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Zur Information: Neuerungen im Bereich Psychotherapie

Shunflvowerx_73 hat die Diskussion gestartet


Eine aktuelle Meldung, die Änderungen im Bereich Psychotherapie ab April 2017 auflistet:

[[http://www.kbv.de/html/1150_23203.php]]

Antworten
c4hi


Danke dir, gut zu wissen @:)

L`iuchtAmHo(riz*onxt


Klingt gut.

N#anxni77


Danke für die Info!

Allerdings frag ich mich wie das dann umgesetzt werden soll? Vorallem die Akut Sprechstunde? Es gibt ja dann nicht auch auf einen Schlag mehr Psychotherapeuten?

S|un/flowe-r_x73


Genau die Fragen stelle ich mir auch... Akutsprechstunde ist entweder kaum möglich oder geht zu Lasten der laufenden Therapien, weil die Stunde(n) fehlt/fehlen. Positiv sein könnte es bei Therapeuten mit halbem Kassensitz, die eine best. Grenze an bewilligungspflichtigen Leistungen nicht überschreiten dürfen, somit zeitliche Kapazitäten haben. Setzt aber voraus, dass Akutsprechstunde etc. nicht mit in dieses limitierte Budget eingerechnet werden.

Und 150 Minuten Telefonsprechstunde sind einerseits natürlich gut, andererseits auch nicht ganz einfach zu etablieren.

Und dass der erste Schritt Kurzzeit von 25 (VT) auf 12 Sitzungen reduziert wird... tja...

Abwarten. Es tut sich was, soviel kann man sagen.

(Und kann bitte mal ein Mod den Tippfehler im Titel korrigieren? |-o Danke!)

RJigh,txNow


Vielen Dank, Sunflower. @:)

Das finde ich Mal eine großartige Neuerung.

D é.-liée


Ich vermute mal, dass die Sprechstunden bzw. Akutsprechstunden einfach Zeiträume sind, in denen niemand einen regulären Termin bekommen kann?

Ich frage mich dann nur, ob das dann eben wirklich dazu führt, dass die Therapeuten dadurch weniger Patienten aufnehmen, um diesen Leerlauf zu haben und somit auch die Wartelisten länger werden?

Mit der erzwungenen Erreichbarkeit per Telefon, das finde ich ja an sich auch ganz gut, weil ich das Theater kenne, bis man mal jemanden an die Strippe bekommt, aber auch da sehe ich, dass die Zeit ja irgendwo anders gestrichen werden muss?

Ich hoffe aber auch sehr, dass ambulante Gruppentherapien, die von der GKV übernommen werden, mal weiter ausgebaut werden. Wenn man da nicht gerade in einer Großstadt wohnt, kann man schon Pech haben.

Aber sehr gut, dass endlich mal was zu passieren scheint.

Jetzt muss man es "nur noch" Psychotherapeuten leichter machen, indem man sie finanziell unterstützt bzw. das System abändert, dass ein Therapeut es sich überhaupt leisten kann, eine Praxis zu eröffnen und eine Kassenzulassung zu beantragen.

Weil gegen den Mangel an Psychotherapeuten kommen die bisherigen Erneuerungen aus dem Link ja überhaupt nicht an, sondern ich glaube eben wirklich, dass sogar gegenteiliges passieren könnte (durch den zeitlichen Mehraufwand bei bestimmten Leistungen)?

l0oveuable<x3


Klingt echt gut, aber auch ich sehe viele Schwierigkeiten bei der Umsetzung. ":/

D^é.liCée


Dabei ist es jetzt so wichtig, dass da mal was passiert. Für alle Beteiligten. Psychotherapeuten und Patienten.

SSun_floweur_73


Ich hoffe aber auch sehr, dass ambulante Gruppentherapien, die von der GKV übernommen werden, mal weiter ausgebaut werden. Wenn man da nicht gerade in einer Großstadt wohnt, kann man schon Pech haben.

Es ist halt nicht ganz so einfach, an die Gruppenzulassung zu kommen. Die ist in der regulären Therapeutenausbildung nicht enthalten. Grundsätzlich muss man a) genug Gruppenstunden haben und b) ausreichend Supervision. D.h. wenn es nicht zufällig im Rahmen der Ausbildung irgendwie klappt (bspw. durch eine Klinikstelle mit viel Gruppenleitung), muss man halt wieder umsonst arbeiten oder eine andere Lösung finden, eine Gruppe zu übernehmen. Und dafür Supervision zahlen. Einige KV'en achten bei der Sitzvergabe zunehmend auf diesen Aspekt, aber es sind eher wenige Therapeuten, die das Kriterium erfüllen. Es reicht halt auch irgendwann, dass man für jeden Mist viel Geld hinblättern und z.T. noch umsonst arbeiten muss. V.a. auch am Anfang nach der Weiterbildung, wenn man oft eher wenig verdient und doch schon so einige berufsbedzogene Ausgaben hat (bspw. Kammerbeiträge,...).

Jetzt muss man es "nur noch" Psychotherapeuten leichter machen, indem man sie finanziell unterstützt bzw. das System abändert, dass ein Therapeut es sich überhaupt leisten kann, eine Praxis zu eröffnen und eine Kassenzulassung zu beantragen.

Kosten für einen halben Sitz je nach Region: 10.000-50.000€ (ist zumindest mein Erfahrungswert). Für einen vollen Sitz 30.000-130.000€. Das ist happig, zumal man - mit Verantwortung - einfach auch eine Grenze hat. Mir ist mal jemand begegnet, der pro Woche 49 Patienten behandelt. Das macht fast 10 Patienten à 50 Minuten pro Tag und ich frage mich, was so eine Fließbandarbeit dann noch wert ist. Bei einem halben Sitz hat man ein festes Minutenkontingent pro Quartal und ist dmit in der Leistung gedeckelt. Selbst wenn man wollte, dürfte man nicht mehr Patienten behandeln.

Und es werden gar nicht so viele Sitze abgegeben. Oft nur an vorher angestellte Mitarbeiter, und da sind die Bedingungen oft auch hart (unter 3.000€ brutto im Monat für 30 Patienten pro Woche bei voller Übernahme des Risikos von Absagen, Krankheit, Flauten in Urlaubszeiten sind durchaus Realität). Und in einigen "überversorgten" Regionen überprüfen die KV'en durchaus auch, ob ein Sitz überhaupt neu ausgeschrieben wird, wenn ein Praxisinhaber in Rente geht. Von den Kosten für Bewerbungen auf Sitze (100€ pro Bewerbung, z.T. bevor man den eigentlich abgebenden Praxisinhaber überhaupt kontaktieren konnte um bspw. zu erfragen, ob es schon einen angestellten Wunschkandidaten gibt), ganz zu schweigen.

P;eddxi


Hmh... ich frage mich, gibt es genug Psychologen um diese Ideen umzusetzen? Also, wie soll das laufen? Werden Psychologen gezwungen, die 150 Minuten Regel einzuhalten, bei Kindern ja 250 Minuten? Das geht dann ja zulasten anderer Stunden oder sehe ich das falsch? Soll es dann auch mehr kassenärztliche Psychologen geben? Werden die Sitze aufgestockt? Kurzzeit Von 25 Stunden auf 12 Stunden runtergehen und dann? Die Probatorischen Sitzungen werden von 5 auf 2-4 gekürzt.

Werden die Psychologen dann weniger Stammpatienten annehmen, um Akutsprechstunde anbieten zu können? Da kann ich nichts finden, wie das umgesetzt werden soll. Ich weiß noch nicht, was ich davon halte.

D_é.>libée


Genau da sehe ich aber halt das Problem.

Ich mein, wie will man gegen die langen Wartelisten angehen? Mir graut es jetzt schon davor, falls ich eine ambulante Therapie weitermachen will. Hier herrscht einerseits absoluter Mangel und die Wartelisten sind so lang, dass ich einen Platz hätte, wenn ich hier weg ziehe. Da gehts bestimmt nicht nur mir so und das sehe ich richtig kritisch. Auch im Hinblick darauf, wenn ich aus der Klinik komme und wieder keine Nachbetreuung habe

Warum werden denn nicht mehr Sitze abgegeben? Gibts da eine Begründung?

Kosten für einen halben Sitz je nach Region: 10.000-50.000€ (ist zumindest mein Erfahrungswert). Für einen vollen Sitz 30.000-130.000€. Das ist happig, zumal man - mit Verantwortung - einfach auch eine Grenze hat. Mir ist mal jemand begegnet, der pro Woche 49 Patienten behandelt. Das macht fast 10 Patienten à 50 Minuten pro Tag und ich frage mich, was so eine Fließbandarbeit dann noch wert ist. Bei einem halben Sitz hat man ein festes Minutenkontingent pro Quartal und ist dmit in der Leistung gedeckelt. Selbst wenn man wollte, dürfte man nicht mehr Patienten behandeln.

Falls ich meinen momentanen Plan wirklich verfolgen sollte, wird mich die Ausbildung schon verschulden. Dann noch einen Kassensitz. Wie will man sowas stemmen können?

Und das mit der Fließbandarbeit. In den 50 Minuten ist wahrscheinlich noch nicht die Zeit mit eingerechnet, die für Protokolle usw. drauf geht, oder? Das ist doch die reinste Überbelastung des Helfers?

PMythXoni?st


Auch vielen Dank von meiner Seite für diese Information, Sunflower_73! Wie sich die Änderungen dann wirklich auswirken (die Sprechstunde ist ja optional für PT, ob sie das anbieten, aber Patienten müssen dahin), das bleibt abzuwarten, aber dass da jemand erkannt hat, dass Veränderungen in der psychotherapeutischen Versorgung nötig werden, das ist doch schon mal was!

Und dass der erste Schritt Kurzzeit von 25 (VT) auf 12 Sitzungen reduziert wird... tja...

Zumindest ich sehe darin große Chancen. 12 Sitzungen sind - bei einer pro Woche - immerhin 3 Monate.

Die größten Schwierigkeiten, die ich in der Suche nach psychotherapeutischer Hilfe hatte, sind damit adressiert:

1) Brauche ich wirklich psychotheraputische Hilfe? Ist es was organisches oder was seelisches? Was sind die Alternativen, die für mich passen? Das Zeug ist heute unheimlich zergliedert: am Ende habe ich "Beratungen" beim Gesundheitsamt, bei Selbsthilfegruppen und beim Sozialpsychiatrischen Dienst bekommen, aber nicht durch Fachpersonal, sondern sämtlich durch Laien. Bei der Krankenkasse hätte es vielleicht nochwas gegeben, Telefonseelsorge, 10-min-Termine beim Psychiater, Küchenpsychologie im Bekanntenkreis mit "Kopf hoch, das wird schon". Alles sehr zergliedert, in einem System, das mit Psychiater und Psychotherapeuten ja schon auch auf Angebots-Seite eine ungewohnte Aufteilung (und verwirrend ähnliche Begriffe) hat, die es sonst im Gesundheitswesen eher nicht gibt. Die PT-Sprechstunden können da ein gutes Mittel sein.

2) Wie bekomme ich den Kontakt zu einem PT oder überhaupt Termine für eine Therapie? Einfach hingehen: keine Chance. Denn es gab in der Regel kein Sprechstundenpersonal zum Ausmachen von Terminen und der/die PT hatte Sitzungen mit Patienten und dazwischen kurze Vorbereitung/Nachbereitung. Termin per Telefon? Ja, viel Spaß mit dem Anrufbeantworter. Am Ende hat E-Mail noch am besten geklappt, aber das bei krankenrelevanten, persönlichen Angaben über oft ungesicherte Internet-Verbindungen. An sich auch nicht wirklich haltbar.

Da zeichnet sich ja eine telefonische Zeit ab, die auch veröffentlicht wird und wo das Telefon besetzt ist. Ggf. dann immer noch schwer wirklich durchzukommen, aber wenigstens mal was Verbindliches.

Bei mir wurde es gerade durch die Dauer bis zum Erstkontakt mit einem PT (viele Monate) deutlich schlechter und dann auch folgenschwerer. Ich sehe die Chancen darin, dass Menschen schneller Hilfe bekommen, aber dass diese dann auch mit weniger Stunden auskommt. Und dass so bei aller Knappheit der PT'en sich die Gesamtversorgung verbessert. Natürlich mag es sein, dass dann auch mehr Patienten mit "leichteren" Beschwerden kommen, aber da bleibt von PT-Seite ja der Hinweis auf andere Angebote als eine PT.

Viele Grüße,

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