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Selfmade Gehirnwäsche

Alias 726694 hat die Diskussion gestartet


Mir fiel in meinem Freundeskreis auf, dass unsere Denkstrukturen in bestimmten Punkten identisch sind. Wir alle sortieren Frauen nach einem primitiven Schema, nämlich "die würde ich nehmen" und "die nicht". Dabei kennen wir die Frauen nicht einmal, es geht um fremde Damen auf der Straße - die Frage steht also überhaupt nicht zur Debatte. Dennoch halten wir unsere normalen Unterhaltungen an und klären kurz diese Frage, danach wird weiter kommuniziert. Natürlich machen wir das nicht bei jeder Frau die wir sehen, aber dennoch bei einem Großteil.

Uns fiel auch auf, dass wir schon seit der Pubertät so primitiv selektieren. Damals wurde die Bravo (Jugenzeitschrift) zb. durchgeblättert und sich auf fast jeder Seite die Schönste herausgepickt und bewertet, wir waren da gerade mal 10 oder 11 Jahre alt, mittlerweile bin ich 32.

Nun habe ich ein paar Wochen auf mein Verhalten geachtet und ich kanns nicht abstellen. Es geht eine Zeit lang, aber irgendwann sieht man eine Frau die einem wirklich sehr gefällt und schon denkt man wieder daran. Ich bin da sicher kein Einzelfall, vielleicht können das Männer bestätigen.

Diese Gedanken bringen mir absolut gar nichts und doch mache ich sie mir seit Jahren schon. Es ist verschwendete Lebenszeit aus meiner Sicht, ich habe meine Frau, ich bin mehr als glücklich mit ihr, ich brauche nie wieder eine andere.


Bei den Mädels aus meinem Freundeskreis hingegen, geht es darum Aufmerksamkeit zu erhaschen, es wird so viel Wert darauf gelegt gut anzukommen, sei es in erste Linie mit ihren Auftreten, mit Problemen oder Tätigkeiten, sie lieben es wenn man ihnen zuhört, sie sind permanent am kommunizieren, Stille scheint für sie unerträglich zu sein.

Wir haben es schon ausprobiert, ein Freund von mir hat sich einfach nur für eine Frau interessiert, also sie ausschließlich systematisch ausgefragt und ihr gefiel es so sehr, dass sie sich verliebte - das war auch kein Einzelfall.


Es gibt sicher noch weitere Denkstrukturen, in denen wir uns alle ähneln und die alle absolut nichtig für unser oder das Leben der anderen ist.

Ich würde gerne aufhören so zu denken, aber es funktioniert nicht lang. Kann ich mir durch Tricks selber eine Gehirnwäsche verpassen, ich möchte nicht irgendeine Frau sehen und mir denken "boah, geil die würde ich bla bla"

Antworten
PPlüschb`ixest


Und das muss man anonym fragen?

CPomrxan


Vielleicht liest seine Frau ja hier mit? o:)

TE: liegt es vielleicht an deinem Umfeld, dass das im Freundeskreis und bei den Kumpels laufend thematisiert wird oder dass man glaubt, es gehöre zum guten "Männerton" dazu?

Ich kenne das lediglich von frisch getrennten Singlekumpels, dass sie überall die Augen haben. Von Freunden in festen Beziehungen kenne ich das nicht. Man äußert sich zwar mal anerkennend über das gute Aussehen mancher Dame, aber da ist ja nichts Schlimmes dran. Es geht nicht darum, sich selbst (und den Umstehenden) laufend vorzumachen, dass man sowieso alle haben könnte, weil man ja der tollste ist und eine Riesenauswahl hätte, wenn man wollte. Darauf läuft es ja letztendlich hinaus.

L0ichtAmAHorhizoxnt


Ich sehe keine Notwendigkeit, das zu eliminieren. Wahrscheinlich stammt das noch aus der Steinzeit und entspringt dem naturgegebenen Trieb, sich zu reproduzieren. Und da checkt das Unterbewusstsein eben, mit welcher man es sich vorstellen könnte und mit welcher nicht. Ob man glücklich liiert ist, spielt für die Natur keine Rolle - Hauptsache, das Genmaterial wird ordentlich verbreitet. ;-) Dass man das in der Praxis aus verschiedenen Gründen nicht tut (z.B. weil man ein treuer Mensch ist...), steht auf einem anderen Blatt.

Frauen checken genauso ab. Nur weil eine Frau vergeben ist, heißt es nicht, dass sie nicht auch registriert, welcher fremde Mann sie (optisch) anregt und welcher nicht.

Peytho`nixst


Ich würde gerne aufhören so zu denken, aber es funktioniert nicht lang. Kann ich mir durch Tricks selber eine Gehirnwäsche verpassen, ich möchte nicht irgendeine Frau sehen und mir denken "boah, geil die würde ich bla bla"

Frag einen Psychiater nach einer testosteronmindernden Behandlung. ;-D Ja, es gibt tatsächlich libidosenkende Medikamente. Aber wenn du das so machst, wird er deine Psyche hinterfragen und - wenn du echten Leidensdruck hast - dir ggf. eine Psychotherapie empfehlen. Die medizinischen Behandlungen werden z.B. bei Sexualstraftätern angewendet, denn sie sind ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeit/Gesundheit. Aber diese Männer haben ja vorher echte Probleme mit ihrer Triebkontrolle. Was dann schon schwierig wird: deine Lust und Libido medikamentös deiner Frau gegenüber unverändert zu erhalten, und nur ggü. alle anderen Frauen abzusenken.

"Wir Männer" haben diese "Auge an Lustzentrum"-Überfälle mit 10 oder 11 schon, damit wir dann lange genug Zeit haben, um uns Strategien einfallen zu lassen, wie wir verantwortungsvoll mit unseren Hormonen und dem eigenen Sexualtrieb umgehen. ;-) Und die Erfahrung zu sammeln: Frühling/Sommerzeit = mehr Licht, mehr Sonne, mehr Wärme, die Kleidung wird weniger, die Verlockungen größer. Zum Herbst/Winter nimmt das dann üblich wieder ab. Und jedes Jahr das gleiche. Aber was in Gedanken bleibt, bleibt eben auch dort.

Und mal ehrlich: falls das mit deiner Frau mal nicht mehr so laufen sollte und die Beziehung abkühlt oder sie diese Beziehung beendet, dann ist mann auch wieder froh, dass sich in der eigenen Libido, den eigenen sexuellen Gedanken anderen Frauen gegenüber noch was tut, und dass noch Lust und Erregung in einem hochkommt, anstatt durch Selbstkontrolle diese Gedanken zu 100% für immer und ewig an eine konkrete Frau gekoppelt zu haben, die nun nicht mehr möchte.

Eine "Eigen-Gehirnwäsche" durch Autosuggestion ist, sich in der "zu heißen" Frau einfach mal die eigene Großmutter/Urgroßmutter vorzustellen - wahlweise in Unterwäsche. Brrrr. %:| {:( :-X Geht aber nicht so einfach, weil sexuelle Erregung nur recht schwer mit dem Bewusstsein zu übersteuern ist. Noch schwieriger ist das mit Gerüchen. Da kann man sich mal in die Gehirnstrukturen des Menschen einlesen, in die Verarbeitungszentren und wie die Sinnesorgane daran gekoppelt sind, sehr spannende Materie.

Aus evolutionspsychologischer Sicht machte es schon einen gewissen Sinn, wenn Männer schnell die Gesundheit, Gebärfähigkeit und Nichtschwangerstatus (also sexuelle Attraktivität im Sinne der Fortpflanzung, nicht des Lustgewinns) einer vorbeistreifenden Frau einschätzen konnten. Nur kamen dann noch ein paar zehntausend Jahre kulturelle Entwicklung des Menschen dazu, und in unseren Breiten nur wenige Hundert Jahre Hochkultur. Bücher über Evolutionspsychologie wären damit der zweite spannende Lesetipp für ein Verständnis für diese Gedanken.

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