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Zwangsgedanken

W+il]son991 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Team, ich leide unter einer Zwangsstörung/Zwangsgedanken. Anfangen hatte das ganze als ich ca 8 Jahre alt war. Es ist etwas kompliziert. Dort auf den weg in dem Urlaub Bekam ich die Angst einen Gedanken nie wieder vergessen zu können.Also ständig den selben Gedanken denken zu müssen. Es lief ein bestimmtes Lied im Radio und immer wenn dieses Lied läuft (seitdem ich 8 bin) erinnere ich mich wieder daran. Es war damals sehr vereinzelt aber es kamen noch mehr Lieder und auch teilweise andere Dinge wie bestimmte Häuser etc dazu die mich immer wieder daran erinnerten und mich ziemlich gequält haben. Mit 20 Bekam ich dann eine richtige Zwangsstörung. Ich musste ständig mit dem Auto umdrehen und schauen ob nicht irgendetwas passiert ist, oder ich hatte angst mich mit HIV zu infizieren. Dadurch musste ich mir ständig die Hände waschen oder die Hände fotografieren um nachher sicher zu gehen das ich kein Blut an den Händen hatte. Ich ging zu einer Psychologin die mir wirklich gut helfen konnte. Ich konnte zu 95% alle Zwänge "besiegen" Das ganze hielt nun 1 Jahr wirklich sehr sehr gut. In der Behandlung ging aber Diese Sache mit den Gedanken etwas unter weil der Schwerpunkt darauf lag wieder normal Auto fahren zu können etc. "Normal zu leben".

So die Behandlung ist nun 1 Jahr vorbei. Alles war wirklich gut ich war eigentlich auch sehr glücklich. Vor gut Einer Woche dann ein Sehr langweiliger Tag auf der Arbeit. Und mir schießen wieder schlechte Gedanken durch den Kopf. Wieder Gedanken das ich es nicht mehr vergessen kann. Und ich weiß nicht wie aber ich habe es diesmal mit meiner Festen Freundin verknüpft. Ich bin mit ihr nun schon 7 Jahre zusammen und Liebe sie wirklich über alles. Es lief auch so perfekt bei uns ich plante sogar kurz vorher unsere Verlobung. Nun hängt dieser Gedanke wie fest bei mir eine Woche schon. Ich habe richtige Panik Attacken das dieser Gedanke nie mehr weg geht immer wenn ich sie Sehe oder mit ihr Schreibe( Sie Studiert etwas weiter weg, und wir sehen uns nur am Wochenende) Ich bin seitdem den Ganzen Tag angespannt und stehe unter Strom, wie vor einem Vorstellungsgespräch (ich denke das ist die angst). Ich habe auch angst mit ihr darüber zu reden weil es eventuell unsere Beziehung schädigen könnte. Es ist quasi Die angst immer den Selben Gedanken denken zu müssen und ihn Nie wieder vergessen zu können und meine Freundin erinnert mich immer daran. Ich habe solche angst davor Sie dadurch zu verlieren. Ich bin einfach ziemlich verzweifelt. Und ein Therapie platz ist auch nicht in Sicht. Danke schon mal im vorraus

Antworten
jDas.med


Hallo!

Zunächst einmal: Keine Panik! Das ist nunmal das tückische bei Zwangsgedanken... du hast Angst, dass dieser Gedanke, den du nicht denken willst, wieder und wieder kommt. Und das tut er zunächst auch einmal - aber das ist nicht schlimm!

Genau da muss man den Hebel ansetzen.

1. Du kannst den Gedanken nicht unterdrücken! Nein, nein und nochmals nein. Und das wäre auch total falsch, weil deine Angst vor diesem (wahrscheinlich völlig harmlosen) Gedanken nur noch größer würde. Du kennst bestimmt das berühmte Beispiel: Versuche mal 2 Minuten NICHT an einen rosa Elefanten zu denken. Natürlich geht das nicht, der Gedanke ist in deinem Kopf und verstärkt sich dadurch, dass du ihn nicht denken willst.

2. Akzeptiere den Gedanken! Akzeptiere den Gedanken als das was er ist, nämlich nur ein Gedanke. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn er dann kommt, dann lass ihn kommen. Du musst versuchen die Angst vor diesem Gedanken zu verlieren. Verdränge ihn nicht. Lass ihn kommen und ertrage das ungute Gefühl. Stelle dich dem unguten Gefühl und du merkst, es ist nicht schlimm und es passiert auch nichts schlimmes. Nur wenn du den Gedanken als das siehst was er ist, nämlich nur ein Gedanke, ist er keine Bedrohung mehr für dich. "Face your fears!" Stelle dich deiner Panik und deiner Angst. Unterdrücken ist kontraproduktiv!

3. Komme dem Gedanken zu vor. Du siehst deine Freundin und denkst dir einfach "ja, jetzt kommt wieder diese Gedanke, weil der Trigger (meine Freundin) ihn hervorruft". Du wirst nicht mehr von dem Gedanken überrascht und er ist auch nicht mehr so bedrohlich.

4. Akzeptiere es als eine temporäre Störung in deinem Gehirn. Mach dir nichts vor, es ist eine Art Krankheit und die bekommst du in den Griff. Wenn du es deiner Freundin erklärst, wird sie dich mit Sicherheit verstehen. Es muss dir nicht peinlich sein. Es leiden sehr viele Menschen an Zwangsgedanken und deine Freundin wird dich mit Sicherheit dabei unterstützen. Stell dir vor du kannst zu ihr sagen "Hey, ich habe gerade schon wieder diesen blöden Gedanken als ich dich gesehen habe". Alleine das würde dir viel Last von den Schultern nehmen, wenn du einfach locker und offen mir ihr darüber sprechen kannst.

5. Der Zwang(sgedanke) ist ein elendiger Nischenhocker. Sobald du mal eine stressige oder in deinem Fall langweilige Phase hast, können solche "neuen" Gedanken auftreten. Sobald du merkst, dass es so ist, sag dir sofort "Hey, das ist jetzt wieder ein Zwangsgedanke, der hat keinen tieferen Sinn, ich muss keine Panik vor ihm bekommen und ich muss ihn nicht unterdrücken". Dann wirst du merken, dass du mit der Zeit gegen solche "Attacken" immun wirst.

Kopf hoch - und keine Angst - du wirst diese Gedanken nicht dein Leben lang denken. Ziel ist, dass dir diese Gedanken "egal" sind, und dann kommen sie auch automatisch nicht mehr so häufig.

_YSurfHerxin


Hallo!

Zunächst einmal: Keine Panik! Das ist nunmal das tückische bei Zwangsgedanken... du hast Angst, dass dieser Gedanke, den du nicht denken willst, wieder und wieder kommt. Und das tut er zunächst auch einmal - aber das ist nicht schlimm!

Genau da muss man den Hebel ansetzen.

1. Du kannst den Gedanken nicht unterdrücken! Nein, nein und nochmals nein. Und das wäre auch total falsch, weil deine Angst vor diesem (wahrscheinlich völlig harmlosen) Gedanken nur noch größer würde. Du kennst bestimmt das berühmte Beispiel: Versuche mal 2 Minuten NICHT an einen rosa Elefanten zu denken. Natürlich geht das nicht, der Gedanke ist in deinem Kopf und verstärkt sich dadurch, dass du ihn nicht denken willst.

2. Akzeptiere den Gedanken! Akzeptiere den Gedanken als das was er ist, nämlich nur ein Gedanke. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn er dann kommt, dann lass ihn kommen. Du musst versuchen die Angst vor diesem Gedanken zu verlieren. Verdränge ihn nicht. Lass ihn kommen und ertrage das ungute Gefühl. Stelle dich dem unguten Gefühl und du merkst, es ist nicht schlimm und es passiert auch nichts schlimmes. Nur wenn du den Gedanken als das siehst was er ist, nämlich nur ein Gedanke, ist er keine Bedrohung mehr für dich. "Face your fears!" Stelle dich deiner Panik und deiner Angst. Unterdrücken ist kontraproduktiv!

3. Komme dem Gedanken zu vor. Du siehst deine Freundin und denkst dir einfach "ja, jetzt kommt wieder diese Gedanke, weil der Trigger (meine Freundin) ihn hervorruft". Du wirst nicht mehr von dem Gedanken überrascht und er ist auch nicht mehr so bedrohlich.

4. Akzeptiere es als eine temporäre Störung in deinem Gehirn. Mach dir nichts vor, es ist eine Art Krankheit und die bekommst du in den Griff. Wenn du es deiner Freundin erklärst, wird sie dich mit Sicherheit verstehen. Es muss dir nicht peinlich sein. Es leiden sehr viele Menschen an Zwangsgedanken und deine Freundin wird dich mit Sicherheit dabei unterstützen. Stell dir vor du kannst zu ihr sagen "Hey, ich habe gerade schon wieder diesen blöden Gedanken als ich dich gesehen habe". Alleine das würde dir viel Last von den Schultern nehmen, wenn du einfach locker und offen mir ihr darüber sprechen kannst.

5. Der Zwang(sgedanke) ist ein elendiger Nischenhocker. Sobald du mal eine stressige oder in deinem Fall langweilige Phase hast, können solche "neuen" Gedanken auftreten. Sobald du merkst, dass es so ist, sag dir sofort "Hey, das ist jetzt wieder ein Zwangsgedanke, der hat keinen tieferen Sinn, ich muss keine Panik vor ihm bekommen und ich muss ihn nicht unterdrücken". Dann wirst du merken, dass du mit der Zeit gegen solche "Attacken" immun wirst.

Kopf hoch - und keine Angst - du wirst diese Gedanken nicht dein Leben lang denken. Ziel ist, dass dir diese Gedanken "egal" sind, und dann kommen sie auch automatisch nicht mehr so häufig.

jasmed

:)^ :)^ :)^

Ein super Beitrag, der helfen kann.

Ich leide auch unter solchen Gedanken und nicht ein Psychiater oder Psychologe die ganzen Jahre über konnte da so gute Hilfe geben, wie Du jetzt mit Deinem Beitrag.

Es wurde immer nur gesagt, dass es da Ursachen für gibt, dass man sowas bekommt, die Ursachen aber meist nicht findet.

Vielen "Dank" an die Ärzte für die "Hilfe". Und ein Hoch auf das Internet, wo man immer Menschen findet, die gezielt durch eigene Erfahrung helfen können. :)z :)^ @:)

W9ils`on9x1


Hey vielen dank für den Super Beitrag :-) die Tipps haben mir sehr geholfen. Ich war in der Zwischenzeit auch beim Psychologen, dieser sagte mir so ziemlich das selbe. Zwischenzeitlich klappt das ganze sehr gut und dann gibt es wieder Tage wo ich am verzweifeln bin. Das ganze zieht sich ja jetzt auch schon ein Weilchen und ich weiß nicht ob das ganze so klappt auf dauer. Diese Gedanken sind sehr anstrengend :-( Ich fühle mich momentan einfach sehr sehr ausgelaugt.

j(asmped


Hi,

es freut mich sehr, dass ich dir damit etwas helfen konnte.

Die auf- und ab-Phasen sind ganz normal. Du gehst immer einen Schritt zurück und zwei Schritte nach vorn. Freu dich über kleine Erfolge und finde dich damit ab, dass es leider ein etwas zäher Heilungsprozess ist. Die Gedanken haben sich mit der Zeit entwickelt und gehen nicht von heute auf morgen wieder weg.

Klar, diese Gedanken sind total anstrengend und rauben dir viel Kraft. Deswegen ist es sehr wichtig, dass du eine andere Einstellung zu ihnen bekommst.

Lass sie einfach mal kommen, identifiziere sie als Zwangsgedanken und lass sie einfach wieder ziehen. Gehe ihnen nicht nach, messe ihnen einfach keinen besonderen Wert zu. Wenn du das schaffst, bist du schon unheimlich weit.

Ich drücke dir die Daumen!

Schau auch mal hier:

[[http://azgedanken.blogspot.de]]

Der Blog handelt von (aggressiven) Zwangsgedanken und hat sicherlich einige nützliche Tipps für dich.

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