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Kann man das wirklich so locker verarbeiten?

_GSuDr{f6exrin


Du hast die dazugehörigen Gefühle verdrängt. Die Sache ist extrem grausam. Das geht gar nicht, das zu fühlen. Dann wärst du verreckt. Aus Schutz haben Deine Gefühle abgeschaltet.

Aber vergessen ist das für Deinen Körper und Deine Seele deswegen nicht. Verdrängtes bringt dann meist Krankheitssymptome hervor wie Depressionen oder Angstzustände oder anderes.

Eine Überflut an Gefühlen wird nicht kommen. Dir wird immer nur so viel zugemutet, wie man auch verpackt. Das kann zwar eine unglaubliche Menge sein, aber man überlebt es. Der Körper regelt das schon, bzw. die Seele.

dzana"e87


Genauso als ich im Februar meinen geliebten Kater einschläfern lies. Ich war dabei als er eingeschlafen ist, aber ich habe nichts gefühlt. Keinen Schmerz, nichts, wie tot. Erst Stunden später bin ich in einem Weinkrampf zusammengebrochen, wochenlang hab ich mich leer und ausgebrannt gefühlt. Aber dieses Gefühl, der Schmerz, den andere vermutlich in der Situation fühlen, ich habe oft den Eindruck den fühle ich nicht. Oder nur sehr selten, in Extremsituationen.

Das ist erstmal eine normale Reaktion auf den Schock, schwer wird es nur, wenn man gar keinen Zugang mehr zu den Gefühlen bekommt. Also wenn man, anders als bei deinem Kater, die ganze Trauer nicht irgendwann rausweint sondern in sich drinne behält. Einfach weil die sich ja nicht in Luft auflöst sondern irgendwo tief drinne in irgendeiner Ecke darauf wartet das die Mauer mal fällt und dann, auch zu unpassensten Momenten, an die Luft kommt. Dann wird Trauer plötzlich so extrem das man nicht mehr aussteigen kann, Wut platzt in Form eines Anfalls aus einem raus der einen selbst und andere in Gefahr bringt und soweiter.

Manchmal wird man auch schlicht körperlich krank, von all den unterdrückten Gefühlen.

Ich verstehe deine Angst. Wirklich und ich weiß nicht ob das jetzt gerade total sinnvoll ist da alles einzureißen. Kommt darauf an wie gut es dir geht, ob du zufrieden bist und so. Und auf keinen Fall würde ich das ohne professionelle Hilfe angehen wollen.

In jedem Fall würde ich es im Hinterkopf behalten das da noch etwas liegt und wartet, damit du, wenn es mal schlecht wird, weißt wo du anfangen solltest.

EJineGuHteFrlag!e


Aber vergessen ist das für Deinen Körper und Deine Seele deswegen nicht. Verdrängtes bringt dann meist Krankheitssymptome hervor wie Depressionen oder Angstzustände oder anderes.

Naja, bei mir hat sich vor Jahren eine manifeste Angststörung eingeschlichen. Es fing an mit Panikattacken und ließ mich dann nicht mehr los. Scheinbar aus heiterem Himmel.

Ich verstehe deine Angst. Wirklich und ich weiß nicht ob das jetzt gerade total sinnvoll ist da alles einzureißen. Kommt darauf an wie gut es dir geht, ob du zufrieden bist und so. Und auf keinen Fall würde ich das ohne professionelle Hilfe angehen wollen.

Sagen wir mal so, solange ich nicht darüber nachdenke, dass vielleicht was nicht stimmt, geht es mir relativ gut. Ich mag den Gedanken nicht, dass ich irgendwo einen Knacks in der Rübe habe, aber auf der anderen Seite, wer hat den nicht. Ich merke nur in Extremsituationen, dass ich schlecht damit umgehen kann. Manchmal KANN man ja Sachen nicht verdrängen, weil sie einfach ne Handlung erfordern und da werd ich problematisch. Ich kann auch nicht gut streiten, weil ich dann hysterisch werde und Panik bekomme, wenns z.b. mein Freund ist. Ablehnung ist auch generell was, womit ich gar nicht kann, das verletzt mich dann doch übermäßig obwohl ich eher mit Stacheln reagiere als mit Tränen.

N-urairihyroxn


@ EineGuteFrage

Danke @ Nurarihyon für Deine Antwort. Wenngleich es mich auch irritiert hat, dass Du über mich und nicht mit mir sprichst :-D

Jetzt, wo du es so sagst... Stimmt, hatte aber keine tiefere Bedeutung. Sorry. :-)

Ja, eigentlich würde ich gern etwas daran ändern, aber ich habe auch Angst davor. Ich habe Angst vor einer Überflut an Gefühlen, wenn ich die Hülle ankratze.

Die Gefahr besteht immer. Ich bin derzeit selbst in Therapie, schon seit über 2 Jahren. Und die Hülle angekratzt haben wir immernoch nicht. Die Be- und/oder Aufarbeitung eines Traumas kann sich sehr lange ziehen. Und manche mögen langfristig besser damit leben können, wenn sie es ruhen lassen. Das allerdings ist etwas, das man nicht einfach entscheiden sollte, sondern gemeinsam in einer Therapie erarbeiten.

dRanaex87


Mh, also so wie du es schreibst klingt es so als würde es sowieso immer wieder nach oben blubbern. In Form der Angststörung, in Form von Verlustängsten und emotionalen Überreaktionen. Es geht dir also nicht wirklich gut, sobald eine extra Belastung kommt wird es anstrengend und wenn dich jetzt zum Beispiel dein Partner verlassen würde, würde er unter Umständen richtig widerlich werden.

In dem Fall hätte ich mehr Angst davor, dass es irgendwann unkontrolliert losbricht und würde die Giftmülldeponie ausräumen wollen, solange ich noch ein stabildes Umfeld habe, Zeit mit einen passenden Therapeuten zu suchen und soweiter.

FSizzlyQpuzzlxy


Naja, bei mir hat sich vor Jahren eine manifeste Angststörung eingeschlichen. Es fing an mit Panikattacken und ließ mich dann nicht mehr los. Scheinbar aus heiterem Himmel.

Ich mag den Gedanken nicht, dass ich irgendwo einen Knacks in der Rübe habe, aber auf der anderen Seite, wer hat den nicht.

Ich halte dich für intelligent genug, dass Du sehr gut weisst, welche Mechanismen sich in Gang setzen/gesetzt haben, die immer und immer wieder zu den gleichen Abläufen wie Panikattacken, Angststörungen usw. führen.

Sie kommen auch nicht aus heiterem Himmel, weil sich Abläufe bei jedem Menschen anders oder ähnlich immer wiederholen. Deine Bezeichnung - knacks in der Rübe - ist ein Ausdruck von dir, den Du dir zu deinem Schutz angelegt hast, so empfinde ich es es. Du weisst sicher, dass hier deine Seele schreit?!

Sorry, aber ich muss ganz kurz zu deinem eröffneten GLL Thread zurück gehen. Dort habe ich auch von mir gepostet zur Erinnerung, dass ich auch zu diesen Frauen gehöre und ich sehr gut weiss, was ich hier poste

Du hast zu deinem Schutz die harte männliche Linie für dich gewählt. Jetzt wird mir auch klar warum ich gedacht und einige gechrieben haben, ob Du hier im Forum die richtige Farbe gewählt hast. Warum ich dir jetzt poste? Du hast hier viele sehr gute Antworten erhalten. Auf die Frage, ob Du etwas ändern willst habe ich noch keine Antwort von dir gefunden. Auch nach meinen eigenen Erfahrungen kann ich nicht erkennen, ob Du jemals damit angefangen hast. Das bleibt dir natürlich unbenommen, deine eigene Geschichte zu be- verarbeiten oder auch nicht.

Bei mir waren es 10 - 15 Jahre therapeutische Begleitung. Ich wusste von Anfang an, dass ich nur diese Möglichkeit habe und nutzte diese ohne wenn und aber. Ich wollte wissen wie es ist, sich als Mensch und als Frau zu fühlen. Ich habe es für mich erreicht. Auch wenn bei mir über diese Threads vieles in Erinnerung kommt und ich manchmal tief Luft holen muss, ich habe heute Lebensqualität. Ich muss mir meine Verletzungen nicht mehr anschauen. Sie quälen mich nicht mehr, ich muss meine Geschichte auch niemandem mehr ausführlich mitteilen. Es würde mir meine Lebensqualität nehmen, da ich nicht mehr der Mensch und die Frau vor den Erkenntnissen über die Therapie bin.

Meine Frage an dich wäre, ob Du etwas verändern willst. Wann Du dazu in der Lage bist kannst nur Du für dich selbst erkennen. Aus meiner Sicht würde ich dir gerne den Rat geben, mit den ständigen Wiederholungen aufzuhören. Damit strafst Du deine geschundene Seele jedesmal, weil Du ihr keine Heilung gibst. Ganz im Gegenteil, mit diesen Wiederholungen nährst Du den Hass, die Wut auf deine Peiniger. Ihnen gibst Du heute noch deine ganze Aufmerksamkeit. Dabei geht es doch um dich.

Ich bin bereit, dir meine Aufmerksamkeit zu geben auch wenn die Säbel rasseln sollten.. Genauso kann ich mich hier aber auch völlig zurück ziehen. Ich hoffe meine Worte erreichen dich im positiven Sinne. Wenn Ich dich gekränkt haben sollte oder Du dich gekränkt fühlen solltest, lass es mich wissen.

Wkältxi


Der Gerichtsprozess fing mit einem Gutachten an, dem ich nicht standgehalten habe. Ich konnte nicht. All die Fragen, die detaillierten Fragen wie sein Glied aussah, wie es schmeckt, wie es sich anfühlt

Sorry, aber wenn ich alles für möglich halte, was hier geschrieben steht - so glaube ich doch nie im Leben, dass ein Gericht derartige Fragen stellt. Etwas stimmt da nicht.

ENineGu_te!Fra7ge


Ich bin bereit, dir meine Aufmerksamkeit zu geben auch wenn die Säbel rasseln sollten... Genauso kann ich mich hier aber auch völlig zurück ziehen. Ich hoffe meine Worte erreichen dich im positiven Sinne. Wenn Ich dich gekränkt haben sollte oder Du dich gekränkt fühlen solltest, lass es mich wissen.

Gleich vorab, Du hast mich in keinster Weise gekränkt, Dein Beitrag hat mich gefreut.

Wie meinst Du dass, dass ich mit den Wiederholungen aufhören muss? Ich habe mal darüber gelesen irgendwann und es hieß, je mehr man darüber spricht, umso schneller heilt die Wunde. Das schlimme ist ja nur, dass die Wunde nicht da ist, zumindest nicht spürbar für mich. Ich möchte natürlich gern etwas ändern, ich dachte, dass hätte ich schon deutlich gemacht.

Sorry, aber wenn ich alles für möglich halte, was hier geschrieben steht - so glaube ich doch nie im Leben, dass ein Gericht derartige Fragen stellt. Etwas stimmt da nicht.

Vielleicht hast Du den Kontext nicht ganz verstanden. Diese Fragen wurden NICHT in der Gerichtsverhandlung gestellt, sondern im 1 zu 1 Gespräch mit der Gutachterin. Es ging um die Überprüfung der Glaubwürdigkeit, da Aussage gegen Aussage stand. Diese Dame stellte diese Fragen, genauso detailliert wie ich das hier geschrieben habe. Ich habe sicher keine Lust mir hier irgendwelche Märchen auszudenken, dafür ist mir das Thema zu ernst.

FQizzVl&ypuzxzly


je mehr man darüber spricht, umso schneller heilt die Wunde.

Viele können erst Jahre später darüber sprechen, manche nie. Stattdessen erzählen sie von den vielen Krankheiten unter denen sie leiden und kein Arzt etwas finden kann. Wenn diese Menschen, die nie darüber sprechen aufgefordert werden mal die psychische Seite zu betrachten, reagieren viele sehr erbost, mit Unverständnis oder greifen mit übelsten Worten an. Ich erkenne und verstehe jede Reaktion und reagiere dementsprechend.

Du sprichst darüber... aber immer nur über die Peiniger (jetzt hat er sogar ein Kind) und was sie dir angetan haben. Dadurch kann deine wunde Seele aber nicht heilen, weil Du nicht über deine eigenen Wunden sprichst. Wenn Du Angst- oder Panikattacken bekommst, versuchst Du diese schnellstmöglich zu verdrängen. Du fühlst dich nicht, Du machst dir und anderen (Partner) etwas vor ohne ein Gefühl von Trauer, Tränen usw. Aber genau das sind deine Wunden, die nicht heilen können weil sie erbarmungslos geleugnet werden. Das bin ich nicht, das will ich nicht. Wunden können nur dann heilen, wenn man selbst darüber spricht wie man sich fühlt oder auch das man ohne Gefühle bei der Sache ist. Das ist ein Teil, der aufgegeben hat (gestorben ist). Für mich sagst Du das mit deinen Worten

Das schlimme ist ja nur, dass die Wunde nicht da ist, zumindest nicht spürbar für mich.

Wenn Du bereit bist etwas für dich zu ändern, höre auf über das zu sprechen oder zu posten in der jetzigen Form. Die Heilung beginnt erst dann, wenn Du in der Lage bist über deine - nicht vorhandenen - Gefühle zu sprechen, zu schreiben. Wenn Du deine Angst zulassen kannst und sie fragst, was sie dir mitteilen will. Wenn Du deinen Panikattacken Zeit und Raum gibst, damit dir irgendwann klar werden kann, was für dich dahinter steckt.

Es kann sich dahingehend äussern, dass dir deine übliche Redegewandheit zeitweise abhanden kommt...denn für das was gehört und angenommen, akzeptiert werden will fehlen dir wahrscheinlich erst mal die Worte. Erst mal bis hier hin.

Zu mir möchte ich dir sagen, dass ich mich über diese längst vergangenen Zeiten nicht mehr unterhalte. Das kann ich und bringe mich auch mal (kurz) ein, bereitet mir aber keine Probleme. Diese "Angelegenheit", auch wenn sie immer ein Teil von mir (von allen) bleiben wird, habe ich unter mehr als unwichtig abgelegt. Sie würden sonst nur meinen Körper, Geist und Seele vergiften und mich genau da hinziehen, wo ich war in meinem Hass, meiner Wut und Selbst - zerstörung. Ich nehme mich und alles um mich herum so wahr, wie es die gegenwärtigen Situationen erfordern. Auch in meiner Wut, die ich rauslasse, wenn mein Nachbar zum 100sten Mal nicht kapiert das er meine Katze in Ruhe lassen soll. Diese Wut ist für mich eine berechtigte und konstruktiv. Sie befreit mich, weil ich sie direkt und sofort dahin schicke, dem sie auch gilt.

Exin2eGutjeFrage


Ich nehme mich und alles um mich herum so wahr, wie es die gegenwärtigen Situationen erfordern. Auch in meiner Wut, die ich rauslasse, wenn mein Nachbar zum 100sten Mal nicht kapiert das er meine Katze in Ruhe lassen soll. Diese Wut ist für mich eine berechtigte und konstruktiv. Sie befreit mich, weil ich sie direkt und sofort dahin schicke, dem sie auch gilt.

Das find ich gut. Ich bin in den meisten Situationen eher devot und zurückhaltend. Wenn mir einer Unrecht tut, dann nehme ich das hin. Wenn mir ein Kassierer z.B. einen Euro zu wenig zurück gibt, traue ich mich nicht was zu sagen. Wenn mich jemand zu unrecht beschimpft, halte ich meist meinen Mund. Aber in engen Verbindungen hingegen, da explodiere ich schnell wie ein HB-Männchen und dann auch übertrieben. Ich würde das gern lernen, gerechtfertigte Wut auch an den entsprechenden Stellen loszuwerden. Nicht proletarisch, aber zumindest auf dem Level, dass ich meine eigenen Rechte einverlangen kann.

dyana(e87


Was genau hast du denn bisher in der Therapie gemacht, wenn all das bisher nicht Thema war?

SL. bwall\isixi


Ja, eigentlich würde ich gern etwas daran ändern

Was genau möchtest du ändern? Hast du da irgendwelche Prioritäten? Das:

Ich kann auch nicht gut streiten, weil ich dann hysterisch werde und Panik bekomme, wenns z.b. mein Freund ist. Ablehnung ist auch generell was, womit ich gar nicht kann, das verletzt mich dann doch übermäßig obwohl ich eher mit Stacheln reagiere als mit Tränen.

könnte sehr gut auch andere Gründe als das Fadenthema haben und für sowas wär generell eine Verhaltenstherapie vielleicht zielführender als gezielt aufarbeitungsbeabsichtigend das Trauma anzugehen. (Mach nicht den Fehler sämtliche deiner Problematiken auf das Erlebte von damals zurückzuführen.)

ich brauche z.B. kopfkino, um zum Höhepunkt zu kommen und da spielen Männer keine Rolle.

nur mal so generell: Es gibt diesbezüglich kein "normal", das (alleine) wäre in Ordnung, gibt kein "müssen" dass es anders funktionieren müsste. Selbst wenn die O-auslösende Fantasie total destruktiv wäre, es bzw zwingend sein muss, gäb's wahrscheinlich Leute die das nicht bedenklich fänden - ich selber müsste mich da ausnehmen aber würde damit wohl auch in den Bereich von subjektiver Wertung rutschen, es widerspräche halt einfach meinen Instinkt bzgl "gesund", trotzdem würde ich dann nicht mal dazu raten es sein zu lassen sondern zu diesbezüglicher Selbstbeobachtung und -ergründung.

Rein durch Berührungen und "fallen lassen", kann ich nicht genießen, undenkbar, geht nicht.

das ist natürlich schade und ein Änderungswunsch sehr verständlich, schätze daran wäre ne Aufarbeitung auch vermutlich mindestens teilweise involviert - also ich weiß es nicht genau und schon gar nicht sicher, mir kam die (teilweise) Bereinigung (den Rest halte ich für Luxus der Marke vllt irgendwann mal wenn mir danach ist) der Sexualität jedenfalls nur als verknüpft mit der restlichen Aufarbeitung vor, so als wäre es etwas was nebenher läuft und vermutlich begünstigt wird aber trotzdem als etwas eigenes oder zumindest ein sehr spezieller Teilaspekt. Ob man das gänzlich seperat angehen könnte weiß ich nicht, stell's mir etwas schwieriger vor aber vllt gar nicht unmöglich.

Ja, eigentlich würde ich gern etwas daran ändern, aber ich habe auch Angst davor. Ich habe Angst vor einer Überflut an Gefühlen, wenn ich die Hülle ankratze.

da könnt rein theoretisch schon ordentlich was kommen, aber Alkohol ist doch auch keine Lösung (sagt man halt so schön aber "Alkohol" ist jetzt natürlich symbolisch für Verdrängung gemeint^^ falls du übermäßig trinken solltest wäre das jetzt bloß reiner Zufall gewesen ;-D). Was die Aushaltbarkeit angeht bin ich geneigt mich der _Surferin anzuschließen, aber ich hab da natürlich auch nur meine eigene Erfahrung die eben in die Richtung gehen. Insofern würde ich vermuten dass dir das Hüllenankratzen nicht gelingen wird wenn du nicht bereit wärst das darunterliegende auszuhalten, das kann aber erstens falsch sein und zweitens auch unterbewusstes dichtmachen verursachen, so als Versteckmöglichkeit aus Angst, völlig unabhängig davon wie aushaltbar es tatsächlich wäre. Ich würde daher an deiner Stelle gar nicht groß nach Sicherheit suchen und die Angst vor den Gefühlen einfach annehmen - sie ist doch auch sehr verständlich - aber versuchen mich nicht davon beherrschen zu lassen.

Bzw. ich wüsste auch gar nicht wie ich das machen soll.

Ich glaub das kommt automatisch, bleib einfach dran am Thema, mach vllt ne dir sympathische Therapie und ein bißchen Schmerzbereitschaft kann vllt auch helfen aber das weiß ich nicht sicher, mich hat die Hüllendurchstoßung damals eher überfallen in Form ner Psychose und danach waren von der Hülle nur noch Fetzen übrig. Vorher dachte ich allerdings auch "hab ich ein Glück dass ich das so schadlos überstanden hab"^^ ;-) Selbstschutz halt, ist vermutlich ziemlich oft so und auch nicht verwerflich. Danach hab ich mich dann je nach Muse mit dem Thema beschäftig und ganz anfangs waren die ersten emotionalen Ranlassungen dann projezierter Natur, also hab die Geschichten anderer gelesen und musste dann z.B. losheulen und nach und nach sind die Emotionen dann auch zum eigenen Erlebten durchgedrungen. Wut kam erst ne ganze Weile später, das könnte bei dir aber anders sein und auch sie kann wiederum so eine Schutzhülle sein die wieder ihre erschöpfliche Berechtigung hat.

Es ist nicht so dass mir Empathie oder sowas fehlen, in den letzten Jahren ist meine Empathie anderen gegenüber sogar enorm gestiegen.

würde ich ganz insgesamt als ein gutes Zeichen sehen :-)

FMizzlypauzzlxy


Ich bin in den meisten Situationen eher devot und zurückhaltend.

Das war ich auch. Das ging so weit, dass ich das Sprechen auf Ja oder Nein reduzierte. Nach 10 Jahren (die mir heute noch fehlen) musste ich wirklich ganz neu lernen. Ich war unfähig, mich auch auf einer ganz neutralen Ebene zu äussern oder zu verstehen.

Wenn mich jemand zu unrecht beschimpft, halte ich meist meinen Mund.

Habe ich auch. Heute werfe ich den Ball zurück und frage: Was willst Du von mir, ich verstehe dich nicht. Meistens hole ich sie dann aus ihrer Wut raus und sie müssen mir antworten. Wenn nicht lasse ich sie stehen mit der Bemerkung: So kommen wir nicht zusammen. Ist jetzt natürlich nur ein kleiner Ausschnitt, aber für mich war das damals ein Anfang.

Wenn mir ein Kassierer z.B. einen Euro zu wenig zurück gibt, traue ich mich nicht was zu sagen.

Heute wollte mir eine Verkäuferin auf einen zwanziger statt auf einen fünfziger rausgeben. Das passierte, weil eine mit ihrem gequatsche während des wechselns störte. Ich sagte sofort zur Verkäuferin "Stop". Ich packe den Betrag erst in meine Geldbörse, wenn der komplette Vorgang abgeschlossen ist. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Die VK entschuldigte sich mehrmals, ich verzieh ihr huldvoll ;-D . Es lief jedenfalls alles sehr ruhig und menschlich ab. Vllt hilft es dir auch einen fehlenden Euro einzufordern, wenn Du dir vorstellst es wären mindestens 10 Euro. Mir würde der in meiner Haushaltskasse schon fehlen.

Aber in engen Verbindungen hingegen, da explodiere ich schnell wie ein HB-Männchen und dann auch übertrieben.

Das ist mir auch mal so ergangen. Vllt lassen wir die Wut dann immer an denen aus, die näher an uns dran sind. Vor ihnen müssen wir uns nicht fürchten, wenn sie von Natur aus mit viel Geduld und Liebe an unserer Seite sind. Ich hatte das "Glück" das mir ein junger Mann mit lieben Worten sagte: Ich wollte nur wissen, wie es dir geht und Du greifst mich voll an. Das ging bei mir so tief, dass ich nach diesem Gefühl (kannte ich bis dahin nicht) mich furchtbar schämte. Ich glaube ich fiel vor ihm auf die Knie. Nie zuvor hatte jemand so mit mir gesprochen und mich verstanden. Wir blieben Freunde. Zu der Zeit war ich in der Umschulung und alle in der Klasse wussten, was ich zu dieser Zeit stemmen musste. Und nur weil ich ehrlich war und ihnen das in der ersten Woche mitteilte, erhielt ich auch Unterstützung von den Lehrern. Was ich dir damit sagen will?! Erst durch diese ehrliche Mitteilung konnte ich mein Verhalten mir selbst und anderen gegenüber beleuchten und verändern. Es war hart, erfüllt mich aber heute noch mit tiefer Dankbarkeit auch ihm gegenüber, obwohl wir uns nach den zwei Jahren und der Prüfung aus den Augen verloren haben. Wie so oft im Leben. Ich denke Du verstehst, warum ich die Zeit davor unter mehr als unwichtig abgehakt habe.

Übrigens - mit Proleten kann man sich nur auf deren Level begegnen ]:D . Sie verstehen sonst nur Bahnhof.

Ich kann und darf das sagen. Bin nämlich im Schmelztiegel Ruhrpott aufgewachsen. Zu der Zeit war nicht nur die Kohle schwarz und jeder sprach direkt die Dinge an. Nannte man Tacheless oder Butter bei die Fische.

E7ineGu+tezFragxe


Was genau hast du denn bisher in der Therapie gemacht, wenn all das bisher nicht Thema war?

Naja, ich bin ja akut nicht in Therapie. Ich war mal bei einer Therapeutin, da hatte mein Vater mich hingeschickt, weil er wollte dass ich abnehme und eine Therapeutin suchte, die mich von der Notwendigkeit dessen überzeugt.

Ich hab ihr dann damals die Geschichte erzählt, weil ich gern die Angststörung loswerden wollte und die Vermutung hege, dass das vielleicht indirekt damit zusammen hängt. Aber sie hat zwar geweint, sich dann aber in der nächsten Stunde wieder dem Thema "Nutella wegwerfen" gewidmet.

Ich habs seither nicht mehr probiert mit ner Therapie, ich geh zum Psychiater, der verschreibt mir 2 Antidepressiva einmal alle 6 Wochen und das wars. Den Scheiß schlucke ich seit 8 Jahren, reduziere seit 1,5 Jahren selbstständig.

Ich bin auch ehrlich gesagt nicht der Mensch der an Therapien glaubt. Ich kann mir den Effekt einer Therapie nicht vorstellen. Ich behaupte nicht, dass Therapien nicht helfen, aber ich glaube immer, dass ich dieser (nicht negativ gemeint) Gehirnwäsche nicht standhalte oder eh nicht umsetzen kann, was man von mir will.

Was genau möchtest du ändern? Hast du da irgendwelche Prioritäten?

Ich würde gern adäquat reagieren können in Situationen. Nicht ausrasten bei Kleinigkeiten, weil ich angestaut habe was Fremde vllt. gemacht haben. Ich würde gern mehr Ziele im Leben haben, weniger destruktiv sein und vor allem würde ich ganz gern aufhören mich zu verachten und zu hassen. Ich hab wirklich kein positives Selbstbild, ich mag mich nicht leiden. Das ist nicht gesund. Aber ewig vorm Spiegel stehen und mich anlächeln hat leider nichts gebracht.

da könnt rein theoretisch schon ordentlich was kommen, aber Alkohol ist doch auch keine Lösung (sagt man halt so schön aber "Alkohol" ist jetzt natürlich symbolisch für Verdrängung gemeint^^ falls du übermäßig trinken solltest wäre das jetzt bloß reiner Zufall gewesen ;-D).

Haha, von wegen! Ich würde unglaublich gern mal einen trinken. Ich würde mich gern mal so richtig besaufen, aber ich traue mich nicht mal das! Ich habe Angst, panische Angst vor jeglicher Form von Kontrollverlust und deswegen rühre ich seit Jahren keinen Tropfen Alkohol an. Selbst mein Psychiater hat mal gesagt, ich soll einfach mal loslassen und mir (im geschützten Rahmen) die Kante geben. Aber die Angst und die Panik darauf hängen zu bleiben, keine Kontrolle mehr zu haben, ist für mich eine dermaßene Horrorvorstellung, dass ich es nicht kann.

Ich glaub das kommt automatisch, bleib einfach dran am Thema, mach vllt ne dir sympathische Therapie und ein bißchen Schmerzbereitschaft kann vllt auch helfen aber das weiß ich nicht sicher, mich hat die Hüllendurchstoßung damals eher überfallen in Form ner Psychose und danach waren von der Hülle nur noch Fetzen übrig.

Oh wow, das tut mir voll leid. Die Psychose ist eine meiner Urängste. Ich hab mehrere Jahre so heftige Angst vor einer Psychose gehabt, dass ich freiwillig in Früherkennungszentren gerannt bin, um mich untersuchen zu lassen. Das war eine sehr heftige Zeit.

N2uraQri`hyoxn


Surferin schrieb:

Eine Überflut an Gefühlen wird nicht kommen. Dir wird immer nur so viel zugemutet, wie man auch verpackt.

Das ist pauschal natürlich falsch.

Die Be- und Aufarbeitung von Traumata kann auch im geschützten Rahmen einer Therapie durchaus Gefahren bergen. Das Risiko einer Retraumatisierung besteht immer, dessen sollte man sich bewusst sein. Man stößt Türen in sein Innerstes auf, an denen nicht umsonst viele Schlösser hängen. Diese wieder zu schließen ist bedeutend schwieriger, als sie zu öffnen. Auch der beste Therapeut kann nicht versprechen, dass es nicht dazu kommt.

Ich will damit keine Angst verbreiten, aber man sollte die Risiken auf dem Schirm haben und abwägen können.

Allerdings ist es wahr, das meinte Surferin vermutlich, dass keine mentalen Türen eingetreten werden. Im Rahmen einer Traumatherapie gibt es idR zuerst eine Stabilisierungsphase. Diese ist nicht zeitlich begrenzt. Sie dauert so lange, bis der Patient stabil genug ist. Und das ist sehr individuell.

In dieser Zeit lernen sich Patient und Therapeut gut kennen und bestenfalls bildet sich eine Vertrauensbasis. Man tastet sich an die Ereignisse sehr langsam heran. Auch gibt es sehr viele Techniken, die im Rahmen der Therapie angewendet werden können. Auszuloten, welche einem am besten helfen, dauert auch eine Zeit.

Ich würde dir dazu raten, eine traumaspezifische Therapie zu machen. In jedem Fall ist der Weg lang und hart, aber er lohnt sich. Ich persönlich behaupte, dass es mehr zu gewinnen als zu verlieren gibt.

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