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Was macht ihr gegen äußere Reize?

A5le(x84Mu?c hat die Diskussion gestartet


Hallo,

das kennen bestimmt einige:

Man ist im Kaufhaus, im Stadion, in der Arbeit im Großraumbüro, In der Ubahn, man spaziert eine stark befahrene Straße entlang....

Man hält es ne gewisse Zeit aus, aber dann schaltet der Körper auf überlastung. Man schwitzt, man bekommt sehstörungen, es flimmert vor den Augen, das Ohr pfeift, die Knie werden weich, das Herz rast, der Rücken verkramft usw.

Die Ärzte sagen, Depression, nö ich bin voller antrieb und Lust was zu unternehmen, bin gut gelaunt und hab keine negativen gedanken (außer natürlich das Reizproblem).

Agroaphonie? Nö, wenn ich im Stadion oder in der knallvollen Ubahn bin und Oropax sowie ne Sonnenbrille auf habe, sind die Symptome nicht der Rede Wert.

Mein Problem sind "nur" die Situationen wo ich keine Brille auf hab oder mit die Ohren zu stopfe...

Außerdem will ich davon weg, dass ich einkaufen nur mit Oropax aushalte...

Hat wer ne Strategie dagegen? Hat es wer gelöst bekommen? Oder einfach mal nen Namen für diesen Zustand?

VG Alex

Antworten
hCeunte_h;iexr


Hi Alex,

die von dir beschriebenen Situationen stressen mich enorm. Manchmal reicht ein Gedanke daran (heute muss ich mit den Öffis fahren, ich muss Besorgungen im Supermarkt machen, etc.), dass ich Stress-Symptome entwickle.

Was mir hilft: alle Wege mit dem Fahrrad erledigen (herrlich allein an der frischen Luft zu sein und nicht von irgendwelchen Gestalten in Bahn oder Bus umgeben zu sein, die man nicht im Entferntestes kennenlernen möchtte), die unvermeidbaren Einkäufe in so kleinen Läden, wo nicht soviel Publikumsverkehr ist und ansonsten so gut es geht diese Situationen zu vermeiden.

Mir ist es ein Rätsel, wie Menschen in Großraumbüros arbeiten können. Einiger meiner Freunde tun dies. Ich würde es nicht aushalten. Mal abgesehen von der Lautstärke ... auch die verschiedenen Bedürfnisse der Leute (Fenster auf oder zu, essen am Arbeitsplatz) sind nie unter einen Hut zu bringen. Ich könnte das maximal einen Tag aushalten.

PalüschgbUiesxt


Zieh aus der Großstadt in die Pampa.

Kleines Dorf auf dem Lande und die Reize minimieren sich.

A&lex8Q4Muxc


Wann hat sich das bei dir entwickelt? War das schon immer so?

Ich überlege gerade auch vom Stadtgebiet weg zuzuiehen... anders gehts wohl nicht...

R{egenpyfexifer


Google mal den Begriff "Hochsensibel" und mach so nen Test. Möglicherweise bekommst du dort Antworten auf viele deiner Fragen.

PgytNheojnPisxt


Die Ärzte sagen, Depression, nö ich bin voller antrieb und Lust was zu unternehmen, bin gut gelaunt und hab keine negativen gedanken (außer natürlich das Reizproblem).

Depression (hier eher als depressive Verstimmung) ist nicht nur "alles Mist, kein Antrieb", sondern auch große Schwankungen in der Stimmung und keine eigenen Mittel in den Tiefphasen, sondern geradezu eine "Suche" nach den belastenden Elementen. Da können aber auch "gute" Phasen dabei sein.

Agroaphonie?

Nur vertippt? Agoraphobie meintest du wohl. Also Platzangst.

Außerdem will ich davon weg, dass ich einkaufen nur mit Oropax aushalte...

Das ist ja eine andere Qualität als oben das im Kaufhaus einkaufen. Klar, Kaufhäuser überfluten viel mehr mit ihren Reizen und dem großen Sortiment.

Google mal den Begriff "Hochsensibel" und mach so nen Test. Möglicherweise bekommst du dort Antworten auf viele deiner Fragen.

Jepp, manchmal auch als Hypersensibilität bezeichnet. Zum Einlesen:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t]]

und unten die kleine Bibliografie.

Hat wer ne Strategie dagegen? Hat es wer gelöst bekommen?

Im Großraumbüro: Musik auf Kopfhörer hatten bei uns einige. Manche Kollegen haben es auch mit diesen Noise-Cancelling-Kopfhörern versucht. Wir hatten da aber schon Messungen, die in Arbeitsumgebungen testen, ob der Wert noch gesetzlich erlaubt ist. Denn da gibt's Grenzwerte und dann kann man Maßnahmen einfordern. Z.B. solche Cubicle-Wände aus Dämmstoffen wie in den USA in Großraumbüros üblich. Ist zwar optisch nicht direkt der Hit, aber man bekommt wieder seine kleine "Zelle" und hat eine kleine optische und akustische Entkopplung von der Umgebung.

Sonst:

* Online-Shopping statt Kaufhaus-Shopping. Kleine, ruhige Läden mit überschaubarem Angebot statt Kaufhäuser.

* in warmen Kaufhäusern: Außenbekleidung in die Schließfächer, wo auch Gepäck rein kann. Oder in einen Rucksack. Damit einen die Wärme nicht erdrückt. In Klimagekühlten Kaufhäusern im Sommer: eine leichte Strickjacke dabei haben.

* Kaufhäuser eher zu Nebenzeiten nutzen.

* an Nebenstraßen / Stadtparks entlanglaufen statt an stark befahrenen Hauptstraßen, auch wenn es ein paar Meter mehr sind.

* Stadion ganz meiden. Viele Spiele gibt's auch im Fernsehen.

* Öfter mal das Auto nehmen statt vollgerammelter U-Bahn, auch wenn Staus und das Selbstfahren müssen in den Städten neue Stressfaktoren bedeuten können. Das Auto ist deine kleine Höhle. Sehr gut gedämmt gegen Außeneinflüsse: Autos ab Mittelklasse aufwärts. Recht leise in der Stadt, auch innen: Elektroauto. Günstig an Tagen mit gutem Wetter: Fahrrad/Pedelec, und dann Wege durch Stadtparks, an Friedhöfen entlang, an Flüssen entlang, durch Nebenstraßen/auf Fahrradstraßen, auch wenn das Umwege sind.

* Gleitzeit ausloten für Benutzung der U-Bahn abseits des größten Berufsverkehrs, wo alle losrammeln. Home-Office-Tage statt Großraumbüro. Lärmmessungen und Lärmschutzmaßnahmen an Arbeitsplätzen, wo auch die Kollegen gleiche Symptome haben.

Und in diesen Punkten finde ich, zeigte sich auch, dass du manchmal auch eher schlecht auf dich geachtet hast, sondern du suchtest dir da teilweise Umgebungen raus, die dir nicht gut tun und hattest keine Lösungen. Oder du hattest Lösungen/Hilfen (Oropax und Sonnenbrille), aber warst damit unzufrieden. Und das (vielleicht noch mit ein paar anderen Sachen aus dem Gespräch) diagnostizierten die Ärzte als Depression. Jetzt aber suchst du mit dem Posting ja nach weiteren Lösungen und Auswegen.

Elv"oluzxzer


Die Ärzte sagen, Depression,...

Sehr seltsam, ich würde da eher auf etwas Autistisches tippen. "Hochsensibel" könnte es auch sein.

Im Prinzip ist es dein Stressverarbeitungssystem, welches in bestimmten Situationen überfordert ist.

Stressverarbeitung ist eine hormonelle Angelegenheit, vielleicht auch mal auf die Hormone schauen lassen.

WwM 2~014


@ TE:

Du warst ja schon beim Arzt, lehnst aber die Verdachtsmomente (wie Depressionen oder Agoraphobie) ab.

Wozu warst du dann beim Arzt, wenn du es sowieso besser weißt? ":/

Ich selbst bin auch kein Arzt, und kann dir da auch nur einen Ratschlag geben, aufgrund meiner Erfahrungen, die ich gemacht habe: Das, was du beschreibst, hat ein Mitpatient während meines Klinikaufenthaltes auch gehabt. Diagnose "Panikattacken".

12 Wochen Therapie und er hat ganz bedeutende Fortschritte gemacht.

Wegziehen bzw. sich den Situationen nicht aussetzen ist so ziemlich das Unklügste, was du machen kannst. Es wird dir jeder Arzt raten, zu lernen mit den entsprechenden Situationen umzugehen und dir das Handwerkszeug geben, wie sich die Dinge bessern (Stichwort "radikale Akzeptanz").

Soll nur ein kleiner Denkanstoß sein...

LG und gute Besserung! :)*

NOotMilchaeZlCOaine


Hilft Dir Musik nicht? Ich kenne ein paar der Symptome auch - gerade in Großstädten. Bei Dir klingt es etwas extremer?! Bei mir war das mit earphones und Musik oder podcastsoder was auch immer - kein Problem war das in den Griff zu kriegen.

LEiverp3ool


Zieh aus der Großstadt in die Pampa.

Kleines Dorf auf dem Lande und die Reize minimieren sich.

das ist auch nicht immer aller Übel Lösungs.

In meinem 600 - Einwohner - Heimatdort ist man zeitweise deutlich mehr Reizen ausgesetzt als in der Stadt... Ich würde keinem empfehlen in dieses Dorf zu ziehen, der seine Ruhe haben will.

Deine beschriebene körperliche Reaktion finde ich schon sehr extrem und auch pathologisch. Klingt schon nach Panikattaken und an deiner Stelle würde ich dem weiter nachgehen bevor es dich wirklich massiv in deinem Leben einschränkt.

Pdlüsfc?hbixest


Ich habe Depressionen, aber diese Probleme kenne ich Gott sei Dank nicht.

Autismus und Hochsensibilität kommt da meiner Meinung nach eher in Frage.

Pulcüsch;biest


Panikattacken wären auch möglich, aber das hätte die Ärzte doch angesprochen. ":/

Kwleixo


Alex84Muc

Die Ärzte sagen, Depression, nö ich bin voller antrieb und Lust was zu unternehmen, bin gut gelaunt und hab keine negativen gedanken (außer natürlich das Reizproblem).

Kann ich mir nicht vorstellen, dass die Ärzte einfach mal so Depression sagen. Ignoranz bringt da nicht viel

Agroaphonie? Nö, wenn ich im Stadion oder in der knallvollen Ubahn bin und Oropax sowie ne Sonnenbrille auf habe, sind die Symptome nicht der Rede Wert.

Sich auf eine Sache konzentrieren. Ich nutze in der U-Bahn gerne die Gelegenheit zu meditieren, wenn ich mal keine Lust habe Musik oder ein Hörbuch zu hören und einfach dem Tummeln zuzuschauen. Also sehr subjektiv und bewusst zu selektieren. Liegt ja an mir, was ich wahrnehme.

Hat wer ne Strategie dagegen? Hat es wer gelöst bekommen? Oder einfach mal nen Namen für diesen Zustand?

Da sollte ein Arzt tun. Hier sind keine Ärzte. Du bist ja in Behandlung, hoffe ich, oder?

swens:ibemlmaxn


Öfter mal das Auto nehmen statt vollgerammelter U-Bahn, auch wenn Staus und das Selbstfahren müssen in den Städten neue Stressfaktoren bedeuten können.

Autofahren ist sehr hoher Stress, weil es permanente Aufmerksamkeit fordert- auch ohne Stau, volle Straßen, Fehler anderer Verkehrsteilnehmer, Ampel, Kreuzungen, ...- da ist selbst jede volle U-Bahn Erholung gegen.

Wenn es irgendwo zu laut erscheint, hilft ein Gehörschutz.

Da sollte ein Arzt tun.

:)z :)z

Wer mit Alltagsgeräuschen, Alltagsreizen schnell überlastet ist, sollte unbedingt den Arzt aufsuchen. Auch ländliches Wohnen hilft da nicht weiter, weil es auch dort hinreichend viele Stressfaktoren gibt- angefangen damit, dass nahezu sämtliche Erledigungen per Auto realisiert werden müssen.

P6lüschbxiest


Und was macht ein Arzt in dem Fall? ":/

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