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Dickes Fell gesucht :-(((

TJhalmi1nxa hat die Diskussion gestartet


Hallo,

gestern hatte ich mal wieder einen Tag an dem mich jemand total "fertiggemacht" hat. Die Situation wurde von anderen Anwesenden auch so beurteilt. Derjenige hatte nicht das Recht so mit mir zu sprechen.

Ich sehe mich im Recht, und ich könnte das eigentlich unter "einfach ein Idiot" abhaken. Jan ich aber nicht. Ich war so schockiert dass ich den ganzen Tag über traurig war, noch heute bin, und mich vor allem total dreckig gefühlt habe (war im ärztlichen Rahmen, derjenige hat mich behandelt und dazu auch angefasst, ganz normal)

Ich frage mich wie ich es schaffe dann nicht einfach nur ganz klein mit Hut zu werden - auch wenn ich Im Recht bin, in solchen Situationen nicke ich nur noch, kann nix mehr erwidern,'heule dann nachher los und die Wut kommt später, wenn es keiner mehr mitkriegt.

Ich bin normalerweise nicht überempfindlich, habe es gerne wenn man Tacheles redet, konstruktiv und direkt mag ich Kritik echt gerne, ist mir echt lieber als wenn jemand nicht sagt was ihn stört. Aber wie verarbeite ich es wenn Leute Wutausbrüche kriegen, wie schaffe ich es das nicht so an mich einzulassen ??? ??

Ich bin einfach traurig, und das blockiert mich richtig. Ich will positiver,konstruktiver damit umgehen, auch mal wegschieben können wenn sich jemand dämlich verhält, aber ich fühle mich richtig verletzt, egal was es ist und wie dämlich es ist.

Darum halte ich das auch bewusst abstrakt, es geht mir nicht um in einem konkreten Fall "Recht" oder "Unrecht" zu entscheiden, sondern einfach: wie schaffe ich es besser mit der Aggressivität anderer Leute umzugehen? Denn das kann man ja immer wieder erleben...

Ich reagier dann wie ein Kaninchen vor der Schlange. Ich kann das einfach nicht.

LG

Thalina

Antworten
S?eyel5enbebegn201x6


Hallo Thalina @:),

vieles von dem, was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Auch ich wünsche mir, besser mit solchen Situationen umgehen zu können, schlagfertiger zu sein. Leider fällt mir immer erst hinterher ein, wie ich besser hätte reagieren können. In der Situation selbst reagiere ich nämlich genauso wie Du. Manchmal fühle ich mich noch Tage später schlecht deswegen. Sicherlich hängt das mit vermindertem Selbstbewusstsein zusammen. Und leider gibt es genug Menschen, die genau das ausnutzen! :)_

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass die anderen User hier einen guten Rat haben!

B`amb^iene


@ Hallo Thalina @:)

ich denke du brauchst nicht zwingend ein dickeres Fell, sondern eher eine Hilfestellung, wie du deine verletzte Würde nach einem solchen "ferigmachen" wieder herstellen kannst.

Will sagen, das Kaninchen sollte sich ein paar Sätze oder Taktiken aneignen, die es befähigen aus der Starre heraus "spontan" zu fauchen.

Ich selber mag Menschen die unhöflich und beleidigend sind auch nicht.

Ich war so schockiert dass ich den ganzen Tag über traurig war, noch heute bin, und mich vor allem total dreckig gefühlt habe (war im ärztlichen Rahmen, derjenige hat mich behandelt und dazu auch angefasst, ganz normal)

Könnte dieses von dir als Fertigmachen gewertete Verhalten, für deine Gesundung vieleicht sogar zwingend nötig gewesen sein? Sozusagen als "Aufrüttler" zu verstehen?

So nach dem Motto: Frau T. wenn Sie mit dem Saufen nicht aufhören, muß ich das dem Jugendamt melden und sie riskieren ihr Kind zu verlieren.

Oder: Frau T, wenn sie alle drei Jahre mal zum Zahnarzt gehen, brauchen Sie sich nicht wundern, wenn ihnen die Zähne reihenweise kaputt gehen und sie mit 35 wie eine zahnlose Oma aussehen.

c"rikech+arlxie


Mir hilft es, mir in de rSituation vor Augen zu führen, wie es mies es mir später gehen wird.

Das wäge ich dann ab und dann traue ich mich meist, mich schon in der Situation aktiv zu wehren. Geht es schief, habe ich es wenigstens versucht und mache mir hinterher diesbezüglich keine Vorwürfe. Lieber in der Situation selbst scheitern, als ewig langer Katzenjammer hinterher. Kostet aber Überwindung, aus diesen affektiven Mustern auszubrechen und die Situation kognitiv zu lösen.

C+osmr/axn


auch wenn ich Im Recht bin, in solchen Situationen nicke ich nur noch, kann nix mehr erwidern,'heule dann nachher los und die Wut kommt später, wenn es keiner mehr mitkriegt.

Etwas zu warten ist grundsätzlich keine schlechte Eigenschaft. Es wäre auch verkehrt, im Affekt überemotional zu reagieren, weil das die ganze Situation nur hochschaukelt und schlimmer wird. Ich würde daher das Pferd von hinten aufzäumen. Bei Menschen, die du wieder siehst, würde ich nach deiner benötigten "Sammelphase" nochmal in Ruhe darauf ansprechen. Dann hast du reflektiert, inwieweit hier sachliche Kritik und persönliches "Runtermachen" vermischt wurden, was berechtigt war und was nicht. Und dann kannst du sehr klar das Gespräch wieder aufnehmen und nochmal den Vorfall ansprechen. Wenn du das übst, kommst du vielleicht auch dazu, dich zeitlich näher an den Vorfall heranzutasten und im Idealfall nach ein paar Bedenksekunden beherrscht zu reagieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auch als "Runtergeputzter" sich besser fühlt, wenn man nochmal das Thema ansprechen konnte. Das solltest du dir auch zu eigen machen, selbst wenn du anfangs mehr Abstand brauchst.

T hal7ihna


Danke schön, ich finde es echt lieb dass Ihr Euch Mühe gebt mir zu antworten. Mir fällt es gerade schwer r darauf detailliert einzugehen.

Nur ein Detail: Nein, das war kein Aufrütteln, hat auch rein faktisch keine Auswirkungen in Bezug auf mein gesundheitliches Verhalten - außer, dass ich mich nicht mehr zu einer Behandlung traue zu der ich mich mühsam aufgerafft habe... Aufrütteln würde ja einen Versuch darstellen, ein absichtliches Verhalten von mir verändern zu wollen (oder etwa eine Vernachlässigung der Zähne etc. Darum ging es aber nicht. Es ging um keine Entscheidung und nix was ich verändern hätte können) Das war aber einfach nur ein Wutanfall und keine inhaltliche Kritik mehr.

sEeven]th_ree


einfach: wie schaffe ich es besser mit der Aggressivität anderer Leute umzugehen? Denn das kann man ja immer wieder erleben...

ich kenn die Situation und ich hatte immer wieder Probleme damit umzugehen, Schlagfertigkeit kann man nur bedingt erlernen

mir hat es geholfen mich mit dieser Situation auseinanderzusetzen und für mich eine Art Schema oder Blaupause im Kopf abzuspeichern

Im Prinzip ist die Situation immer gleich, man ist von der Eskalation überrumpelt und viel zu perplex um gezielt Paroli bieten zu können. Aber das Paroli muss nicht gezielt sein, es spielt keine Rolle wie man reagiert den verschärfen wird sich die Situation eh nicht mehr denn sie ist für mich als betroffenes Opfer doch schon eskaliert. Man braucht dann auch keine falsche Rücksicht zu nehmen, selbst wenn der Angriff völlig zu Recht kam und man es eigentlich verdient hat. Es wurde aber die Form verletzt und da kann man ruhig mit übertriebener Härte antworten. Entschuldigen kann man sich dann hinterher immer noch.

Also mach ich das erst Beste was mir einfällt wie "gehts noch ?", "spinnst du ?" oder "was soll der Sch.... ?" etc. Am Telefon legt man einfach auf und mit Fragen schindet man einfach Zeit zu sich zu kommen und die Situation zu verstehen bzw. das ganze zu überdenken.

Wenn der Gegenüber sich erklärt oder eben nachlegt hat man sich gefasst kann viel besser kontern.

B}am%b$iene


Achso. Er war ein richtiger Wutanfall? :-o :-X Nicht sehr profesionell von dem Mann oder der Frau.

Mir hilft es sehr, mich SOFORT aus der Situation zu entziehen. Also Raum oder Gespräch verlassen. So nach dem Motto, Wenn du so mit mir umgehst, bin ich weg.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auch als "Runtergeputzter" sich besser fühlt, wenn man nochmal das Thema ansprechen konnte.

Das könnte stimmen. Wenn sie sich reflektieren und einsichtig sind, dass sie eine Grenze überschritten haben.

Mir fällt gerade was ein.

Mein Vater ist liebenswürdig, hilfsbereit, charmant und lustig. Aber wenn er wieder mal aus irgendeinem für Aussenstehende nicht sofort erkennbaren Anlass seine drolligen fünf Minuten kriegt, kann er unausstehlich werden.

Das letzte Mal als er mich "fertiggemacht" hat, war im Sommer 2013. Ich und zwei meiner Schwestern waren zu Besuch. An besagtem Tag brauchte er dringend meine Hilfe. Wir hatten den ganzen Vormittag zusammen gearbeitet. Und er grummelte immer wieder, weil ich seine Gedanken nicht lesen konnte, und er hatte mir schon ein paarmal ungehalten gesagt, ich solle mitdenken. Und jedesmal hatte ich ihm geantwortet, er solle mir in kurzen Worten genau sagen was er von mir erwartet. Also ich hatte um knappe, aber präzise Anweisungen gebeten.

Gegen Mittag wollte er "das da" von der Werkbank. Wir waren beide im Hof vor der Werkstatt und ich marschierte Richtung Werkbank. Auf meine Frage was genau er denn nun wolle, kam von ihm nur ein genervtes "das da, da liegt es doch!". Als ich noch mal nachfragte, kamm er mit großen Schritten, schubste mich beiseite und nahm ein Rähmchen von der Werkbank. Dabei beschuldigte er mich wieder lautstark, ich würde nicht mitdenken, ich müsse doch..... und da war denn der Punkt für mich erreicht zu gehen. Ich bin mir sehr sicher, er hätte sich nicht getraut so mit einem männlichen Angestellten umzuspringen.

Ich hab ihm "beherrscht ruhig" gesagt ich würde jetzt duschen gehen und danach mit meinen Schwestern in die Stadt fahren, zum bummeln und Kaffee trinken.

Ich hab es tatsächlich über's Herz gebracht ihn mit seiner Fülle von Arbeit allein zu lassen. Am Abend hat er sich zerknirscht bei mir entschuldigt. Ob ich ihm verzeihen könne, ihm wäre das Wort "Rähmchen" in dem Moment nicht eingefallen. Er hätte öfter Wortfindungsprobleme.

Wir haben uns ausgesprochen und versöhnt und ich stand ihm am nächsten Tag wieder zur Seite. :-D Und wir hatten trotz vieler und schwerer Arbeit einen guten und harmonischen Tag.

Es ging um keine Entscheidung und nix was ich verändern hätte können) Das war aber einfach nur ein Wutanfall und keine inhaltliche Kritik mehr.

außer, dass ich mich nicht mehr zu einer Behandlung traue zu der ich mich mühsam aufgerafft habe...

Och neeee :)_

Kannst du das noch einmal ansprechen? Dass dich dieser Wutanfall verstört hat und du nun Probleme hast, dich entspannt zu dieser Behandlung zu begeben. Gerade wenn es gesundheitlich nötig ist, solltest du dich aufraffen, all deine Entschlossenheit zusammenkratzen und hingehen.

@:) :)*

TJha3lixna


Ganz ehrlich gesagt? Ich gehe sowieso schon auf dem Zahnfleisch. Ich habe für rein gar nichts noch irgendwie ein winziges bisschen Energie übrig. Anders gesagt: Ich bin froh wenn ich unseren Alltag gebacken bekomme ohne ständig zu heulen, ich freue mich über einfach nur normale Tage und darüber, wenn mein Kind mal einen guten Tag hat.

Ehrlich, alles über dem was wirklich dringend unbedingt und absolut sein muss übersteigt absolut meine Kraft.

Dazu kommt noch das seelischer Stress bei mir Anfälle auslösen kann und "nervliche Erschöpfung" schlimmer sind als körperliche Müdigkeit.

Ach ja: Ich bin nicht depressiv. Meine Neurologin/Psychologin meinte mal zu mir "Manches ist einfach eine gesunde Reaktion auf ungesunde Belastungen" und ich glaube das sie Recht hat.

Ich danke Euch noch mal sehr :-)

B}ambMienxe


Anders gesagt: Ich bin froh wenn ich unseren Alltag gebacken bekomme ohne ständig zu heulen, ich freue mich über einfach nur normale Tage und darüber, wenn mein Kind mal einen guten Tag hat.

:)* :)* :)* :)* :)* :)*

Fühl dich verstanden und einfach mal gedanklich feste gedrückt. :)_ @:)

P~yt$hoxnist


Aber wie verarbeite ich es wenn Leute Wutausbrüche kriegen, wie schaffe ich es das nicht so an mich einzulassen ??? ??

Ich kenn das auch ganz gut. Und ich habe gemerkt, was es bei mir ist: ich habe schon auch in mir Ärger oder Wut, aber ich fand dann nicht das Ventil nach draußen. Und so habe ich mich über mich selbst geärgert und war auf mich selbst wütend, habe mich bemitleidet, dass ich nicht stärker reagiert habe. Und war damit traurig und habe manches Mal geweint.

Mir hat eine Gruppentherapie sehr geholfen und zu sehen, wie andere quasi die gleichen Situationen handhaben: sie drücken früh selbst ihren Ärger aus und reagieren wütend/aggressiv, wenn jemand wütend/aggressiv auf sie zukommt. Und das stoppt (relativ oft) den Aggressor, wenn der nicht damit rechnet oder sich nicht weit/deutlich überlegen sieht.

Insofern wäre das ein Mittel, dass du mit einbeziehen solltest: wenn du weißt, dass du im Recht bist, drücke deinen Ärger aus, und stelle der Wut deines Gegenübers etwas entgegen. Die Wut des Wütenden als Vorlage und Spiegel zu nutzen. Denn selbst du nicht weißt, wie sich Wut nach außen ausdrücken kann: du hast doch in dem Moment genau die perfekte Vorlage vor dir.

Vorher bist du ein Opfer, das durch Schwäche/Tränen vielleicht auch bewirken möchte, dass der Aggressor aufhört. Das klappt aber nicht bei Leuten, die auf so eine Schwäche mit immer mehr Aggression reagieren und sich dann erst richtig stark fühlen. Sondern es braucht eine Art von Gegenwehr von deiner Seite. Diese signalisiert dann auch für die nächste Begegnung: "So nicht, Freundchen!"

Ich habe für rein gar nichts noch irgendwie ein winziges bisschen Energie übrig.

Wenn du das immer und üerall audrücken solltest, wie sieht dann dein Weg aus dieser Opferposition aus? Meiner Meinung nach brauchst du schon Energie, um wieder an mentaler Stärke zu gewinnen.

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