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Depressionen beim Mann?

snpook|y79 hat die Diskussion gestartet


In den letzten Jahren gab es schon etliche Auseinandersetzungen mit meinem Mann (39) und mir (36) aufgrund seines Verhaltens.

Alles schlich sich so nach und nach ein,als unsere erste Tochter(jetzt 9) geboren wurde ,schlimmer wurde es nochmal nach der Geburt unserer 2. Tochter (jetzt 6).

Es gab Streitereien wegen seiner Kifferei, seinem Desinteresse an den Kindern, wegen seiner Wutausbrüche die sich oft in Rumschreien äußerten,fehlende Initiative im Familienleben.

Unsere Ehe stand schon mal kurz vorm Aus. Dann ging es eine Weile gut und dann war wieder alles wie vorher.

Auch momentan siehts mehr als schlecht aus.

Allerdings geben mir ein paar Aussagen aus den Gesprächen Grund zum nachdenken.

Zur Vorgeschichte:

Mein Mann hatte aus erster Ehe gut 15000€ Schulden mitgebracht.

Ich hab ihn dahingehend immer unterstützt, war immer mit arbeiten,hab mich um den Schriftverkehr gekümmert.

Wir haben mittlerweile gut 7000€ abbezahlt. Das ist nicht so viel ,es gab auch etliche Durststrecken,aber wir kommen vorwärts.

Vom Rest leben wir gut, es fehlt uns an nix.

Jedoch sieht mein Mann das alles anders, und ich denke diese Schulden sind mit ein Grund für sein Verhalten.

Er sieht nämlich alles schwarz, er würde immer nur auf der Stelle treten,er hatt Pläne die er alle deswegen nicht erfüllen könnte, weil es ständig am Geld scheitert.

Er hätte gern ein kleines Häuschen für uns aufm Land, eine kleine Werkstatt zum Auto schrauben, aber das alles ginge ja nicht wegen dem Geld.

Und immer wieder jammert er dann rum das seine EX Frau schuld wäre,ihn kaputt gemacht habe.

Ich versuchte ihn natürlich bei den ersten Malen aufzubauen, habe Verständniss für seine Enttäuschung gezeigt, hab ihm aber auch klar gemacht das er nicht immer anderen die Schuld geben kann, die Kreditverträge habe er ja schließlich ganz allein unterschrieben.

Gut das hat er mittlerweile eingesehen,aber er sieht sich nach wie vor als Opfer.

Was habe ich geredet, das ich ihn verstehen kann, er aber auch mal die Vergangenheit ruhen lassen soll und nach vorne schauen soll, Fehler mache jeder mal, aber wenn man nicht nach vorne schaut hat man verloren.

Desweiteren spricht er immer von Druck, er hätte Druck auf Arbeit, Druck weil er ja der Hauptverdiener wäre.

Und keiner würde ihn mal loben,er würde immer machen und tun und keiner sieht das.

Dann sagte er noch , eigentlich würde er manchmal einfach nur noch im Bett liegen bleiben, was uns zu seinem Schlafbedürfniss bringt.

In den Kifferzeiten (mittlerweile seit 2,5 Monaten clean) sah sein Tagesablauf so aus:

Aufstehen-Arbeit-Abendessen-Couch kiffen-schlafen,jeden Tag,Tag ein Tag aus.

Gekifft hat er immer weil er wie er sagt: besser abschalten kann.

Dummerweise ist das so geblieben,ab 21.00 ist Schicht im Schacht.

Aufgehört mit kiffen hat er nicht freiwillig, er ist in eine Polizeikontrolle geraten.

Aber auch da ist er nicht schuld, schuld ist der Polizist der beschlossen hat ihn rauszuziehen weil er lange Haare hat, Schuld ist die Firma die ihn nochmal rausschickte zu einer Baustelle obwohl er schon Feierabend hatte.

Und natürlich ein Grund mehr sich jetzt in Selbstmitleid zu suhlen,weil das sehr wahrscheinlich finanzielle Folgen haben wird.

Auf die Frage warum er eigentlich nie Interesse hat mal mit mir weg zu gehen alleine, sagte er tatsächlich er könne sich ja keine Klamotten kaufen( was definitiv nicht stimmt)

Nachdem letzten Gespräch, ohne nennenswerte Vorschläge was zur Verbesserung unsere Situation führen könnte, und als er wieder zur Tagesordnung überging, war für mich Schicht im Schacht.

Mein Leidensdruck ist groß genug das ich die Trennung jetzt durchziehe.

Bevor ich das jedoch tue, möchte ich hier mal in die Runde fragen, ob es vielleicht auch Depressionen sein können?

Ich werde zur Thematik auch am Montag meinen Hausarzt befragen.

Ich weiß zwar nicht ob sich dadurch meine Entscheidung anders aussieht, aber zumindest hätte man dann noch die Option Therapie.

Zusammenfassend:

-Desinteresse an allem (mittlerweile zieht er sich auch von Freunden zurück,seine Gitarre hat er seit Jahren nicht mehr angerührt)

-hohes Schlafbedürfniss

-keine Eigenverantwortung

-Wutausbrüche /oft schlechte Laune/Reizbar

-Kiffen um zu entspannen (jetzt zwar nicht mehr,aber ist ja solang nicht her)

-alle anderen sind schuld

-Unzufriedenheit im Job

Antworten
aVug23x3


"Wo ein Wille ist, da ist ein Weg", sagt das Sprichwort. Wenn jemand seinen Zustand als depressiv einordnen sollte, dann mag das zutreffen. Er ist aber selbst der Auslöser von allem!

Nur hilft es dir nicht weiter. Sieht er an sich selbst keinen Änderungsbedarf, dann wird er sich vermutlich weder Hilfe holen noch gezielt seine Unzufriedenheit abbauen wollen.

Nach der Schilderung gefällt er sich in der Rolle. Weißt du wenigstens für dich, was dir an ihm gefällt?

P+ythohnixst


Spooky79, frag dich zu deinem Leben, deinen Entscheidungen, deinen Ansichten, deiner seelischen Gesundheit.

Und lass Ärzte/Psychotherapeuten Diagnosen über deinen Mann stellen. Typische Symptome für den Verdacht Depression kannst du leicht finden:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Depression#Diagnose]]

Im klinischen Setting wird dann viel mit gegen die Allgemeinheit verifizierten Fragebögen gearbeitet. Und vorher einige organische Tests gemacht.

Ob es ratsam ist, wenn eine Frau, die sich eh trennen will, sich nun auf den letzten paar gemeinsamen Wochen oder Monaten an Eigendiagnosen an ihrem Mann versuchen will, lasse ich mal dahingestellt. Ich bezweifle das eher.

Ich weiß zwar nicht ob sich dadurch meine Entscheidung anders aussieht, aber zumindest hätte man dann noch die Option Therapie.

Vergiss "man". Du hast Optionen, er hat Optionen. Diese Ausdrucksweise bringt deutlich besser den Bezug zu Verantwortlichkeiten.

Wesentlich sinnvoller finde ich, wenn du dir mal eine Liste von Bedingungen machst, unter denen du gern in dieser Beziehung bleibst. Und deinem Noch-Mann den Ernst der Lage verdeutlichst. Seine Schritte wird er dann selbst ableiten. Und seien es die Schritte in eine ärztliche Diagnose und dann Therapie. Ja, das braucht Kraft, und wenn dein Mann depressiv sein sollte, dann wird es ihm schwerfallen, diese aufzubringen. Hier sind wirklich Depressive schon auf Hilfe aus ihrem Umfeld angewiesen. Aber Menschen, denen man Depressionen so leichtfertig zuschiebt, denen spricht man ja in gewisser Weise ihre Eigenverantwortung ab.

Zumal es da ein weites Feld von Eigenverantwortung gibt:

* Eigenverantwortung für die Nahrungsaufnahme

* Eigenverantwortung für Toilettengänge

* Eigenverantwortung für Körperpflege

* Eigenverantwortung für Einkommen/Ausgaben/Finanzen

* Eigenverantwortung für Teilnahme am sozialen Leben

* Eigenverantwortung für sozial- und gesetzeskonformes Verhalten

* Eigenverantwortung für persönliche Entfaltung

Erst eine systematische Diagnose wird einen kompletten Pflegefall von jemand abgrenzen, der einfach nur einen anderen Lebensentwurf hat. Um mal zwei Extreme zu bemühen.

Vorbereitend für die Trennung solltest du auch mal gedanklich eine Liste machen: worin siehst du deine Verantwortung für das Ende dieser Beziehung, und worin siehst du seine Verantwortung für das Ende der Beziehung. Denn das teilt Verantwortung auf. Diesen Punkt finde ich sehr wichtig. Und wer als Paar darüber noch sprechen kann (oder sich die Chance gibt, darüber zu sprechen), hat auch als Paar eine Chance. Neben den ganzen anderen Fragen, die kommen werden: Sorgerecht für die Kinder, Umgang/Aufenthalt der Kinder, elterliche Rechte und Pflichten, ggf. neue Wohnorte, Auftrennung des gemeinsamen Vermögens und des gemeinsamen Besitzes.

moondT+stoerne


Zusammenfassend:

-Desinteresse an allem (mittlerweile zieht er sich auch von Freunden zurück,seine Gitarre hat er seit Jahren nicht mehr angerührt)

-hohes Schlafbedürfniss

-keine Eigenverantwortung

-Wutausbrüche /oft schlechte Laune/Reizbar

-Kiffen um zu entspannen (jetzt zwar nicht mehr,aber ist ja solang nicht her)

-alle anderen sind schuld

-Unzufriedenheit im Job

Zusammenfassung der Zusammenfassung: Du kritisierst sehr viel und ausschließlich.

Deshalb meine Fragen: Warum bist Du mit diesem Mann zusammen? Wenn er tatsächlich so ein schlechter Mensch ist, wie Du schreibst, warum trennst Du Dich nicht von ihm?

Das sind ehrlich gemeinte Fragen mit der Bitte um Antwort.

@:)

sFpoo/ky!7x9


Danke für eure Antworten,

es geht mir hier nicht darum an meinem Mann rumzudiagnostizieren oder in ihm leichtfertig eine Depression anzuhängen.

Ich habe lediglich gefragt ob es nicht auch sein könnte.

Du kritisierst sehr viel und ausschließlich.

ja weil es mir um die Punkte geht die mir hinsichtlich Depressionen aufgefallen sind.

Warum bist Du mit diesem Mann zusammen?

weil er auch andere Seiten hat.

Als ich ihn kennengelernt habe war er nicht der Mensch der er heute ist.

Wenn er tatsächlich so ein schlechter Mensch ist, wie Du schreibst, warum trennst Du Dich nicht von ihm?

Wieso gehst du davon aus das ich denke das er ein schlechter Mensch ist?

Es ist doch eher so das ich eben nicht glaube das er ein schlechter Mensch ist, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann

das ein Mensch von Natur aus so ist.

Es kann natürlich auch sein das es so ist, aber dann hab ich ihm das nicht grundsätzlich unterstellt, sondern ich war einfach nur blöd.

Aber eigentlich glaube ich das er ein herzensguter Mensch ist, das hat er ja auch sehr oft gezeigt,momentan ist es aber nicht da.

Und er wirkt auf mich eher resigniert und hoffnungslos.

S|even.onf.Ninxe


-Desinteresse an allem (mittlerweile zieht er sich auch von Freunden zurück,seine Gitarre hat er seit Jahren nicht mehr angerührt)

-hohes Schlafbedürfniss

-keine Eigenverantwortung

-Wutausbrüche /oft schlechte Laune/Reizbar

-alle anderen sind schuld

-Unzufriedenheit im Job

Hinter all dies würde ich jetzt gern 'Ursache: Kiffen' schreiben......... :-/

Hat er denn irgend welche Hilfe/Therapie? Oder glaubt er tatsächlich, nach 2,5 Monaten 'ohne' ist die Welt wieder in Ordnung?

sMpo'okyx79


Hat er denn irgend welche Hilfe/Therapie? Oder glaubt er tatsächlich, nach 2,5 Monaten 'ohne' ist die Welt wieder in Ordnung?

Nein hat er nicht.

gern 'Ursache: Kiffen' schreiben..

ok ,ich aber bin der Meinung das man eben nur kifft oder allgemein Drogen nimmt um Problemen aus dem Weg zu gehen.

m2ond+|sltexrne


Vielen Dank erstmal für Deine Antworten. @:)

Wieso gehst du davon aus das ich denke das er ein schlechter Mensch ist?

Ok, er ist ein guter Mensch, und er ist gerade in einer schlechten/negativen Phase. So?

Jetzt kann man sich fragen, was genau das für eine Phase ist. Du hattest im Titel eine Vermutung geäußert. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie zutrifft.

Ich habe auch noch eine andere Vermutung, die ich an dieser Stelle äußern möchte. Ich könnte mir vorstellen, ihr habt in Eurer Beziehung einen Weg eingeschlagen, der Euch beiden nicht gut tut.

Wie siehst Du das? Könnte da etwas dran sein?

L8ich7tAmHor(izont


Menschen, die sich nur als Opfer sehen, haben ein grundsätzliches Problem. Ob das Symptom einer Depression ist, kann ich nicht sagen - das Gefühl, Opfer zu sein, kann eine solche aber sicherlich auslösen oder begünstigen.

Frag ihn doch mal, was Du oder seine Umwelt tun müsste(st), damit es ihm besser geht. (Wenn er sich als Opfer sieht, dürfte er ja die Erwartung haben, dass der entscheidende Schritt zur Verbesserung von außen kommen muss.) Nicht, weil Du das, was er dann sagt, auch tun sollst - einfach nur mal so um zu sehen, ob er selbst denn auch irgendetwas zu tun gedenkt.

Dass Du darüber nachdenkst, Dich zu trennen, kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen. Du kannst Deinen Mann nicht zum Umdenken zwingen. Und Du musst an Dich und an die Kinder denken.

s$pookGy79


Jetzt kann man sich fragen, was genau das für eine Phase ist. Du hattest im Titel eine Vermutung geäußert. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie zutrifft.

Also ich würde jetzt auch nicht sagen das es eine handfeste Depression wäre,aber ich denke der Weg dahin wäre dann bestimmt nicht mehr weit.

Ich könnte mir vorstellen, ihr habt in Eurer Beziehung einen Weg eingeschlagen, der Euch beiden nicht gut tut.

Meinst du damit jetzt unsere Lebensvorstellung,Pläne etc.

Oder den Umgang mit den Gegebenheiten?

Frag ihn doch mal, was Du oder seine Umwelt tun müsste(st), damit es ihm besser geht.

hab ich, aber er wußte keine Antwort, seine Antwort ist immer Geld.

Ich kann nix tun. Mehr als arbeiten gehen, mich um alles andere zu kümmern,ihn zu unterstützen und zu lieben kann ich nicht.

Und mittleweile hab ich auch festgestellt, das da ein großes Ungleichgewicht ist in unserer Ehe.

Ich bin momentan nicht mehr bereit nur zu geben.

T3his Twi0ligbht G%ardexn


Klar kann es sein, dass er ne Depression hat.

Mein Mann hat mittel/schwere Depressive Episoden. Und JA, er kann problemlos 12 std schlafen und ist immernoch den ganzen Tag wie gerädert. Leider. Das ist extrem nervig für ihn, mich und unsere Kinder :-(

Aber ich lese hier: hohes Schlafbedürfniss, lese aber dass er ab 21h kifft und dann später schläft. Wieviele Std schläft er denn in 24 std?

Frag ihn doch mal, ob er innerlich Freude/Spaß empfinden kann.

svpoozky79


lese aber dass er ab 21h kifft

nein ich meinte ab spätestens 21.00 schläft er,manchmal auch eher. Aufstehen so gg. 7.00.

Am Wochenende schläft er oft noch nachmittags.

Also durchschnittlich 10-13h

a]ug2?33


Wie körperlich abgebaut ist ein Mann unter 50 Jahre, wenn er täglich mehr als 8 Stunden Schlaf braucht? Kiffen scheint eine Belanglosigkeit zu sein. Es hat den Körper ruiniert und nun ist dieser Körper vermutlich bereits 60, 70 oder noch mehr Jahre alt.

Geld ist zwar ein notwendiges Tauschmittel, aber es löst kein Problem. Wenn ihr morgen ohne Schulden wärt, dann änderte sich vermutlich nichts; gar nichts! Im Gegenteil, die Probleme wären für ihn größer, weil es die Ausrede "kein Geld, Schulden" nicht mehr gibt.

LJic.ht:AmHoDrizonxt


@ spooky79

Frag ihn doch mal, was Du oder seine Umwelt tun müsste(st), damit es ihm besser geht.

hab ich, aber er wußte keine Antwort, seine Antwort ist immer Geld.

Und das soll vom Himmel fallen? Oder was stellt er sich vorher, woher das Geld kommen soll?

Mehr als arbeiten gehen, mich um alles andere zu kümmern,ihn zu unterstützen und zu lieben kann ich nicht.

Sehe ich ebenso.

Ich bin momentan nicht mehr bereit nur zu geben.

Verstehe ich.

Weiß er von Deinen Trennungsgedanken? Wenn ja, wie reagiert er darauf?

L}ic_htAmHkorizonxt


Wenn ihr morgen ohne Schulden wärt, dann änderte sich vermutlich nichts; gar nichts! Im Gegenteil, die Probleme wären für ihn größer, weil es die Ausrede "kein Geld, Schulden" nicht mehr gibt.

(aug233)

Das unterschreibe ich jetzt einfach mal so.

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