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Probleme auf Arbeit zu gehen wegen psychischem Leid

H6arr+y3Plotter hat die Diskussion gestartet


Hallo miteinander,

ich habe mich gerade hier angemeldet weil ich einen Raum benötige in dem ich mal meinen Leid zum Ausdruck bringen kann. Ich habe ein Problem. Ich fange einfach mal an:

Ich habe mich für heute und morgen krank gemeldet. Anschließend habe ich meinen Therapeuten angerufen und um ein Gespräch gebeten. Morgen Mittag kann ich hin, Gott sei dank. Ich habe zur zeit massive Probleme auf die Arbeit zu gehen. Obwohl ich meine Arbeit eigentlich gerne mache. Ich fühle mich in letzter Zeit massiv unter Druck und komme gar nicht richtig zur Ruhe und fühle mich immer in eile und hektik und stress. Innerlich weine ich oft. Ich komme einfach nicht mit meinem vorgesetzten klar. Auch wenn er eigentlich ganz nett ist.ich fühle mich ständig von ihm beobachtet und bewertet. Ich kann nicht in ruhe arbeiten, da er den ganzen Tag neben mir sitzt.

Ich möchte einfach nur in ruhe arbeiten, aber er pfusht mir immer rein und weiß alles besser. Ich fühle mich oft minderwertig. Im Endeffekt hat er immer das letzte Wort. und noch dazu will er dann dass wir alle gut befreundet sind. Wenn etwas nicht so läuft wie er will, wird er gleich fuchsig. Er ist sehr emotional. Ich habe auch das Gefühl das er ein wenig unter einem Kontrollzwang leidet. Die arbeit an sich funktioniert eigentlich. Wir haben keinen Zeitdruck und bekommen alles hin. Es ist das zwischenmenschliche. Er regt mich einfach auf. ich würde ihm das gerne sagen, aber dann flippt er vermutlich aus. Wenn er möchte das ich mit ihm befreundet bin, warum kann er dann nicht akzeptieren, das ich anderer Meinung bin. Ich habe beobachtet das seine Kommunikationsstrategie immer darauf beruht das sein gegenüber sagt "du hast recht".

Ich weiß nicht was ich machen soll. Als ich noch in einem anderen Raum meinen Arbeitsplatz hatte, hatte ich wirklich Spaß an meiner arbeit. Jetzt komme ich mir regelmäßig minderwertig vor bin depressiv und schlecht drauf. Ich leide unter der ständigen Angst von ihm kritisiert zu werden und etwas falsch zu machen oder etwas so zu machen, das es ihm nicht passt.

Ich finde die Situation extra schwierig da ich nicht weiß ob das Problem bei mir oder bei ihm liegt. Normaler weiße gehe ich davon aus das es an mir liegt wenn ich mit einer Person oder einer Situation nicht zurecht komme. Ich bin ja auch schon seit Jahren ich psychologischer Behandlung. Allerdings ist es hier der Fall das eine Arbeitskollegin und gute Freundin von mir auch totale Probleme mit dem Vorgesetzten hat. Es ist sogar so das die beiden seit nun knapp einem Jahr im Streit stehen und sich aus dem weg gehen. Das einzige was sie machen ist sich anschweigen, gegenseitig über sich lästern und sich anzicken. Ich stehe zwischen den Fronten da ich meine Kollegin sehr schätze und mit dem Vorgesetzten eigentlich auch gut stehen möchte. Die Personalabteilung ist ratlos. Sie hat schon versucht eine Mediation durchzuführen und alle umstehenden befragt. Ich habe zu meinen Problemen mit dem vorgesetzten geschwiegen. (Aufgrund psychischer Vorgeschichte)

Die Arbeitskollegin sagt, sie will auf keinen Fall mehr mit ihm zusammen arbeiten. Er ist ein Kontrol Freak, mischt sich überall, ein ist zu dominant und hält seine Mitarbeiter klein und macht ihnen Angst. (Und gleichzeitig will er das wir uns alle gut verstehen und befreundet sind). Sie will das nicht mehr. sie will frei arbeiten genauso wie ich das will.

Irgendwann muss da eine Entscheidung von oben gefällt werden. Es kann nicht sein das in einer Abteilung seit knapp einem Jahr ein Streit zustand herrscht.

Es schmerzt so sehr sich auf die Arbeit zu bewegen. Ich denke oft "ich hab kein bock mehr auf den scheiß, des kotzt mich so an! - ich möchte wieder frei sein und mich nicht mehr minderwertig beobachtet und kontrolliert fühlen".

Aber das eigentliche Dilemma ist das ich ja gar nicht weiß ob meine Gefühle und psychischen Probleme jetzt von der Situation, meinem vorgesetzten oder von einer ganz anderen Sachen kommen. Ich bin ja kein Psychologe und was ich denke kann ja auch falsch sein. Ich möchte ja auch niemanden zu unrecht beschuldigen.

Naja ich hoffe ihr könnt irgendwie meine Situation zu verstehen und habt ein paar beruhigende Worte und gute Tipps für mich.

Gruß Harry

Antworten
Nyullach@tfuMenfszAehn


Warum suchst du dir nicht einfach einen neuen Job? Dann merkt der Chef vielleicht irgendwann auch mal, dass das da so nicht weitergeht...

HOarryP.lotxter


Naja wie gesagt bin ich psychisch vorbelastet und weiß nicht ob ich meine eigenen Probleme auf meinen Vorgesetzten reflektiere und er im Prinzip nur der Sündenbock ist und eigentlich unschuldig. Dann könnte es ja sein das es mir auf der neuen Arbeit genau so geht.

Wobei ich mich dann frage, warum die Arbeitskollegin genau so schlimme Probleme mit ihm hat. nebenbei habe ich auch schon mal gehört das vor meiner Zeit auch schon ein kollege wegen ihm gegangen ist. Was schon eigentlich für eine Mitschuld spricht.

Und der andere Punkt ist das ich gerade mit meinem Studium fertig bin und nicht direkt nach einem Jahr den Arbeitsplatz wechseln will. Ich wollte eigentlich dort mindestens 3 Jahre Erfahrung sammeln . Naja Erfahrungen sammle ich auch gerade ^^ Außerdem habe ich dort einen unbefristeten Arbeitsvertrag und das ist auch was wert.

M,itternC88chxt


Die Personalabteilung ist ratlos. Sie hat schon versucht eine Mediation durchzuführen und alle umstehenden befragt. Ich habe zu meinen Problemen mit dem vorgesetzten geschwiegen.

Genau da liegt doch das Problem:

Wenn einem was nicht passt (auch gegenüber Chefs und Vorgesetzten!) muss man den Mund aufmachen, sonst ändert sich nie was!

Da bewegt sich die Personalabteilung und keiner (ich unterstelle das auch mal vielen anderen deiner Kollegen, sonst hätte sich das Problem -> Der Vorgesetzte ja schon deutlich gezeigt!)macht den Mund auf.....wie sollen die Chefs das denn riechen?

Solch ein Verhalten kenn ich grade in meinem Job (Altenpflege) sehr gut:

Jeder meckert, lästert und beschwert sich, aber im Endeffekt sind es doch immer nur einzelne wenige die sich dann wenns drauf ankommt auch trauen was zu sagen! %-|


In deinem Fall würd ich vielleicht mal mit dem Vorgesetzten deines Vorgesetzten oder nochmal mit der Personalabteilung oder dem Betriebsrat sprechen, wenn du dich nicht traust mit ihm offen zu reden....oder um ein 6 Augen Gespräch bitten (sprich falls vorhanden: Betriebsrat, Vorgesetzter und Du) oder wenn garnichts davon für dich in Frage kommt den Betrieb wechseln (unbefristeten Vertrag hin oder her, wenn dich die Situation da langfristig krank macht bringt dir das alles nichts!)

LFew<ian


HarryPlotter

Aber das eigentliche Dilemma ist das ich ja gar nicht weiß ob meine Gefühle und psychischen Probleme jetzt von der Situation, meinem vorgesetzten oder von einer ganz anderen Sachen kommen. Ich bin ja kein Psychologe und was ich denke kann ja auch falsch sein. Ich möchte ja auch niemanden zu unrecht beschuldigen.

Kein Mensch ist wirklich objektiv und unparteiisch; das ist nicht nur dein Problem, dass du nicht genau beurteilen kannst, wer "schuld" ist oder was "richtig" ist, das gilt fuer alle, auch fuer Psychologen.

Du hast keine bessere Meoglichkeit, als von deiner Wahrnehmung auszugehen, wenn du so eine Situation beurteilen willst, und nactuerlich von deiner Erfahrung. Du hast ja schon geschrieben, dass auch andere Probleme mit dem Vorgesetzten haben, das ist auch noch mal ein Anhaltspunkt.

Allgemein glaube ich, dass in solchen Situationen immer alle Beteiligten irgendwie einen Anteil daran haben. Vermutlich ist das Verhalten deines Vorgesetzten wirklich nicht in Ordnung (was sich aber vom Internet aus natuerlich nicht beurteilen laesst), und moeglicherweise reagierst du aufgrund deiner psychischen Probleme darauf besonders empfindlich. Aber selbst wenn das so ist, heisst es nicht, dass du "schuld" bist; das macht nichts an deiner Wahrnehmung des Vorgesetzten falsch oder unwahr. Ganz offenbar gibt es da ein Problem, das geloest werden muss, und du kannst es nicht alleine loesen (ausser dadurch, dass du weggehst; wenn alle Stricke reissen...). Insofern stimme ich Mittern8cht zu, du solltest versuchen, was an der Situation zu tun.

Und nicht vergessen, deine Wahrnehmung zaehlt, sie ist nicht weniger wert als die von irgendjemand anderem. Natuerlich kann man sich mal irren, und es kann nicht schaden, eine gewisse Faehigkeit dazu zu haben, sich selber zu hinterfragen, aber das gilt fuer alle Menschen und nicht fuer dich im Speziellen.

A{nka2x014


Ich kann deine Situation gut verstehen. Ich hatte auch mal einen Vorgesetzten, der eigentlich immer nett sein wollte, aber das kam immer total gespielt und unnatürlich rüber und ging allen nur auf den Geist. Er war ebenso ein Kontrollfreak und alles sollte immer exakt nach seinen Anweisungen laufen und immer schnell und fehlerfrei etc...

Ich kam damit auch nicht zurecht und bin dann in eine andere Abteilung gewechselt. Ich habe nicht direkt mit Ihm gesprochen, sondern mit der Abteilung drüber (Personalrat oder sowas gab es nicht), weil mir das nicht sinnvoll erschien. Vor mir hatten schon einige wegen Ihm gekündigt. So habe ich denjenigen zwar noch immer mitbekommen am Rande, aber ich habe nicht mehr eng mit Ihm zusammenarbeiten müssen und konnte ihn besser stehen lassen, da es mich nichts mehr anging.

Ich schätze, du bist sensibel und brauchst nette ehrliche Menschen um dich rum, während deiner Arbeitszeit. Und keine dicke Luft und offene Konflikte. Du bist ja schon recht selbstreflektiert und suchst auch bei dir nach Möglichkeiten, damit umzugehen. Man kann lernen, damit umzugehen, aber ich denke für sensible Menschen, ist so eine Situation schwierig zu lösen. Vorallem, wenn man jung ist. Gibt es für dich die Möglichkeit, die Abteilung zu wechseln? Ich würde weiterhin das Gespräch mit der Personalabteilung suchen. Solange, bis eine Lösung gefunden wird. Für mich wäre so etwas ein Grund, um mich woanders zu bewerben. Natürlich mit der Gefahr, dass es dort ähnlich zugeht. Dann muss man solange suchen, bis man für sich die passendste Umgebung gefunden hat. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach einer Lösung :)= !

P*ythOosni,st


Drei Lösungsvorschläge:

Ich kann nicht in ruhe arbeiten, da er den ganzen Tag neben mir sitzt.

1) deinen konkreten Arbeitsplatz von dem des Vorgesetzten trennen lassen. Damit mal der direkte Einfluss weg ist. Also einfach um ein Umsetzen reden.

Auch ein Raumteiler ist an sich schnell beschafft, eine Rankpflanze da hin rein, Tische auseinander rücken, Bildschirme anders stellen, sowas. Einfach mal kreativ überlegen.

Ich leide unter der ständigen Angst von ihm kritisiert zu werden und etwas falsch zu machen oder etwas so zu machen, das es ihm nicht passt.

2) auf jeden Fall psychisch robuster werden. Resilienz nennt sich das, die psychische Widerstandsfähigkeit. Die Arbeitswelt hat harte und raue Seiten. Gerade mit dem Therapeuten kann der da Rollenspiele einbauen und einfach auch mal sein Verhalten ändern. Therapeuten sind da wirklich gewieft, dann schaltet der eben auch mal auf Kontrollfreak und du lernst im therapeutischen Setting dann angemessene Reaktionen und kannst die üben.

Irgendwann muss da eine Entscheidung von oben gefällt werden.

Eine eher schwache Position, sich auf Entscheidungen anderer zu verlassen. Besser ist: selbst agieren.

Und der andere Punkt ist das ich gerade mit meinem Studium fertig bin und nicht direkt nach einem Jahr den Arbeitsplatz wechseln will. Ich wollte eigentlich dort mindestens 3 Jahre Erfahrung sammeln . Naja Erfahrungen sammle ich auch gerade ^^ Außerdem habe ich dort einen unbefristeten Arbeitsvertrag und das ist auch was wert.

3) im gleichen Unternehmen auf andere, geeignete Stellen bewerben, außerhalb des Einflussbereichs des unbequemen Vorgesetzten. Das ist eine sehr sichere Variante, weil dann dein alter Platz nicht wegfällt. Auch sonst geht es offiziell recht nahtlos weiter.

Ich finde übrigens gut, dass du auch deine eigene psychische Grundverfassung mit als mögliches Element nennst. An der kannst du selbst was tun. Das Gefühl abbauen, kontrolliert zu werden.

Viel Erfolg!

PHythonwisxt


Ach so, und Home-Office-Tage gehen in manchen Betrieben noch recht gut! Und können spürbar produktiver sein. Für manche Mitarbeiter ist das was gutes, andere kommen damit schlechter zurecht. Erkundigen kann man sich da mal.

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