» »

Depression, Borderline, Isolation, Todessehnsucht, keine Energie

Nsaj:ona[_x21 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich versuche, mich kurz zu fassen:

Bis ich 11 Jahre alt war, war ich ein Kind ohne Selbstbewusstsein und aufgrund vieler schlechter Erfahrungen mit Menschen (soziopathischer und sehr kollerischer, gewalttätiger Vater, alkoholkranke Mutter, fast tägliches Mobbing in der Grundschule) ein sehr ängstliches Kind, dass mit der Zeit keinen Menschen mehr an sich rangelassen und jegliches Desinteresse an anderen verloren hat.

Dann lernte ich auf der Realschule meine ehemalige beste Freundin kennen, die schnell zum Mittelpunkt meines Lebens wurde; es fühlte sich direkt zu Beginn wie eine Seelenverwandtschaft an. Wir haben uns in 9 Jahren sehr viel gegeben, aber auch gegenseitig verletzt. Ich war extrem besitzergreifend, bedürftig... Sobald sie mal was mit anderen unternommen hat, breitete sich eine starke Verlustangst in mir aus: Ich war voller Hass, Todessehnsucht, Wut, Trauer...

Wenn sie sich wieder mehr auf mich fokussierte, war meine Welt wieder in Ordnung. Sie hat mich immer mindestens einmal pro Jahr für ein paar Wochen ausgetauscht, und sobald die neue beste Freundin sich als schlechte Freundin erwies, kam sie wieder zu mir. Ich habe das mit mir machen lassen, weil ich sehr abhängig von ihr war. Sie war in diesen Jahren nicht nur beste Freundin, sondern auch eine Art Eltern-Ersatz. Meine Psychologin meinte, durch sie habe ich gemerkt, dass ich in meiner Kindheit emotional unterversorgt war und erst durch sie ein Bedürfnis nach Liebe, Fürsorglichkeit, Aufmerksamkeit, Sicherheit entwickelt habe. Das habe ich in meiner Kindheit nie erlebt und somit entstand wohl auch das Desinteresse an anderen Menschen... Glaube ich zumindest.

Ich habe sie oft idealisiert und auf einen Podest gestellt. Vor 1 1/2 Jahren wurde mir aber immer klarer, dass sie mir in vielerlei Hinsicht nicht guttut. Sie lässt mich immer wieder fallen und greift dann auf mich zurück, weil ich mich ja immer wieder als loyal und selbstverständlich erwiesen habe. Meine Idealisierung schwand immer mehr und fing an, sie nicht mehr als etwas Besonderes zu betrachten, wodurch dann ein Desinteresse gepaart mit Wut und Enttäuschung resultierte. Ich forcierte die Beendung der Freundschaft durch sie, weil ich mir nicht zu 100 Prozent sicher war, ob ich sie wirklich gänzlich aus meinem Leben haben möchte. Das ist jetzt ein Jahr her.

Meine Depression schlich sich vor 4 Jahren ein. Wir wechselten gemeinsam auf ein Gymnasium, um unser Abitur zu machen. Dort entfernte sie sich halt immer wieder von mir und begann so langsam eine sehr enge Freundschaft zu einem Mädchen aufzubauen, die sie heute ihre Seelenverwandte und Schwester nennt. Das tat mir sehr weh, und sie ignorierte das meistens, bzw. war froh, gleich 2 beste Freundinnen zu haben und konnte sich halt sicher sein, dass sie notfalls sowieso immer auf mich zurückgreifen könnte. Es machte sich auch desöfteren bemerkbar, dass sie genervt war, mich wie ein ''rohes Ei'' zu behandeln, wie sie selbst sagte. Naja, so viel dazu.

Ich brach mein Abitur ab und verlor mich immer mehr in meine Depression. Ich war dabei, nach und nach das wichtigste in meinem Leben zu verlieren und war machtlos dagegen. Zwar hatten wir oft nach Abbruch meines Abiturs noch engen Kontakt, doch die Abstände der Unternehmungen wurde immer größer und ihre Freundschaften zu anderen immer tiefer. Sie ist sehr extrovertiert und liebt es, unter vielen Menschen zu sein; ich eher introvertiert und habe lieber 2, 3 Menschen um mich, die mir sehr wichtig sind. Das war immer ein Problem, und letzendlich kam ich auch zu dem Entschluss, dass sich das trotz diverser Besprechungen des Problems niemals ändern wird und ich nicht mehr wegen denselben Sachen leiden möchte.

Ich war zwar in den letzten 4 Jahren zweimal für jeweils ein halbes Jahr arbeiten, konnte aber keine engen Freundschaften oder so aufbauen. Es ist tatsächlich so, dass ich generell keine Freundschaften zu Frauen pflegen kann. Es gab bisher schon ein paar Mädchen, die sich immer wieder mit mir treffen wollten und die ich auch sehr mag, aber vor den Treffen habe ich immer abgesagt, weil ich dann doch keine Lust hatte. Ich war auch mit ihnen auf einer Wellenlänge, aber es reichte mir immer das Wissen, sie einfach sicher zu haben. Ich weiß auch nicht, wieso ich so bin. Freundschaften überfordern mich einfach... Meine ehemalige, beste Freundin war eine absolute Ausnahme.

Mit Männern ist es so, dass mich platonische Freundschaften mit ihnen auch nicht interessieren, es sei denn, eine gewisse sexuelle Spannung ist vorhanden und man flirtet ein bisschen.

Mit Beziehungen ist es so, dass ich dazu wohl (noch) nicht fähig bin. Ich habe bisher 3 sehr tolle Männer kennengelernt, die jeweils eine feste Beziehung mit mir wollten. Sobald sie aber anfingen, ernst zu machen, wollte ich einfach nur noch davonrennen und sie loswerden... Ich weiß, dass es das nicht ist, aber gefühlsmäßig wirkt es bei mir so, dass die Männer dann einfach nur schwach in meinen Augen werden, sobald sie Gefühle offen zeigen, und das schreckt mich leider ab. Tiefere Gefühle habe ich bisher nur für unnahbare Männer entwickeln können, die im Endeffekt große Arschlöcher waren. Das würde ich gerne ändern, nur weiß ich nicht, wie.

Mittlerweile lebe ich nur noch isoliert Zuhause. Ich weiß einfach nicht, wie ich in der Gesellschaft leben soll mit meiner sozialen Inkompetenz. Zu Freundschaften bin ich nicht fähig, es sei denn, es fühlt sich zu Beginn wie eine Seelenverwandtschaft an.

Ich fühle mich nur noch leer, traurig, einsam und weiß nicht, wie ich damit noch weiterleben soll. Ich habe konkrete Zukunftspläne, die mich aber nicht im Geringsten motivieren. Ich bin total Antriebslos und habe jedwede Lebenslust verloren. Ich vegetiere nur noch vor mir hin und bekomme es einfach nicht auf die Reihe, produktiv einer Sache aktiv nachzugehen.

Leben tue ich mit meiner alkoholkranken Mutter, zu der ich keinen Bezug habe und die mich auch nicht interessiert. Ich würde hier so gerne weg. Ich würde liebend gerne mein Abitur per Ferninstitut nachholen, um anschließend zu studieren und ausziehen zu können und vom Barfög und 450,- Job leben zu können. Ich bin 21 und habe noch mein ganzes Leben vor mir, bin jedoch absolut nicht in der Lage, meine Pläne in die Tat umzusetzen.

Ich verliere mich oftmals in negative Gedankenstrudel. Dann denke ich an alle Menschen, die mich bisher enttäuscht und verletzt haben und entwickle Mordgedanken, denen ich jedoch niemals nachgehen würde; ich bin sehr kontrolliert und mir der Konsequenzen im ganzen Ausmaß bewusst. Es nervt mich einfach extrem, dass diese Menschen in der Lage sind, Hassgefühle und Wut in mir auszulösen. Ich möchte nicht schon mit 21 total verbittert sein.

Das, was mich noch am Leben hält, ist die Hoffnung, endlich an Energie und Motivation zu gewinnen, um mein Leben in Angriff zu nehmen; das ist aber derzeit wohl nicht möglich, was mich dann ab und an in Suizidgedanken treibt.

Zurzeit nehme ich Citalopram, also Antidepressiva, die jedoch keinerlei Wirkung nach 3 1/2 Monaten zeigen. Es ist zum Verzweifeln.

Ich fühle mich so leer und schwach und wie eine Versagerin, weil ich mich einfach nicht mehr weiterentwickle und nicht vorankomme im Leben. Ich sehe mich als Mensch mit Potenzial, welches ich aber leider nicht ausschöpfen kann. Es macht mich außerdem traurig, dass der Sommer wiederkommt. Ich sitze zu Hause in meinem dunklen Zimmer und denke an die Menschen, die draußen mit Freunden und Familie Eis essen, wandern, schwimmen, grillen, sich sonnen, zusammen reden und lachen und einfach nur Spaß haben in der Sonne. Ich bin im Dunkeln und alleine und nichts bewegt mich dazu, rauszugehen.

Eine Familie habe ich zwar, aber auf die kann ich gut und gerne verzichten. Sie besteht aus Menschen, die rundum unzufrieden mit ihrem Leben sind, gegen alles und jeden sticheln, kein gutes Wort an niemanden ranlassen, alles schlechtreden, lästern, Gerüchte verbreiten, sehr beschränkt sind... Solche Menschen möchte ich nicht um mich haben...

Ich wäre zu gerne tot, aber habe nicht den Mut, mich umzubringen.

Ich weiß gerade selber nicht, was ich mir von dem ganzen Geschreibe hier erhoffe..

Antworten
EAleoEnorxa


Hey Najona,

Ich erkenne mich da in vielen Zeilen wieder. Das Ding mit dem 'tot-sein' hatte ich auch schonmal, aber ganz ehrlich: Wenn man schon meint nichts mehr zu verlieren zu haben, kann man doch einfach mal eine ganze Menge ausprobieren. ;-D

Du brauchst niemand anderen als dich selbst um raus zu gehen und irgendwas zu rocken. Und wenn es nur ist das du dir ein Spiel vom örtlichen Fußballverein anschaust, dir Amateur-Konzerte reinziehst oder dich in der City in den Außenbereich eines Cafés setzt und Leute beobachtest.

Was machst du denn wenn du zu Hause bist? Womit beschäftigst du dich?

Ich verstehe total das einem die Energie fehlt - mir geht es selbst ganz oft so. Ich habe nur das Glück seit Jahren ein Hobby zu haben das mir zur Leidenschaft geworden ist. Das hat mit ehrenamtlichem Engagement zu tun und hält mich IMMER über Wasser. Es ist eine Regelmäßigkeit die ich nicht missen will und zwingt mich einfach meinen kleinen Käfig zu verlassen. Vielleicht wäre sowas auch etwas für dich, denn es ist ein schweres Los immer in seinem eigenen Kopf zu kreisen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH