typen eine Cola angenommen hat, weil die Hose knackig saß und die Schuhe zu hoch waren, oder weil man einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, oder man es dem netten Nachbarn nie zugetraut hätte, dass er mir was tut. Und dann drehen sich die Gedanken im Kreis, man hätte, man sollte, man würde.... und traut sic nicht jemandem was zu erzählen, weil genau diese Reaktionen kommen werden. Warum bist du überhaupt ausgegangen, wieso hast du ein Getränk von ihm genommen, was trägst du so enge Kleidung. Weil Dir keiner glaubt, weil sie alle denken du seist es ja selber schuld. Weil er behaupten wird, man hätte es ja selber auch gewollt.

Z&wer_ge-lfx2


@ Pfefferminzbonbon

eindrucksvoll geschildert. Kann mich dem so anschließen...

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