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Sozialphobie

aGlfrpedalJfrxed hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich leide nun schon 5,5 Jahre an einer Sozialphobie. Würde mich gerne mit gleichgesinnten austauschen, da ich mir denke, dass man so gemeinsam einen Weg aus der Angst finden kann. Habe schon vieles probiert, aber nichts hat geholfen und ich habe keine Lust mehr mit dieser schrecklichen Krankheit zu leben. Eine Psychotherapie hat auch nichts gebracht. Freue mich auf eure Nachrichten.

Antworten
w(eihnavchtsNste-rnchxen3


So gar nicht? Was hast du denn sonst so alles probiert?

Läuft das mit klassischer Konfrontationstherapie und allmählicher Routine so gar nicht bei dir? @:)

azlf1redalfCred


Hypnose hab ich öfters probiert, hilft so gut wie gar nicht. Was die Symptome vollkommend lindert ist hoher Alkoholkonsum, was aber nicht gerade das Gesündeste ist. Will aber wieder so sein wie ich früher einmal war.

aaug2x33


Beschreib doch mal typische Beispiele deiner Phobie. Vielleicht auch, wie es in vergleichbaren Fällen früher war.

F^erxi


eine Therapie reicht meist nicht, schon gar nicht wenn du selbst sagst sie hat nichts gebracht.

Mehrere Therapien sind normal, vorallem auch den Therapeuten wechseln, wenn es nicht gut war.

Selbsthilfegruppen.

Andere Anlaufstellen.

Eine gute Sache ist klopftherapie.

Da kannst du deine Phobien klopfen.

Ist auf youtube erklärt.

Klopftherapie wird im angloamerikanischen Raum bereits in Kliniken angewendet.

F0eri


Eine Alkoholiker Gruppe ist vielleicht auch was für dich, wenn du von hohem Alkoholkonsum sprichst.

Das ist ein dann ein Suchtproblem auch.

Die haben da sehr viel Wissen.

Man brauch da nicht seinen Namen zu nennen.

ANBCx01


Hallo alfredalfred,

sehr traurig. Das Problem sind falsche emotionale Verknüpfungen (Angst) mit sozialen Situationen. Der Mensch kann so etwas lernen. Ein echter möglicher Ausweg, da er alleine am Computer (ohne soziale Situation mit anderen) versucht werden kann. Sammle Bilder aus dem Internet von den Situationen die bei Dir die Probleme erzeugen. Positive Bilder, wo man sich gut fühlen sollte. Keinen wirklichen Horor. Nimm einen Bildbetrachter wie irvanView. Mache eine Diashow (oder von Hand der Reihe nach durchklicken) und schaue Dir das immer wieder an. Schon der Gedanke, das anzusehen wird Dir wahrscheinlich schon wehtun. Jetzt kommt das emotionale Training. Du versuchst die Situationen positiv innerlich in Dich, deinen Körper aufzunehmen und mit den richtigen positiven Gefühlen neu zu verbinden. Bisher sicherlich für Dich absolut abstoßend mit einem unguten Hintergrundgefühl. Abstoßung ist generell die falsche Richtung. Korrekt ist, dass man innerlich ein gutes Gefühl (ehr hingezogen) hat, wenn die Situation für "normale" Menschen schön oder gut ist. Das wird Dir vielleicht nicht leicht fallen, da so genau hinzusehen. Du versuchst Dir das richtige Gefühl vorzustellen. Beispiel: Wer sich vor stinkendem Käse ekelt (esse ich auch nicht) muss diesen nun lecker finden wenn er das Bild davon sieht und versuchen genau dieses Gefühl dabei zu empfinden. Vorstellen, den Käse in sich aufnehmen, der Genuss und vor allem runterschlucken (Problem das runterzubringen). Angenehmer Duft .. Das Ganze "aufnehmen" wird verstärkt wenn Du dabei tief einathmest. Das kann eine Reihe längerer Sitzungen benötigen über einige Zeit bis sich was verbessert und das Szenario erträglicher wird. Der entscheidene Moment kommt, wenn sich das alte Hintergrundgefühl abschaltet. Das kann ein einziger Moment sein. Das ist genauso, wie wenn einem entfällt was man sagen wollte. Beim Reden eine kurze Verwirrung im Kopf. Man überlegt was los ist und bemerkt, dass man nicht mehr weiss was man sagen wollte. Etwas ist plötzlich weg. Bei der Abschaltung des alten Hintergrungefühls das Gleiche. Ein kurzer Moment der Verwirrung im Kopf. Man übelegt, was ist passiert. Das alte Gefühl ist weg. Dann weitertrainieren. Gute soziale Situationen sollen gute Gefühle erzeugen. Das muss auch erst verknüpft werden und durch wiederholen verstärkt werden.

Falls Du die Phobie erworben hast, weil einiges im sozialen Umgang früher nicht so richtig funktioniert hat muss das natürlich irgendwie auch verbessert werden. Generell loswerden kann man die Phobie wenn er gelingt die unangenehmen Begleitgefühle (z.B. Angst) im Hintergrund wieder abzuschalten, wie beschrieben. Mich würde interessieren, wie die Sicht und vielleicht auch Erfahrungen zu meiner Methode dann sind.

Grüße

ABC01

und Dir Stück für Stück die

a[lfre dalxfred


Dankeschön für den tipp, werde ich aufjedenfall probieren. Bin halt richtig angespannt, wenn ich direkt im Mittelpunkt stehe (bei Referaten) oder wenn ich z.B mit einer Autoritätsperson mich unterhalte, oder mit einer Person streiten muss. In einer vollen Ubahn, wo ich nicht im Mittelpunkt stehe, bzw nicht sprechen muss habe ich keine Probleme. Die Angst/Anspannung/Panik kommt dann bei mir hoch und meine Wangenmuskeln verkrampfen sich. Das ist ein richtig unangenehmes gefühl, dem ich am liebsten entrinnen würde. Vor dieser Krankheit war ich ein selbstbewusster Mensch, hab sogar freiwillig Referate gehalten oder habe mich freiwillig in den Mittelpunkt gestellt. Ich vermute, dass diese Krankheit bei mir durch zu viel Stress entstanden ist. Habe mir 2013 3 monate im sommer freigenommen, da ich da einfach zu gestresst war und nicht mehr konnte und habe danach keine Symptome mehr gehabt. Erst nach einem halben jahr kamen diese wieder langsam zurück. Werde, wenn ich die Krankheit nicht parallel zur Arbeit besiegen kann, nächsten Sommer mir wieder eine ca 3monatige Auszeit nehmen und dann darauf achten, dass die Krankheit nie mehr wiederkommt, evtl auch durch Entspannungsübungen. Dennoch währe es mir am liebsten, wenn ich die Krankheit neben der Arbeit besiegen könnte, da mein jetziger Arbeitsplatz stressfrei ist, aber dennoch habe ich die Symptome. Übrigens zu meinem Alkoholkonsum, ich trinke ca 2 mal im Monat Alkohol und nur in gesellschaft, oder kurz davor. Alleine trinke ich nie Alkohol, da er mir nicht schmeckt und Entzugserscheinungen habe ich auch keine.

ARBC0x1


Hallo alfredalfred,

ich würde es nicht direkt als Krankheit bezeichnen. Das ist fälschlich "erlernt". Stell Dir vor Du magst Hunde. Wenn Du einen niedlichen siehst versuchst Du Ihn zu streicheln. Du hast kein blödes Gefühl dabei. Nun attakiert Dich plötzlich einer dieser Hunde und greift Dich an. Seit dem Tag hast Du ein unangenehmes Hintergrundgefühl wenn Du einem Hund näher kommst. Wie bei einem wilden Tier auch. Das ist ein Warnsignal das in bestimmten gefährlichen Situation automatisch kommt und dich bremst zu nahe an die Gefahr zu gehen. Dein Gehirn hat das Signal aber leider jetzt mit einer Situation verknüpft wo Du es gar nicht möchtest. So ist es Dir bei Deiner Phobie auch ergangen. Alles ist mit Gefühlen verknüpft. Du siehst eine bestimmte Person und freust Dich diese zu treffen. Bei Dir sind nun ein bestimmter Typ Personen fälschlicherweise mit einem Alarmsignal oder Fluchtsignal verknüpft. Es kann sein dass Du Dir im Vorfeld eines Vortrags einmal zuviele Gedanken (extreme Ängste) gemacht hast oder auch schlechte Erfahrungen. Ich würde es direkt als falsche Verknüpfung (falsches Gefühl auslösen) in diesen Situationen bezeichnen, das da nicht da sein darf. Ein paar Nervenbahnen. Neuronale Netze falsch verdrahtet (erlernt) an der Stelle. Diese Verknüpfung muss man nun wieder verlieren. Dann ist auch das Gefühl weg. Direkt abgeschaltet. Ich vermute mal, dass es auch kein Medikament gibt, dass eine spezielle Verschaltung verändern kann. Das geht vielleicht nur durch eine Art Training oder neue Erfahrungen. Das Gehirn verändert sich ja auch dabei.

Noch ein Punkt. Jeder Mensch sollte in seiner Kindheit zu dem Ergebnis kommen, dass er ok ist und die anderen Menschen auch ok sind. Das nennt man "Bindung" oder das Vertauen im menschlichen Umgang. Dann hat man später keine speziellen Probleme im Leben im Umgang mit anderen. Geht da etwas schief und man kommt zu dem Ergebnis dass man selber oder die anderen nicht ok sind, tritt man anderen Menschen unsicher oder distanzierter gegenüber. Man hat z.B. auch Probleme sich auf Beziehungen einzulassen. Auch daher könnte das unangenehme Gefühl im Kontakt kommen. Hier müsstest Du einmal nachdenken, wie Deine Kindheit verlaufen ist und wie es mit Deinen Eltern geklappt hat. Das ist ein eigenes Thema, das jeder für sich einmal abklären sollte im Leben, ob es sozusagen Erziehungsschäden abbekommen hat, und welche. Das zieht sich durch das ganze Leben.

Grüße

ABC01

bJärf8x3


ich denke, ein gesundes Maß dieser Angst ist völlig normal. Das sagte mir mal ein Psychologe aus meinem Bekanntenkreis. Ich möchte diese Angst nicht relativieren, aber viele Menschen haben ein gewisses Maß an Distanz zu fremden Menschen. Man sollte also versuchen, ein Mittelmaß zu finden. Ein gesundes Mittelmaß ist im Leben enorm wichtig. Soll heißen: sich nicht völlig von Menschen abkapseln aber auch nicht dauernd unter Menschen gehen. Distanzloses Verhalten kommt übrigens auch bei vielen psychischen Störungen vor. Jeder braucht auch mal Abstand von sozialer Interaktion. Andere Menschen können ja auch Kraft kosten und anstrengend sein, je nach Charakter. Nicht umsonst gibt es Begriffe wie Sympathie und Antipathie. Wenn sich alle Menschen verstehen würden, gäbe es keine Kriege, Auseinandersetzungen, Streitigkeiten auf der Welt. Und was mir noch dazu einfällt: wenn es diese Angst überhaupt nicht gäbe, so würde sich niemand an Verkehrsregeln halten, alle würden ihr Geschäft auf der Straße verrichten, im Sommer nackt herumlaufen vor fremden laut rülpsen usw. Also wie gesagt, versuche deine Angst auf dieses normale Maß herunterzubekommen..

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