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Meine Ausbildung - vorläufiger Tiefpunkt, brauche dringend Hilfe

LFua#1x0 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe bereits in einem früheren Thread über meine Ausbildung (Einzelhandel) geschrieben und nachdem es nach den damaligen Problemen eine Zeit lang besser lief, hatte ich nun schon seit ein paar Wochen das Gefühl, dass es wieder bergab geht, was ich vor allem daran bemerkt habe, dass meine Chefin(Ausbilderin) mir gegenüber total distanziert und schroff war, aber mir nicht mitteilte, dass sie ein Problem mit mir hat. Nun habe ich von meiner Verkaufsleiterin erfahren, was an sie herangetragen worden war von Seiten meiner Chefin und meiner Kolleginnen. Man sei sehr unzufrieden mit mir, es gehe nichts voran, ich sei unengagiert, zu langsam, mache nur das Mindeste etc. und ich könne in dieser Filiale nicht bleiben, da es sonst bald knallen würde. Ich müsse versetzt werden in eine umsatzschwächere Filiale in eine andere Stadt, dort könne man mich vielleicht noch tragen. Sie wusste Dinge, die ich einer Kollegin im Vertrauen gesagt hatte, wodurch ich also erfuhr, dass dort ausnahmslos alle schlecht über mich reden und ich offenbar nur eine Last bin. Mir wurde auch angekreidet, dass ich eine Kollegin gefragt hätte, wo ich prüfen könne, wie viele Überstunden ich hätte. In der momentanen Situation (schlechter Umsatz etc., viel Stress) wäre meine Frage total unpassend und unangebracht gewesen. Früher hätte man dort ja über 60 Stunden-Wochen gehabt etc. Dazu muss ich sagen, dass sich die Überstunden gerade zuletzt gehäuft hatten und ich momentan bei über 13 bin und ich einfach nur wissen wollte, ob das auch dokumentiert wird. Nie hab ich mich beschwert, wenn man mich bat länger zu bleiben, ich bot einer Kollegin letztens von selbst an für sie zu bleiben, da es ihr schlecht ging, aber bei mir geht man grundsätzlich davon aus, dass ich keine Lust habe und nie mehr als das Mindeste tue.

Bezeichnend ist, dass ich in der Schule nur Einser habe, aber im Betrieb bin ich offenbar die schlechteste Mitarbeiterin überhaupt, die zu nichts taugt, dabei bin ich immer freundlich, gehe auf Kunden zu, bin hilfsbereit und meine auch, dass Kunden mich auch mögen. Aber ja, ich gebe auch zu, dass ich ein Problem damit habe, Leuten auf Teufel komm raus Wünsche einzureden die sie von alleine gar nicht hätten und ich halte mich nicht immer an alle Vorgaben, die zum Beispiel so aussehen, Kunden Fragen nach Artikeln nicht einfach nur zu beantworten, sondern auch gleich immer eine Kundenwunschermittlung durchzuführen oder daran, immer Zusatzartikel anzubieten.

Aber ich glaube das Hauptproblem für mich ist, dass ich mich dort keinem wirklich anvertrauen kann, sondern mich dort einfach unzugehörig, abseits fühle. Am schlimmsten ist diese kalte, ausschließende Art meiner Chefin mir gegenüber, dass sie mir das Gefühl gibt, ihr persönlich was angetan zu haben, obwohl ich doch überhaupt nichts böses tue, aber scheinbar einfach nicht die Leistungen erbringen kann, die sie sich vorstellt.

Ich weiß absolut nicht, wie ich das noch aushalte und was ich tun soll. Wenn ich mir anschaue wie meine Mitschüler in der Schule sich teils so abschätzig über ihre Arbeitgeber äußern, mit einer totalen Nullbockeinstellung in der Schule sitzen, über Kunden, die in ihre Geschäfte kommen lästern etc und das auch raushängen lassen, dann kann ich einfach nicht glauben, dass ich alles so unfassbar schlecht machen soll.

Am liebsten würde ich den Betrieb wechseln, aber ich bin 28 und habe bereits ein Studium abgebrochen. Ich will nicht wieder scheitern, aber das zerrt so unglaublich an meinen Nerven und ich habe so extreme Wertlosigkeitsgefühle, dass ich absolut nicht weiß, wie ich das aushalte. Allein wie ich morgen meinen Kollegen gegenüber treten soll, wissend, dass sie mich nur als Last sehen und loswerden wollen. Vom Naturell her bin ich einfach anders, steche raus, da ich ein ruhiger Mensch bin und nicht viel rede bzw. mit ihnen sowieso kaum Gesprächsthemen habe. Ich hab total Angst, dass ich unter diesem Druck und der Verzweiflung zusammenbreche.

Hat hier irgendjemand einen Rat was ich machen soll? :(

Antworten
kcleine}r_dra[chenWstexrn


Augen zu und durch.

Die müssen dich nicht mögen, du musst sie nicht mögen, sondern nur deine Ausbildung zu Ende machen.Als Azubi bist du nahezu unkündbar, wenn du nicht gerade beim Klauen erwischt wirst, wenn du die Probezeit hinter dir hast, passieren kann dir also nix. Punkt.

Danach kannst du dir was anderes suchen.

Ich hab auch im Einzelhandel gelernt vor gefühlten tausend Jahren und fand es schrecklich!

Zusätzlich hatte ich auch noch einen Chef, der Widerspruch etc. nicht geduldet hat weswegen ich gute 2/3 meine Lehre vor der Tür Kleiderständer bewachend verbracht habe. Ätzender geht kaum noch. 9 Stunden am Tag, war ja schon über 18, bei jedem Wetter. Dazu so nette Schikanen wie mit den Fingern ohne Handschuhe Kaugummi vom Pflaster klauben - ja damals war so was noch möglich, da gab's in der Küche und Backstube auch noch "Backpfeifen" für die Lehrlinge. Geht vorbei.

Ansonsten wäre ich gerade im Einzelhandel SEHR vorsichtig mit der/ die hat das und das erzählt, stimmt meist eh nicht!

Wenn ich mir allerdings deine anderen Fäden so ansehe muss ich sagen, dass Verkauf für jemanden mit deinen Problemen wohl ziemlich das Schlimmste ist, was du dir aussuchen konntest! Wie kamst du denn auf diese Idee?

Schau dass du regelmässig therapeutische Unterstützung bekommst und zieh das durch. Notfalls kannst du dich ja öfter mal krank schreiben lassen, schlimmer kann's ja offensichtlich nicht mehr werden!

m]o`rix.


Nachdem was du von deiner Verkaufsleiterin erfahren hast, würde ich an deiner Stelle deine Chefin umgehend um ein offenes Gespräch mit ihr und den Kolleginnen bitten.

Ich bin grundsätzlich für klare Worte und Aussprachen. Dieses "untern Teppich kehren", so tun als wäre nichts und es einfach stillschweigend hinnehmen, in eine andere Filiale versetzt zu werden, wäre nichts für mich. Du müsstest natürlich damit rechnen, dass Kritik an dir und deinem Verhalten geübt wird - ich weiß jetzt nicht, ob du ein Mensch bist, der damit umgehen könnte? Aber ich sehe das langfristig als einzige Chance herauszufinden, was du in deren Augen falsch machst, gegebenenfalls dein Verhalten zu ändern und insgesamt die Dinge aus der Welt zu schaffen, die zwischen euch allen stehen. Nicht dass es nämlich in der anderen Filiale auch zu Problemen der gleichen Art kommt. Dann lieber jetzt eine Aussprache, die vielleicht ein bisschen weh tut, aber auch ein Neuanfang sein könnte.

Nebenbei könnte es auch sein, dass du ein gefundenes Fressen für sie bist, weil sie möglicherweise denken, du fühlst dich als etwas Besseres (Abi, Ex-Studentin). Das habe ich schon öfter von Studienabbrechern gehört. Hellhörig wurde ich hierbei:

Vom Naturell her bin ich einfach anders, steche raus, da ich ein ruhiger Mensch bin und nicht viel rede bzw. mit ihnen sowieso kaum Gesprächsthemen habe.

Wenn du dich regelmäßig abkapselst, könnten sie das in den falschen Hals bekommen und dein Verhalten missverstanden haben. Nur so ein Gedanke.

Und mir ging ebenfalls (wie kleiner_drachenstern) durch den Kopf, ob du dir sicher bist, überhaupt die richtige Ausbildung gewählt zu haben. In deinem Erzählten steckt vieles, was darauf hindeuten könnte, dass die Wahl nicht gerade optimal war und zu dir passt.

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