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Die Depression "gehen lassen"?

seuCnsewt_20x15 hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr,

ich leide seit vielen Jahren an Depressionen und hatte erst Anfang des Jahres die letzte große Krise mit Suizidgedanken usw..

Nun bin ich seit ca. drei Monaten auf andere Medikamente eingestellt und mir geht schon deutlich besser.

Und nun kommt "das Problem": ich denke seit ein paar Tagen, dass ich die Depression "nicht gehen lassen kann". Ich versuche es zu erklären:

Ich lag zuletzt immer bis nachmittags im Bett (krankgeschrieben), weil ich keinen Antrieb hatte aufzustehen, weil ich alles sinnlos fand, weil ich körperlich müde und schlapp war, weil ich eh nur noch sterben wollte.

Nun, mit den Tabletten, ist es meist anders. Ich bin recht früh wach und mir ist nicht nach weiterschlafen, ich fühle mich morgens körperlich meist fit. Ich möchte Dinge erledigen, würde gern dies und das machen oder mal hier und da hinfahren, also kurzum, ich möchte sogar aktiv sein.

Allerdings versuche ich krampfhaft, wieder einzuschlafen, stehe oft nicht auf und meine, doch noch eine Stunde besser liegenzubleiben, usw..

Ich ärgere mich irgendwie über mein Verhalten und nu kam mir der Gedanke an eine Frage meiner ehemaligen Therapeutin: "Möchten Sie die Depression überhaupt gehen lassen?"

Und ich dachte, ja klar, natürlich!!!

Und nu frage ich mich, ob das das Problem gerade ist - die Depression wegzuschieben, klar zu sein, dass ich ohne sie leben will, den Schritt ohne sie zu wagen und versuchen, ohne sie zu leben?!?

Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine, ich kann es einfach nicht besser erklären. |-o

Antworten
SW. wailliEsii


Ich nehm an mindestens einige Depressionen sind eine gewisse Schutzreaktionen auf Dinge im Leben die einem nicht gut tun, überfordern oder dergleichen. Falls das bei dir so ist und du jetzt ne Besserung durch Medikamentierung hast, der oder die Auslöser aber immer noch da sind wär das eine Erklärung und die Lösung naheliegend.

Ein generelles Festhalten der Depries, bzw. dem Deprieverhalten, könnt's aber schon auch sein, da wär dann hilfreich rauszufinden was genau dir am aktiven Leben Angst macht. Ich schätze oft hat das mit ner Verweigerung von/Angst vor Selbstverantwortung zu tun.

Kontrollfreakigkeit wär auch eine Möglichkeit - sich von der Welt zurückzuziehen und im Bett zu verstecken bietet verführerische Übersichtlichkeit dessen was so alles passiert im Leben. Will man Aktivsein-Impulsen nachgehen besteht dagegen die unerfreuliche Möglichkeit dass die die Dinge ja auch anders laufen könnten als man sich das vorstellt.

würde gern dies und das machen oder mal hier und da hinfahren

zumindest mir geht's so dass ausufernde Vorstellung was man denn alles machen möchte eher begrenzt hilfreich sind, bietet ziemliches Prokrastinationspotential. Und wenn da größere Differenzen zwischen der Vorstellerei und dem was man dann durchzieht bestehen verliert man vielleicht sich selbst gegenüber an Glaubwürdigkeit. Das ließe sich vielleicht mit einer möglichst zwanglosen und unverbindlichen Einstellung gegenüber solchen Vorstellungen/Will-ich-machen-Wünschen vermeiden, aber das eigene Handeln einfach und so spontan es geht mit tatsächlich vorhanden Impulsen zu lenken ist für mich persönlich sehr viel einfacher, druckloser, kostet kaum bis keine Überwindung usw... Ich stell mir natürlich auch mal Dinge vor die ich machen könnte aber das dient mir dann, statt als To-do-Liste, eher als evtl-mal-machen und ab da gefolgt von einem recht hintergründigen drauf achten wann oder ob überhaupt sich da noch ein konkreter Impuls zur Vorstellung dazugesellt. Ob das für dich auch sinnvoll wäre weiß ich aber natürlich nicht.

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