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Welcher Beruf bei sozialer Phobie?

K^at2harTina_8x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen. Mich würde interessieren was Menschen mit einer sozialen Phobie arbeiten können? Was arbeitet ihr? Ich bin momentan arbeitslos und mir ist es mittlerweile nicht mehr möglich zu arbeiten. Ich habe jahrelang als Arzthelferin gearbeitet, aber dies ist einfach nicht mehr möglich. Meine Ängste sind durch das lange Zuhause sein noch viel schlimmer geworden. Als was könnte ich mit meiner sozialen Phobie arbeiten? Es belastet mich so sehr. Ewig bekomme ich vom Arbeitsamt auch kein Geld mehr. Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Vielen Dank im Voraus.

Liebe Grüße,

Katharina

Antworten
CMiSnnixa


Bist du denn wegen deiner sozialen Phobie in Behandlung?

wseih2na2chtsst'ernchxen3


Bist du denn in Therapie und tust was dagegen? :°_

Ich hab mir leider auch was im Dienstleistungssektor gesucht. Sitze zwar hauptsächlich hinterm Rechner, komme aber um den Kundenkontakt nicht drumrum. Hab aber auch schon einige Zeit als Verkäufer im Kaufhaus gejobbt, das lief irgendwie doch besser als erwartet... Keine Ahnung, ich scheine irgendwie einen Hang zur Konfrontationstherapie zu haben :-D

F ino\93


Wie wäre es, wenn du erstmal an deiner sozialen Phobie arbeiten würdest?

Wenn du das etwas im Griff hättest, hättest du wohl auch viel mehr Möglichkeiten was Arbeit betrifft.

KbathaJrina_x86


Leider mache ich noch keine Therapie. Ich hatte mal vor 2 Jahren eine Therapie gemacht aber diese hat mir auch nicht wirklich geholfen. Ich wohne mittlerweile in einem kleinen Kaff, wo ich 1,5 fahren müsste um bei einem Psychologen zu sein. Vielleicht könnte ich in einem Büro arbeiten oder als Putzkraft. Das könnte ich mir zutrauen. Wüsste nicht als was ich sonst arbeiten könnte.

nIulli&p0riesxemut


Gibt es in dem "kleinen Kaff" denn Arbeit für Putzkräfte oder Büroangestellte? Mit einer Ausbildung als Arzthelferin wäre evtl. eine Anstellung als medizinische Schreibkraft möglich.

KZatphar9inax_86


Hin und wieder gibt es schon Stellenangebote, muss mit dem Auto ca 30 Minuten fahren. Aber das wäre okay. Im Büro hatte ich mich schon beworben, bekam aber leider keine Nachricht. Putzstellen sind meistens nur für ein paar Stunden, bzw geringfügig, da ich dann nicht mal versichert wäre kam das für mich bis jetzt nicht in Frage.

Ich würde am liebsten was mit Tieren machen, das ist meine große Leidenschaft. Nur was? Ich könnte Ernährungsberatung machen, man könnte dann auch von zuhause aus arbeiten. Aber da muss man erst mal reinkommen. Wenn dann kein Interesse besteht habe ich auch Pech gehabt. Medizinische Schreibkraft hört sich auch ganz gut an. Aber ob es hier so etwas gibt.... muss mich mal erkundigen.

nbull}i&p-riersemuxt


Bei der Arbeit mit Tieren sind allerdings deren Besitzer deine Kunden. Und ob die es schätzen, wenn sich der Kontakt rein auf Telefon oder E-Mail beschränkt? Bedenke vor allem, dass jede Art selbständiger Tätigkeit erfordert, sich mit anderen auseinanderzusetzen, nicht nur mit Auftraggebern. Ämter, Steuerberater, Werbefirma, Lieferanten... mag nicht alles im Einzelfall zutreffen, aber dass man so vollkommen für sich irgendwo hinwerkelt, ist wohl eher selten.

P.romXothyeu/sq86


Das tut mir leid zu hören, dass Du deinen erlernten Beruf im Moment nicht mehr ausüben kannst. Ich denke, dass es gut ist das Du den ersten Schritt gemacht hast und hier darüber schreibst, was sicher auch nicht einfach ist.

Ich glaube, dass ich selbst auch eine soziale Phobie habe aber wohl nicht ganz so ausgeprägt wie in deinem Fall, soweit ich das jetzt beurteilen kann. Ich bin auch eher ein introvertierter Typ, da kann ich selbst nicht immer ganz unterscheiden, ob bestimmte Verhaltensweisen durch meine Persönlichkeit oder die soziale Phobie bedingt sind ;-)

Wie Du auch schon geschrieben hast wird die soziale Phobie ja eher stärker, wenn man seiner Angst aus dem Weg geht. Von daher ist es vielleicht gar nicht der richtige Weg sich einen Beruf wie Leuchtturmwächter oder Schafhirte zu suchen in dem man möglichst isoliert ist. Magst Du darüber schreiben warum genau Du deinen Job nicht mehr machen konntest?

P3raYdJaTeufel


Hast du dein Problem beim Arbeitsamt einmal erwähnt?

In deinem gelernten Beruf als Arzthelferin ist es natürlich mit so einer Phobie schwierig, momentan unbehandelt wahrscheinlich fast unmöglich für dich zu arbeiten.

Ich weiß nicht, wie kooperativ das Arbeitsamt ist bezüglich Umschulungen in z. B. richtung Tierpfleger, Physiotherapie für Tiere etc.. Aber egal was, müsstest du dafür ja sicher auch erstmal die Schulbank drücken. Schwierig mit einer sozialen Phobie denke ich, oder?

Und ein Fernstudium müsstest du selbst bezahlen, was du dir aktuell aufgrund deiner Situation wahrscheinlich gar nicht leisten kannst. Richtig?

Ich denke also, die Sache müsste etwas umfassender angegangen werden. Mit Arztbesuchen, Attesten und eben einer weiteren therapeutischen Begleitung...

Vielleicht hattest du bei der ersten Therapie noch nicht den richtigen Therapeuten gefunden. Bei mir hat es leider auch 4 Anläufe gebraucht, bis ich mich wirklich rundherum gut aufgehoben fühlte. Die Therapien zuvor haben schon auch irgendwie etwas gebracht, im Nachhinein betrachtet. Aber den Durchbruch brachte erst die vierte Therapie.

Ich denke, ein Job mit Tieren käme deiner Phobie ja sicher sehr entgegen. Allerdings kommt man bei den Tieren ja am Menschen leider nicht vorbei. Könntest du dir das trotzdem vorstellen? Bei der Ernährungsberatung müsstest du dich ja mit den Besitzern auseinander setzen... Ginge das denn?

Ich kenn das von mir.. ich hab ein Pferd und wenn z. B. der Tierarzt kommt, oder der Osteopath, dann wird er von mir ganz schön mit Fragen gelöchert. Geht ja schließlich um mein Tier und ich will ja nix verkehrt machen und möglichst genau wissen, was er gerade tut und warum ;-)

Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass du für dich einen guten Weg findest. Vor allem einen tollen Therapeuten, der/die dich auf deinem Weg unterstützt und dir Hilfestellung bietet.

LG Prada

mzi:nixmia


Meine Ängste sind durch das lange Zuhause sein noch viel schlimmer geworden.

Das wird zu einem Selbstläufer. Je weniger du unter Menschen gehst und dich dadurch mit deinen Ängsten konfrontierst, dir die Chance nimmst, mal zu erleben, dass ein sozialer Kontakt nicht automatisch in einem Desaster endet, desto mehr schwindet dein Selbstvertrauen. Und je weniger Selbstvertrauen, desto mehr bringt es dich in die Isolation. Ein Teufelskreis.

Leider mache ich noch keine Therapie.

Das impliziert, dass du eigentlich eine Therapie würdest machen wollen!?

in einem kleinen Kaff, wo ich 1,5 fahren müsste um bei einem Psychologen zu sein.

Ich gehe davon aus, du meinst 1,5 Stunden. Ja, das ist umständlich, aber kein echtes Hindernis. Dass eine Therapie mal nicht hilfreich war, bedeutet nicht, dass die zweite genauso fruchtlos verläuft. Ich habe über viele Jahre einige Kilometer zu meinem Therapeuten verfahren und irgendwann auch nicht unerhebliche Kosten selber tagen müssen, aber es war mir jeden Kilometer und Penny wert.

Du versuchst, deine Angst zu umgehen, traust dir nicht zu, die unguten Gefühle, die damit einhergehen, auszuhalten und zu hinterfragen, und treibst dich dadurch selbst in die Enge und die Einsamkeit. Ist es wirklich das, was du möchtest?

KmatharXina_8x6


Vielen Dank für eure Antworten. Ich habe meinen Beruf aufgegeben weil es für mich unmöglich war dort weiter zu arbeiten. Es war dort extremer Stress, wir hatten kaum Personal (Chef hat eingespart wo es nur ging) hatte keine Mittagspause und auch am Abend habe ich locker eine Stunde länger gearbeitet (und das auch noch unbezahlt). Ich konnte nicht mehr schlafen, lag die ganze Zeit wach und hatte Herzrasen. Meine Hausärztin hat mich dann wegen Burnout lange Zeit krankgeschrieben. Nach 2 Monaten bekam ich die Kündigung. Worüber ich aber damals echt froh war. Als ich mit 16 meine Ausbildung gemacht habe habe ich Antidepressiva bekommen, ansonsten hätte ich den Beruf wahrscheinlich gar nicht erlernen können. Mir haben die Tabletten damals sehr geholfen. Klar hatte ich auch meine Ängste, aber ich konnte alle Situationen irgendwie meistern, Vorstellungsgespräch, Berufsschule, Prüfungen etc. was ich momentan nicht mehr so wirklich kann. Nach 1 Jahr der Tabletteneinnahme ging es mir relativ gut und ich habe sie abgesetzt und bis heute nichts mehr genommen. Muss allerdings dazusagen das ich beim Absetzen richtige Entzugserscheinungen hatte, sodass ich keine Medikamente mehr nehmen möchte.

Das Arbeitsamt weiß von meinen Ängsten nicht Bescheid. Ich glaube die Schule nochmal zu besuchen würde ich hinbekommen. Das Geld für ein Fernstudium hätte ich schon. Hab immer viel gespart als ich noch Arbeit hatte. Komischerweise könnte ich mir schon vorstellen mich mit den Besitzern der Tiere zu unterhalten, da geht es ja um die Tiere. Mir fällt es eher schwer normale Gespräche/ smalltalk zu führen weil ich nie weiß was ich reden soll. Ich hoffe ich habe jetzt keine Frage vergessen zu beantworten. Achso, wegen selbstständig machen, ich würde mir schon zutrauen zu Ämtern zu gehen, Kontakt mit Lieferanten etc zu haben. Davor habe ich keine Angst. Klar mach ich so etwas auch alles nicht gerne, aber ich schaffe es.

KAat!har7ina_8x6


Ja ich meinte 1,5 Stunden. Ich würde schon eine Therapie machen. Wird mir wahrscheinlich auch nichts anderes übrig bleiben. Und ich möchte auch auf gar keinen Fall in der Einsamkeit leben. Außer meinen Partner und meine Eltern habe ich niemanden. Aber ich hatte auch früher kaum Freunde, nicht mal in der Schulzeit.

BUeInit$aBx.


Lnagfristig gesehen würde ich in die beste Klinik gehen, die es gibt und intensivst an genau diesen Ängsten mit Fachleuten arbeiten, mich stärken lassen.

So wird was draus.

Du hast eine erfolglose offensichtlich ambulante Therapie gemacht. Du hockst nur zu Hause rum. Mit unrealistischen Vorstellunge, wie hier schon beschrieben, was selbständige Tätigkeiten angeht.

Eine der besten Kliniken in D hat eine Wartezeit selbst für Akuteinweisungen von 9 Monaten. Mit anderen Worten, mit einer Akuteinweisung, morgen vom Hausarzt ausgestellt, hingeschickt, bist Du im März oder April dort Patientin und danach beginnt ein völlig neues Leben, mit dem man auch Pläne machen kann.

Wenn Dir ernsthaft daran liegt, Abhilfe zu schaffen, die die Zukunft wieder offen legt, solltest Du solchen Schritt überdenken und dann wirklich kurzfristig handeln.

Dann hast Du Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die Welt öffnet sich wieder...

So bist Du in einer Komfortzone, eigentlich nix und nüschte anzugehen, die soziale Phobie vorzuschieben.

Hört sich gemein an, aber das ist Fakt. Aus anderen Gründen war ich x mal in psychosomatischen Kliniken und konnte miterleben, wie die Sozialphobiker nach 6 Wochen ein wunderbares Konzept hatten, womit sie ihren Alltag wieder meistern konnten. Manche mit Wiederholung der 6 Wochen in kürzerer Zeit, aber wenn man bedenkt, dass innerhalb von 2 Jahren der Erfolg die nächsten 50 Jahre des Lebens betreffen können, lohnt sich das.

P%lüs8chbxiest


1,5 Stunden fahren ist nicht nur umständlich, sondern auch teuer!

Hast du die Antidepressiva denn ausgeschlichen oder abrupt abgesetzt?

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