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Kann das alles mit der Psyche zusammenhängen?

TsobNy_ hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mir geht es jetzt schon seit Monaten schlecht. Nicht nur psychisch, auch physisch. Ich habe täglich Kopf- und Kieferschmerzen, trockene und gereizte Augen, Druck auf den Ohren und in den Nasennebenhöhlen. Ansonsten fühle ich mich einfach schlapp, lustlos, schläfrig und energielos und Lust verspür ich eigentlich auch keine mehr (was mit 18 schon ziemlich frustrierend ist). Letzteres Aufgezähltes hängt ja sicherlich mit der Psyche zusammen, aber die ganzen physischen Erscheinungsbilder? Ich war in den letzten Monaten bei sämtlichen Ärzten, wegen der Augen, des Kiefers, der Nebenhöhlen. Gab soweit keine Diagnosen, die weiterhelfen.

Deshalb frage ich mich, ob das alles auf die Psyche zu schieben ist? Ja, ich habe täglich Stress zuhause und schlafe seit Jahren nicht mehr gut. Aber die Situation ist nicht "einfach" zu ändern und ich werde sie wohl noch ne Weile aushalten müssen. Früher kam ich mit der einseitigen (psychischen) Belastung meiner Meinung nach gut klar, ich war trotzdem ein fröhlicher Mensch, aber mittlerweile, seitdem es mir eben auch körperlich nicht mehr gut geht, fühle ich mich echt scheisse. Ursprünglich sollte das kein "Bitte helft mir" werden, aber ich glaube, das trifft es eigentlich ganz gut. Ich halte die Situation einfach nicht mehr aus und weiß nicht, was ich machen soll... :(v

Und diese körperlichen Symptome hören sich vermutlich harmlos an, sind sie vielleicht auch, aber ich fühle mich wirklich jeden Moment des Tages einfach so unglaublich "ungesund", dass ich es wirklich als schwere Einschränkung werte.

Vielleicht kennt jemand ja meine Situation, ansonsten war Runterschreiben sicherlich auch keine schlechte Sache.

Antworten
P<aulI_ReHvere


Ja, das kann durchaus sein, bzw ist sogar üblich. Wenn du schon bei vielen Ärzten warst, wäre es ratsam auch einen Termin beim Psychiater und Psychotherapeuten zu machen.

LeaR[ucolxa


Zu lange andauernder Streß führt ja irgendwann zwangsläufig in eine burnout-Symptomatik, vermutlich hast Du genau die.

Aber erzähl doch lieber mal von der belastenden Situation zuhause und wieso Du sie nicht ändern kannst. Das ist vermutlich der einzig sinnvolle Ansatz.

N,otMic.haelCaxine


Du machst Sachen... :)_

Die Kombi zu wenig Schlaf und Stress wirkt sich mittel oder langfristig eigentlich für die meisten Menschen physisch aus. Schlafentzug ist nicht umsonst eine Foltermethode, die den Gegner nicht nur psychisch sondern auch physisch schwächt.

Ich vermute Du bist es systematisch angegangen mit den Ärzten?

Wieviel Wasser trinkst Du am Tag? Kaffee zählt hier nicht!

Was ich aus einer Prüfungsphase im Studium gut kennne ist eine sog. Sehrindenmigräne. Das ist eine Kombination aus Kopfschmerzen und Augenproblemen, die bis hin zu vermindertem Sehvermögen führen - man sieht so schwarze Punkte oder Schlieren die beim lesen stören. Was hat bei mir geholfen? Ich hab mir auf meinen Lerntisch 2 Wasserflaschen a 1,5 Liter gestellt und die mussten vor dem ins Bett gehen leer sein - egal was ich z.B. beim Mittag essen oder Abends on Tour noch zu mir nahm. Das war anfangs schwer, aber ich hatte dann wirklich keine Probleme mehr.

Das andere ist, wenn Du sowieso zu austrocknenden Augen neigst ( vielleicht auch durch Vererbung) achte wirklich mal darauf ob das durch Alkoholkonsum schlimmer wird. Hier eine [[http://www.aerzteblatt.de/archiv/128473 Veröffentlichung aus dem deutschen Ärzteblatt]] dazu.

Machst Du Sport? Welchen?

Alles das ändert nichts daran, dass Du das psychische nochmal genau anschaun solltest. Du schreibst für Dein Alter sehr reflektiert - fast etwas "zu" reflektiert was darauf hindeuten könnte, dass Du versuchst vieles im Alltag durch Selbstkontrolle und Überanpassung zu regeln - teilweise sicher weil Du praktisch keine Möglichkeiten siehst Dein Umfeld so zu verändern dass der Druck nachlässt. Manchmal fangen Menschen in solchen Situationen an sich selbst "Überzukontrollieren". In einer Therapie könntest Du da wieder eine bessere Balance finden, einen anderen Umgang mit Deinem momentanen Umfeld, der den Druck etwas rausnehmen kann. Manchmal sind unsere Vorbilder ( sprich Eltern) überfordert damit uns da etwas konstruktives vorzuleben, weil sie selber im Krisenmanagement stecken. Das was man sich dann selbst zusammenbaut funktioniert oft, aber manchmal ist es ansatzweise selbstzerstörend. Anfangs merken wir das nicht so, weil wir ja nichts anderes kennen. Es ist wichtig da nochmal mit jemandem zu reden, der Alternativen mit uns zusammen findet. Been there - done that ,).

T0obxy_


@ LaRucola

Mhm... Wo fange ich da an. Hat wohl alles mit meinem Bruder zu tun. Hass ist ein starkes Wort, doch trifft in Bezug auf ihn wohl zu. Ich kann ihn nicht absolut leiden. Dafür gibt es tausend Gründe, diese aufzuzählen bekomme ich weder hin noch halte ich das für sinnvoll. Jedenfalls sprechen wir nicht mehr miteinander, seit Jahren (außer eben das Nötigste - wobei ein "Hallo" auch nicht mehr drin ist). Er hat keine Ausbildung oder schulische Tätigkeit und gammelt den ganzen Tag zuhause rum. Demzufolge ist er auch zuhause, immer wenn ich es ebenfalls bin. Zum Problem wird das für mich deshalb, weil ich kein eigenes Zimmer für mich habe. Wir beide teilen uns den Dachboden, das ursprüngliche eine Zimmer wurde durch eine dünne Wand in zwei getrennt. Sichtschutz ist gegeben, Hörschutz aber nicht. Was mich ebenfalls unglaublich nervt ist die bloße Tatsache, dass ich weiß, dass er einfach im Nebenraum ist! Erkläre ich mich dadurch, dass ich ihn wirklich absolut nicht leiden kann und ihn weghaben will. Und da er a)in der Nacht auf ist, b)sowieso immer laut macht und ignorant ist und c) sämtliche anderen Räume für sich beansprucht, habe ich nie Abstand zu ihm. Das macht mich irre! Im Keller trainiert er, im Wohnzimmer "chillt" er und macht sich Essen und in seinem Zimmer hört er laut iwelche Videos. Und auf Zeiten kann man sich auch nicht einigen, weil er keinen festen Tagesablauf hat und dadurch immer zu unterschiedlichen Zeiten Unterschiedliches macht (abgesehen davon, dass ich das ziemlich albern fände).

Meine Eltern machen mich wütend, weil sie nichts tun, außer zu reden. Ich bin der Meinung, dass es irgendwann auch mal genug ist mit dem Reden und andere Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn es nicht gefruchtet hat. Sie waren sogar bei ProFamilia oder sowas und hatten dort Gespräche wegen meines Bruders. Habe auch nicht das Gefühl, dass sich seither was geändert hat. Wenn ich mit ihnen rede, werde ich nur hingehalten "Dein Bruder geht nach den Sommerferien doch wieder zur Schule, dann wird alles besser", doch zumindest bei meiner Mutter weiß ich, dass sie es selbst nicht glaubt. Mein Bruder wird das Fachabi nicht schaffen.

Einmal nachhause zu kommen, die Haustür zu öffnen und ein leeres Wohnzimmer vorzufinden mit dem Wissen, dass einfach mal alle weg sind und die nächsten Tage auch nicht wiederkommen, dass wäre echt toll.

@ NMC

Ja, meine Mutter und ich sind da systematisch vorgegangen mit den Ärzten.

Ich trinke zwischen 1,5 und 2 Liter am Tag. Und diese schwarzen Schlieren habe ich auch, aber die gehen nie weg. Also die sehe ich eigentlich immer. Und an Sport mache ich Tennis- im Moment wieder sehr gerne, aber Wintersaison in der Halle ist nie so mein Fall, ich gehe dann Schwimmen, zumindest habe ich da ungeheuer Lust drauf (hätte).

L(aRucqolxa


naja ist dann ja schon irgendwie Dauerstreß. Klar kann da ein Zusammenhang bestehen.

Gibts keine Chance für Dich, auszuziehen?

A,nka2(01x4


Das klingt für mich auch so, als solltest du alles daran setzen, dass du da ausziehen kannst. Du scheinst ja ansonsten ein aktiv denkender und handelnder Mensch zu sein. Dass dann eine Lebensweise, wie dein Bruder sie führt, dazu nicht passt, liegt auf der Hand. Und du bist auch noch täglich damit konfrontiert und fühlst dich in deinem eigenen Leben davon extrem "gestört". Du hast ja null Privatsphäre! Das geht nicht!

Du bist volljährig und darfst ausziehen. Es gibt Anlaufstellen für Jugendliche und junge Erwachsene, die von zu Hause ausziehen wollen, aber nicht die finanziellen Möglichkeiten haben. Du hast kein eigenes Zimmer, also keinen Rückzugsort und ein extrem schwieriges Verhältnis zu deinem Bruder, mit dem du dein Zimmer teilen musst. Ich kenne mich nicht aus, aber das in Verbindung mit deinem mentalen Zustand wären für mich Gründe genug.

Suche doch mal nach solchen Anlaufstellen in deiner Stadt. Dort gibt es bestimmt auch Psychologen, die dir vielleicht eine erste Stütze sein können. Vielleicht wäre eine Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten für dich was Tolles.

Nimm dein Leben in die Hand und mach dich frei! Es gibt Möglichkeiten ;-)! Alles Gute Dir!

N1otMiAch/aelCaxine


Ja, meine Mutter und ich sind da systematisch vorgegangen mit den Ärzten.

Ich trinke zwischen 1,5 und 2 Liter am Tag. Und diese schwarzen Schlieren habe ich auch, aber die gehen nie weg. Also die sehe ich eigentlich immer.

Wenn ihr da schulmedizinisch wirklich alles durch habt bleibt wirklich nur noch die Psyche. Ist ja schon mal gut, wenn der Augeninnendruck nicht auffällig ist und die Netzhaut ok... Seid ihr auch zu den im Haus verarbeiteten Materialien befragt worden? Mir würde da jetzt spontan noch eine allergische Reaktion zu Dämmmaterialien einfallen, weil Du unterm Dach wohnst. Je nachdem wie alt das Haus ist kann da eben auch durch Alterung von Materialien erst langsam ein Stoff freigesetzt werden auf den speziell Du allergisch reagierst. Leidest Du sonst unter irgendeiner Allergie?

Und an Sport mache ich Tennis- im Moment wieder sehr gerne,

Super! Zum Stressabbau ist regelmässiger Sport auf alle Fälle hilfreich! Du schreibst Dein Bruder trainiert im Keller - habt ihr da Geräte? Machst Du da auch was regelmässig? Das könnt zum Druckabbau auch helfen.

Hast Du eigentlich mittlerweile Dein Abi? Und wie schauts mit Plänen für den Sommer aus? Gibt's die Möglichkeit für Dich 3-4 Wochen zu reisen oder sonst wie aus dem Haus zu sein? Dann hättest Du zumindest Abstand zum erholen. Hast Du vor Dir einen Job zu suchen?

Ich vermute mal Dein Bruder ist älter als Du oder?

Meine Eltern machen mich wütend, weil sie nichts tun, außer zu reden. Ich bin der Meinung, dass es irgendwann auch mal genug ist mit dem Reden und andere Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn es nicht gefruchtet hat. Sie waren sogar bei ProFamilia oder sowas und hatten dort Gespräche wegen meines Bruders. Habe auch nicht das Gefühl, dass sich seither was geändert hat.

Welche Maßnahmen würdest Du ergreifen wenn Du an der Stelle Deiner Eltern wärst? Wärst Du bereit mal mit zu Profamilia zu gehen und Deine Position dort zu vertreten? Hast Du das Deinen Eltern vorgeschlagen?

So wie Du es beschreibst fühlt es sich aus meiner Sicht erst mal an als wärst Du hauptsächlich irre wütend auf Deinen Bruder. Mach doch mal eine Liste was er tun müsste, damit Du nicht mehr wütende wärst - vielleicht ist einiges dabei was Du in Form einer Forderung vertreten könntest, wenn Du z.B. bei Profamilia mal dabei wärst.

Das sind jetzt mal 2 Ansätze wo Du Dich aktiv am Prozess der Veränderung beteilligen könntest. Schreibs auf. Beides. die Maßnahmen, die Du an Stelle Deiner Eltern ergreifen würdest und die Forderungen, die Dein Bruder erfüllen müsste, damit Du weniger wütend auf ihn wärst. Und schlag Deinen Eltern vor bei so einem Treffen dabei sein zu wollen um Deine Position zu vertreten.

Du schreibst es wird viel geredet: Ihr alle zusammen? Oder reden immer "nur" 2 miteinander? ( Deine Eltern miteinander, Dein Vater mit Deinem Bruder, Deine Mutter mit Deinem Bruder, Deine Mutter mit Dir, Dein Vater mit Dir)

Tgobxy_


Gerade mit meinen Eltern geredet, hieß am Ende, dass ich doch vielleicht ne Neurose hätte. Musste ich auch erstmal googlen.

Ich melde mich.

MSannx042


Wenn es einen Kelleraum zum Trainieren gibt, dann gibt's eventuell auch die Möglichkeit euch räumlich zu trennen. Es sei denn der Keller hat kein Tageslicht. Und wenn er Tageslicht hat wäre es am günstigsten die Nachteule in den Keller zu stecken. Wenn das ginge, dann wären eure Eltern dazwischen als Puffer. Aber so wie du das schilderst haben deine Eltern recht wenig Verständnis für deine Situation.

NotMichaelCaine hat deinen Auszug vorgeschlagen. Wäre das eine Option oder würdest du doch lieber weiter leiden.

T$ob*y_


Sooo....

Gibts keine Chance für Dich, auszuziehen?

Darüber hatte ich auch schon mit meinen Eltern geredet. Vor allem, weil meine Mutter vor 2 Jahren selbst für ungefähr ein halbes Jahr ausgezogen war, weil sie laut eigener Angabe die Situation zuhause nicht ausgehalten hatte (ich denke, auch wegen meines Bruders und dem daraus folgenden Stress). Da habe ich gefragt, ob es denn nicht möglich wäre, dass ich mit Minijob+Geld von Eltern ausziehe. Aber das wollen sie nicht ("Du machst gerade das Abitur, das ist wichtig, da passt sowas gerade schlecht").

Und ohne Unterstützung von meinen Eltern sehe ich da schwarz. Dass sich wahrscheinlich auch die schulische Situation verbessern würde (bin so ein typischer 3,0er^^), wenn ich nicht mehr zuhause wäre, verstehen sie auch nicht- wobei ich auch nicht alles auf meine Eltern schieben will, klar könnte ich auch besser in der Schule sein, wenn ich denn unbedingt wollte. Aber im Moment bevorzuge ich schlafen gegenüber dem Lernen.

Du bist volljährig und darfst ausziehen. Es gibt Anlaufstellen für Jugendliche und junge Erwachsene, die von zu Hause ausziehen wollen, aber nicht die finanziellen Möglichkeiten haben. Du hast kein eigenes Zimmer, also keinen Rückzugsort und ein extrem schwieriges Verhältnis zu deinem Bruder, mit dem du dein Zimmer teilen musst. Ich kenne mich nicht aus, aber das in Verbindung mit deinem mentalen Zustand wären für mich Gründe genug.

Das ist eine Möglichkeit, das stimmt. Allerdings käme das für meine Eltern wohl aus heiterem Himmel, ich bezweifle, dass sie wirklich wissen, wie es mir geht und welche Gedanken ich habe. Und da fühle ich mich auch irgendwie unfähig- ich kann einfach nicht deutlich machen, was genau mein Problem ist :(v . Mir geht es nicht gut, ich fühle mich zuhause nicht wohl, mein Bruder stört mich, aber im direkten Gespräch kann ich da keine starken Argumente bringen, was genau mich stört. Die bloße Tatsache, dass ich schlecht gelaunt bin, wenn mein Bruder in der Nähe ist, lässt ja niemand gelten. Das ergibt sich aus Sachen wie Diebstahl, Lügen, extreme Ignoranz, Beleidigungen, permanentes Aufeinanderhocken, mich schlecht machen.

Mir würde da jetzt spontan noch eine allergische Reaktion zu Dämmmaterialien einfallen, weil Du unterm Dach wohnst. Je nachdem wie alt das Haus ist kann da eben auch durch Alterung von Materialien erst langsam ein Stoff freigesetzt werden auf den speziell Du allergisch reagierst. Leidest Du sonst unter irgendeiner Allergie?

Allergie ist auch getestet worden, nichts weiter gefunden. Aber ich habe auch sonst keine bekannte Allergie.

Du schreibst Dein Bruder trainiert im Keller - habt ihr da Geräte? Machst Du da auch was regelmässig? Das könnt zum Druckabbau auch helfen.

Ich gehe da nicht hin, weil der mich an meinen Bruder erinnert. Ich finde das so ätzend, ich weiß nicht, warum ich so bin. Aber ich kann nichts leiden, was ich mit ihm in Verbindung bringe. Er hat selber mal gemeint, dass wir mal zusammen trainieren könnten. Aber ich habe da absolut keine Lust drauf.

Hast Du eigentlich mittlerweile Dein Abi? Und wie schauts mit Plänen für den Sommer aus? Gibt's die Möglichkeit für Dich 3-4 Wochen zu reisen oder sonst wie aus dem Haus zu sein? Dann hättest Du zumindest Abstand zum erholen. Hast Du vor Dir einen Job zu suchen?

Abi ist (hoffentlich :-D) im Frühjahr 2017 geschafft. Ich hab 13 Schuljahre, deshalb noch ein bisschen. In den Sommerferien habe ich noch nichts geplant, ich werde aber definitiv etwas machen. Ich habe bewusst keinen Urlaub mit Freunden gebucht, weil ich das Gefühl habe, dass ich Zeit für mich brauche. Ich wollte mal meine Großeltern in Dresden besuchen (die sehe ich nicht oft und würden sich riesig freuen), in der letzten Ferienwoche steht schon ein Urlaub mit meinem Tennis-Team. Dazwischen...hab ich viele verschiedene Möglichkeiten, was zu machen. Trampen durch Deutschland wäre sehr geil, allerdings bin ich noch nie ne größere Strecke per Anhalter gefahren und wüsste auch nicht wirklich, was auf mich zu kommt (was ja nicht unbedingt schlecht sein muss). Sonst irgendwelche Ideen, was man (möglichst alleine) Schönes machen könnte, ohne dass es Unmengen an Geld kostet? ;-D

Meinst du Job in den Ferien oder allgemein? Ja, allgemein wollte ich jobben. Aber das hatte ich aufgrund meiner Verfassung wieder verworfen. Mittlerweile denk ich aber wieder dran, weil der mir wahrscheinlich gut tun würde, wusste ich vorher ja nicht.

Ich vermute mal Dein Bruder ist älter als Du oder?

Jep, zweieinhalb Jahre älter. Auch das einzige Geschwister.

Welche Maßnahmen würdest Du ergreifen wenn Du an der Stelle Deiner Eltern wärst? Wärst Du bereit mal mit zu Profamilia zu gehen und Deine Position dort zu vertreten? Hast Du das Deinen Eltern vorgeschlagen?

An der Stelle meiner Eltern hätte ich ihn schon längst rausgeschmissen. Sie haben mir gegenüber halt schon mal den Alkoholiker-Vergleich gezogen. "Wenn dein Sohn Alkoholiker wäre, würdest du ihn dann auch vor die Tür setzen? Wenn er nicht in Therapie gehen will?" Er wollte nicht zum Psychologen und auch nicht in so ne betreute Wohngruppe, nachdem meine Eltern es ihm angeboten hatten. Naja, was soll ich dazu noch sagen. Sie glauben, dass er früher nicht in die Schule gegangen ist, weil er sich wegen seiner Geheimratsecken geschämt hat ( ---> Haartransplantation, "Schnäppchen"). Und da die Situation jetzt nicht mehr gegeben ist, wird alles besser. Stimmt aber nicht, 100%.

Du schreibst es wird viel geredet: Ihr alle zusammen? Oder reden immer "nur" 2 miteinander? ( Deine Eltern miteinander, Dein Vater mit Deinem Bruder, Deine Mutter mit Deinem Bruder, Deine Mutter mit Dir, Dein Vater mit Dir)

Alles schon durch. Alle zusammen funktioniert nicht, ich red nicht mit meinem Bruder. Gestern haben wir zu dritt geredet, aber ich habs vergeigt und konnte keine wirklichen Argumente bringen.

@ Mann042,

die Idee mit dem Keller finde ich gar nicht schlecht. Ich werde das mal ansprechen!

N otMiHchae1lCxaine


Das ist eine Möglichkeit, das stimmt. Allerdings käme das für meine Eltern wohl aus heiterem Himmel, ich bezweifle, dass sie wirklich wissen, wie es mir geht und welche Gedanken ich habe.

Das ist nicht gut... Es wär wichtig einen Weg zu finden, dass auszudrücken, damit sie Bescheid wissen. Deine Wut beschreibst Du ja schon extrem und es nutzt nichts wenn Du das in Dich reinfrisst. Kann es sein, dass ihr das alle so macht? In der Familie? Also auch Deine Eltern? Negatives wird wenig ausgedrückt?

Und da fühle ich mich auch irgendwie unfähig- ich kann einfach nicht deutlich machen, was genau mein Problem ist :(v . Mir geht es nicht gut, ich fühle mich zuhause nicht wohl, mein Bruder stört mich, aber im direkten Gespräch kann ich da keine starken Argumente bringen, was genau mich stört. Die bloße Tatsache, dass ich schlecht gelaunt bin, wenn mein Bruder in der Nähe ist, lässt ja niemand gelten. Das ergibt sich aus Sachen wie Diebstahl, Lügen, extreme Ignoranz, Beleidigungen, permanentes Aufeinanderhocken, mich schlecht machen.

Wenn Du das aufzählst macht Dich doch das überhaupt nicht unfähig?! Klar bist Du wütend, wenn Du runter gemacht und beleidigt wirst?! Das ist eine völlig gesunde Reaktion auf destruktives Verhalten! Oder passiert das momentan eigentlich nicht mehr aktiv? Du sagst ja ihr redet nicht mehr miteinander. Einseitig von seiner Seite aus geht aber noch was? Sprich: er quakt Dich blöd von der Seite an (Beleidigungen & Co) und Du ignorierst ihn dann?

Kann es sein, dass Dein Hauptstressfaktor ist, dass Du ständig in innerer "Hab acht" Stellung gegen mögliche Angriffe bist, selbst wenn die momentan nur selten erfolgen? Das ist eine ziemlich hohe psychologische Belastung, wenn man das über Jahre mitmacht ohne Rückzugs- oder Einflussmöglichkeit. Warum meinst Du dass das kein starkes Argument wäre?

Lügen bedeutet ja nichts anderes als dass Du Dich auf nichts was er sagt verlassen kannst. Beleidigungen ist nichts anderes als ständige grundlose Ablehnung Deiner Person.

Genauer anschauen könntest Du:

1. Ignoranz: Wo wirkt sich seine Ignoranz negativ auf Deine Möglichkeiten aus und wie könnte man das konkret gestalten, dass dem nicht mehr so wäre? Wenn er z.B. ständig zu laut Musik hört wenn Du gerade lernst und Dich das ablenkt ist das eine ernst zu nehmende Einschränkung. Das geht z.B. über "Regeln" zu regeln und an die müsst ihr euch dann auch beide halten, nicht nur er. Kann es sein, dass Dir das klar ist und Du das deshalb vermeidest?

2. ständiges Aufeinanderhocken: Wann passiert das und wie kannst Du das vermeiden? Es geht nicht darum Dich von Deinem Bruder "vertreiben" zu lassen. Trotzdem leidest Du ja unter dem "ständigen Aufeinanderhocken" und die schnelleste Art Dich davon zu befreien bis andere Lösungen gefunden sind wäre das nicht mehr mitzumachen. Sprich selber mehr rausgehen. Vielleicht mit Freunden lernen - Hausaufgaben in der Schulbibliothek machen. Das ist kein Dauerzustand, aber da Du jetzt akut schon ziemlich unter der Situation leidest wärs wichtig ein paar Handlungsoptionen zu haben, die Du für Dich aus dem Hut ziehen kannst um die Situation schnell und diskussionslos für Dich zu ändern wenns mal akut wird. Gleichzeitig trotzdem natürlich noch nach anderen Lösungen suchen wo Dein Bruder eben auch mal raus "muss" -Du also euren momentanen Wohnbereich für Dich allein hast und zwar regelmässig. Das geht wieder nur über Absprachen und Regelungen. Wieder die Frage: Vermeidest Du das, weil Du weisst das Du selbst Dich auch nicht daran halten willst?

An der Stelle meiner Eltern hätte ich ihn schon längst rausgeschmissen. Sie haben mir gegenüber halt schon mal den Alkoholiker-Vergleich gezogen. "Wenn dein Sohn Alkoholiker wäre, würdest du ihn dann auch vor die Tür setzen? Wenn er nicht in Therapie gehen will?" Er wollte nicht zum Psychologen und auch nicht in so ne betreute Wohngruppe, nachdem meine Eltern es ihm angeboten hatten. Naja, was soll ich dazu noch sagen.

Wenn er die betreute Wohngruppe ablehnt muss er ja Gründe genannt haben. Ist das eben in diesen Terminen bei Profamilia besprochen worden? Und hat er deshalb eingelenkt und "bereit erklärt" wieder zur Schule zu gehen? Bei solchen Terminen wird ja gefordert, dass alle Seiten sich festlegen - nicht nur Eltern oder nur Kinder oder so. Und wenn Du das dann nicht durchziehst hat das eben Konsequenzen. Ich hab aus anderen Gründen ja auch solche Termine durch. Da wurde Hilfe angeboten und genau festgelegt worauf wir uns da einlassen und eben auch gesagt: Wenn ihr euren Teil nicht beitragt passiert das und das. Bei uns war es so, dass eben Therapiemöglichkeiten angeboten wurde, die wir annehmen oder ablehnen konnten. Wenn wir sie aber annehmen und dann abbrechen hat das die Konsequenz das wir diese Form der Hilfe für eine gewisse Zeit nicht mehr in Anspruch nehmen können. Wir hatten Bedenkzeit das zu entscheiden, aber das wars dann auch. Insofern ergibt sich durch das Ablehnen der Wohngruppe für Deinen Bruder vermutlich auch eine Konsequenz und wenn er die nicht einhält ( die Schule nicht macht) hat das vermutlich wieder Konsequenzen.

Natürlich braucht das Zeit und Du hast vielleicht das Gefühl, dass sich für Dich momentan überhaupt nichts tut. Das muss aber eben nicht der Fall sein. Hast Du Deine Eltern gefragt wie das aussieht?

Sie glauben, dass er früher nicht in die Schule gegangen ist, weil er sich wegen seiner Geheimratsecken geschämt hat ( ---> Haartransplantation, "Schnäppchen"). Und da die Situation jetzt nicht mehr gegeben ist, wird alles besser. Stimmt aber nicht, 100%.

Stimmt es teilweise? Wenn Du schreibst nicht 100% hat sich ja was geändert, oder? Es klingt als würde auch Dein Bruder nicht reden und was auch immer mit ihm los ist in sich reinfressen. Die anderen müssen "raten" was er hat. Das funktioniert nicht. Die Idee ihn in eine andere Umgebung zu setzen wo er das zwangsläufig tun musst ist daher prinzipiell sicher richtig.

Es ist nicht einfach die eigenen Bedürfnisse realistisch konstruktiv zu vertreten, aber zentral für den Rest Deines Lebens. Alles Mögliche hängt an dieser Fähigkeit. Unter anderem auch Gehaltsverhandlungen. Deshalb wärs wichtig wenn ihr alle das etwas trainieren würdet. Du, Dein Bruder - vermutlich sogar Deine Eltern. Mein Rat an Dich wäre wirklich: Misch Dich ein. Wenn Deine Eltern zu Profamilia gehen und da Familiegespräche führen, sollte das nicht immer ohne Dich laufen. Selbst wenns um Deinen Bruder geht. Du solltest Deine Meinung auch mindestens einmal vertreten können und wenn Du konkrete Vorschläge hast, wie was laufen könnte damits für Dich besser wird: Raus damit. Damit mein ich aber nicht zwangläufig: Schmeisst meinen Bruder raus. Obwohl ich an Deiner Stelle in so einem Gespräch mit Fachleuten schon vertreten würde, dass Du möchtest, dass er in eine Wohngruppe kommt, weil er sich Dir gegenüber assozial verhält. Natürlich wird er da dagegen halten und vermutlich aufzählen wo Du Dich ihm gegenüber aus seiner Sicht assozial verhälst. Aber dazu sind solche Krisengespräche ja auch da um wirklich den tatsächlich existirenden Konflikten Raum zu geben, damit die Fachleute beurteilen können, welche Maßnahmen angemessen sind. Wenn da alle vor den Fachleuten nur "kuschen" und so tun als wäre es eigentlich alles nicht "so schlimm" kann nicht geholfen werden. Das muss man sich klar machen wenn man sowas angeht.

Alle zusammen funktioniert nicht, ich red nicht mit meinem Bruder.

Ich verstehe, dass Du das in der momentanen Situation nicht willst, weil Du so eine saumässige Wut im Bauch hast. Rational weisst Du vermutlich dass das kein Dauerzustand ist und merkst, dass Du damit Deine eigene Anspannung weiter steigerst, was letztendlich Dir schadet und nicht ihm.

Ich habe bewusst keinen Urlaub mit Freunden gebucht, weil ich das Gefühl habe, dass ich Zeit für mich brauche. Ich wollte mal meine Großeltern in Dresden besuchen (die sehe ich nicht oft und würden sich riesig freuen), in der letzten Ferienwoche steht schon ein Urlaub mit meinem Tennis-Team. Dazwischen...hab ich viele verschiedene Möglichkeiten, was zu machen. Trampen durch Deutschland wäre sehr geil, allerdings bin ich noch nie ne größere Strecke per Anhalter gefahren und wüsste auch nicht wirklich, was auf mich zu kommt (was ja nicht unbedingt schlecht sein muss). Sonst irgendwelche Ideen, was man (möglichst alleine) Schönes machen könnte, ohne dass es Unmengen an Geld kostet? ;-D

Schönheit liegt ja immer im Auge des Betrachters ;-). NRW hat doch sicher auch ein Ferienticket mit dem Du überall rumzigeunern könntest - nach Lust und Laune Städte erkunden z.B. Mit Freunden oder allein. Schau doch mal in das Jugendportal der [[http://www.youpodia.de/magazin Jugendherbergen]] oder so? Wie siehts mit Deinen musikalischen Helden aus? Irgendwo Konzerte angesagt, die erreichbar wären? Muss ja nicht immer Mainstream sein ;-).

Wenn sich Deine Großeltern freuen würden wär das ja auf alle Fälle was um Abstand zu gewinnen. In Dresden könntest Du ja auch mal Kontakt aufnehmen und einen Testlauf starten: Wie ist das da einfach mal in der [[http://www.schlau-dresden.de/szene.php Szene]] aufzuschlagen - was machen die, wie sind die drauf? Das hat den Vorteil wenns da irgendwie komisch läuft und Du dich unwohl fühlst - du bist ja nach dem Urlaub wieder weg. Ist sozuagen ausprobieren mit Netz und doppeltem Boden ;-). Möglichkeiten ohne Ende ! Du hast die Qual der Wahl ;-).

oinod/isfep


Hallo! Also Deine Eltern meinen, "dass Du vielleicht doch eine Neurose hast?" Wie kommen die denn als Laie darauf? Und Du warst bei vielen Ärzten, aber gefunden wurde nichts - also hast Du vermutlich auch kein Rezept bekommen? Ja, das kann bei Dir psychisch sein, aber ohne ganz selbstverständliche Medikamente wie Antibiotika vom Arzt getestet zu haben, kann man das nicht entscheiden. Durch eine Nebenhöhlenentzündung könnten auch Deine Probs im Kopf zumindest teilweise kommen. Den Rest würde dann Dein Ärger mit Deinem Bruder erklären. Warum sollst Du zum Psychiater, wenn Dein Bruder sich auffällig benimmt? Das macht doch wohl nur umgekehrt einen Sinn.

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