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Selbstakzeptanz: Weniger ist mehr - oder der absteigende Ast?

f&ranWi!na hat die Diskussion gestartet


hallo,

vorab: Sorry, dass es so lang ist. Danke fürs Lesen.

ich hatte jüngst zu einem konkreten Problem im Beziehungsforum geschrieben, aber mir scheint, meine Probleme sind allgemeiner und ich versuch's mal hier mit einem Teil davon, vielleicht geht es wem ähnlich, vielleicht möchte sich jemand austauschen.

Ich habe psychische Probleme seit der Kindheit, Depression, Essstörung, Selbstverletzung, Zwangsgedanken, Selbstmordgedanken. Mehrere Therapien seit Teenageralter. Gründe gibt es auch, meine Kindheit war chaotisch und zuwendungsarm, gleichzeitig geprägt von einem starken Fürsorgeverhältnis zu einem Vater mit Persönlichkeitsstörung, bei dem ich aufgewachsen bin (Mutter nur sporadisch gesehen).

Auf der anderen Seite habe ich Schule und Uni sehr gut abgeschlossen und galt immer als "irgendwie besonders" - vielleicht kennt das auch jemand.

Ich hab es nicht bewusst drauf angelegt, aber diese Reaktion bekam ich oft, solange ich denken kann. Da ich selber sehr unsicher bin und immer war, folgte daraus für mich extremer Druck, die Erwartungen zu erfüllen. Hab ich eine Weile auch beinahe geschafft (siehe guter Abschluss, dann auch gleich ne "schicke" Arbeit gefunden usw.). Aber die Unsicherheit blieb und steigerte sich oft zur Panik. Schließlich klassischer Burn-out, Zusammenbruch, Krankenhaus. Inzwischen eine gescheiterte lange Beziehung mit einem Kind (gemeinsame Sorge, das Kind pendelt, soweit ersichtlich klappt es recht gut, obwohl ich in ständiger Panik lebe, dass mein Kind "so wird wie ich" und ihm die Unruhe in seinem Leben schadet).

Danach habe ich eine der wenigen vernünftigen Entscheidungen meines Lebens getroffen und mir einen "kleinen" job gesucht. Es ist eine Arbeit, mit der ich gut leben kann. Sie ist leider nicht gut bezahlt, wir leben etwa auf alg 2-Niveau. (Vorher habe ich mehr als doppelt so viel verdient.) Aber dafür schaffe ich sie ohne Nervenkrise!! ;-D

Privat ist es schlimmer. Alle meine Beziehungen scheitern früher oder später an - Panik. Ab einem gewissen Grad an Nähe und Verbindlichkeit raste ich aus. Dann geht nichts mehr, ich flüchte. Versuche noch eine Weile verzweifelt, den Schein zu wahren, Zähne zusammenbeißen und dergleichen. Dann Schlaflosigkeit, Panikattacken, hysterisches Weinen, bis ich einfach weg bin.

Es ist so schrecklich. Ich hasse das. Ich will so nicht sein. ich verletzte den Partner und stoße die Umwelt vor den Kopf. Außerdem fühle ich mich furchtbar einsam. Und wie toll man sich dann als Mutter findet, könnt ihr euch ja denken.

Nachdem nun meine dritte Beziehung katastrophal gescheitert ist, versuche ich mir zu sagen: Es ist ok, wenn ich das nicht kann. Ich will lernen, allein zu leben und das zu akzeptieren. Ich ertrage das Gefühl nicht mehr, selbst immer zu zerstören und zu verletzten und zu enttäuschen (jemand ist da, der mich entschlossen liebt, einiges aushält, sich wirklich bemüht, und ich bin dankbar, ich sehe es, aber es reicht nicht, ich kann meine Panik nicht bewältigen.)

ich mag nimmer. Mir ist so zum heulen, verdammt verdammt verdammt. Im letzten Fall war es dummerweise auch ein Mensch, der selbst etwas extrem ist, und das war am Schluss das bare Grauen.

Also, wie schon beruflich, versuche ich nun auch privat, zu reduzieren.

Mit dem Kind schönes unternehmen, die Wohnung schön machen. Mal ins Kino und sich sehr freuen, wenn ein Tag ohne Angst verläuft.

Aber immer die innere Stimme, die fragt: ist das nicht die Resignation? Gibst du jetzt auf? Schlägst alle Chancen in den Wind? Was glaubst du wohl, wieviele du noch bekommst? Los, streng dich an! Das schaffst du nicht...Versager in allen Bereichen...Außerdem hältst du das gar nicht aus, wie vermessen bist du eigentlich? Und es bedeutet, das endgültige Scheitern meines Lebenstraumes von der glücklichen Familie -und sei es die Patchworkversion - einzugestehen...

Oh, ich hab so Angst. Immer diese Angst, schaurig ist das. Wenn ich die Energie, die ich in Angst stecke, woanders hätte, es wär ein Kinderspiel.

Möchte jemand was dazu sagen? Hat jemand ähnliches erlebt oder macht es gerade durch? ich würde mich freuen... Puh, muss mich ganz schön überwinden, abzuschicken - schon wieder Angst, oh mann.

Liebe Grüße

franina

Antworten
aCugR233


Der Zuspruch "die Angst ist ohne Grundlage" hilft dir nicht viel weiter. Aber 30 Jahre auf einem finanziellen Niveau unter alg2 ist kein Problem, schärft den Blick für die Dinge ohne Geld, umgeht jede Diskussion über Geld, schafft sogar Freiräume (auch finanzieller Art) und lässt ein zufriedenes Leben zurück. Es ist die eigene Entscheidung, wie man zu den Verhältnissen steht. Kinder müssen unter einem "bescheidenen" Leben nicht leiden. Generationen sind bescheiden, aber glücklich aufgewachsen. Die selbst gebastelte Pfeife ist mehr wert als jene aus einem Überraschungsei. Eine Partnerschaft findet sich auch aus einer finanziell reduzierten Lebenslage; einfach ehrlich sein.

EyindeGutTeFraxge


Naja, ich steh ja persönlich nicht auf Diagnosen in einem Forum und werde auch nicht damit anfangen, aber hast Du Dich schon mal psychologisch in Hinblick auf Borderline untersuchen lassen?

Da schreit ja einiges förmlich danach und dann noch der Vater, der ebenfalls schon unter einer Persönlichkeitsstörung litt.

Na gut, es ist vielleicht gar nicht so relevant für Dich zu wissen, Wie Deine Probleme heißen, sondern wie Du sie lösen kannst.

Ich denke, dass psychologische Hilfe hier aber hilfreich ist. Gerade wenn Du tatsächlich unter einer Persönlichkeitsstörung im Sinne von Borderline leidest, kannst Du mit Hilfe einer Therapie sicher Bewältigungsstrategien entwickeln, wenngleich es auch keine Heilung gibt.

E3hemalDiger Nut6zer n(#57~8069)


Für mich hört sich das eher nach einer Beziehungsangst an, resultierend aus deiner eigenen Unsicherheit. Ich würde an deiner Stelle einfach mal eine Therapie anstreben und das Problem an der Wurzel packen. Das scheint bisher ja noch nicht versucht worden zu sein. ":/

F1ajSoL[a


Oh, ich hab so Angst. Immer diese Angst, schaurig ist das. Wenn ich die Energie, die ich in Angst stecke, woanders hätte, es wär ein Kinderspiel.

:)_

Also, wie schon beruflich, versuche ich nun auch privat, zu reduzieren.

Mit dem Kind schönes unternehmen, die Wohnung schön machen. Mal ins Kino und sich sehr freuen, wenn ein Tag ohne Angst verläuft.

Aber immer die innere Stimme, die fragt: ist das nicht die Resignation? Gibst du jetzt auf? Schlägst alle Chancen in den Wind? Was glaubst du wohl, wieviele du noch bekommst? Los, streng dich an! Das schaffst du nicht...Versager in allen Bereichen...Außerdem hältst du das gar nicht aus, wie vermessen bist du eigentlich? Und es bedeutet, das endgültige Scheitern meines Lebenstraumes von der glücklichen Familie -und sei es die Patchworkversion - einzugestehen...

Bist du der Meinung, dass es nur ein entweder oder gibt? Also entweder du probierst es jetzt und immer weiter, obwohl es noch nicht geht oder du bleibst auf immer einsam?

Wenn ich deine Geschichte so lese, denke ich mir, dass eine Auszeit von Partnerschaften für eine gewisse Zeit sinnvoll sein könnte. Um zur Ruhe zu kommen, dir dein privates Leben nett zu gestalten, Energie zu tanken und vielleicht auch nochmal mithilfe einer Therapie gezielt an deiner Bindungsangst zu arbeiten. Damit du dich dann, wenn du dich gestärkt fühlst und dir jemand begegnet, mit dem du dir eine Beziehung vorstellen kannst, dem langsam öffnen kannst. Also statt "entweder oder" ein "jetzt nicht, aber später" @:)

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