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Ist das mein Leben? - Kranker Vater, verstorbene Schwester, usw.

B"alttimorxe hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forumsgemeinde!

Ich (weiblich, Ende 30) bin mit meinem Leben schon seit einer ganzen Weile überfordert und unglücklich. So richtig klar wird mir das erst langsam seit einigen Monaten. Um mir mal alles von der Seele zu schreiben, habe ich mich hier angemeldet.

Eigentlich ist vieles gut: Ich gehe einem Beruf nach, der mir gefällt. Ich habe eine glückliche Beziehung zu einem Mann, der mich liebt und den ich liebe. Wir planen eine gemeinsame Zukunft, wünschen uns Kinder und ein schönes Zuhause.

Aber ich kümmere mich um meinen Vater, der nach mittlerweile zwei Schlaganfällen nicht mehr alleine leben kann. Ich schreibe bewusst nicht "Ich pflege meinen Vater", weil er in vielen Bereichen zum Glück noch fit ist, noch einiges alleine bzw. mit Hilfe kann, aber trotzdem rund um die Uhr Aufsicht und Betreuung braucht.

Von seinem ersten Schlaganfall konnte er sich soweit erholen, dass er mit Unterstützung weiterhin alleine in seiner Wohnung leben konnte und es auch Aussicht auf kontinuierliche Verbesserung seines Zustands gab. In dieser Zeit hat er mir das Versprechen abgenommen, dass er nicht in ein Pflegeheim muss und ich mich um ihn kümmern werde, sollte er es irgendwann nicht mehr alleine schaffen. Leider erlitt er wenig später einen zweiten Schlaganfall und ist seitdem auf Hilfe angewiesen. Seitdem lebt er bei mir.

Weder er noch ich würden es anders haben wollen, aber die Situation ist alles andere als einfach und wird zunehmend schwieriger.

Meine Privatleben leidet immens darunter. Mein Freund ist in zweierlei Hinsicht eine große Unterstützung: er packt oft mit an und hilft aktiv mit UND hatte in dieser Zeit oft sehr viel Geduld und Verständnis, da viele unserer Bedürfnisse, Vorhaben, usw. auf der Strecke blieben. Aber mittlerweile gehen seine Geduld und sein Verständnis zuneige und ich verstehe es! Er macht sich, genau wie ich, viele Gedanken um unsere Zukunft, fragt sich wie unser Leben weitergehen soll, wenn es fast keine Zeit und keine Freiheit und Unabhängigkeit gibt. Unsere Pläne und Träume liegen auf Eis, aber wir werden beide nicht jünger. Meinem Freund geht es immer schlechter damit, wir streiten immer öfter...

Die Situation wirkt sich leider auch negativ auf meinen Beruf aus. Weil ich privat immer so eingespannt und gestresst bin, merke ich, dass ich in der Arbeit oft nicht die besten Ergebnisse liefern kann und bin dann von mir selbst enttäuscht.

Mein Vater ist leider keine einfache Person, oft ist es sehr schwer mit ihm zurecht zu kommen. Er ist sehr direkt und stur und mit seiner Art leider auch manchmal verletzend. Tagsüber, wenn ich arbeite, wird er von Pflegekräften betreut und es gab auch schon Beschwerden über das Verhalten meines Vaters.

Hinzu kommt, dass meine jüngere Schwester vor rund einem Jahr tödlich verunglückt ist. Das war sehr schlimm für mich und ist es bis heute. Wir hatten ein sehr enges, aber auch sehr schwieriges Verhältnis zueinander und bis heute belastet mich das sehr, weil wir unser ganzes Leben lang viele Konflikte miteinander hatten und mich einige noch immer "verfolgen".

Mein Vater weiß natürlich, dass sie nicht mehr da ist, aber nachdem er geistig nicht mehr ganz so fit ist, ist es ihm manchmal in einer Situation oft nicht richtig bewusst. Wenn er zum Beispiel mit etwas unzufrieden ist, regt er sich oft sehr auf und verlangt, dass er von meiner Schwester abgeholt wird, denn bei der würde er es besser haben, sie würde sich besser kümmern und alles besser machen. Sie war auch immer ein "Papakind" und für ihn auch die "kleine Prinzessin".

Ich gestehe mir das oft selbst nicht zu, weil mein Vater oft nicht weiß, was er sagt, aber trotzdem verletzt es mich, wenn er solche Sachen sagt. Nicht nur, aber auch deshalb, weil meine Schwester sich nie um irgendetwas oder irgendjemanden gekümmert hat. Es fühlt sich nicht gut an, das aufzuschreiben, aber es ist so. Ich meine das gar nicht unbedingt vorwurfsvoll, sondern eher neidisch.

Meine Schwester war zwar jünger als ich, aber sie war die Mutige von uns beiden. Sie hat immer das getan, was sie wollte. Nicht nur geträumt, sondern auch gemacht. Manchmal ohne Rücksicht auf andere, aber trotzdem habe ich sie oft dafür bewundert. Sie hat ihr Ding durchgezogen, die halbe Welt bereist und es war ihr egal, was andere denken oder erwarten. Oft hat genau das eben zu Konflikten zwischen uns geführt, ich habe ihr Egoismus vorgeworfen, sie mir Eifersucht. Aber eigentlich hatten wir uns sehr lieb und standen uns sehr nahe, auch wenn wir so verschieden sind.

Jedenfalls ist die schwierige Beziehung zu meiner Schwester noch immer ein großes Thema, das mich sehr beschäftigt.

Und gerade jetzt, wo mir die Situation mit meinem Vater zunehmend über den Kopf wächst, meine Beziehung und meine Arbeit immer mehr darunter leiden, denke ich immer öfter an einen Satz den meine Schwester einmal zu mir gesagt hat, als es darum ging, dass sie immer ihre Pläne verwirklicht und so unabhängig ist, dabei aber auch oft abhaut und alle zurücklässt, während mein eigenes Leben schon oft nicht oberste Priorität für mich hatte, weil ich mich um andere kümmern musste. Sie sagte damals: "Du hast es dir so ausgesucht."

Mit diesem Satz hadere ich in letzter Zeit sehr und ich frage mich, ob es wahr ist. Habe ich mir das wirklich so ausgesucht? Immer den vernünftigen, rücksichtsvollen Weg gehen, niemanden zurücklassen, niemanden enttäuschen, immer Kompromisse finden, oft in persönlichen Belangen zurückstecken.

Im Moment habe ich vor allem Angst, um meine Zukunft und wie es weitergehen soll. Ich liebe meinen Freund über alles und möchte endlich mein Leben mit ihm beginnen, aber ich weiß nicht, wie lange unsere Beziehung der Situation mit meinem Vater noch standhält. Meinen Vater liebe ich auch und mein Versprechen, mich um ihn zu kümmern, möchte ich nicht brechen. An den Tagen, an dem es gut mit ihm läuft, hoffe ich, dass er noch so lange wie möglich so weiterlebt und sich sein Zustand nicht verschlechtert. Und gleichzeitig denke ich an den schwierigen Tagen, dass mir dadurch auch meine Lebenszeit genommen wird.

Na, und manchmal würde ich einfach gerne zum Flughafen fahren, ein Ticket nach Südamerika oder Asien kaufen und mir ganz alleine die Welt anschauen, um von niemanden mehr etwas hören oder sehen zu müssen.

Sorry, wenn mein Text zum Ende hin etwas konfus geworden ist. Ich fürchte, dass es für mich keine Lösung gibt, weil ich nicht weiß, was ich ändern könnte. Irgendwann wird sich alles ändern, wenn mein Vater älter wird und irgendwann auch geht. Das will ich natürlich nicht und trotzdem ist es jetzt sehr belastend für mich.

Danke für's Lesen!

Antworten
mtini5mia


@ Baltimore

"Du hast es dir so ausgesucht."

In gewisser Weise hat sie recht. Du hast in deinem Leben wieder und wieder die Entscheidung getroffen,....

Immer den vernünftigen, rücksichtsvollen Weg gehen, niemanden zurücklassen, niemanden enttäuschen, immer Kompromisse finden, oft in persönlichen Belangen zurückstecken.

Grundsätzlich ist an all diesen Merkmalen nichts auszusetzen, nur ein Wort stört mich enorm: Immer! Und hier fängst es an, für dich schädlich zu werden, wie du selbst jetzt in deiner Mehrfachbelastung spürst.

Und dass du immer, oder sagen wir mal, viel zu oft deine Bedürfnisse hintenan stellst, ist mit Sicherheit eine Prägung aus Kindertagen. Deshalb dieses obige "in gewisser Weise". Versuche dir bewusst zu machen, warum du so sehr auf das Wohl anderer fixiert bist und dich dabei häufig aus den Augen verlierst. Sobald du weißt, woher deine Denk- und Verhaltensmuster rühren, kannst du anfangen, an ihnen zu arbeiten. Zu lernen, wo deine Grenzen sind und vor allem diese dann auch einzuhalten. Du musst jetzt kein Ticket nach Asien lösen, sondern das Ticket deines Lebens.

Und meine ersten Schritte wären, eine Therapie für dich anzustreben und eine Vollpflege für den Vater zu beantragen. Das widerspricht nicht deinem Versprechen, denn du kümmerst dich darum, dass er versorgt ist, und dass dort vernünftiges Pflegepersonal ist. Und völlig egal, ob die sich beschweren. Dein Vater ist nicht der erste und wird nicht der letzte Pflegebedürftige sein, der nicht so einfach zu handhaben ist.

Mir scheint, deine Schwester und du wart komplett unterschiedlich. Sie zu sehr auf sich selbst bedacht und du zu wenig auf dich. Es gilt die goldene Mitte zu finden. Und wie das nun vonstatten geht, kannst du dir selber aussuchen (um bei den Worten deiner Schwester zu bleiben). :)*

_.SurfIexrin


Da kann ich deinen Freund verstehen. Er möchte ein Leben haben und nicht immer nur helfen müssen und Probleme wälzen.

W"ältCi


Mir gehts auch so, dass ich Deinen Freund verstehe. Du hast mit Deinem Vater eine schwierige Aufgabe, und bei aller Achtung dafür, was Du Dir bereitwillig auflädtst (dabei ist es egal, ob Du das so gewählt hast oder nicht): Halte Dich weniger daran fest, als an dem, was in Deinem Leben positiv ist, wenn Du mit diesem Mann eine Zukunft haben willst.

Ich habe eine glückliche Beziehung zu einem Mann, der mich liebt und den ich liebe. Wir planen eine gemeinsame Zukunft, wünschen uns Kinder und ein schönes Zuhause.

Es ist Deine Wahl. Letztlich bestimmst Du, wie es weitergeht. Deine Schwester holst Du nicht zurück, wie auch immer. Für Deinen Vater bist Du nur bedingt verantwortlich, jedenfalls nicht so, dass Dein eigenes Leben nicht mehr stattfinden kann.

K(lexio


Baltimore

Sorry, wenn mein Text zum Ende hin etwas konfus geworden ist. Ich fürchte, dass es für mich keine Lösung gibt, weil ich nicht weiß, was ich ändern könnte. Irgendwann wird sich alles ändern, wenn mein Vater älter wird und irgendwann auch geht. Das will ich natürlich nicht und trotzdem ist es jetzt sehr belastend für mich.

Ich kann alles gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Inwieweit Du doch eine andere Lösung für Dich findest, wirst Du entscheiden, wie auch bisher. Es ist ja nichts in Stein gemeißelt. Soweit scheinst Du die Situation so behalten zu wollen.

soindTbtaQd4x5


Hallo........

Ich kann dich sehr gut verstehen....der Verlust eines geliebten Menschen ist sehr traurig und man fragt sich warum....man such nach Antworten und spielt alles durch...wie warum und weshalb ist das so....ich möchte es Dir gerne beantworten.......es wollen viele Menschen nicht begreifen...doch das Leben ist nur ein Wimperschlag...denk mal daran...man.... wie ist die Zeit vergangen und man Blick in die Vergangenheit schaut Bilder an ........die schönen oder nicht schönen Erinnerung...z.B....Musik...Augenblicke....Momente....all das macht das Leben und es ist schön sich daran zu erinnern.....Doch denk einfach mal daran...wir sind hier damit deine Seele lernt...sich weiter entwickelt....weiter und weiter....der Tod und das Leben danach...ich gebe Dir ein wirklich guten Buchtipp einer Sterbebegleiterin die Psychiaterin war und viele Auszeichnung bekommen hat......sie heisst Elisabeth-Kübler-Ross........sie wird dir deine Fragen beantworten....es gibt viele Bücher von ihr....glaub mir es wird Dir wirklich helfen.....bitte schau einfach mal nach ganz unverbindlich nach......bei Google zufinden...sie hat mir sehr geholfen.......mein Vater ist vor zwei Jahren gestorben....nun sehe ich es mit einem anderem Gefühl und Sichtweise........sie kann es in Dir vermitteln......bitte mach es....Elisabeth-Kübler-Ross...Ganz liebe Grüße Christian........ :)^ @:)

B!al"timoFre


Danke für eure Antworten!

In gewisser Weise hat sie recht. Du hast in deinem Leben wieder und wieder die Entscheidung getroffen,....

Ja, rückblickend stimmt das mit Sicherheit. Ich trage die Verantwortung für mein Leben und die Entscheidungen, die ich getroffen habe, selbst. Trotzdem war es für mich oft so, dass ich das Gefühl hatte, eben gar nicht die Wahl zu haben.

Als meine Schwester und ich noch zu zweit waren und es galt Entscheidungen zusammen zu treffen, gerade seit mein Vater Betreuung braucht, hat sie sich vom Acker gemacht und ihre Pläne weiter verfolgt. Und einer musste eben bleiben und die Verantwortung übernehmen.

Versuche dir bewusst zu machen, warum du so sehr auf das Wohl anderer fixiert bist und dich dabei häufig aus den Augen verlierst. Sobald du weißt, woher deine Denk- und Verhaltensmuster rühren, kannst du anfangen, an ihnen zu arbeiten.

Danke, das ist wahrscheinlich der Entscheidende Punkt. Ich bin in meinem Leben oft den einfachen Weg gegangen, soll heißen: so geradlinig wie möglich, nirgendwo anecken, niemanden auf den Schlips treten, mein Umfeld zufrieden stellen, den Erwartungen entsprachen, usw. Zum Teil war das für mich ja auch gut so, weil es mir es auch viele ruhige, problemlose Jahre ermöglicht hat. Auf der anderen Seite bleiben die eigenen wahren Träume und Pläne auf der Strecke, für die ich vielleicht mehr kämpfen hätte müssen und auch Gegenwind oder Kritik in Kauf nehmen. Jetzt habe ich das Gefühl, in einer Sackgasse zu stehen und ich weiß nicht, wie ich das Ruder noch herumreißen kann. Warum ist mir nicht früher aufgefallen, dass ich so nicht glücklich bin?

Und meine ersten Schritte wären, eine Therapie für dich anzustreben und eine Vollpflege für den Vater zu beantragen. Das widerspricht nicht deinem Versprechen, denn du kümmerst dich darum, dass er versorgt ist, und dass dort vernünftiges Pflegepersonal ist. Und völlig egal, ob die sich beschweren. Dein Vater ist nicht der erste und wird nicht der letzte Pflegebedürftige sein, der nicht so einfach zu handhaben ist.

An eine Therapie habe ich auch schon gedacht, weil es vieles gibt, was mich schon länger belastet und ich glaube gerade meine Verhaltensmuster zu durchbrechen ist etwas, was man nicht von heute auf morgen ohne Hilfe schafft. Ich weiß ja gar nicht so richtig, wo ich ansetzen müsste.

Meinst du mit Vollpflege, jemanden rund um die Uhr ins Haus zu holen oder einen Platz in einem Pflegeheim? Ins Pflegeheim möchte er nämlich keinen falls und ich habe ihm das Versprechen gegeben, dass er nicht da hin muss.

Eine 24h-Pflegekraft ist aus zwei Gründen nicht möglich: finanziell wäre es nur ganz schwer zu stemmen, eigentlich fast gar nicht. Das größere Problem ist aber, dass eine Vollzeitpflegekraft natürlich gesetzlichen Anspruch auf ein eigenes Zimmer hat. Sie braucht ja auch einen Schlafplatz, klar. Aber dieses Zimmer haben wir leider nicht. :-(

Mir scheint, deine Schwester und du wart komplett unterschiedlich. Sie zu sehr auf sich selbst bedacht und du zu wenig auf dich. Es gilt die goldene Mitte zu finden. Und wie das nun vonstatten geht, kannst du dir selber aussuchen (um bei den Worten deiner Schwester zu bleiben).

Das stimmt, sie war ganz anders und auch wenn ich ihre oft egoistische und rücksichtslose Art oft verflucht habe, wollte ich oft mehr so sein wie sie: abenteuerlustig, selbstbewusst, mutig, zielstrebig. Leider fehlt mir das und ich habe ja oft schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich in vergleichsweise kleinen Fragen mal in erster Linie an mich denke und zu meinen Gunsten entscheide. Ich fühle mich dann immer sofort furchtbar schlecht, egoistisch usw. Aber du hast recht, ein Mittelweg wäre wohl optimal.

Da kann ich deinen Freund verstehen. Er möchte ein Leben haben und nicht immer nur helfen müssen und Probleme wälzen.

Ich verstehe ihn doch auch mehr als gut. Ich liebe ihn über alles und eigentlich sollte sich mein Leben hauptsächlich um unsere Beziehung und unsere Zukunft drehen. Ich will das doch so nicht und meine größte Angst ist, dass unsere Beziehung bald den Bach runter geht. Was ich aus Sicht meines Freundes sehr gut verstehen könnte. Er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben, wir wollen eine Familie gründen und ich will ihn wirklich nicht verlieren. Aber ich weiß nicht, wie ich die Situation ändern kann ohne meinen Vater im Stich zu lassen und mein Versprechen zu brechen. Er ist immerhin die einzige enge Familie, die ich noch habe und wer weiß, wie lange noch.

Es ist ja nichts in Stein gemeißelt. Soweit scheinst Du die Situation so behalten zu wollen.

Nein, nicht wirklich. Aber das ist bei mir wieder der Punkt. Ich habe nicht den Mut und das Selbstvertrauen eine Entscheidung zu treffen, bei der ich andere wahrscheinlich verletze oder im Stich lasse. Ich habe Angst davor, aber eigentlich will ich im Moment nur raus aus meiner Lebenssituation.

AXngelD`ream19x95


Liebe Fragestellerin,

Ich finde es super, das du dich so um deinen Vater kümmerst. Das Versprechen solltest du auch einhalten, sein letzter Wille. Sonst würdest du mit Schuldgefühlen weiterleben.

Zu deinem Freund: Wenn er dich liebt, akzeptiert er deine Lage. Klar ist es nicht unbedingt schön für ihn, sich jetzt mit deinen Problemem ausseinander setzen zu müssen. Aber es wird nicht immer so weiter gehen, dass mach ihm klar. Vielleicht kannst du nochmal deinen Vater umstimmen. Das er doch in ein Altenheim geht, und man sich besucht, oder eine andere Möglichkeit, die nicht so ins Geld geht.

Zu deinem Familienwunsch: Du bist Ende 30 und hast noch keine Kinder? Die Zeit rennt, und es kommt meist immer anders wie man denkt. Meine Mutter ist mit 40 in die Wechseljahre gekommen, ob sie wollte oder nicht. Vielleicht hat dein Vater auch mehr Verständnis für Eure Lage, wenn du jetzt schwanger werden solltest. Wer weiß, da ändert sich ja alles. Ich würde nicht mehr allzulange warten. Nicht das der Stress mit deinm Vater dir deine Zukunft kaputt macht.

Alles Gute!

w, 21

hCiklepines


Liebe Baltimore,

ich glaube, du wirst nicht umhin kommen zu akzeptieren, dass du das Versprechen, dass dir dein Vater abgerungen hat, nicht ohne weiteres wirst halten können. Nicht ins Heim zu müssen, dass wünschen sich fast alle. Wer will das schon? Und dennoch muss man manchmal einfach sehen, dass es nicht anders geht. Und glaube mir, ich spreche da wirklich aus absolut nähester Erfahrung!

Wenn du so weiter machst, gehst du und deine Beziehung, vielleicht auch deine Arbeit (?) daran möglicherweise kaputt. Und das wäre nachher auch schädlich für deine Vater.

Vielleicht könntest du dich mal beraten lassen, es gibt ja auch WGs für Menschen mit Parkinson-Erkrankung. Das ist schon deutlich was anderes, als ein "Heim".

BCal"timxore


Zu deinem Freund: Wenn er dich liebt, akzeptiert er deine Lage. Klar ist es nicht unbedingt schön für ihn, sich jetzt mit deinen Problemem ausseinander setzen zu müssen. Aber es wird nicht immer so weiter gehen, dass mach ihm klar.

Er liebt mich und hat die ganze Zeit wirklich sehr viel Akzeptanz, Geduld, Verständnis gezeigt und mich toll unterstützt. Er hat eigentlich auch ein gutes Verhältnis zu meinem Vater, aber mittlerweile ist die Situation einfach belastend und mühselig. Wir sind beide oft genervt und gestresst von der Unflexibilität und Gebundenheit, der Verantwortung und auch den Eskapaden, die mein Vater manchmal an den Tag legt. Und wenn wir dann doch mal Zeit für uns haben, ist es für mich schwer mich zu entspannen, weil ich so ausgebrannt bin und ständig im Hinterkopf habe, was alles zu tun ist. Es ist einfach total schwierig mit jemanden wie mehr eine Beziehung zu führen :-/ Aber mein Freund liebt mich sehr und will ja an unserer Beziehung festhalten.

Du bist Ende 30 und hast noch keine Kinder? Die Zeit rennt, und es kommt meist immer anders wie man denkt. Meine Mutter ist mit 40 in die Wechseljahre gekommen, ob sie wollte oder nicht. Vielleicht hat dein Vater auch mehr Verständnis für Eure Lage, wenn du jetzt schwanger werden solltest. Wer weiß, da ändert sich ja alles. Ich würde nicht mehr allzulange warten. Nicht das der Stress mit deinm Vater dir deine Zukunft kaputt macht.

Ganz genau das ist, was mich mit am meisten belastet. Wir wünschen uns schon lange Kinder und wollten schon vor ein paar Jahren die Familienplanung aktiv in Angriff nehmen. Aber immer kam etwas dazwischen, so blöd es auch klingt. Als dann Anfang 2015 meine Schwester verunglückte war für mich das Thema erstmal auf Eis und die Situation mit meinem Vater war ja schon vorher schwierig und sehr einnehmend. Jetzt versuchen, schwanger zu werden und später mit Baby - das packe ich, glaube ich nicht. Nicht mit meinem Vater im selben Haus.

Aber es stimmt, meine biologische Uhr tickt. Ich bin 37, fast 38, wollte ja eigentlich nie eine "späte" Mutter werden und jetzt habe ich Angst, dass meine Zeit abläuft, bevor wir es überhaupt versucht haben.

Natürlich ist die Situation mit meinem Vater nicht dauerhaft, aber man hofft ja trotzdem, dass er noch so lange wie möglich am Leben bleibt und es ihm möglichst gut geht.

Liebe Baltimore,

ich glaube, du wirst nicht umhin kommen zu akzeptieren, dass du das Versprechen, dass dir dein Vater abgerungen hat, nicht ohne weiteres wirst halten können. Nicht ins Heim zu müssen, dass wünschen sich fast alle. Wer will das schon? Und dennoch muss man manchmal einfach sehen, dass es nicht anders geht. Und glaube mir, ich spreche da wirklich aus absolut nähester Erfahrung!

Ach, weißt du, wenn ich das so lese, denke ich: Ja, irgendwie stimmt das. Und auf der anderen Seite ist es bei meinem Vater eben so, dass er zwar beeinträchtigt ist und nicht alleine gelassen werden kann, aber trotzdem vergleichsweise okay ist und phasenweise total klar.

Ich weiß nicht, wie ich das machen soll. Wie übers Herz bringen und damit klarkommen. Vor allem, weil er sich wirklich total dagegenlehnt. Es ist ganz schwierig überhaupt darüber zu reden. Wenn es beispielsweise darum geht, dass jemand aus der Bekanntschaft ins Heim gezogen ist, schimpft mein Vater lautstark über dessen Kinder, die hätten ihn abgeschoben, undankbares Pack, usw. Was natürlich Schwarzseherei ist, aber naja. Es macht es mir nicht leichter.

Und so blöd es klingen mag... Wenn meine Schwester noch da wäre und wir das zusammen entscheiden könnten, würde es mir vielleicht leichter fallen.

h~ikleiinxes


Aber lass dir doch nicht dein Leben kaputt machen von solchen Kommentaren? ich sage bewusst nicht, "von deinem Vater", sondern von solchen Kommentaren, so einer Weltsicht. Eins meiner Elternteile musste mit 60 gepflegt werden. Ging freiwillig ins Heim, weil sonst die Kinder oder der Partner hätte auf den Job verzichten müssen. Das war unglaublich schwer und schrecklich und unpassend, mit sechzig. Aber die einzig lebbare Alternative für alle Beteiligten.

Such dir Alternativen! Eine WG, ambulante Pflege tagsüber, alle ziehen um und vor Ort wird eine bessere Lösung gesucht (jemand wohnt bei euch) usw. Es gibt Sozialstationen, die einen in all solchen Lebenslagen beraten und Ideen vermitteln.

Bgalt\imoare


Ja, du hast ja recht.

Mein Freund und ich werden uns auf jeden Fall noch einmal intensiv beraten lassen, was für uns alle eine gute Lösung wäre und finanziell machbar. Danke für die Idee. Was mir auch in den Sinn kommt, ist, dass mein Vater Alternativideen vielleicht auch eher annimmt, wenn er sie von einem Außenstehenden erklärt bekommt und nicht von mir.

mdin'imixa


Trotzdem war es für mich oft so, dass ich das Gefühl hatte, eben gar nicht die Wahl zu haben.

Genau, es ist dein Gefühl, aber es entspricht nicht den Tatsachen, nicht der Realität.

Und einer musste eben bleiben und die Verantwortung übernehmen.

Deine Wert- und Moralvorstellungen formen dieses "musste eben bleiben". Sich nicht vor einer Verantwortung zu drücken, ist charakterlich stark, kippt aber in "selbstverletzend", wenn die eigenen Grenzen und Bedürfnisse beginnen, sich aufzulösen und den Verantwortungsbewussten krank zu machen.

Warum ist mir nicht früher aufgefallen, dass ich so nicht glücklich bin?

Weil Erkenntnisprozesse ihre Zeit brauchen. Dazu zählt auch, die wachsende innere Bereitschaft, anzuerkennen, dass man eben nicht glücklich ist bzw. auf dem besten Wege, das noch verbliebene Gute im Leben dem Versprechen an den Vater unterzuordnen.

meine Verhaltensmuster zu durchbrechen ist etwas, was man nicht von heute auf morgen ohne Hilfe schafft. Ich weiß ja gar nicht so richtig, wo ich ansetzen müsste.

Absolut richtig, und deshalb braucht es da einen Fachmann als Begleitung. Du darfst dir eine Therapie auch nicht wie eine Ex-und-Hopp-Geschichte vorstellen. Du wirst dort die Zeit und Möglichkeiten haben, deine emotionale Entwicklung zu erarbeiten. Bisher erfasst du all die rationalen Gründe, die für ein selbstbestimmtes Leben sprechen, in der Therapie lernst und erfährst du, auch emotional dahinter zu stehen.

ich ihre oft egoistische und rücksichtslose Art oft verflucht habe,

Na, da hat sich die eine Tochter ordentlich was vom Vater abgeschaut. Der hat schon gewusst, warum er mit dem Versprechen zu dir gekommen ist.

Ich will das doch so nicht und meine größte Angst ist, dass unsere Beziehung bald den Bach runter geht.

Dann werde jetzt tätig! Suche noch heute nach Therapeuten in deiner Umgebung (Internet) und rufe sie an, ob sie einen Platz frei hätten, mache ruhig mit mehreren einen Termin aus, denn du weißt ja noch nicht, mit welchem die Chemie stimmen wird und selbst das Warten auf den Ersttermin kann eine Weile dauern, sprich mit deiner Krankenkasse, um deren Procedere zu erfahren. Auch die Antragstellung auf Therapie kann einige Zeit brauchen, deshalb: Lege heute los!

Aber ich weiß nicht, wie ich die Situation ändern kann ohne meinen Vater im Stich zu lassen und mein Versprechen zu brechen.

Du lässt deinen Vater nicht im Stich! Welche Veränderungen auch immer nun kommen mögen, du wirst sie immer unter dem Gesichtspunkt treffen, dass dein Vater dort objektiv gut aufgehoben ist. Und meiner Meinung nach, kann man ein Versprechen nur wirklich wirksam abgeben, wenn zu diesem Zeitpunkt alle Eventualitäten bekannt waren. Und dein Vater auch alles dafür tut, dass dir das Einhalten dieses Versprechens möglich gemacht wird.

Er ist immerhin die einzige enge Familie, die ich noch habe und wer weiß, wie lange noch.

Und das nutzt er weidlich aus.

schimpft mein Vater lautstark über dessen Kinder, die hätten ihn abgeschoben, undankbares Pack, usw. Was natürlich Schwarzseherei ist, aber naja. Es macht es mir nicht leichter.

Das soll es ja auch aus Sicht deines Vaters nicht. Denn dann würden seine Wünsche nicht mehr berücksichtigt werden, aber das will er um jeden Preis, deshalb schreckt er auch nicht vor der Abwertung "undankbares Pack "zurück.

Wessen Egoismus wird also letztendlich siegen? Der deines Vaters, der übrigens seine Lebensgestaltung hinter sich hat - u. a. Kinder zu haben - , und der der nachgiebigen Tochter ein Versprechen abgerungen hat, was ich übrigens in der Form ultra-unfair und realitätsfern finde, sich wieder und wieder eines psychologischen Druckmittels bedient, wenn er merkt, dass die Tochter droht, wegzubrechen, der nur sich und seine Bedürfnisse sieht und dich nicht mal unterstützt, indem er sich einfach vernünftig benimmt und deinen Einsatz zu schätzen weiß. Der dich mit deinem Versprechen an ihn und das Haus kettet und das ohne Rücksicht und Einsicht einfordert? Oder deiner, weil du bereits erlebst, wie wichtige Aspekte in deinem Leben das Bröseln anfangen. Du dich zunehmend ausgelaugter fühlst, und siehst, wie dir deine Lebensplanung davon zu schwimmen und der Mensch, den du über alles liebst, abzuspringen droht.

Such dir Alternativen! Eine WG ... Es gibt Sozialstationen, die einen in all solchen Lebenslagen beraten und Ideen vermitteln.

Ok, die Vollpflege geht nicht, dann finde ich diesen Vorschlag hier sehr gut.

Was mir auch in den Sinn kommt, ist, dass mein Vater Alternativideen vielleicht auch eher annimmt, wenn er sie von einem Außenstehenden erklärt bekommt und nicht von mir.

Ich drücke dir die Daumen. :)*

AmngelD@ream+199x5


Liebe Fragestellerin,

Ich habe nochmal über dein Problem ernsthaft nachgedacht. Auch wenn ich jetzt hier bestimmt negative Kommentare bekomme, bin ich der Meinung: Dein Vater hat sein Leben gelebt. Er hat Kinder in die Welt gesetzt etc. Du hast allerdings noch nicht dein Leben gelebt, hast vieles noch vor dir. Dein Vater nutzt deine gutmütigkeit aus. Mit seinen Bemerkungen wie "undankbares Pack", will er dich nur abschrecken, oder dir ein schlechtes Gewissen machen. Es ist doch bequemer für ihn, bei euch zu bleiben. Klar hast du ihm das Versprechen gegeben, das hätte ich wahrscheinlich auch gemacht. Aber für dich geht es jetzt um die Wurst. Etweder du pflegst deinen Vater weiter, und es geht in der Zukunft in die Hose, oder du findest eine Alternative für ihn. Es gibt soviele Möglichkeiten. Wenn er immer noch abgeneigt ist (dein Vater) sorry, dann ist er ein egoist. Sag ihm du willst Familie haben usw. da muss man doch als Vater Verständnis für haben. Außerdem kannst du nie wissen wie lange dein Vater noch lebt. 10 Jahre vielleicht? Überleg mal

wie dann deine Welt aussieht. DU wirst es bereuen.

Deswegen mein Tipp: Lass dich beraten, finde was anderes ertragbares für ihn. Wenn er dann sauer auf dich sein sollte, OBWOHL du ihm alles erklärt hast, sorry dann versteh ich die Welt nicht mehr. DAS WÄRE DANN UNDANKBAR!

Viel Erfolg :)*

BIirkZe2nzw|eixg


habt ihr denn schonmal über betreutes wohnen nachgedacht?

meine oma war da, allein auch nich mehr tragbar, aber in der wohnung konnte sie allein wohnen. das war an ein altersheim angegrenzt, so daß immer pflege greifbar war - und ihr hats gefallen

abgesehen davon - ich arbeite in der häuslichen krankenpflege- kenne ich einige leute, die erst gar nich ins heim wollten und jetzt finden sie es da toll

und dann versuch mal, umzudenken: dein vater hat dir das versprechen abgenommen- du hättest also von dir aus das gar nich versprochen? und jetzt findest du dich egoistisch, bei dem gedanken, ihn doch in ein heim zu geben?

ich finde es sehr egoistisch von deinem vater. wenn man das mal ganz platt betrachtet, runiniert er dich, deine beziehung, deine arbeit und wenn das erledigt is, wird er sterben- tolle aussichten

und jetzt überleg nochmal, WER wirklich egoistisch is

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