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Welcher Beruf bei sozialer Phobie?

K at(hajrinua_86


Das weiß ich gar nicht mehr genau. Ich hatte immer 2 Tabletten pro Tag genommen und irgendwann nur noch 1 (da habe ich noch nichts gemerkt) und dann hatte ich sie ganz abgesetzt. Das war dann wohl zu schnell.

In eine Klinik möchte ich nicht. Eine ambulante Therapie finde ich gut aber keine Klinik. Alltägliche Dinge kann ich ja erledigen, einkaufen, Arztbesuche, meine Sachen erledigen wie zur Bank gehen zum Beispiel. Es bezieht sich viel mehr auf das Arbeiten.

BfenRitaxB.


Genau das dachte ich mir. Die effektivste Behandlung kommt nicht in Frage, geht ja nur um so etwas wie die Arbeit....

mkinimxia


1,5 Stunden fahren ist nicht nur umständlich, sondern auch teuer!

Und es deshalb gleich bleiben lassen und sich dauerhaft in niedriger Lebensqualität einrichten oder den Rest des Lebens Medikamente nehmen? Es ist und bleibt eine Frage der Prioritäten.

Kha+thwaQrinxa_86


Muss man denn immer sofort in eine Klinik? Okay bei mir hat die ambulante Therapie nichts gebracht aber ich könnte es ja nochmal versuchen. Hier wurde ja auch geschrieben das es vielleicht nicht der passende Therapeut für mich war. Man kann doch dann immer noch in eine Klinik wenn keine Besserung eintritt. Es ist ja auch nicht so das ich nicht arbeiten möchte oder werde, aber ich brauche halt das passende.

mRinEimixa


Muss man denn immer sofort in eine Klinik?

Nein, müssen musst du nicht. Es wäre eine Alternative. Einem Klinikaufenthalt sagt man nach, dass der komprimierter ist als eine ambulante Therapie. Inwieweit 6 Wochen ausreichen, ist aber absolut abhängig von der betroffenen Person und der dahinter stehenden Problematik. Zudem muss das Klinikkonzept passen und die Chemie zu dem Therapeuten. Pauschal lässt sich das überhaupt nicht sagen, ob 6 oder 12 Wochen in einer Klinik ausreichen.

Häufiger läuft es so, dass Patienten, die nach 6 Wochen wieder nach Hause kommen, eine Anschlusstherapie machen, denn innerhalb so kurzer Zeit lassen sich die wenigsten Verhaltensmuster dauerhaft ändern. IdR braucht der Patient weiterhin Unterstützung, um die Ansätze aus der Klinik permanent zuhause umzusetzen.

Okay bei mir hat die ambulante Therapie nichts gebracht aber ich könnte es ja nochmal versuchen.

Das kann z. B. daran gelegen haben, dass die Chemie zum Therapeuten nicht gestimmt hat, sein Behandlungskonzept nicht stimmig war oder du nicht ernsthaft an dir gearbeitet hast.

aber ich brauche halt das passende.

Was aber tatsächlich für dich das Passende wäre, weißt du ja noch gar nicht. Im Moment findest du alles passend, was dich isoliert, dich davor bewahrt, dich mit deinen Problemen auseinander zu setzen, dich dem Gefühl der Scham und der Angst zu stellen. Das ist nicht passend, sondern der Situation, deiner Komfortzone angepasst.

Man kann doch dann immer noch in eine Klinik wenn keine Besserung eintritt.

Mir scheint, der Gedanke, in eine Klinik zu gehen, ist für dich das ultimative Horror-Szenario, das nur jene in Kauf nehmen, die genauso ultimativ am Boden liegen. Dem ist nicht so. Lies dich mal ein unter "Klinik für Psychosomatik", was die alles so anbieten und deren Konzepte, ein. Und ja, du kannst dich jederzeit in einer Klinik anmelden. Das machen Tausende von Patienten so, deshalb gibt es auch diese teils langen Wartezeiten.

EtlVyse


Ich finde es am hilfreichsten, andauernde Ziele zu haben. Wenn man die hat, kann man auch mit einer Sozialen Phobie relativ viel erreichen.

Natürlich stellen zwischenmenschliche Beziehungen immer wieder ein Problem dar. Ich glaube auch nicht, dass das bei Menschen, die schon lange eine Soziale Phobie haben, jemals komplett verschwinden wird. Das sind oft gemachte Erfahrungen und eingefahrene Denkmuster verbunden mit Persönlichkeitseigenschaften. Daran kann man zwar arbeiten, aber einen extrovertierten Menschen wird man aus einem Sozialphobiker wohl nie machen. Allerdings ist das auch gar nicht schlimm, wenn alle extrovertiert wären, gäbe es auch ein Problem. Dazu das beste Zitat von Eckart von Hirschhausen:

"Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Also nicht lange hadern: Bleib als Pinguin nicht in der Steppe. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm!

Und du wirst wissen, wie es ist, in Deinem Element zu sein."

So, jetzt kommt mein Aber. Wenn man etwas wirklich erreichen möchte und nur die Soziale Phobie das Hindernis darstellt, dann kann man es mit ganz viel Geduld und Durchhaltevermögen trotzdem schaffen. Du hast das ja auch schon bewiesen, Katharina. Eine Ausbildung als Arzthelferin abzuschließen, wenn man eine Soziale Phobie hat, sehe ich als sehr großen Schritt an und darauf kannst du echt stolz sein. Versuch dir mal klar zu werden darüber, was du wirklich möchtest. Wenn du wirklich in dem Beruf arbeiten willst und dich nur die Ängste hindern, dann arbeite daran und tu es trotzdem! Durch die tägliche Konfrontation wirst du es schaffen, wenn du es wirklich möchtest. Je weiter man sich zurück zieht, um so weiter sinken die eigenen Standards und es kommen immer mehr Probleme ins Rollen. Such dir einen Therapeuten und denk mal ernsthaft darüber nach, wo es beruflich hingehen soll.

KOathavrinxa_86


Vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Ich habe schon viele Situationen irgendwie meistern können obwohl ich panische Angst davor hatte. Wie zum Beispiel auch den Führerschein zu machen. Ich habe Jahre gebraucht bis ich mich endlich zwingen konnte ihn zu machen. Im Nachhinein weiß ich nicht mal wie ich das geschafft habe und bin auch sehr stolz auf mich das ich es durchgezogen habe, trotz meiner sozialen Phobie. Habe in dieser Zeit 8 Kilo abgenommen weil ich nicht mehr richtig essen konnte, aber ich habe es geschafft. Ich denke ich muss mich fürs Arbeiten auch irgendwie zwingen. Aber ohne therapeutische Unterstützung wird es nicht funktionieren.

kUleince_ai.dxa


Hallo, man kann theoretisch alles mit sozialer Phobie arbeiten. Im stillen Kämmerlein für sich allein zu arbeiten ist nicht unbedingt angenehmer oder förderlicher bei sozialen Ängsten. Oft gibt einem der Kontakt im Beruf mit Menschen auch Energie und Zuversicht, auch wenn es gleichzeitig natürlich nicht immer einfach ist. Aber ich finde, Arbeit kann die beste Therapie sein und einem den Umgang mit Menschen auch näherbringen.

Ich würde auch nicht warten, bis du die Ängste irgendwann ganz überwunden hast. Da kannst du lange warten. Viele Leute mit sozialer Phobie schieben ihre Ängste als Grund vor, nicht arbeiten zu brauchen. Sie meinen, dass sie erst mehrere Therapien abgeschlossen haben und völlig gesund sein müssen, bis sie iiiirgendwann vielleicht mal arbeiten können und dann natürlich etwas unter ihren Fähigkeiten, um sich bloß nicht zu überfordern.. So zieht sich das dann jahrelang und die Einsamkeit und die Minderwertigkeitsgefühle werden immer größer.

Ich finde - gerade bei sozialen Ängsten - wächst man an seinen Aufgaben und Routine (im Job) kann einem da sehr viel helfen, wenn man sich traut, den ersten Schritt zu machen. Also für mich ist das Leben an sich und Arbeiten die beste Therapie und besser als jede Therapeuten-Sitzung.

Mein Tipp also: Mach nichts unter deinen Fähigkeiten / deiner Intelligenz, sonst werden die Minderwertigkeitsgefühle noch größer. Und traue dir ruhig auch Sachen zu, du kannst daran wachsen.

:)^ :)^ :)^

K-at#hariDna_x86


Danke kleine_aida. Es wird mir zwar ganz ganz schwer fallen aber ich werde mich überall dort bewerben wo es mir gefallen könnte und mich nicht von der Phobie abhalten lassen. Als ich 8 Jahre in einer Arztpraxis gearbeitet habe hatte ich auch keine Ängste mehr. Weil ich mir in meinem Job sehr sicher war und auch super mit den Kollegen auskam. Mir ging es die ganzen Jahre viel besser, nur jetzt ist es wieder ganz schlimm. Ich muss meinen inneren Schweinehund überwinden.

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