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Wie soll es weitergehen?

K=oppNvoXll hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich, 20 Jahre jung, männlich aus Österreich, arbeite seit 01.03.2016 in einer Kanzlei. Anfangs war alles gut, durch den Tod meines "Stief"Opas verschlechterte sich meine Arbeit ein wenig. Ich machte Fehler, wurde dafür von meiner Chefin gerügt. Habe mich zusammengerissen und wurde wegen Kleinigkeiten immer mehr gerügt... Die Chefin bestellt mich wöchentlich zu ihr und macht mich runter... "Merkst du dir Sachen etwa nur 1 Sekunde?".... "Mach mal deine Augen auf!".... "Du bist ja schlechter als mein Neffe, der könnte das besser".

Diese Aussagen verletzen mich sehr, da ich eigentlich alles richtig machen will. Doch durch die dauernden Rügen mache ich nur noch mehr Fehler... Zunehmend ging es mir schlechter... Ich bekam Schlaftstörungen und jeden morgen wachte ich mit einem flauen Magen auf, der sich dann bis zum Arbeitsbeginn in richtige Krämpfe entwickelte. Angekommen dort war meine Laune auf 0 und ich weiß einfach nicht wie ich den Tag rüberbringen soll. Abends habe ich ein "normales" Leben, ich erfreue mich teilweise noch an meinem Hobby doch immer mehr verliere ich auch daran die Lust und würde einfach liebend gerne weg... Sei es Tod zu sein oder einfach nur für eine Zeit raus aus allem.

Meine Eltern "zwingen" mich dazu die Arbeit weiterzumachen, da ich im September die Matura beginne suche ich mir einen Halbtagsjob, doch meine Eltern wollen unbedingt, dass ich hier weiter arbeite. Ich habe schon von den Problemen mit meiner Chefin erzählt, doch meine Eltern sagen nur "Jeder hat mal einen schlechten Tag, wir machen das schon X-Jahre so"... Wenn ich gefragt werde, wie ich es hatte, sage ich einfach nur "Ging schon" und hoffe sie haken nicht weiter nach. Ich kann mich ihnen nicht anvertrauen.... Ich will es auch nicht, da ich mich für mein "Problem" schäme...

Ich habe jetzt ohne das Wissen meiner Eltern die Kündigung eingereicht und werde per 31.08.2016 die Arbeit verlassen. Leider spitzt sich die Situation immer mehr zu, meine Chefin macht mich schon vor den Kunden schlecht "Der ist immer Krank..." (Ich war in den letzten 3 Monaten, 3 Tage Krank) und ich mache immer mehr Fehler...

Oft habe ich schon darüber nachgedacht einfach abzuhauen, alles hinter mir zu lassen und einfach mal auszusteigen für einige Monate... Ich bin momentan nervlich am Ende (hört sich bestimmt lächerlich an, diese Probleme nehmen mich sehr mit, aber andere, wie meine Eltern, meistern diese einfach so...) und weiß nicht weiter...

Ich werde zu 99% auch ein schlechtes (bzw. befriedigendes) Arbeitszeugnis erhalten... Was mich noch mehr deprimiert, da dies meine ganze Zukunft versaut...

Ich fühle mich leer, Traurig... Selbst die kleinsten Dinge könnten mich in Tränen ausbrechen lassen (ich verhalte es natürlich immer...)

Was wäre euer Rat für mich? Ich weiß, so kann es nicht weitergehen, ich harre in dieser Situation schon lange aus und es wird einfach nicht besser.... Ich schäme mich jedoch mit jemandem darüber zu reden, als 20 Jähriger sollte man sowas doch nicht haben und mit solch einer Situation eigentlich klar kommen??

Ich hoffe ihr könnt mir Helfen und hoffe ihr nehmt mich Ernst...

Antworten
K`ooppgvoll


Kurzer Nachtrag:

An Wochenenden kann ich problemlos schlafen, wache nachts nicht auf und stehe auch ohne Magenkrämpfe auf... Anfangen tun die Schlafstörungen Sonntags... Wobei bereits Sonntagsabends die Magenkrämpfe anfangen...

Coomr|aMn


Ich habe jetzt ohne das Wissen meiner Eltern die Kündigung eingereicht und werde per 31.08.2016 die Arbeit verlassen.

Ein Schritt in die richtige Richtung :-D

Das Arbeitszeugnis würde ich nicht so ernst nehmen, mit der Matura wirst du ja auch einen neuen Start ins Berufsleben haben. Aber mit 20 sollte man sich von den Eltern nicht so rumkommandieren lassen. :)^

F1aSo`La


Ich sehe es wie Comran. Das Arbeitszeugnis ist schnurz, da du die Matura angehst.

Und mit 20 bist du echt alt genug, um deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Es ist ja dein Leben. Von daher erscheint mir die Kündigung der richtige Schritt zu sein. Zumal du die Belastung ja auch schon körperlich spürst.

Oft habe ich schon darüber nachgedacht einfach abzuhauen, alles hinter mir zu lassen und einfach mal auszusteigen für einige Monate... Ich bin momentan nervlich am Ende (hört sich bestimmt lächerlich an, diese Probleme nehmen mich sehr mit, aber andere, wie meine Eltern, meistern diese einfach so...) und weiß nicht weiter...

Könntest du mit deiner Chefin einen früheren Austritt verhandeln und dann die Zeit bis September dafür nutzen?! Ansonsten würde ich erwägen mich krankschreiben zu lassen. Ist zwar nicht die feine Art, aber wenn dich deine Chefin zunehmend schikaniert und du in ihren Augen ohnehin immer krank bist... Nur reisen würde ich dann eher nicht, zumindest nicht so weit

Ich habe schon von den Problemen mit meiner Chefin erzählt, doch meine Eltern sagen nur "Jeder hat mal einen schlechten Tag, wir machen das schon X-Jahre so"...

Da schwingt so viel Frust und Schicksalsergebenheit mit. Und die Haltung, dass es dir ja nicht besser gehen muss als ihnen, weil sie aus ihrem Hamsterrad nicht raus können oder wollen.

Albert Schweitzer hat mal gesagt, dass wir mehr Mühe darauf verwenden, unsere Kinder an den Weg anzupassen als den Weg an unsere Kinder. Deine Eltern scheinen zur ersten Kategorie zu gehören.

CFinn{amon4


Albert Schweitzer hat mal gesagt, dass wir mehr Mühe darauf verwenden, unsere Kinder an den Weg anzupassen als den Weg an unsere Kinder.

Der Satz ist toll :)^ ! Kannte ich noch nicht.

Ja, lieber TE, ich denke auch, dass du auf dich selbst und deine Bedürfnisse hören solltest. Du hast ein Recht darauf, es besser zu haben, besser zu machen als deine Eltern. Nimm es dir :)z ! Es ist auch überhaupt nicht lächerlich, dass du Beschwerden hast. Du solltest diese ganz im Gegenteil ernst nehmen! Man lebt nur 1 Mal (soweit man es wissen kann) und dieses Leben sollte nicht aus Sorgen und Qualen bestehen, zumindest nicht, wenn es sich vermeiden lässt.

K%oppvoxll


Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für eure Antworten!

Ja ich weiß, mit 20 sollte man eher selbstständig sein, allerdings wohne ich noch zu Hause bei meinen Eltern und finde einfach, dass ich dann schon noch nach ihrer Pfeife zu tanzen habe, schließlich "lebe" ich auf ihre Kosten.... (Was Wohnen anbelangt, den Rest zahle ich natürlich selbst)

Albert Schweitzer hat mal gesagt, dass wir mehr Mühe darauf verwenden, unsere Kinder an den Weg anzupassen als den Weg an unsere Kinder.

Diesen Satz finde ich toll!

Könntest du mit deiner Chefin einen früheren Austritt verhandeln und dann die Zeit bis September dafür nutzen?!

Nein, leider, sie wollte mich nicht mal per 31.08. gehen lassen, da sie behauptet ich hätte 1 Jahr zugesagt und daher kein Recht zu kündigen... Habe mich da aber bereits informiert und ohne schriftliche Vereinbarung kann sie da nichts machen (ich habe nicht einmal einen Arbeitsvertrag unterschrieben)

Eine blöde Frage hätte ich noch, ob diese hierhei passt weiß ich nicht, aber ich nehme seit Beginn der Arbeit auf unerklärliche Weise ab. Ich war deshalb beim Arzt, dieser hat mich aber wieder weggeschickt und meinte das wäre normal.

Ich hab binnen 3 Monaten (von März auf Juni) 25 KG Körpergewicht verloren, habe dann auf eine Größe von 1m90 75kg gewogen, Juni auf Juli hielt ich die 75kg und jetzt habe ich von 05.07.2016 auf 19.07.2016 weitere 5kg verloren... Der Appetit ist zwar nichtmehr so ausgewogen, wie wo ich 90kg wog, allerdings esse ich wirklich viel (und auch nicht immer gesund, Döner ist da schonmal drin) aber die Kilos purzeln weiter.

Kann das von meinen psychischen Problemen kommen? Meine Eltern machen sich schon sorgen, dass ich Bulimie habe... Und ich ehrlich gesagt, mache mir auch Gedanken wieso das so ist, zumal auf eine Größe von 1m90 70kg nicht sonderlich schön aussehen...

Meine Hausärztin hat mich eben mit diesem Problem wieder verschickt, ich solle mehr essen und das wäre normal, dass die Kilos mal purzeln...

Wie soll ich meine Hausärztin auf meine psychischen Probleme ansprechen? Es ist nicht die feine englische Art, aber das Arbeiten hier zerstört mich so, dass ich morgens kaum aus dem Bett will und in der Nacht immer aufwache (teils Alpträume [die meistens von der Arbeit handeln, wenn ich mal wieder "eins auf den Deckel" bekomme], teils Magenkrämpfe)

Gesund fühle ich mich nicht wirklich...

Ich bedanke mich jedenfalls bei euch, dass ihr die Zeit genommen hat meine Texte zu lesen und mir versucht zu helfen. Es ist schön, wenigstens in der Anonymität des Internets, mal rumzuheulen und man gehört wird... DANKE

a\n_rxe


Du hast psychische Probleme dein Körper zeigt es dir ja deutlich. Vor allem das runtermachen bei deiner Arbeitsstelle schadet dir enorm. Nimm diese Ernst und mach ne Auszeit. Das wirkt oft wunder. Scheiss auf das Zeugnis.

K:oppvxoll


Da ich mittlerweile kein Vertrauen mehr in meine Hausärztin habe, soll ich lieber direkt einen Termin mit einem Psychiater (oder Psychologe??) ausmachen? Oder muss ich zuerst zur Hausärztin um mir eine Überweisung zu holen (Sofern sie mir diese denn gibt und mich nicht nur wieder verschickt..)

FMaSowLa


Du könntest einerseits den Hausarzt wechseln. Und unabhängig davon dich an einen Psychotherapeuten wenden (Psychiater geben Medis, Psychologen dürfen nur mit Therapeutenausbildung therapieren). Einfach Telefonbuch abtelefonieren oder schauen, ob ihr eine Datenbank mit Adressen vor Ort habt (in manchen Städten gibt es Therapeuten-Datenbanken).

Die Abnahme kann sehr gut durch die psychische Belastung herrühren. Ich würde dir empfehlen, dir einen neuen Hausarzt zu suchen, alle Symptome aufzuschreiben (damit du ihm alles schildern kannst, auch falls du aufgeregt bist) und darum zu bitten, dass er dich krank schreibt. Wenn du da nicht mehr arbeitest, geht es dir sicher schnell wieder besser, deshalb brauchst du aus meiner Sicht erstmal keine Therapie.

Und besteht die Chance bei deinen Eltern auszuziehen? In irgendeine kleine, günstige Butze - Hauptsache raus.

Kuo}ppvo|ll


Du könntest einerseits den Hausarzt wechseln.

Ja, das werde ich aufjedenfall tun... Hoffe ich finde einen geeigneten, der meine Probleme auch ernst nehmen möchte...

Werde jetzt, wie du mir geraten hast, einen Termin bei einem anderen Arzt vereinbaren und mit diesem mal sprechen, ich hoffe er verschreibt mir nicht nur Medikamente und schickt mich weiter arbeiten... Ich würde zwar gerne Arbeiten doch auch in den letzten Tagen hat sich die Situation nicht gebessert und ich zehre nun wirklich langsam von meinen Reserven... Ich hoffe ich kriege das wieder in den Griff. Ab September heißt es erstmal Matura machen und nebenbei einen Halbtagsjob suchen, ich denke und hoffe, dass ich die Zeit sinnvoll nutzen kann um meine Situation zu bessern...

Leider wird das mit dem ausziehen nicht so leicht realisierbar... Da ich für die Matura schon knapp 5.000 EUR vorlegen muss und mein Einkommen auch wegfällt, werde ich mir eine Bruchbude auf Erspartem nicht auf lange Zeit leisten können. Ich könnte vorerst bei einem Kumpel unterkommen hat er gemeint, aber ich denke, dass das auch keine Lösung sein wird.

Ich danke euch allen für eure Hilfe!

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