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sinn des Lebens

s)tep3po25


Selbstverständlich glauben wir alle. Es gibt allerdings "vernünftigen" Glauben, dessen Quelle (Vorlage, Schablone) die physikalische Welt ist, und "unvernünftigen" Glauben, der auf Wunsch-Denke beruht. Z.B. ewig leben zu können...

Als Wissenschaftler GLAUBE ich, dass die Welt nicht nur heute gesetz-MÄSZIG funktioniert, sondern das auch in der Vergangenheit TAT und in Zukunft tun WIRD. Diese Art von Glauben wird von Unvernünftig-Gläubigen in einer Art von kleinlicher Rache als "Wissenschafts-Religiösität" bezeichnet.

Ahckq


Meine einzige Praemisse/These ist, "das Gehirn fabriziert Gedanken"

Wenn man mit der ersten Prämisse startet "Es gibt nur Physik oder vom Gehirn produzierte Gedanken", dann folgt banalerweise, dass es keinen absoluten Sinn gibt, da der kein vom Gehirn produzierter Gedanke wäre. Eine Schlussfolgerung muss ja immer schon in den Prämissen enthalten sein. Auf Grundlage der Prämisse den absoluten Sinn auszuschließen, das ist also kein Kunstwerk. Wenn ich als Prämisse P1 setzen würde - was ich nicht tue - "Es gibt auf jeden Fall einen absoluten Sinn des Lebens" dann würde jede Schlussfolgerung, die nicht unlogisch ist, auch immer damit stimmig sein müssen. Das wäre ebenfalls kein großes Kunstwerk und nicht sonderlich spannend, weil es die brenzligen Fragen schon von vorne herein zur Seite drängt.

Außerdem stimmt es nicht, dass deine einzige Prämisse ist, dass es nur Physik und Gedanken gibt. Als weitere Prämisse wendest du an: "Jeder, der die Prämisse, dass es nur Physik und Gedanken gibt, anzweifelt, der ist von Wunschdenken oder Missbrauch motiviert." Das ist ein Versuch, die erste Prämisse gegen Kritik zu isolieren, indem nun jede rationale Kritik als Wunschdenken abgetan werden kann.

Aber beide von dir genannten Prämissen finde ich nicht überzeugend, aus Gründen die nun folgen.

Gut beobachtet. Du hast hier ins Schwarze getroffen - aber anderst als Du denkst. Die "Angst vor dem absoluten Sinn des Lebens" liegt nämlich hinter mir. Genau genommen jene Angst vor jenem absoluten Lebenssinn, dessen Erfüllung mir damals von Pastor Schmitz im Kommunion-Unterricht nachdrücklich per Androhung von Ewigem Höllenfeuer im Falle von dessen Nicht-Erfüllung an mein unschuldiges Kinder-Herzchen gelegt wurde. Deshalb darf ich Dir itzo ebenso nachdrücklich vorschlagen, dass Du Dir Deinen "Absoluten Sinn des Lebens" dahin zurücksteckst, wo Du ihn hergeholt hast.

Warum ich die Prämisse, dass ich von Wunschdenken getrieben bin, nicht ernst nehmen kann:

Ich komme aus einem ganz anderen Umfeld. Es war nicht explizit religionsfeindlich, aber Religion gegenüber einfach desinteressiert und sehr am "neuesten Stand" der Wissenschaft interessiert. Zu meinen frühesten Erinnerungen aus Kindergartenzeiten gehört, wie mir mein Vater mitteilte, dass immer, wenn ich etwas sage, schon bevor es mir bewusst ist, Signale durchs Gehirn schießen, die dann die Bewegungen meines Mundes herbeiführen. Oder, dass ich gar nicht die Welt direkt sehe, sondern, dass die Welt, die ich sehe, eigentlich aus Bildern, die "in meinem Gehirn" entstehen, besteht. Zu Göttern wurde mir gesagt, dass die antiken, rückständigen Menschen Angst vor der Natur hatten und dann halt die Naturkräfte vergöttert haben um sie kontrollierbarer zu machen, usw.

Das gab auch den Rahmen ab, in dem ich dann mein Weltbild entwickelte. Ich habe mich nicht konfirmieren lassen, weil ich die Kirche für unmoralisch und intellektuell dünn hielt, usw. Jetzt wo ich drüber nachdenke, fällt mir ein, dass ich noch einen Aufsatz aus der 10. Klasse habe, in dem wir untersuchen sollten, welcher Charakter in einem Buch "schuldig" ist, und ich geschrieben habe, dass man die Frage eigentlich nicht stellen kann, weil alles, was ein Mensch tut, nur notwendiger Effekt seiner DNA ist, die, in eine bestimmte Umwelt gesetzt wurde, und dass daher moralische Kategorien nur Illusionen sind.

Worauf ich hinauswill: Wirklich sehr oft, wenn ich anzweifle, dass der Geist nicht vollständig als Gehirneffekt erklärbar ist, wird mir "WUNSCHDENKEN!!!" entgegen gebrüllt. Aber ich frage mich dann, wen das beeindrucken soll? Mich beeindruckt es nämlich nicht. Ich hatte ein so biologistisches Weltbild, wie man es nur haben kann, bis circa zum 22. Lebensjahr, und ich könnte es sogar mit Schriftstücken beweisen. Und die Idee, dass ich bis dahin irgendwie klar denken konnte, und nun plötzlich ein Wunschdenken über mich hereinbrach, das mein Weltbild umkrempelte, ist einfach sehr krude. Ich glaube es ist eher umgekehrt: Dadurch, dass ich schon sehr früh, als aufnahmefähiges Kind, mit einem derartigen Weltbild vertraut wurde, sehe ich die Schwächen klarer.

Nun dazu, warum mich die dogmatische Bejahung deiner ersten Prämisse nicht überzeugt.

Genau darin, dass du den Pastor, zurecht, für sein Angstmachen einen scharfen Verweis erteilst, drückst du etwas aus, das ich nicht anders als absoluten moralischen Imperativ verstehen kann. Ein Mensch soll absolut nicht, unter keinen Umständen, einem Kind Angst vor ewiger Höllenverdammnis machen. Wenn das kein absolutes Gebot wäre, dann müsste es Situationen geben, in denen es nicht gültig wäre. Aber willst du das anerkennen? In genau dem Fall des Pastor leuchtet also das Absolute auf. Nur hat der Pastor den Gedanken an den absoluten Sinn, was eine absolute Verfehlung von ihm war, missbraucht. Missbrauch: Ein Wort was auch du benutzt und eben auch klar auf ein absolutes Gebot weist. Gäbe es Umstände, unter denen das, was du jetzt Missbrauch nennst, in Ordnung wäre? Wenn nicht, dann ist das Gebot, dass man nicht missbrauchen soll, absolut.

Und dieses Phänomen, dass wir im Leben - egal, was für eine Position wir in der Theorie affirmieren - doch immer wieder mit absoluten moralischen Geboten hantieren; der Fakt, dass es Wahnsinn wäre, die Gebote in der Praxis aufzugeben, lässt mich an deiner ersten Prämisse zweifeln. Absolute moralische Gebote sind ein Alltagsphänomen, wie es nicht alltäglicher sein könnte, und sie sprengen deine erste Prämisse, da sie nicht darein passen. Man müsste dann also sagen, dass wir zwar in der Praxis moralische Gebote anerkennen, sie aber nur Illusionen wären. Nach deiner Auslegung hat der Pastor, der dich verängstigt hat, z.B. nichts absolut falsches getan, da es nichts absolut falsches gibt. … Das scheint mir ein viel zu schnelles Verwerfen von natürlichen Teilen unseres Denkens als Illusion zu sein. Es ist eine genuine Möglichkeit, dass es so ist, aber sie ist bei weitem keine, die sich mit logischem Zwang jedem rationalen Wesen, das nicht vom Wunschdenken verwirrt wird, aufdrängen müsste.

Ich betrachte - aus eigener Erfahrung - die Durchsetzung eines "absoluten Lebenssinns" per Androhung von "Ewigem Höllenfeuer" als ein schweres VERBRECHEN. Die Einpflanzung existenzieller Furcht in unschuldige Kinderseelen ist etwas Unvergebbares, weil die Furcht das Gehirn nie wieder ganz verlassen wird - spätestens beim Sterben wird sie wiederkommen.

Genau das meinte ich oben. Du äußerst hier, vollkommen zu Recht, einen absolutes Gebot. Der Pastor hätte dieses Verbrechen nicht tun dürfen. Es ist ein absolutes Verbrechen.

Aber diese Äußerung widerspricht deinem theoretischen Weltbild. Nach deinem theoretischen Weltbild gibt es nur vom Gehirn produzierte Gedanken, keine absolut zu befolgende, also absolut sinnvolle Gebote.

Nach deinem offiziellen, theoretischen Weltbild war das Gehirn des Pastors halt chemisch so beschaffen, wie es beschaffen war, und das hat dazu geführt, dass er Missbrauch begangen hat. Nach deinem praktischen Weltbild hat er ein unvergebbares (ich würde sagen - absolutes) Verbrechen begangen. Ich sehe keinen Grund, der stark genug ist, hier das praktische Alltagsverständnis als Illusion abzutun.

Die Proklamation von extrinsischem (von außen einströmenden) absoluten (für alle verbindlichen) Lebenssinn IST der Versuch, Mono-Theismus in den Diskurs einzuschleusen, ohne dass Wort "Gott" zu gebrauchen - schon clever, trotzdem ein Trojanisches Pferd

Es stimmt, dass der Weg vom Anerkennen eines absoluten Sinnes sehr leicht zu einem Gott als absoluten Sinngeber führt. Aber führt er auch notwendig dahin? Die Buddhisten postulieren den achtfachen Pfad und das Ausbrechen aus dem Kreis der Wiedergeburten als absoluten Sinn des Lebens. Aber sie glauben nicht an einen Gott, sondern an einer karmische Grundstruktur der Wirklichkeit. Haben alle traditionellen, atheistischen Buddhisten bis jetzt es versäumt die Konsequenzen aus ihrem Denken zu ziehen? Ähnliches gilt für fernöstliche Religionen: Mir scheinen auch Daoismus und Konfuzianismus einen absoluten Sinn zu postulieren und so etwas wie der monotheistische Gott kommt bei ihnen nicht vor, sondern es geht eher darum sich harmonisch in so etwas wie die "Grundstruktur des Seins" einzufügen.

Alc^kxq


Nachtrag:


Ich habe die offizielle, explizite Prämisse "das Gehirn fabriziert Gedanken" als "Es gibt nur Physik oder vom Gehirn produzierte Gedanken" ausgelegt. Mir schien, dass letztendlich immer das damit gemeint war. Falls das eine Fehlcharakterisierung war, war es nicht absichtlich.

srteppox25


"Es gibt nur Physik oder vom Gehirn produzierte Gedanken"

Oh ja, DAS ware tatsächlich eine wissenschaftlich unhaltbare Hypothese.

Was ich "nur" behaupte ist "alles was wir wahrnehmen können, worüber wir wissen können, ist

1)UNMITTELBAR die physikalische Welt - also Objekte, und "was mit Objekten passiert" aka "Physikalische Phaenomene"

2)unsere eigenen Gedanken (unmittelbar) sowie die Gedanken eines anderen Menschen MITTELBAR, nämlich erst über eine Aktion des anderen Menschen also ein physikalisches Phaenomen welches eine physikalische Info-Quelle für den nichtphysikalischen Gedanken liefert. Das kann schon ein bloßes Augen-Blinzeln sein...

Das heisst ich unterscheide zwei bekannte bzw erfahrbare NATUREN von Existenz, die physikalische, für sich selbst existierende, und die nicht-physikalische im Gehirn des Menschen fabrizierte welt der Gedanken.

3)Daneben KANN es durchaus eine unbekannte und nicht in Erfahrung zu bringende ANZAHL anderer Naturen der Existenz geben, warum auch nicht...

Ein Beispiel hierfür ist, was mit "Gott" letzt-endlich gemeint ist bzw wie der per Definition sehr wohl existiert:

"Gott ist all das was an dem ursprünglichten Ursprung der Physikalischen Welt ist" - und da der ursprünglichste Ursprung sich selbst der Physikalischen Welt entziehen muss, um nicht höchstselbst wieder einen Ursprung zu haben, ist "Gott" in einer unbekannten Anzahl von unbekannten NATUREN der Existenz existierend, welche sich von der physikalischen Welt und den von ihr erst fabrizierten Welten der Gedanken unterscheidet. Die physikalische Welt als "EFFEKT-von-" geht auf eine unbekannte und nicht in erfahrbare ANZAHL von unverursachten Erst-Ursachen zurück, und die Praemisse im Kosmo-Logischen Argument "es ist exakt EIN Grund" ist dreist, nämlich ein behauptetes Wissen, wo man nicht wissen KANN, geschuldet einem "pontifikalen" (brückenschlagenden) Versuch, zwecks Mono-Theismus ]:D

s1te*ptp.o25


immer, wenn ich etwas sage, schon bevor es mir bewusst ist, Signale durchs Gehirn schießen, die dann die Bewegungen meines Mundes herbeiführen

ist so! Wurde gemessen.

dass ich gar nicht die Welt direkt sehe, sondern, dass die Welt, die ich sehe, eigentlich aus Bildern, die "in meinem Gehirn" entstehen, besteht.

ist so! Die Real-ISIERUNG, die WAHR-nehmung eines Objektes ist die Fabrikation eines nichtphysikalischen Bildes, einer Beschreibung im Gehirn. Der Mt.Everest passt nicht in unser Hirn, das fabrizierte unstoffliche Bild"nis"dagegen sehr wohl, aber unser Gehirn gibt uns die Illusion, das Bildnis befinde sich akkurat da, WO sich der Mt.Everest tatsächlich befindet. Entsprechendes gilt für jede andere Wahjrnehmung, z.B. die von Schmerz auf einem Körperteil (außerhalb des Gehirns) - das drastischste Beispiel ist der phantom-Schmerz, der auf einer nicht mehr vorhanden Gliedmaße gefühlt wird.

Zu Göttern wurde mir gesagt, dass die antiken, rückständigen Menschen Angst vor der Natur hatten und dann halt die Naturkräfte vergöttert haben um sie kontrollierbarer zu machen

ist so! Alle bekannten Götter sind vom Gehirn fabrizierte Bildnisse und Beschreibungen. Sie sind das nicht-physikalische Aequivalent zu dem "Goldenen Kalb" d.h. Theisten beten ein konzeptuelles, unstoffliches Bildnis an o:)

s[teppox25


Das heisst ich unterscheide zwei bekannte bzw erfahrbare NATUREN von Existenz

Ich hätte die Betonung anderst setzen wollen:

"Ich unterscheide zwei bekannte bzw. erfahrbare Naturen von Existenz"

Es gibt ja so einige New-Age-Spiritualisten, welche sagen "der Kosmos ist voll von Bewusstsein" -

das ist gut und schön, kann alles sein, ändert aber nichts daran, dass wir Wahrnehmung ausschließlich von physikalischen Objekten fabrizieren können, der nichtphysikalische gehirngemachte Abzug von der physikalischen Schablone sozusagen, und diejenigen, wo behaupten, sie könnten mit kosmischen Bewusstsein-en kommunizieren, das sind gewöhnlich Gurus, Bücher-Schreiber, Oberpriester eines Neuzeit-AbraKahdahbrahs.

Mwachd,iHeaugRen#zu66x6


Welchen Sinn hat denn das Leben der Tiere - die nicht die Art von Intelligenz und Bewusstsein haben wie der Mensch?

Der Mensch ist so unglaublich arrogant zu glauben, sein Leben sei "sinnvoller" als das aller anderen Lebewesen, nur weil er Intelligenz besitzt.

sJeCnsibelmxan


Was ist der Sinn des Lebens ?

Nahezu jeder Mensch kann seinem Leben selbst einen Sinn geben. Inwiefern Tiere dazu in der Lage sind, vermag ich nicht zu sagen.

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