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An eigener Unterwäsche riechen.... Warum?!

SDch+weispseHrin hat die Diskussion gestartet


Hallo, ihr Lieben.

Ich wende mich nun mit einem Problem am euch, dass ich seit meiner Kindheit für mich behalten habe, und das mir unsagbar peinlich ist. Selbst die zig Therapeuten, die ich bisher hatten wissen nichts davon. Bitte verurteilt noch nicht vorschnell, oder hängt mir irgendeinen Fetisch an, es ist für mich schon schwer genug. Ich denke, es hat was mit meiner Kindheit zu tun.

Ich erzähle mal so grob, was war.

Im Alter von 4 Jahren kam ich in eine Pflegefamilie, da meine Mutter schwer Alkohol -und Medikamentenabhängig war. Sie hat es vor meinen Vater immer versteckt, bis Sie es ihm dann doch irgendwann erzählt hat. Er ist dann abgehauen, hat alles Geld mitgenommen, was eigentlich für meine Zukunft war, und hat sich seit dem nie wieder blicken lassen. Er wird auch nächste Woche Freitag, an meinem Geburtstag, nichts von sich hören lassen. Ich kam dann in besagte Pflegefamilie. Da begann meine Leidensgeschichte. Ein Jahr lang schwerste Misshandlung, Schläge, wurde vom Hochbett geschmissen, der Fleischklopfer kam auch zum Einsatz. Drei Tage einsperren ins Badezimmer, kein Licht, kein Fenster, kein Essen, nix. Dem anderen Pflegekind haben sie alles gegeben, was er wollte. Das Ende vom Lied: die Polizei musste mich rausholen, und ich kam in ein Kinderheim. Dort bekam ich dann Halluzinationen, sowohl sichtbar wie auch hörbar, habe meinen Kopf gegen die Heizungsrippen blutig geschlagen. und seitdem kaue ich auch Fingernägel, bis auf 2 mm runter. (Ich bin 29). Dann mit 6 Außenwohngruppe. In dem Alter schon schwerste Gartenarbeiten, einmal wurde ich im Winter im Keller über Nacht eingesperrt. Wir mussten die alten Kleider der Nachbarskinder tragen. Geschenke sowie Schulbücher wurden in Zeitungspapier eingeschlagen. All die Jahre wurde ich in der Schule deswegen gemoppt und ausgegrenzt. Zimmer in dem Alter einmal die Woche putzen, alles aus den Schränken raus, nasswischen, trockenwischen. Wurde kontrolliert, war es nicht gut, wurde das Zimmer verwüstet und ich musste nochmal alles neu machen. Beim Zähne putzen wurde die Zeit gestoppt... Bei Selbstverletzung am Arm (ab 7 Jahre), wurde ich beschimpft, runtergemacht, Verband drum und gut war. Das ging 9 Jahre so. Seitdem leide ich an folgenden (diagnostizierten) Erkrankungen: ADHS, Persönlichkeitsstörung ( seit Jahren keine SV mehr), Depressionen, soziale Phobie, Hypochondrie, Kardiophobie, Zwangsstörungen.

Und jetzt zu dem, was mir so dermaßen unangenehm ist: Seit ich aus der Pflegefamilie raus bin, rieche ich an meiner eigenen Unterwäsche. Ich würde es ja noch verstehen, wenn es mir einen Kick verschaffen würde. Aber das passiert ja eben nicht. Ich weiß nicht, warum ich das mache. Ich Wechsel jeden Tag den Schlüppi, es riecht auch nicht sonderlich streng, und es gibt mir auch einfach nix. Aber ich mache es immer wieder. Und ich komme da nicht von los, und ich weiß einfach nicht warum. Fremde Wäsche reizt mich null. Ich denke, es hat was mit meiner, naja, Kindheit kann man das nicht nennen, zu tun.

Was wäre eure Idee?

LH

Antworten
FHrau Eprdm0änncxhen


Aber ich mache es immer wieder.

Wie muss man sich das vorstellen? Nach dem Wechseln an der benutzten Wäsche einmal riechen? Oder öfter und länger

Ptlüschybiezsxt


Ich würde vermuten, dass der Geruch dir ein Stück Geborgenheit vermittelt.

Alles anderen in deinem Leben war wohl einem stetigen Wandel unterlegen und der Geruch war immer gleich.

S?chwneiss+erin


Frau Erdmännchen: nehrmals täglich. Zb wenn ich auf Toilette bin.

B+eni:taxB.


Das einzig Eigene, was Du irgendwann und jetzt immer noch hast.

Ein Psychologe könnte Dir das erklären. Es ist etwas, was man Dir nicht wegnehmen kann. D E I N Geruch.

P"ythoxnist


Gerüche werden im Hirn anders verarbeitet als die restlichen Sinneseindrücke. Gerüche gehen an der Analyse vorbei und bewirken sofort Emotionen/Reaktionen.

Schau mal hier rein und lies dir das mal durch:

[[https://www.jean-puetz-produkte.de/news/was-bewirken-duefte.php]]

"Düfte wecken Erinnerungen in uns. Einige Gerüche versetzen uns sofort in unsere Kindheit zurück."

Oder hier:

[[https://www.dasgehirn.info/wahrnehmen/riechen-schmecken/die-anatomie-des-duftes-5699]]

Diese Erinnerungen werden im limbischen System aktiviert.

Ich weiß, warum ich gern an meiner getragenen Wäsche rieche: ich habe als ganz kleines Kind (ca. 2-4 Jahre) total gern in der Wäschetruhe gelegen, bei der getragenen Wäsche, bevor die gewaschen wurde. Erst war es nur mein Rückzugsort, im Flur hinterm Vorhang stand diese Wäschetruhe.

Dann im Alter von 4 Jahren, während meine Eltern ca. ein halbes Jahr in der Wohnung in Trennung begriffen waren (mit verbaler Gewalt, Drohungen, Eifersucht, Stiefvater schon parallel bei der Mutter im Schlafzimmer wohnend, Vater im eigenen Ex-Kinder-Zimmer, mit latenten, aber zum Glück nicht ausgelebten Aggressionen), hatte ich dort meine Ruhe und einen guten Schallschutz und wurde nicht so schnell gefunden. Es ist diese Art von Schutz, Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit, die ich bis heute mit dem Geruch getragener Wäsche verbinde. Menschliche Nähe, auch wenn keine Menschen an sich da sind.

Für das, was du geschildert hast, finde ich die Hinweise von Plüschbiest und BenitaB. sehr plausibel.

Ich würde vermuten, dass der Geruch dir ein Stück Geborgenheit vermittelt.

Alles anderen in deinem Leben war wohl einem stetigen Wandel unterlegen und der Geruch war immer gleich.

Das einzig Eigene, was Du irgendwann und jetzt immer noch hast. Ein Psychologe könnte Dir das erklären. Es ist etwas, was man Dir nicht wegnehmen kann. D E I N Geruch.

Zusammen mit den erwähnten Zwangsstörungen (Ist das Wäsche-Riechen eine davon?) finde ich es plausibel, dass du dieses Riechen dann auch zwanghaft oft wiederholst. Auch wenn vielleicht viel weniger auch ausreichen würde. Aber offenbar hast du bisher dafür keinen Ersatz gefunden.

B-ambi!ene


Was wäre eure Idee?

LH

Schweisserin

Du schadest damit ja keinem Menschen.

Warst du als Kind Bettnässerin? Wenn ja, hätte ich jetzt gedacht, es wäre eine Art Kontroll-Riechen. So nach dem Motto "im Höschen noch alles OK?"

:)* @:)

smchilBc:hxer


Liebe Schweisserin,

es wird Dich niemand verurteilen. Du hattest eine furchtbare Kindheit.

Warum Du das machst, weiß ich natürlich auch nicht. Evtl. zwanghafte Kontrolle, ob die Unterwäsche sauber ist?

Stört es Dich denn so sehr? Oder könntest Du es evtl. akzeptieren?

Tuh(atlixna


Ich denke, hineininterpretieren kann man da eine Menge. Ich glaube, Zwänge müssen nicht immer einen logischen direkten Zweck haben. Alleine das Ritual dahinter gibt ja Sicherheit.

Gerätst Du in Panik wenn Du das nicht machst?

Belastet es Dich?

Ienkoxg


Du arme, das ist ja fürchterlich was du als Kind durch machen durftest :�_

Du hattest als Kind ja keine Chance, ich hoffe du kannst das alles aufarbeiten und jetzt ein glückliches Leben führen.

Über diese unangenehme 'Gewohnheit' würde ich mir jetzt nicht unbedingt den Kopf zerbrechen. Ich denke es ist eben einfach eine Gewohnheit, und ich würde da jetzt nicht zu viel rein interpretieren.

Muss auch nichts mit deiner kaputten Kindheit zu tun haben.

Finde ich aber jetzt auch nicht sonderlich schlimm und so peinlich ist es nun auch nicht.

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