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Totaler Frust durch berufliche Zäsur

Alias 727075 hat die Diskussion gestartet


Seit einer Woche komme ich nicht mehr zur Ruhe. Im Job hab ich eine tolle Zusatzaufgabe - gehabt. Plötzlich und für mich wirklich komplett unerwartet wurde mir eröffnet, dass ich diese Aufgabe nun für längere Zeit nicht mehr machen darf. Die Gründe sind für mich nicht so richtig nachvollziehbar, sollen aber hier nicht das eigentliche Thema sein. Dass ich es nicht nachvollziehen kann, macht es aber definitiv nicht leichter für mich.

Mein Problem ist nun, dass ich überhaupt nicht damit klar komme. Ich schlafe kaum noch, hab kaum Appetit, mir ist schlecht, ich weine wegen jedem Mist, stopfe kiloweise Schokolade in mich rein, versuche mich abzulenken, aber nichts hilft. Kein Stück. Theoretisch weiß ich, dass es nix bringt, sich davon auffressen zu lassen, aber praktisch sitze ich total im Loch, kann mich morgens kaum überwinden aufzustehen, hab keine Lust auf gar nix. Wenn meine Kinder nicht wären, würde ich... Ach keine Ahnung, was ich dann würde. Denen tut es jedenfalls auch nicht gut, wenn es mir so schlecht geht.

Vielleicht hat mir jemand einen praktischen Tipp oder eigene Erfahrungswerte, wie ich mich da wieder rausziehen kann...? Mit dem Chef reden kann ich gerade nicht, der hat nämlich Urlaub.

Danke,

Antworten
KDleeiRo


Alias 727075

Seit einer Woche komme ich nicht mehr zur Ruhe. Im Job hab ich eine tolle Zusatzaufgabe - gehabt. Plötzlich und für mich wirklich komplett unerwartet wurde mir eröffnet, dass ich diese Aufgabe nun für längere Zeit nicht mehr machen darf. Die Gründe sind für mich nicht so richtig nachvollziehbar, sollen aber hier nicht das eigentliche Thema sein. Dass ich es nicht nachvollziehen kann, macht es aber definitiv nicht leichter für mich.

Inwieweit spielt es eine Rolle, ob Du eine Anweisung Deines Vorgesetzten nachvollziehen kannst oder nicht?

Mein Problem ist nun, dass ich überhaupt nicht damit klar komme.

Was ist für Dich so schlimm daran, dass Du diese Zusatzaufgabe nicht mehr hast?

Ich schlafe kaum noch, hab kaum Appetit, mir ist schlecht, ich weine wegen jedem Mist, stopfe kiloweise Schokolade in mich rein, versuche mich abzulenken, aber nichts hilft. Kein Stück. Theoretisch weiß ich, dass es nix bringt, sich davon auffressen zu lassen, aber praktisch sitze ich total im Loch, kann mich morgens kaum überwinden aufzustehen, hab keine Lust auf gar nix. Wenn meine Kinder nicht wären, würde ich... Ach keine Ahnung, was ich dann würde. Denen tut es jedenfalls auch nicht gut, wenn es mir so schlecht geht.

Im Moment gibt es also zwei Dinge in Deinem Leben: Die nicht mehr vorhandene Zusatzaufgabe und Deine Kinder?

Vielleicht hat mir jemand einen praktischen Tipp oder eigene Erfahrungswerte, wie ich mich da wieder rausziehen kann...?

Ist Dein Job ohne der Zusatzaufgabe so unbefriedigend? Ist es Dein einziges Interesse außer Deinen Kindern?

Alias 727075


Danke Kleio dass Du mir hilfst mich zu sortieren.

Ich bin gerade in Elternzeit, daher ist der Zusatzjob neben meinen Kindern tatsächlich das, was ich eben so arbeite. Genauer mag ich das hier nicht beschreiben.

Inwieweit spielt es eine Rolle, ob Du eine Anweisung Deines Vorgesetzten nachvollziehen kannst oder nicht?

Das spielt für mich ehrlich gesagt eine gewaltige Rolle. Wenn ich es verstehe, kann ich es viel leichter akzeptieren als wenn es mir einfach nur unfair erscheint. Fügen muss ich mich natürlich so oder so, das steht nicht zur Debatte.

Was ist für Dich so schlimm daran, dass Du diese Zusatzaufgabe nicht mehr hast?

Sie hat mir riesigen Spaß gemacht und ich weiß nicht, ob ich sie jemals wieder machen darf. Außerdem fühle ich mich und meine bisherige Arbeit plötzlich und aus meiner Sicht ungerechtfertigt schlecht gemacht. Ich habe einen großen Gerechtigkeitssinn.

Ist Dein Job ohne der Zusatzaufgabe so unbefriedigend? Ist es Dein einziges Interesse außer Deinen Kindern?

Nein, es ist nicht mein einziges Interesse, aber es zieht mich gerade so runter, dass mir alles andere auch keinen Spaß machen will.

anug2L3x3


Nach einem abgeschlossenen Arbeitsleben habe ich den Eindruck, Du hast an das Arbeitsleben einen nicht erfüllbaren Anspruch: die Arbeit soll Spaß machen, zumindest die eigene Befindlichkeit aufbessern. Das ist nicht Sinn des Arbeitslebens. Wer so mit seiner Arbeit "verheiratet" ist, der fällt bei jeder fremden Entscheidung zu Ungunsten des Betreffenden in ein Loch. Auf die Entscheidung eines Vorgesetzten hat man meist wenig Einfluss; also gilt es sich davon emotional unabhängig zu machen. Das fällt schwer, sichert aber langfristig das eigene Überleben im Arbeitsleben.

Keine günstige Konstellation für Kleinkinder, wenn Mama oder Papa mit dem Arbeitsleben so unzufrieden sind, dass es sich auf den häuslichen Alltag auswirkt. Was ist wichtiger: Kinder oder eigenes Ego?

Alias 727075


die Arbeit soll Spaß machen ... Das ist nicht Sinn des Arbeitslebens.

Was ist der Sinn des Arbeitslebens?

Auf die Entscheidung eines Vorgesetzten hat man meist wenig Einfluss; also gilt es sich davon emotional unabhängig zu machen.

Tipps hierfür?

Keine günstige Konstellation für Kleinkinder, wenn Mama oder Papa mit dem Arbeitsleben so unzufrieden sind, dass es sich auf den häuslichen Alltag auswirkt.

Das habe ich bemerkt. Mit meinem sonstigen Arbeitsleben (momentan Elternzeit und auch nach der Elternzeit) bin ich eigentlich schon zufrieden, nur momentan gehts mir so beschissen.

Was ist wichtiger: Kinder oder eigenes Ego?

Unbestritten sind die Kinder das Allerwichtigste. Das weiß ich und bin dennoch frustriert.

aJugW2P3x3


Was ist der Sinn des Arbeitslebens?

Erfüllung der Grundbedürfnisse: Nahrung, Kleidung, Wohnung!

Aus diesem Grund haben die Menschen zu allen Zeiten gearbeitet; zunächst nur für sich selbst, später mit Spezialisierung war ihre Arbeit ein Tauschgeschäft mit Gegenleistung: Nahrung, Kleidung, Wohnung! Die Geldwirtschaft hat das weiter aufgedröselt und zum heutigen Zustand geführt.

Die heutige Arbeitswelt muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass man selbst keinen Spaß an seiner Arbeitsleistung hat. Dieser Spaß kann sich einstellen, wenn alles passt. Fatal wird es, wenn sich die Dinge so drehen, wie ich es bei Dir vermute: als Ablenkung in der Elternzeit wurde eine reizvolle Beschäftigung angeboten, die jenen "Spaß" macht. Was wäre gewesen, wenn sich diese Aufgabe nicht ergeben hätte; kann ja viele Gründe geben, warum gerade jetzt nicht?

NIor]dxi84


Ist denn jetzt nur diese Zusatzaufgabe weggefallen oder der ganze Job ? Wenn es ausschließlich um die Zusatzaufgabe geht dann klingt das für mich eher nach "verletztem Ego" und fehlender Bestätigung aus anderen Quellen, denn Job plus Einkommen sind ja noch vorhanden und deinen Kindern und deinem Umfeld ist sicherlich egal ob du diese Zusatzaufgabe noch hast oder nicht, die werden dich genau so wahrnehmen wie vorher auch.

Ja, es bleibt im Prinzip nur sich mit dem Gedanken anzufreunden "Job ist Job, der ist fürs Geld verdienen da" und sich dann Bestätigung und Selbstwertgefühl aus anderen Quellen zu besorgen, egal ob jetzt Kinder, Ehrenamt oder Hobby. Die Alternative wäre jetzt auf "stand by" zu schalten, das Ende der Elternzeit abzuwarten und sich dann kopfüber in die Karriere zu stürzen. Wäre den Kindern allerdings ehrlich gesagt auch nicht zu wünschen.

Alias 727075


Klar ist das ein verletztes Ego Problem, das weiß ich schon. Ich komm da trotzdem gerade nicht raus!

als Ablenkung in der Elternzeit wurde eine reizvolle Beschäftigung angeboten, die jenen "Spaß" macht.

Nee, den Zusatzjob hatte ich schon vor der Elternzeit. Eigentlich ist es eher eine Zusatzaufgabe zum sonstigen Betrieb und es war so gedacht, dass ich die Aufgabe auch während der Elternzeit bzw. unabhängig davon noch hab.

Ich finde nicht, dass Arbeit nur Broterwerb ist bzw. denke ich, dass es zumindest im Idealfall nicht so sein sollte. Das war meiner Meinung nach eher früher so. Vom Geld her macht es übrigens kaum einen Unterschied, ob ich die Zusatzaufgabe habe oder nicht.

Ja, es bleibt im Prinzip nur sich mit dem Gedanken anzufreunden "Job ist Job, der ist fürs Geld verdienen da" und sich dann Bestätigung und Selbstwertgefühl aus anderen Quellen zu besorgen, egal ob jetzt Kinder, Ehrenamt oder Hobby.

Vermutlich hast Du recht. Aber auch da fehlen mir gerade die Ideen (und auch die Kraft), welche Quellen ich dafür wie nutzen kann. Die Alternative (Karrieresau nach der Elternzeit) ist für mich keine.

h|iklexines


Liebe Alias,

du sagst es selbst: es ist ein Ego-Problem. Es ist weniger das Problem, was du nun wirklich tagsüber "mit dir anfängst", sondern es ist einfach schwierig zu akzeptieren, dass du deine Tätigkeit nicht mehr ausüben darfst.

Also denke ich, dass du diesen Punkt angehen musst. Nicht Alternativen finden, sondern mit der Tatsache an sich umgehen (lernen). Was sind die Gründe? Sind sie professioneller (z. B. betriebswirtschaftlicher) Natur, oder ist es dein "Fehler"? Was könnte ein weiteres Gespräch mit deinem Chef noch bringen? Wenn es sozusagen an dir liegt, was kannst du da anders machen, neu denken, wie kannst du die Kritik annehmen oder an die abprallen lassen? Und wenn es betriebswirtschaftlich ist: wie kannst du lernen, damit umzugehen, dass es Umstände sind, auf die du keinen Einfluss hast?

Alias 727075


Es ist weniger das Problem, was du nun wirklich tagsüber "mit dir anfängst", sondern es ist einfach schwierig zu akzeptieren, dass du deine Tätigkeit nicht mehr ausüben darfst.

Ganz genau! Das trifft es wirklich gut!

Und aus den Gründen werde ich eben nicht so richtig schlau. Angeblich hat es nix mit mir zu tun und ich habe auch keine Fehler gemacht. Angeblich sind sie professioneller Natur, aber es klingt für mich alles nicht schlüssig. Ein weiteres Gespräch mit dem Chef könnte vielleicht nochmal betonen, wie wichtig mir die Sache ist, aber mehr wohl auch nicht. Ich glaube, an sich ist da nix mehr für mich zu holen. In meinem Kopf führen sich täglich zig Gespräche mit meinem Chef, aber wie gesagt glaube ich nicht, dass es wirklich was bringen würde.

Dass es aus meiner Sicht so ein pseudo professionelles Ding ist und vielleicht versteckt doch persönlich oder dass man mir nicht die Wahrheit sagt, macht es für mich schwer, damit umzugehen bzw. etwas daraus zu lernen.

Nmo-rdix84


Die Frage ist halt: Würdest du dich überzeugen lassen das es wirklich professionelle Gründe hat oder würdest du immer wieder persönliche Gründe vermuten ? Denn wenn dem so ist (wovon ich gerade irgendwie ausgehe) dann bringt ein Gespräch natürlich nichts und jede Erklärung käme dir "pseudo professionell" vor. Ich denke du müsstest da wirklich irgendwie deinen verletzten Stolz überwinden, dann kannst du möglicherweise akzeptieren das es nicht an dir liegt. Nur wie sowas gehen soll weiß ich selbst eben auch nicht.

B,aYmbixene


@ Hallo Alias @:)

Ich kann deinen Kummer sehr gut nachvollziehen. Wenn wir beruflich was leisten, brauchen wir auch Annerkennung. Mir scheint du empfindest die Wegnahme dieser Zusatzaufgabe als eine Art Kritik. Zumindest so lange, bis du einen Grund erfährst, der dir für diese Veränderung plausibel erscheint.

Die Aussage deines Chefs, dassseine Entscheidung betriebliche Gründe habe, kannst du anscheinend nicht glauben. Das kann jedoch aus organisatorischen Gründen für ihn so stimmig sein. Oder es sind andere Gründe, die er lieber nicht sooooo genau erläutern möchte.

Ich tu mal so, als ob ich die Ehefrau vom deinem Chef wäre. Wir reden privat über diese Aufgabe und mein Mann erzählt mir, dass du sie nach wie vor erledigst und du deshalb noch ein auf unserer Gehaltsliste stehst. Dann frag ich meinen Mann, ob das rechtlich denn überhaupt in Ordung sei, da du ja in Elternzeit bist und demzufolge NICHT mehr arbeitest. Ich lege ihm nahe er solle sich schleunigst sachkundig machen. Er hingegen meint, er würde lieber nicht zuviel herumfragen, sondern diese Aufgabe lieber gleich an jemand anderen delegieren. Wenn du aus der Elternzeit zurückkommst, würde man dann weitersehen.

Wie sieht es rechtlich aus? Darfst du während der Elternzeit noch Teilaufgaben deiner Arbeit durchführen? Hast du dafür Geld bekommen?

Alias 727075


Würdest du dich überzeugen lassen das es wirklich professionelle Gründe hat oder würdest du immer wieder persönliche Gründe vermuten ?

Ich denke, ich würde mich überzeugen lassen, denn ich habe wirklich niemals auch nur annähernd damit gerechnet, dass da irgendwas mit mir und dieser meiner Arbeit oder zwischen mir und den Kollegen nicht stimmen sollte.

Bambiene, rechtlich gesehen ist es wohl wirklich nicht so 100%ig sauber, war es aber auch bisher schon nicht (ist nicht meine erste Elternzeit) und das wusste man auch vorher schon. Geld kriege ich nicht, das wird irgendwie verwurstelt, wenn ich wieder da bin. Sowas könnte man mir aber tatsächlich plausibel machen, damit würde ich viel besser klar kommen als das, wie man es mir jetzt verkauft.

Mir scheint du empfindest die Wegnahme dieser Zusatzaufgabe als eine Art Kritik. Zumindest so lange, bis du einen Grund erfährst, der dir für diese Veränderung plausibel erscheint.

Ja und ja!

BZambiXexne


Alias, ich wünscht ich könnte dir die passende Antwort geben, die dich mit dieser Entscheidung versöhnt und dir die Lebensfreude wieder zurück bringt.

Mir, als Außenstehende, fällt keine andere plausible Erklärung, als den von mir oben genannter Verdacht ein. Da die "Sache" rechtlich nicht ganz sauber ist, kannst du/können wir hier nicht genau wissen, welche Überlegungen und Gespräche dieser Entscheidung zugrunde liegen.

Und möglicherweise ist dein Chef in Kommunikationsfragen etwas ungeschickt oder er traut sich wirklich nicht, diese rechtliche Seite anzusprechen.

Fühl dich verstanden und mal ganz feste gedrückt. Ich hoffe sehr für dich, dass du nach deiner Rückkehr aus der Elternzeit, dieses Aufgabengebiet wieder zurückbekommst.

Alles Gute :)* @:)

hTikl<einexs


Kann es sein, dass dein Chef aus der rechtlich nicht ganz sauberen Sache rauswollte?

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