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Erfahrungen Nach einem psychosomatischem Klinikaufenthalt

T$his aTwailigh"t Gardxen hat die Diskussion gestartet


Hi,

mein Mann bekommt nun endlich nach langer Wartezeit einen Therapieplatz in einer psy. Klinik. Er hat seit 20 Jahren mittel - bis schwere depressive Phasen.

Ich bin dann die Zeit mit unseren 2 Kinder alleine und würde gerne Erfahrungen von anderen Betroffenen/Angehörigen lesen, in wie weit sich das Verhalten nach dem Aufenthalt verändert, vlt sogar verbessert hat?

Oder kann man das so gar nicht sagen?

Antworten
B'e#nit:aBx.


Das hängt davon ab, ob er sich aktiv einbringt, sich richtig ins Zeug legt und unliebsame Gewohnheiten erkennt und mit mitgegebenen Strategien umgehen lernt.

Gibt Menschen, die kriegen den Mund nicht auf und sagen nichts, lassen alles passiv an sich vorbeiziehen - und die gehen so nach Hause, wie sie gekommen sind.

Wie das hier der Fall sein wird, läßt sich nicht abschätzen.

Völlig verkehrt: eine Erwartung haben, jetzt sei alles palettie.

cChxi


Psychosomatische oder psychiatrische Klinik? Ist das ein Reha-Aufenthalt oder einer stationärer Aufenthalt auf einer offenen Station? Die Unterschiede sind ziemlich krass, ich hab beides erlebt in den letzten Jahren.

_`Surfeyrixn


Ich kenne da leider nur sehr schlechte Kliniken, die patientenschädigend gearbeitet haben. Man kam sich vor wie in einer schlechten Sekte, zudem oft Fehler bei der Medikamentenverabreichung, Schlampereien usw....

Ich kann deinem Mann nur empfehlen, entweder selbst auf die Reihe zu kommen oder mit einem guten Medikament zur Hilfe. Es gibt auch eine handvoll guter ambulanter Psychologen. Die muß man allerdings finden.

Eins wird jedenfalls nicht passieren: dass dein Mann wie von Geisterhand gesteuert gesund behandelt wird.

Man kann sich nur selbst helfen. *:)

T>hiQs Twilieght -Gardden


Wie das hier der Fall sein wird, läßt sich nicht abschätzen.

Völlig verkehrt: eine Erwartung haben, jetzt sei alles palettie.

Ja, ich denke auch, dass man das nicht vorher sagen kann. Ja, leider ist das nicht so einfach: gehste 4 Wochen in eine Kur und danach sind die Probleme weg ;-)

Aber wenn du einen depressive Partner an deiner Seite hast, zieht einen das auch ganz schön oft runter... und dann noch 2 Kinder... es ist sehr anstrengend an manchen Tagen.

Tkhis TUwilbight _Garxden


Das er es alleine in der Hand hat ist klar.

Aber wenn jemand Depressiv ist, braucht er ja auch was in die Hand um erstmal aktiv zu werden (eine Technik oder das einsehen)... er muss lernen, das er aktiv werden muss, auch wenn es keinen Spaß macht, damit sich irgendwann auch mal was ändert.

Mir ist das bewußt, aber 1mal die Woche Therapie reicht nicht und die Tabletten (Citalopram) helfen auch nur gegen das grübeln aber er hat NULL Antrieb.

Die Klinik ist eine psychosomatische Klinik.

cxhi


Also eine psychosomatische Reha-Maßnahme über die KK oder Rentenversicherung? Ist eine Verlängerung möglich?

Hat er denn auch noch psychosomatische Beschwerden, oder "nur" Depressionen? Geht er gern dahin? Also weiß er, dass er Hilfe braucht? Oder ist es eher so ein "naja, muss ja, werde ja gezwungen"?

THhi8s Twilig*ht? Gardxen


Also eine psychosomatische Reha-Maßnahme über die KK oder Rentenversicherung? Ist eine Verlängerung möglich?

Hat er denn auch noch psychosomatische Beschwerden, oder "nur" Depressionen? Geht er gern dahin? Also weiß er, dass er Hilfe braucht? Oder ist es eher so ein "naja, muss ja, werde ja gezwungen"?

Das läuft über die KK.

Verlängerung ist von unserer Seite aus nicht möglich, da ich auch bald einen Job antreten werde und die Kinderbetreuung sonst ein Problem wäre... aber so 1-2 Wochen würden wir schon überbrückt bekommen... wenn es sein muss, muss es eben sein.

Naja, er hat die Beschwerden, die zu einer Depression gehören: grübeln, leere, null antrieb, lange schlafen etc.

Ja, er geht zur Therapie, weill er Hilfe will und auch in die Klinik will er.

dkan axe87


Mh, vier Wochen sind knapp. ICH bin erstmal komplett zusammen geklappt nach der Klinik, weil da viel angeschnitten aber dann nicht wirklich bearbeitet werden konnte. Danach wurde es also einmal richtig schlimm und dann, stetig besser. Diejenigen bei denen wirklich was da in der Klinik abgeschloßen wurde, die also wirklich besser rauskamen, die waren drei Monate oder so da.

Ich nehme mal an er bekommt erstmal neue Medis oder höhere Dosis. Eigentlich soll das Cita den Antrieb ja steigern, scheint also nicht zu reichen.

NCanni7x7


Das finde ich ehrlich gesagt etwas unglücklich. Da ist ja schon von vornerein Druck vorhanden das es nach vier Wochen besser sein muss. :-/

Meiner Erfahrung nach dauert es manchmal allein schon zwei, drei Wochen bis man richtig angekommen ist.

Vier Wochen halte ich echt für viel zu kurz. Vorallem da dein Mann ja nun schon lange in der Krankheit festhängt.

c?hi


Also wenn er selbst will, dann ist das schon mal die halbe Miete. Ich hatte so viele Mitpatienten, sowohl in der Reha, als auch in der psychiatrischen Klinik, die eigentlich gar nicht dort sein wollten und gleich alles total doof fanden... die Ärzte, das Essen, die Räume, alles war doof und überhaupt. Das waren auch diejenigen, die nicht wirklich fit wieder entlassen wurden.

Für mich persönlich war noch wichtig, dass ich endlich mal die ganze Verantwortung und alle Entscheidungen abgeben konnte. Klingt total blöd, jetzt, wo ich wieder ziemlich gesund bin. Aber in der akuten depressiven Phase fand ich JEDE noch so kleine Entscheidung nervtötend und war schon überfordert, wenn mich jemand nur gefragt hat, ob die normale oder die laktosefreie Milch auf den Tisch sollte. Solche Entscheidungen gab es in der Klinik nicht, es war alles vorgegeben und ich musste nur irgendwie mitmachen - und das war sehr befreiend. Erst nach einer Weile hab ich dann wieder selbst Entscheidungen treffen wollen und konnte das dann wieder ausweiten. Vielleicht hilft ihm sowas auch. Er könnte sich auch vor dem Klinikaufenthalt noch Infomaterial zukommen lassen, wenn er mag. Ich fand es immer interessant (also soweit möglich in dem Zustand), von anderen depressiven Problemen zu lesen und wie es sich gebessert hat. Also nicht in einem Forum, eher gedrucktes Zeugs.

Ansonsten bin ich ziemlich fit wieder heim gekommen und daheim haben dann natürlich alle erstmal sehr stark Rücksicht genommen. Beinahe ZU viel, ich hatte ständig das Gefühl, ich müsste beweisen, dass ich so einigermaßen normal war. Grässlich. Aber auch für meine Familie sehr schwer zu unterscheiden. Aber ich hab in der Klinik gelernt, zu formulieren, wenn es mir nicht mehr geht. Ohne Erklärungen, ohne drumherum, einfach "mach bitte dies und das, es geht mir nicht gut". Oder "ich weiß, ich seh gerade depressiv aus, aber ich bin nur traurig und ich darf auch traurig sein, das geht wieder vorbei".

Der Unterschied zwischen Traurigkeit und Melancholie, den musste ich auch erst lernen. Aber dafür ist die Klinik ja da. Also egal wie das Personal ist, wie die Ärzte sind und wie das Essen ist: er muss NUR mitmachen, erstmal. Einfach ganz doof alles akzeptieren, auch eventuelle Einschnitte in die Privatsphäre! Vielleicht kannst du ihn darauf ein wenig vorbereiten.

Und BITTE keine Erfahrungsberichte oder Bewertungen zu der Klinik suchen! Die spiegeln immer ein falsches Bild, immerimmerimmer. Das ist nicht hilfreich.

T%his TwriliDght Garkden


Ja, das zeitliche Korsett ist leider eng.

Aber ich habe nach über 10 Jahren endlich wieder einen Job in Aussicht und der sollte jetzt eigentlich zum 01.09. beginnen. Wir warten schon seit Monaten auf einen Klinikplatz... logischerweise trudelt der natürlich jetzt ein... mein neuer AG lässt vlt mit sich reden und ich kann den Jon dann ab dem Oktober anfangen.

Das größere Problem ist eben unsere große Tochter die eben Probleme bei einer neuen, fremdbetreuung hätte (verdacht Asperger, ist noch in der Diagnose). Die Kleine wird jetzt mitte AUgust im Kiga eingewöhnt.

Die Schule und der Kiga gehen von 8-13Uhr. Ich könnte die Kleine auch bis 14h im Kiga lassen.

Es ist nur ein 16std. Job, aber weiter weg, do das ich auch ne gute Stunde fahrtzeit habe (hin und zurück insgesamt) und auf den Zug angewiesen bin...


Alles etwas frickelig. Aber es muss eben klappen, da Beides (Job wie auch Klinik) wichtig sind.

dpanae28]7


Kann chis Apell nur unterstützen, nicht googeln, alles mitmachen. Und er hat ja auch ambulant jemanden, da kann er ja weitermachen.

Plant erstmal mit den vier Wochen und guckt. Notfalls kann man bei vielen Kliniken auch nochmal wiederkommen, wenn man da schonmal Patient war. Sowas findet sich.

p?ebby


Mir hat die psychosomatische Klinik gut geholfen. ABER: man muss danach wirklich etwas ÄNDERN. Man muss den ersten Schwung aus der Klinik nutzen und Dinge in Gang setzen, denn der erste Schwung geht leider wieder weg und dann fällt man evtl. in sein altes Loch zurück, wenn man bis dahin nicht schon die ein oder andere Veränderung angestoßen hat.

Hat dein Mann eine (passende) Arbeit? Mit welchen Dingen ist er besonders unzufrieden? Wie sieht sein Tagesablauf so aus?

Ich bin nach der Klinik wieder relativ schnell schwer depressiv geworden, weil ich eine berufliche Reha machen wollte. Und manche können sich wohl vorstellen, wie lange es dauert, bis das ganze genehmigt wird. Mein Glück war, dass ich eine gute Beraterin hatte, die mir unkompliziert helfen konnte. Seitdem (5 Monate) bin ich stabil.

Die ein oder andere Baustelle gibt es immer noch, aber oft liegt es nicht in der eigenen Hand, deswegen sollte man Dinge, die man nicht sofort ändern kann, gelassen sehen. Das ist übrigens auch etwas, was mir die Klinik mitgegeben hat: Gelassenheit.

Alles Gute euch @:)

c=hi


Die berufliche Reha war bei mir auch Mitschuld, an der schweren Depression. 3 Jahre hab ich dafür gekämpft und nach jedem Stückchen aufwärts, kam wieder das "grundsätzlich könnten wir etwas genehmigen, aber wir können auch immernoch nein sagen, haha" von der DRV (vorher hatte das Arbeitsamt 2x abgelehnt) und irgendwann war ich so fertig mit allem (war ja gesundheitlich auch am Arsch), dass ich immer tiefer sank und mich am Ende einfach nur noch umbringen wollte.

Nun hab ich im Februar meine berufliche Reha begonnen und bin seit dem zwar auch oft am Ende, aber es ist ein ganz anderes am-Ende-sein, als zuvor. Man wird gefördert und gefordert, kann endlich wieder etwas leisten - es war einfach ein neuer Weg zu einem neuen Ziel und das hat mir damals gefehlt. Ich finde es auch sehr wichtig, dass er NACH der Reha Pläne hat, die er umsetzen kann.

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