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Mit meiner Mutter wird es immer schlimmer

e]stax1 hat die Diskussion gestartet


Liebe Leute,

habe gerade mit meiner Mutter telefoniert und muss mir das jetzt mal von der Seele schreiben.

Seit ich denken kann dreht sich bei meiner Mutter alles um meinen Vater, dieser wird gepampert und gepudert, also im übertragenen Sinn. Ich musste immer allein durchs Leben kommen, mein Leben war und ist nicht gerade leicht. Wenn ich Probleme hatte meinte meine Mutter, ich soll mich nicht so haben und zusammenreißen. Im Gegenzug darf ich mir aber ständig anhören was mein Vater für Krankheiten hat und was die Ärzte alles falsch machen, es ist immer die gleiche Leier, teilweise auch verworren bis widersprüchlich. Eigentlich behandelt sie meinen Vater wie einen Fünfjährigen, mein Vater lässt sich gern bedienen und bemuttern. Ich werde dann am Telefon einfach zugeredet. Selbst wenn ich einen Satz sage redet sie einfach drüber weg mit ihrem Thema. Von mir wird erwartet das ich ihr zustimme und meinen Vater bemitleide. Obwohl ich genau weiß das ich nichts persönliches von mir erzählen darf, habe ich vorhin wieder den Fehler gemacht, dafür werde ich dann immer niedergemacht.

Mir geht es schlecht und ich werde dafür dann auch noch niedergemacht so war das schon immer. Im Prinzip muß ich mit ihr reden als wäre ich eine Sozialarbeiterin, aber dazu fehlt mir die Distanz.

Ich habe zurzeit so die Schnauze voll, diese Last auch noch tragen zu müssen.

Danke fürs Lesen, vielleicht hat ja jemand einen guten Rat.

Antworten
Nnordix84


Warum "musst" du denn mit ihr telefonieren ? Und selbst wenn du es tust, setz dich durch. Wenn sie wieder so anfängt dann sag ihr ganz klar das du das nicht hören willst und wenn sie das nicht hinnimmt dann leg auf.

Ja, das ist sicher nicht einfach und man hat gerne ein gutes Verhältnis zu den Eltern aber wenn das nicht möglich ist dann ist das eben so, du bist ja nicht (mehr) von denen abhängig.

_RSur{fe_rin


Brich den Kontakt mit der Mutter ab. Ohne wenn und aber. Diese Person missbraucht dich psychisch, mehr nicht.

Sseele7nbedben20x16


Zumindest könntest Du den Kontakt auf ein Minimum reduzieren. Vielleicht hilft es.

s ina-fro


Hallo,

Wie würdest Du denn Dein Verhältnis zu Deiner Mutter beschreiben? Ist Dir der Kontakt wirklich noch wichtig. Im Grunde hat sie Dich schon als Kind vernachlässigt und ist auch jetzt nicht bereit, auf Dich einzugehen. Ich würde den Kontakt völlig abbrechen, solange sie Dich nur als "Mülleimer" benutzt. Verzeihe, dass ich das so krass ausdrücke. Aber ich denke, Du solltest an Dich denken, wenn es schon die eigenen Eltern nicht tun. Auf Dauer geht es Dir ohne Deine Mutter sicher besser.

Alles Gute und Kraft,

K\rabbielkäfxerle


Brich den Kontakt mit der Mutter ab. Ohne wenn und aber. Diese Person missbraucht dich psychisch, mehr nicht.

Das mans auch immer gleich übertreiben muss. %-| Brichst du den Kontakt mit deiner Mutter ab, weil sie sich halt mehr auskotzt als zuhört? Also bitte. Einfach mal Klartext reden. Kontakt reduzieren kann auch schon helfen.

s4kadxie22


Distanziere dich von deiner Mutter (oder brich mit ihr den Kontakt ab ), wenn sie dich kaum wahrnehmen kann.

Sag ihr z.B. , dass dir die Krankheiten von deinem Vater leid tun , aber du keine Kraft mehr hast dich mit diesem Thema zu beschäftigen, du wirst ihm auch nicht helfen können und sie deshalb mit dir nicht mehr darüber reden soll.

Du bist nicht ihr seelischer Mülleimer.

Es ist wichtig , dass du an dich und dein Leben denkst und einen gesunden Egoismus und Selbstschutz hast.

HAudipfxupf1


Ich kann dich gut verstehen.

Meine Mutter ist auch so, war sie immer schon, aber jetzt ist sie 84 und es ist schlimmer denn jeh.

Mein Vater ist auch schwer krank und er ist das Hauptthema, das zweite Thema ist dann meine Mutter selber und wenn ich etwas von mir erzählen will, wird das überhört oder sonstwie übergangen.

Manchmal komme ich mir vor wie der Mistkübel der Familie. Meinem Bruder gegenüber ist immer alles in bester Ordnung.

Ich habe gelernt damit zu leben, bin halt eine Frau. Muss stark sein, Mitgefühl haben und ansonsten funktionieren.

Meine Eltern können nicht über ihren Schatten springen und ich nehme sie so wie sie sind.

Ich habe genug Freunde, bei denen ich persönliches loswerden kann, was ich auch manchmal in Anspruch nehme.

Ich finde nicht, dass man deswegen den Kontakt abbrechen sollte, es ist die Mutter und sie weiss es nicht anders.

Verzeihen, verstehen und sich das was man braucht wo anders holen.

Rialpxh_HH


Ansich beginnt man ja in der Pubertät, sich von den Eltern abzunabeln und selbständig zu werden. Im Laufe des Lebens entwickelt man sich dann auch selber zu einem eigenständigen reifen Menschen, der den Eltern dann nach und nach nicht mehr als untergeordnetes Kind sondern als gleichwertiger Erwachsener auf Augenhöhe gegenüber tritt. Das bekommen die Eltern nicht automatisch mit. Für Eltern wird das Kind immer der kleine, junge Mensch bleiben. Es ist Aufgabe des Kindes, diese Abnabelung zu betreiben und sich als erwachsener da gegenüber den Eltern zu positionieren.

Wenn Dich Deine Mutter im Gespräch respektlos behandelt, dann sag ihr das. Wenn sie Dich übergeht, Dir nicht zuhört, dann sag ihr das. Wenn sie dann übergangslos mit ihren Themen anfängt, sag ihr das deutlich, dass Du keine Lust auf einseitige Monologe hast, keine Lust auf Telefonate mit ihr, die kein Gespräch, kein Austausch sind, weil Deine Meinung eh niemanden interessiert. Auch die endlosen Jammereien über prinzipiell normale Gesundheitszustände muss man sich nicht auf Dauer antun. Zur Not leg halt auf und beschränke das auf ein Dir erträgliches Maß.

ejstFa<1


Also erstmal vielen Dank für alle Eure Beiträge, schon alleine durch das lesen fühle ich mich etwas besser.

Klartext reden mit meiner Mutter ist sehr schwierig, sie verdreht immer alles, am Ende bin ich immer ganz verwirrt. Wenn ich ihr nicht zustimme werde ich beleidigt. Ich will jetzt den Kontakt auf ein Minimum reduzieren, allerdings heute Abend muss ich noch mal hin, das war ausgemacht. Wenn ich das jetzt absage werde ich wieder nur beschimpft, da habe ich gerade keine Kraft dazu. Von keinem anderen Menschen würde ich mir so ein Verhalten gefallen lassen, echt blöd das einem zu den eigenen Eltern die Distanz fehlt.

eSstya1


Verzeihen, verstehen und sich das was man braucht wo anders holen.

Ich finde das mit dem "Verstehen" schwierig, wenn man von der gleichen Seite nie Verständnis bekommen hat.

N<oDrdi48x4


Schwierig wenn du dich da so unterwirfst, selbst wenn du den Kontakt nach heute Abend reduzierst wirst du am Ende doch wieder springen sobald deine Mutter schreit (bzw. anruft). Es wäre ein guter Schritt mehr Distanz aufzubauen wenn du es schaffen würdest den "Termin" heute Abend abzusagen, am besten auch mit dem ehrlichen Grund dazu. Wenn sie schimpft und beleidigt dann leg einfach auf, was verpflichtet dich denn dazu dir das anzuhören ? Sei dir immer bewusst: Du bist der Boss und nicht sie.

obnod<isep


Hallo! Ich bin der Meinung, man sollte auch mal den Vater in diese Diskussion einfließen lassen. Er ist es doch, der dies so fordert, auch von Deiner Mutter. Aus meiner Sicht setzt die Mutter nur das um, was der Vater verlangt und wie ihm es gefällt. Ob dies wirklich noch der freie Wille Deiner Mutter ist, oder ob der auch nur von ihrem Mann antrainiert wurde, bezweifle ich. Nicht selten wird aus einem Macho später ein pflegebedürftiger, alter Mann, der dann seine Krankheiten zur Durchsetzung seines Willens unverändert in den Vordergrund stellt. Das es seiner Frau oder seiner Tochter noch schlechter geht, ignoriert er nach wie vor, denn er steht wie immer im Mittelpunkt. Als ersten Versuch würde ich deshalb deiner Mutter unmissverständlich sagen, dass Ihr bei Euren Gesprächen den Vater vollständig ausklammert und kein Wort über ihn verliert.

R=yxe


Das eigentliche Problem in all diesen Konstellationen ist der Konflikt zwischen dem dringend notwendigen Abstand und dem Wunsch, den Kontakt zu halten. Mal ist die eine und mal die andere Seite weiter vorn, und das geht immer hin und her.

Hier lässt sich im Grunde auch sehr schwer raten. Wenn die rationale Seite (Distanz reinbringen) angesprochen wird, meldet sich über kurz oder lang die emotinale Seite (Sie ist aber meine MUTTER und es muss doch möglich sein, einen gewissen Kontakt zu halten!) und bringt einen etwaigen Entschluss, es doch mal mit Abstand zu probieren, prompt wieder ins Wanken.

In diesem Fall solltest Du vorläufig NICHT auf das, was Du für Deine innere Stimmt hältst, hören, sondern schlicht der Vernunft Raum geben, die zu Besinnung und "erstmal Loslassen" rät. - Um DANN zu entscheiden, was Du letztenendes an Kontakt zu ihr halten wirst.

e!stax1


Nordi84

Du hast so recht, aber ich schaffe es nicht das so umzusetzen.

Ich bin der Meinung, man sollte auch mal den Vater in diese Diskussion einfließen lassen. Er ist es doch, der dies so fordert, auch von Deiner Mutter. Aus meiner Sicht setzt die Mutter nur das um, was der Vater verlangt und wie ihm es gefällt. Ob dies wirklich noch der freie Wille Deiner Mutter ist, oder ob der auch nur von ihrem Mann antrainiert wurde, bezweifle ich. Nicht selten wird aus einem Macho später ein pflegebedürftiger, alter Mann, der dann seine Krankheiten zur Durchsetzung seines Willens unverändert in den Vordergrund stellt.

Nein, so ist es nicht. Mein Vater ist eher willensschwach und kein Macho, eigentlich ist er kein erwachsener Mann (inzwischen 83 Jahre). Meine Mutter hat ihn (schon) immer alles (wirklich alles!) abgenommen, zum Frühstück hat sie ihn sogar die Brötchen geschmiert. Ich bezweifle das er selber Tee kochen kann.

Eigentlich ist mein Vater das Kind meiner Mutter. Er wurde immer abhängiger von ihr, sie musste keine Angst haben das er ihr abhaut. Gleichzeit meckert meine Mutter aber ständig das sie so viel im Haushalt machen muss, wenn man ihr helfen will, lässt sie sich nicht helfen. Es ist alles so psycho, anstrengend und widersprüchlich. Ich habe kaum die Möglichkeit mit meinem Vater zu reden ohne das meine Mutter dazwischen geht und selbst wenn redet er auch kaum. Außerdem gibt er hörig meiner Mutter immer recht.

Das eigentliche Problem in all diesen Konstellationen ist der Konflikt zwischen dem dringend notwendigen Abstand und dem Wunsch, den Kontakt zu halten. Mal ist die eine und mal die andere Seite weiter vorn, und das geht immer hin und her.

Könnte sein. Von meinem Gefühl her möchte ich keinen Kontakt mehr. Aber dann denke ich, wenn mein Vater stirbt will ich schon auf die Beerdigung und das wird dann noch schwerer wenn ich mit meiner Mutter im Klinsch liege. Ich glaube ich habe einfach immer noch Angst vor dieser Frau.

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