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Völlig fertig wegen Jobverlust - wie Projekte beenden?

Alias 725273 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich schreibe unter einem Alias, damit mich Kollegen oder gar mein Chef nicht erkennt. Leider bin ich völlig fertig mit den Nerven und bitte euch, mir eure Meinung zu sagen.

Die letzten Jahre waren sehr schwer für mich. Sie waren geprägt von Misserfolg und vor allem viel viel Pech trotz gutem Willen und viel Anstrengung. Vor zwei Jahren wendete sich dann endlich das Blatt und ich bekam einen Job, der für alles entschädigte. Ein (mein) absoluter Traumjob, nette Kollegen usw. Der Job war zunächst auf 2 Jahre befristet, aber man hat mir gleich gesagt, dass sich hinterher sicher etwas in der Firma findet und ich mir keine Sorgen machen solle.

Das Arbeitsklima war immer super, ich hab mich mit dem Chef und Kollegen prima verstanden.

Ich habe jetzt vor kurzem aus dem Nichts von meinem Chef erfahren, dass mein Vertrag nicht verlängert wird und sich auch sonst nichts für mich ergibt. Das reißt mir nun völlig den Boden unter den Füßen weg. Insgeheim habe ich das Schweigen meines Chefs und auch die Tatsache, dass er nie "kritisch" mit mir gesprochen hat so interpretiert, dass es auch "irgendwie weitergeht" wie er anfangs gesagt hat.

Das Problem ist jetzt:

Ich habe einige sehr wichtige und aufwändige Projekte, die ich in den verbleibenden Wochen beenden müsste. Ich fühle mich völlig außer Stande, mich nur halbwegs zu konzentrieren, bin frustriert, bin enttäuscht, habe extreme Minderwertigkeitskomplexe und Selbstzweifel wegen des Rauswurfs und möchte am liebsten gar nicht mehr hin (ich weiß, das geht nicht).

Was mache ich da jetzt? Einfach sagen, dass ich aufgrund der psychischen Belastung die Projekte nicht weitermachen kann? Das kommt wahrscheinlich sehr schlecht an. Aber mich jetzt nach der eigentich miesen Nummer und der Enttäuschung mich nochmals richtig reinhängen und Gas geben? Ich hab das Gefühl, dass ich das nicht schaffe.

Mir geht es wirklich richtig schlecht...

Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Vielen lieben Dank für eure Antwort. Es würde mir sehr helfen, kann grade keinen klaren Gedanken fassen...

Antworten
MYakk6ajbi


Einfach sagen, dass ich aufgrund der psychischen Belastung die Projekte nicht weitermachen kann?

Ja.

Das kommt wahrscheinlich sehr schlecht an.

Haben sie dir gerade eine Gehaltserhöhung versprochen oder gekündigt? - Oder auf deutsch: NA UND?!

Alias 725273


Danke Makkabi für deine Antwort.

Das Problem ist, dass ich in einem Bereich arbeite, wo alles vernetzt ist und jeder jeden kennt.

Mein Chef ist in meiner Stadt ein großes Tier und ich habe Angst, NOCH einen schlechteren Eindruck zu hinterlassen aus Angst, mir alle weitere Möglichkeiten zu versauen.....

M:akxkabi


Das Problem ist, dass ich in einem Bereich arbeite, wo alles vernetzt ist und jeder jeden kennt.

Ja, kenne ich auch; meinen letzten Chef kannten auch alle. Die meisten hielten ihn für einen Soziopaten.

;)

Musst Du selber sehen, welche Meinung die anderen von ihm haben.

Mrak[kabxi


Das Problem ist, dass ich in einem Bereich arbeite, wo alles vernetzt ist und jeder jeden kennt.

Ja, kenne ich auch; meinen letzten Chef kannten auch alle. Die meisten hielten ihn für einen Soziopaten.

;)

Musst Du selber sehen, welche Meinung die anderen von ihm haben.

_SParxvatix_


Merk dir für die Zukunft: Solange nichts unterschrieben ist, sollte man sich nie auf mündliche Aussagen verlassen ;-) Wenn man mit einplant, dass man nach dem befristeten Vertrag eventuell nicht übernommen wird, ist der Frust dann auch nicht so extrem groß.

Hinfallen aufstehen Krone richten. Weitergehen... ;-)

Alias 725273


ich hab die schlimme Befürchtung, dass mein Chef ziemlich gut ankommt bei den anderen Leuten.

Das ist alles wie ein böser Alptraum, der absolute Horror.

Was soll ich jetzt machen? Am Montag wieder ins Büro und so tun als ob nix wär und schön fleißig für den Betrieb arbeiten? Wer soll das aushalten? Ich bin wahrscheinlich echt ein Schwächling, kein Wunder, dass ich rausgeworfen wurde...

:°(

J oLrGi


Zähne zusammen beißen und die Projekte so gut wie möglich zu Ende bringen!!!

Zum einen war von vorn herein klar, dass der Vertrag befristet ist. Das bedeutet, dass er nach zwei Jahren beendet ist. Auch wenn die Hoffnung bestand, dass er verlängert bzw in unbefristet umgewandelt wird, war von Anfang an klar, dass er eben auch nach den zwei Jahren beendet sein kann.

Wenn es denn nach Ablauf der zwei Jahre nicht weitergeht, dann ist es eben vielleicht anders nicht möglich. Kennst Du die Gründe?

Zum anderen: man sieht sich immer zweimal im Leben. Vielleicht ergibt sich später in diesem Unternehmen noch mal was. Und Du willst doch sicher auch ein gutes Zeugnis und evtl das Unternehmen als Referenz nutzen. Dann solltest Du bis zum Schluß Dein Bestes geben.

Du bist enttäuscht, traurig, geschockt und wahrscheinlich noch vieles mehr. Das ist legitim und sehr verständlich. Dennoch solltest Du Dich jetzt nicht in ein Loch fallen lassen und vor allen Dingen nicht bockig werden.

Suche das Gespräch, höre Dir an, was die Gründe sind und finde heraus, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gibt. Wenn nicht, melde Dich sofort bei der Jobagentur, schaue Dich nach etwas Neuem um und führe trotzdem alles gut zu Ende, damit Du erhobenen Hauptes da raus gehen kannst.

Ich hoffe, Du kannst den ersten Schock überwinden und kannst nachvollziehen, was ich versucht habe, auszudrücken.

Alias 725273


@ Parvati

verlassen hab ich mich ja nicht. Es ist nur so, dass bei anderen zunächst befristet angestellten es auch funktioniert hat mit dem "Job verschaffen". Und da einfach nichts vorgefallen ist und ich mich super mit meinem Chef verstanden hab, hab ich mich auf die Fairness verlassen, dass er mir wenigstens rechtzeitig Bescheid gibt, wenn er mich rauswirft.

Das war mein Fehler, ich weiß. Passiert mir auch nicht mehr.

Aber wie krieg ich die Zeit noch rum?

M_akqkabi


Zähne zusammen beißen und die Projekte so gut wie möglich zu Ende bringen!!!

Hab ich früher auch gedacht, und gemerkt dass AG das genau ausnutzen: Die kümmern sich einen Scheiß wie es mit dir weitergeht, also sollte deine 1. Priorität dein Überleben sein.

1. Gang zum Arbeitsamt um dich Arbeitssuchend zu melden. (Geht auch online)

2. Bewerben, was das Zeug hält - Für Bewerbungsaktivitäten (Vorstellungsgespräche) MUSS dich dein AG frei stellen; nix Urlaub nehmen oder ähnliches.

Mach was Du kannst, aber achte auf dich und deine psychische und physische Gesundheit. Wenn Du aus deinem nächsten Job rausfliegts, weil Du einfach durch bist, dann tut es deinem jetzigen Chef auch nicht Leid.

EThemaliSger Nutzber y(#5454x21)


Aber wie krieg ich die Zeit noch rum?

Neuen Job suchen ;-)

Das sollte oberste Priorität haben .. wie Makkabi schon sagte.. Du hast keine Gehaltserhöhung bekommen, sondern die Kündigung.

Alias 725273


Kennst Du die Gründe?

Ja, so halb. Der Bereich soll verändert werden und den Job, den ich jetzt mache, soll dann jemand machen, der charakterlich ganz anders ist als ich. Ich bin eher ruhig und zurückhaltend, sie wollen einen "Karriere-Rambo".

Vielleicht könnte ich es auch, er gibt mir aber keine Chance.

M{annC0x42


1. Ganz einfach: Dienst nach Vorschrift. Das was du unter normalen Bedingungen, also mit normalem Arbeitstempo, fertig bekommst, fertig machen. Eventuell eben nach Wichtigkeit priorisieren, keine Minute länger arbeiten, als im Vertrag steht. Resturlaub entweder nehmen oder auszahlen lassen und dich ansonsten einen Sch...dreck kümmern, was mit deinen Projekten weiterpassiert. Dafür wirst du bezahlt.

2. Wenn es dich tatsächlich so mitnimmt, dass du denkst, dass du das nicht kannst, dann würde ich zu einem Arzt gehen und mich krankschreiben lassen.

Zu 1. Noch. Was mit deiner alten Firma und deren Projekten passiert, braucht dich nicht mehr zu interessieren. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Die haben deinen Vertrag nicht verlängert, aber sie wissen hoffentlich was sie tun. Du wirst für den Rest noch ganz normal bezahlt, das würde für mich heißen, dass ich auch ganz normal für mein Geld arbeiten würde. Gewinnen kannst du nichts mehr in der Firma, also ist auch kein heldenhafteer Einsatz mehr erforderlich. Fertig, aus, basta.

Konzentriere dich auf dich. Schau, dass du dich bei der Arbeitsagentur rechtzeitig meldest und schau dich nach einem neuen Job um. Im schwäbischen gibt's den Spruch: "Es geht immer wieder ein Türchen auf." Sprich, die eine Tür bei der alten Firma hat sich geschlossen, dafür geht irgendwo wieder eine neue auf. Aber bitte keine unnötige Arbeit mehr hinter die alte Türe investieren. Nur schauen, dass die dich beim Zeugnis nicht behumpsen. Das ist ihr letztes Druckmittel. Ich würde eventuell einen Fachmann konsultieren. Entweder im Bekanntenkreis, so fern vorhanden, oder zur Not gegen Bares.

M<eistyer_Gxlanz


schaue Dich nach etwas Neuem um und führe trotzdem alles gut zu Ende, damit Du erhobenen Hauptes da raus gehen kannst.

Genau so!

Ziemlich besch..eiden, wenn dir von Anfang an falsche Hoffnungen gemacht wurden. Vielleicht war die Situation vor zwei Jahren anders, vielleicht wollte man dich motivieren. Wie auch immer. Dieser kleine Rückschlag nimmt dich mit, das ist verständlich. Aber wenn du jetzt einknickst, wird dir das in der Zukunft nicht helfen. Im Gegenteil, gerade, wenn die Branche so gut vernetzt ist, kriegst du womöglich einen Stempel ab. Und das ist unnötig.

Du hast anspruchsvolle Projekte, also wirst du wohl nicht so schlecht sein, dass die Selbstzweifel angebracht wären. Und du wurdest auch nicht entlassen, der Vertrag läuft halt aus, wie von Anfang an klar war. Also nicht deine Schuld.

hDikl$eiynes


Hast du dir Feedback geholt, was denn der Grund ist? Wenn es nicht an dir liegt, sondern vielleicht wirklich die Auftragslage/andere äußere Umstände sind, dann könntest du vielleicht etwas beruhigter in die Situation gehen.

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