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Im "falschen" Alter gefangen und große Angst vor Ablehnung

BYela2nnia hat die Diskussion gestartet


Zuerst .... ich bin kein Troll , der nur Aufmerksamkeit will . Ich lese in dem Forum schon lange mit , habe mich bisher aber nicht getraut mich zu registrieren und selbst etwas zu schreiben. Daher weiß ich auch dass "Neulinge" oftmals kritisch "beäugt" werden ... aber ich bin definitiv "echt" und verzweifelt .

Ich bin jetzt 32 Jahre alt, leide seit ca 12 Jahren an verschiedenen psychischen Erkrankungen. Es fing an mit Depressionen , als diese verschwunden ist, folgte eine Angststörung . Als diese dann ebenfalls im Griff war folgte eine Zwangesstörung. EIn sehr schwerer Waschzwang an dem ich bis jetzt leide, und der jeden Tag schlimmer wird, auch wenn ich fast das Gefühl habe es geht nicht mehr schlimmer als es jetzt ist. Nun will ich auf den Zwang hier nicht weiter eingehen, da mich am meisten etwas anderes beschäftigt.

Ich weiß dass ich da noch einen sehr schweren Weg vor mir habe , mein Problem was ich neben den Erkrankungen habe , ist jetzt nochmal ein anderes.

Das ist mir schon sehr unangenehm darüber zu schreiben, aber ich kann ja auch nichts dafür dass ich so fühle :-(

Und zwar habe ich diese ganzen Geschichten seit meinem 20 Lebensjahr , und bei mir ist jede dieser Krankheitsbilder so schwer ins Gewicht gefallen dass ich mich komplett zurückgezogen habe und nur noch in meinen 4 Wänden verbracht habe. Ich habe quasi vom Leben außerhalb nichts mitbekommen, habe meine 20er Jahre völlig verpasst, all das was man normalerweise da so tut.

Und irgendwie bin ich innerlich in dieser Zeit BEVOR meine Odysee an psychischen Erkrankungen begann kleben geblieben. Es ist so als wäre meine Seele zu der Zeit vor 12 Jahren, als es begann eingeschlafen.

Soll heißen: Ich habe ein riesengroßes Problem mit meinem Geburtsjahr, dem Alter das in meinem Personalausweis steht , weil ich mich damit nicht identifizieren kann. Für mich ist das Alter was da steht , schlichtweg falsch.

Ich habe nicht mal ansatzweise die Dinge im Kopf die andere in meinem Alter vielleicht im Kopf haben . Heirat, Familie, Beruf (ich konnte leider nie wirklich arbeiten, weil ich direkt nach meiner Ausbildung erkrankt bin und seitdem durchweg psychische Probleme habe die es mir unmöglich machten arbeiten zu gehen ) ... "Erwachsenendinge" .... es ist alles von mir so weit entfernt . Ich fühle mich immer noch wie eine 18-19-20jährige , die gerade erst in ihr Leben gestartet ist . Natürlich sitze ich aufgrund meines Zwangs immer noch zuhause rum , aber wenn ich mir vorstelle was ist, wenn ich halbwegs wieder gesund wäre ... dann habe ich eben nur Partys, über die Stränge schlagen, flirten, Unsinn machen (also nix illegales , halt einfach mal verrückte Dinge tun, wie damals in meiner Jugend ) ... das ist das Einzige wonach ich mich sehne , weil ich diese Zeit eben komplett verpasst habe.

Wie man es sich vielleicht auch denken kann, kann ich auch nichts mit Leuten in meinem Alter anfangen. Meine alten Freunde find ich inzwischen alle gähnend langweilig , mit ihrem geregelten Leben, Familie, Ehe ... keine Disco mehr , lieber DVD Abends daheim mit Familie etc ... bitte versteht mich nicht falsch ... ich habe nichts gegen Leute mit diesem Lebensstil, da es ja in dem Alter nichts ungewöhnliches ist ... aber es entspricht MIR eben nicht.

Ich fühle mich zu den Leuten hingezogen , wo ich mich vom Denken, Fühlen, Handeln eher zugehörig finde ... und das ist sozusagen die Altersspanne 18 - 20/22/23. Freundschaftlich und auch in der Liebe.

An und für sich wäre das ja alles kein großes Problem. Ich sehe sowieso locker 10 jahre jünger aus als ich bin, wahrscheinlich altert auch mein Körper nicht, weil meine Seele nicht altern will , Seele und Körper sollen ja eng zusammen hängen :-D

Das Problem ist nur .... wenn ich wieder so gesund bin, dass ich mich wieder unters Volk mischen kann ... wie krieg ich Anschluss zu den leuten in meiner bevorzugten Altersgruppe? Auf den ersten Blick sieht man es mir nicht an und da ich im Kopf sowieso bin wie die meisten von denen wird man es auch vom Verhalten nicht merken wie alt ich biologisch bin. Aber irgendwann kommt doch immer die Frage nach dem Alter. Ich habe Angst dass die dann denken " Boa, was , die ist schon Ü30 ? Nee, dann gehen wir lieber auf Abstand , das ist doch etwas zu alt für uns/unsere Clique / was auch immer ---- " :°(

Das klingt vielleicht sehr blöd , aber ich hab wirklich große Angst vor Ablehnung. Und davor dass mir nur so ein blödes Datum im Perso im Weg steht, wo ich mich doch ansonsten von den jungen Erwachsenen kein Stück unterscheide. Dass die nur deswegen nichts mit mir zu tun haben wollen und ich damit sozusagen gezwungen bin ein "altersangemessenes " Leben zu führen,was mich aber definitiv wieder zurück in Depressionen treiben wird, da ich es einfach nicht fühle. Ich hab so verdammt großen Nachholbedarf, ich möchte alles , was ich die ganzen Jahre verpasst habe nachholen.

Ich könnte schon alleine bei dem Gedanken dass ich von meiner "Zielgruppe" abgewiesen werde nur wegen der Ü30 (schon allein die Zahl stört mich so sehr) wieder depressiv werden.

Wie soll ich mich nur verhalten, wenn ich wieder bereit bin unter Leute zu gehen ? Wie soll ich reagieren auf die Frage nach meinem Alter ? Würden es junge Leute überhaupt verstehen wenn ich ihnen erklären würde, warum ich so bin, wie ich bin ? Wenn ich sage " Ich bin aufgrund der Erkrankungen geistig in der Zeit wo ich um die 18-20 war hängen geblieben" , klingt das so als wäre ich allgemein zurückgeblieben . Ich kann sehr wohl klar denken, Entscheidungen treffen etc ... nur fühle ich mich eben immer noch wie ein junges Mädchen.

Ich bin verzweifelt. Ich hätte niemals früher gedacht dass ich mal so ein Problem mit meinem Alter haben würde ... aber damals wusste ich ja auch noch nicht dass ich über ein Jahrzehnt an meine Wohnung gefesselt sein werde und alles um mich herum versäumen würde. :-(

Antworten
SBaldxo


Also nachdem ich das jetzt so gelesen habe, muss ich sagen, dass ich die Aussage "Ich fühle mich viel jünger als ich bin" erstmal nicht schlimm finde. Wenn Du als Erklärung die Krankheiten anführst und dann noch sagst, dass Du jetzt das Bedürfnis hast, etwas nachzuholen, dann passt das doch.

Ich denke, Du solltest bei Nachfragen möglichst bei der Wahrheit bleiben. Damit machst Du dir das Leben leichter. Und wenn einer etwas fragt, was dir zu weit geht, dann musst Du für dich festlegen, wie Du darauf reagieren willst. Das kannst Du auch noch in jeder Situation machen. Nimm dir die Zeit. Sage sowas wie "Darüber möchte ich jetzt noch nicht reden" oder "Das erzähle ich dir ein anderes Mal". Wer dein Freund sein will, wird diese Antwort akzeptieren.

Und jetzt stürz dich ins Getümmel, atme die neue frische Luft ein und warte einfach ab, was da kommt. So wie Du auf die Welt zugehst, so schallt es zurück. Viel Spaß und viel Glück.

SBaldxo


Jetzt fange ich schon das Reimen an. *:)

_=Surfexrin


Das ist bei mir auch noch. Ich bin noch ein paar Jährchen älter als Du und kann mich mit meinem Geburtsjahr auch nicht identifizieren. Wenn ich Leute in meinem Alter treffe, fühlt es sich so an, als träfe ich jemanden wie meine Mutter oder so. Es fühlt sich an, wie eine Generation über mir.

Mich belastet das auch ungemein...und ich scheine auch nicht "nachzuwachsen". Ich fühle mich nonstop zu jung.

Irgendwann sterbe ich mit 90 mit einem Gefühl, 30 zu sein oder so...das ist nicht gerade der Hit. %:|

K\leixo


Belania

Für mich klingt es nach einer Anhäufung von Klischees:

30+ benehmen sich so, denken so

30+ haben das erlebt, sonst haben sie etwas verpasst

20jährige benehmen sich so, denken so

20jährige müssen das und das erlebt haben

30+ jährige haben Ausbildung, Heirat, Familie und Beruf im Kopf

30+jährige sind ins Leben gestartet

20+ gehen auf Partys und machen Unsinn

30+ sind langweilig

30+ haben ein geregeltes Leben, Familie, Ehe ...

20+ gehen in Discos

30+ schauen Abends daheim DVDs mit Familie etc ...

etc. etc.

Ich kenne 20jährige, die nie in die Disco gehen und 60jährig, die immer gerne in die Disco gegangen sind und weiterhin gehen. Menschen haben unterschiedliche Interessen. Kennst Du nur Menschen, die diese Klischeevorstellungen haben oder sind es Deine eigenen?

An und für sich wäre das ja alles kein großes Problem. Ich sehe sowieso locker 10 jahre jünger aus als ich bin, wahrscheinlich altert auch mein Körper nicht, weil meine Seele nicht altern will , Seele und Körper sollen ja eng zusammen hängen

Wieder ein Klischee? Was, wenn Du einmal nicht jünger aussiehst als jene, mit denen Du Dich gut verstehst?

Ich fühle mich zu den Leuten hingezogen , wo ich mich vom Denken, Fühlen, Handeln eher zugehörig finde ... und das ist sozusagen die Altersspanne 18 - 20/22/23. Freundschaftlich und auch in der Liebe.

Was meinst Du mit zugehörig? Zugehörig zu was oder wem? Willst Du denn nicht selbständig werden?

Das Problem ist nur .... wenn ich wieder so gesund bin, dass ich mich wieder unters Volk mischen kann ... wie krieg ich Anschluss zu den leuten in meiner bevorzugten Altersgruppe? Auf den ersten Blick sieht man es mir nicht an und da ich im Kopf sowieso bin wie die meisten von denen wird man es auch vom Verhalten nicht merken wie alt ich biologisch bin. Aber irgendwann kommt doch immer die Frage nach dem Alter. Ich habe Angst dass die dann denken " Boa, was , die ist schon Ü30 ? Nee, dann gehen wir lieber auf Abstand , das ist doch etwas zu alt für uns/unsere Clique / was auch immer ---- "

Du schließt von Dir auf andere, oder warum gehst Du davon aus, dass man Dir mit solchen Vorurteilen begegnet? Es gibt Menschen, die nicht nach dem Äußeren gehen, auch nicht nach dem Geburtsdatum, sondern einfach nach Sympathie.

Hälst Du es auch so? Willst Du mit 40/50jährigen oder älteren nichts zu tun haben, weil sie ja 50 sind?

Das klingt vielleicht sehr blöd , aber ich hab wirklich große Angst vor Ablehnung. Und davor dass mir nur so ein blödes Datum im Perso im Weg steht, wo ich mich doch ansonsten von den jungen Erwachsenen kein Stück unterscheide. Dass die nur deswegen nichts mit mir zu tun haben wollen und ich damit sozusagen gezwungen bin ein "altersangemessenes " Leben zu führen,was mich aber definitiv wieder zurück in Depressionen treiben wird, da ich es einfach nicht fühle. Ich hab so verdammt großen Nachholbedarf, ich möchte alles , was ich die ganzen Jahre verpasst habe nachholen.

Nimmst Du Dich denn so an, wie Du bist? Hast Du ein gesundes Selbstbewusstsein?

Ich könnte schon alleine bei dem Gedanken dass ich von meiner "Zielgruppe" abgewiesen werde nur wegen der Ü30 (schon allein die Zahl stört mich so sehr) wieder depressiv werden.

Und was, wenn eine 50jährige so denkt wie Du? Ist sie dann nicht mehr Deine "Zielgruppe"?

Wie soll ich mich nur verhalten, wenn ich wieder bereit bin unter Leute zu gehen ? Wie soll ich reagieren auf die Frage nach meinem Alter ? Würden es junge Leute überhaupt verstehen wenn ich ihnen erklären würde, warum ich so bin, wie ich bin ? Wenn ich sage " Ich bin aufgrund der Erkrankungen geistig in der Zeit wo ich um die 18-20 war hängen geblieben" , klingt das so als wäre ich allgemein zurückgeblieben . Ich kann sehr wohl klar denken, Entscheidungen treffen etc ... nur fühle ich mich eben immer noch wie ein junges Mädchen.

Was sagt das aus, dass Du Dich wie ein junges Mädchen fühlst? Dass Du neugierig bist? Dass es Dir an Erfahrung fehlt? Dass Du offen für Neues bist? Welche Eigenschaften und Verhaltensweisen meinst Du konkret?

PSlüsuchxbiest


Ich kenne so einige Menschen die sich nicht so verhalten, wie es ihrem Alter entsprechen würde.

Dir würde ich raten einer dieser Freizeitgruppen aufzusuchen.

Da ist das Alter bunt gemischt und niemand wird wegen seines Alters abgelehnt.

Ich habe es oft mit Leuten zu tun, die jünger sind.

Du musst dir Leute suchen, die noch keine Familie haben.

Lzi&an-Jixll


Wenn ich Leute in meinem Alter treffe, fühlt es sich so an, als träfe ich jemanden wie meine Mutter oder so. Es fühlt sich an, wie eine Generation über mir.

Ich kann dir etwas verraten: Das geht vielen,wenn nicht sogar den meisten Menschen so ;-) .

LHianp-Jxill


Ergänzung: Bei den Menschen, die ich von Jugend an kenne, ist das natürlich nicht so, die empfinde ich nicht als älter. Aber viele andere schon. Und die meisten Menschen fühlen sich deutlich jünger als es ihrem Geburtsjahrgang enspricht.

Aguf3Der8Ar&beikt


Ich hab vor ein paar Jahren mal einen Aufruf auf Facebook gestartet, das ich eine Spielegruppe für Gesellschaftsspiele suche. Ich war in eine fremde Stadt gezogen.

Darüber habe ich (knapp 40) dann Kontakt zu einer Gruppe von Freunden bekommen die alle so 21-24 waren. Mit der Zeit sind echt schöne Freundschaften daraus entstanden.

Gerade junge Leute sind da echt unkompliziert. Ich hatte mehr mit dem Altersunterschied zu kämpfen als sie, weil ich damit eher ein Problem hatte.

Also: viel Spaß :) Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist.

c6riecGharlxie


Keiner lehnt einen wegen einer Zahl ab. Diejenigen, die miteinander auskommen, finden sich. Das sind meist zufällig die Leute im selben Alter aufgrund der kollektiv geteilten Lebenserfahrung. Wenn Du mit Ü30 auf dem Stand von 20jährigen bist, würde ich mir eher Gedanken machen, dass mich Ü30-Leute nicht für voll nehmen....

cQr/iechaHrlxie


was sich auf so Dinge wie Partnersuche oder Arbeitsplatz deutlich nerviger auswirken kann, als dass Du einer 21jährigen zu alt bist.

SU. walleisii


"Erwachsenendinge" .... es ist alles von mir so weit entfernt

von mir auch, was für ein Glück! ;-D ;-) Aber ich schätz ich verkneif mir jetzt mal lieber irgendwelche Plädoyers wider das Erwachsenwerden^^

Ich habe Angst dass die dann denken " Boa, was , die ist schon Ü30 ? Nee, dann gehen wir lieber auf Abstand , das ist doch etwas zu alt für uns/unsere Clique / was auch immer ---- " :°(

ach Schmarrn, also mag theoretisch möglich sein dass das vorkommen könnte aber das sind doch dann eh nur oberflächliche Honks, den meistens dürfte das völlig wurscht sein und manche sind vllt sogar angetan wenn sone alte Säckin (;-D) wie du sich zu ihnen gesellt.

damals wusste ich ja auch noch nicht dass ich über ein Jahrzehnt an meine Wohnung gefesselt sein werde und alles um mich herum versäumen würde. :-(

mal abgesehn davon dass das Betrauern der Vergangenheit und von Versäumnissen keinen weiteren Sinn hat als sich mies zu fühlen, weißt du doch gar nicht wie es gewesen wäre wäre es anders gelaufen. Vergangenheit ist vorbei, da gibt's nix mehr zu ändern, die Gegenwart ist doch entscheidend und die Zukunft ist jederzeit offen, insofern:

Ich habe quasi vom Leben außerhalb nichts mitbekommen, habe meine 20er Jahre völlig verpasst, all das was man normalerweise da so tut.

Du kannst doch nachholen was du meinst nachholen zu müssen, jetzt oder sobald es dir deine sonstigen Probleme es erlauben (hinter Problemen die einen vorgeblich erstmal an diesem und jenem hindern kann man sich allerdings auch potentiell verstecken).

Kann auch sein dass du dann in Teilbereichen oder auch umfassender vielleicht gar nicht mehr so übermäßige Nachholbedürfnisse in der Hinsicht hast, aber das siehst du ja dann was dir dann noch wichtig ist.

Möglicherweise hat deine Versäumnisbetrauerung ein wenig Symbolcharakter für's nichtannehmenkönnen wie dein Leben nun mal gelaufen ist? Falls, wär's natürlich erleichternd deinen Frieden damit zu machen.

Eine andere Idee die mir beim lesen kam ist dass diese spezielle Angst ein Konstrukt sein könnte dass dich konkret davon abhalten soll deine Probleme zu lösen/anzugehen, sozusagen künstlich dazuerzeugt weil du quasi direkt davor Angst hast deine Probleme hinter dir zu lassen und vielleicht davor was dann befürchtenderweise alles von dir gefordert werden könnte. Wenn du damit nichts anfangen kannst betrachte es einfach als Schmarrn ;-) ansonsten würd ich dazu raten in der Gegenwart zu bleiben, sich ängstlich und düster die Zukunft auszumalen ist natürlich auch nicht besser als mit der Vergangenheit zu hadern - beides kann außerordentlich lähmen.

S/unfHlowerx_73


Wie jemand vor mir schrieb: Sich jünger zu fühlen als man ist, ist doch kein Problem.

Und: Wenn es dir besser geht und Du das Bedürfnis hast, Party zu machen: Dann mach' es. Und überdenke wirklich mal die Klischees, die Du vor Augen hast angesichts der Altersgruppen. Könnte es sein, dass Du aufgrund Deiner mangelnden Erfahrungen da umso stärker vergleichst und auf offensichtliche "Eckpunkte" setzt (so nach dem Motto "DAS müsste ich in MEINEM Alter machen, DAS ist TYPISCH"), weil eine gewisse Orientierung sonst völlig fehlt?

Ich selber bin 43. Werde ca. 10 Jahre jünger geschätzt. Habe eine Lebenslauflücke und so mein Abi bspw. erst mit 26 gemacht und mein Studium erst mit 33 abgeschlossen. Als Folge mache ich viele wichtige Schritte in meinem Leben (Berufseinstieg,...) mit Menschen, die dann doch einige Jährchen jünger sind. Aktuell bin ich jünger als mein direkter Vorgesetzter und nur wenig jünger als unser oberster Chef. Die sind halt regulär in den Job gestartet und haben Karriere gemacht; ich bin irgendwie noch dabei. Meine Kollegen sind alles zwischen 20 und 6 Jahre jünger als ich, wobei die, die näher dran sind, auch eine etwas anderer "Ebene" haben (vorhandene Promotion).

Und ja, ich unternehme Dinge mit Kollegen. Ich werde nicht deutlich jünger geschätzt, weil ich mich künstlich auftakele, sondern a) mich gut gehalten habe und b) einfach das mache und trage, wonach MIR zu Mute ist. Und obwohll ich nicht künstlich auf jung mache: Ich schrecke häufiger zusammen, wenn ich mit Leuten zu tun habe, die für sehr "gesetzt" halte - und dann feststelle, dass die ungefähr so alt sind wie ich.

Ich lebe aber MEIN Leben. habe vieles nachgeholt von dem, was ich mal verpasst habe. Alles nicht, geht auch nicht. Aber ich gehe MEINEN Weg. Manches mache ich, was man "typischerweise" mit 43 nicht (mehr) macht. Andere Dinge lasse ich aus, weil sie FÜR MICH nicht passen. Ich bin nicht der Party-Mensch. Wäre es - ehrlch betrachtet - massiv auch früher nicht gewesen. Aber ich bin zufrieden damit, wie ich lebe und was ich mache (zumindest, was den Aspekte angeht).

Ganz ehrlich?

Löse Deine Grundprobleme (die ganzen psychischen Dinge). Nähere Dich einem "normalen" Alltag an - und entscheide dann völlig frei, wonach DIR ist. Wie DU leben willst. Das wird sich alle ergeben und Du wirst Dinge nachholen können. Aber eben erst, wenn die Dinge, die Dich allgemein ausbremsen, besser im Griff sind.

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Wie soll ich mich nur verhalten, wenn ich wieder bereit bin unter Leute zu gehen ?

du machst dir gedanken über probleme die keine sind.

du steckst alles in schubladen und machst zusätzlich noch regeln daraus. kein mensch kann dir vorschreiben nur mit gleichaltrigen, älteren, jüngeren zusammen zu sein, dich mit ihnen, oder anderen verstehen zu müssen...

was du beschreibst ist schlichtweg deine persönlichkeit. so bist du, und andere können das mögen oder nicht. warum habe ich das gefühl, daß du krampfhaft versuchst dich an irgend etwas/wen anzupassen? musst du nicht und sollst du nicht!

der norm zu entsprechen und mitzulaufen ist einfach und bequem. aber das war s dann auch schon!

viel wichtiger als das alles ist, glaube ich, das du wieder unter leute gehst.. leute findest (und das wirst du) die sich gerne mit dir umgeben weil sie dich genau so mögen ... gerade weil du dich nicht verstellt und anpasst. du bist keine von diesen püppies die nichts können außer andere nachzuäffen und sich dabei toll vorkommen...

auch was deine anderen probleme angeht. alleine drehst du dich nochmal 10 jahre im kreis! 2026 schreibst du dann hier, das du dich 20 jahre jünger fühlst als du bist :=o

geh unter leute und vor allem laß welche an dich ran, ich meine auf keinen fall blindes vertrauen!! aber starte mal wieder einen versuch. ;-) das klappt nicht sofort und du wirst garantiert auch enttäuscht werden.. was solls, passiert. das nennt sich dann eben erfahrung, macht dich zwar etwas vorsichtiger, aber auch cleverer..

Löse Deine Grundprobleme (die ganzen psychischen Dinge). Nähere Dich einem "normalen" Alltag an

es wird nicht klappen erst deine grundprobleme zu lösen, auch wenn das sicher ein gutgemeinter rat ist. aber es hat über jahre nicht funktioniert..... und inzwischen ist wohl alles ziemlich miteinander verbunden.

geh unter leute, wenn du irgendwann denkst, daß du vertrauen kannst und nichtmehr mit allem alleine dastehst sind die grundprobleme dran.. vorausgesetzt die sind dann noch da ..

Tnhis Tnwilight Garxden


Also erstens wird wohl keiner deiner potentiellen neuen Freunde deinen Perso sehen wollen und zweitens: bei oberflächlichen Bekanntschaften kannst du doch einfach etwas schwindeln. Wen stört das? Wenn sich daraus eine tiefere Freundschaft entwickeln sollte, solltest du aber mit der Wahrheit und auch gleich mit der Begründung, weswegen du geschwindelt hast, rausrücken.

Vielleicht kommst du auch mit der Zeit mit deinem tatsächlichem Alter klar und schämst dich nicht dafür.

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