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Erfahrungen Nach einem psychosomatischem Klinikaufenthalt

BfeniDtaB.


4 Wochen in einer psychosomatischen Klinik sind nicht effektiv. Die 1. Woche wird meist nur rausgefunden, wo man den Pat. in welcher Gruppe etc. unterbringt.

Und man sollte auch nicht mit psychiatrischen Kliniken vergleichen.

Und ich war in meinem Leben 8 x in solchen Kliniken, zuletzt immer in einer im Allgäu, die hat so einen guten Ruf, die haben eine Wartezeit von 9 Monaten.

Heute hat man effektivere Methoden als noch vor 20 Jahren, die Hirnforschung wird in moderne Therapien miteinbezogen. Ich war früher nie unter 16 Wochen in einer Klinik, heute macht man das mit besserem Ergebnis in 6 Wochen. Aber die sollten es schon sein, wenn man Fortschritte machen will.

Und nie, nie, nie hatte ich ein schlechtes Zimmer, nie gab es schlechtes Essen, ich hatte immer hochmotivierte Therapeuten.

m/inimxia


@ Twilight

Um als "geheilt" entlassen zu werden, sind die 4 Wochen definitiv zu kurz. Unabhängig, ob es darum geht, eine passende medikamentöse Einstellung zu finden (Antidepressiva brauchen zum einen ihre Zeit, bis sie anschlagen, und zum anderen muss beobachtet werden, ob Dosierung und Medikamentenart den gewünschten Erfolg bringen) und/oder neue Ansätze zur Verhaltensänderung, die zwar rational, aber eben vor allem emotional, verstanden werden müssen, damit eine Veränderung überhaupt erst angeschoben werden kann. In den Kliniken, in denen ich war, stand niemand hinter mit und hat mich angetrieben. Es war allein meine Entscheidung, dem Behandlungsplan wirklich zu folgen.

Zudem wurde es hier schon gesagt, es braucht meist wenigstens 2 Wochen, bis man richtig ankommt. Und in der ersten Woche gibt es häufig große Lücken im Plan. Es dauert also so oder so, bis es richtig anläuft.

aber 1mal die Woche Therapie reicht nicht

Ich vermute, dein Mann macht eine Verhaltenstherapie? Falls ja, ist es auch gut möglich, dass die nicht ganz das Richtige für ihn ist. Bei einer mittelschweren bis schweren Depression könnte auch eine tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Therapie angeraten sein. Hierfür werden idR mehr Sitzungen von der KK bewilligt und es gibt 2 Termine pro Woche.

Das wöchentliche Therapieangebot in den (gesetzlichen) Kliniken ist nicht üppig. Ich hatte 1 x pro Woche eine Einzeltherapie, die ich dann auf 2 Mal à 30 Minuten splitten konnte. Hinzu kommt meist eine Gruppentherapie. Ist aber auch nicht jedermanns Sache, durch wiederholten Wechsel von Patienten (An- und Abreise) eine Vertrauensbasis aufrechterhalten bzw. überhaupt in einer Gruppe offen reden zu wollen.

Alles in allem kann man sagen, dass so ein Klinikaufenthalt nur 1 ! Baustein zur Genesung ist. Er kann den Patienten vielleicht etwas "anschieben", aber das dauerhafte Umsetzen der Verhaltensänderung, vor allem im Alltag, mit all seinem Stress und Rückschlägen, muss weiterhin therapeutisch begleitet werden.

Zu deiner Arbeit und einer möglichen Verlängerung in der Klinik: Von allem, was deutlich unter einer 4-Wochen-Verlängerung liegt, würde ich mir nicht allzu viel versprechen. Es werden dort einfach keine Wunder erreicht, und somit stellt sich die Frage, ob die Verschiebung deines Arbeitsantritts (Absprache mit neuem Chef, Kinderbetreuung) wirklich im Verhältnis steht. Zumal auch nichts dagegen spricht, dass dein Mann ein 2. Mal eine Klinik besucht. Vielleicht dieselbe, vielleicht eine andere, von der er sich mehr verspricht.

Mag sein, dein Mann kehrt mit neuen Impulsen zurück, mag sein, es hat sich nicht so viel getan in dieser Zeit. Das lässt sich leider nie vorher sagen.

Tqhis Twil@i>ght GAardxen


Naja, es wäre ein weiterer Stein zu seiner Gesundung. Und wenn er nur 4-6 Wochen dort ist und dann anch Hause kommen muss, kann er ja zu einem späteren Zeitpunkt vlt noch mal hin (und ich nehme mir dann Urlaub).

Ich vermute, dein Mann macht eine Verhaltenstherapie? Falls ja, ist es auch gut möglich, dass die nicht ganz das Richtige für ihn ist. Bei einer mittelschweren bis schweren Depression könnte auch eine tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Therapie angeraten sein. Hierfür werden idR mehr Sitzungen von der KK bewilligt und es gibt 2 Termine pro Woche.

Nein, er macht eine tiefenpsychologische Therapie. Aber eben nur 1mal wöchentlich... und so richtig klar kommt er mit der Therapeutin nicht (da kommen so Sprüche wie: er solle Sport machen, abnehmen und mit dem Rauchen aufhören, dann wird es schon... und neulich sagte sie nach der Sitzung, dass er sie ermüden würde mit seiner Art...)

Tahis xTwiNlightn Gearden


Und ein neuer Job ist nicht das Problem sondern die mangelnde Betreuung für unsere Kinder. Die Kleine wird jetzt im August erst eingewöhnt und wird dann (wenn alles rund läuft) ab September bis 13Uhr dort betreut. Evtl könnte ich für wenige Wochen auch einen 14Uhr Platz daraus machen (stünde uns zu, haben wir nur nicht genommen, weil die Große auch nur bis 13Uhr Schule hat und dann abgeholt wird. Und da beide Einrichtungen auf dem gleichen Grundstück sind, wäre die Abholung so in einem Aufwasch erledigt).

Aber ich könnte auch versuchen den Kiga zu überreden, dass die Große dann eben vor dem Kiga 1 std. wartet bis ich Beide abholen kann. So könnte ich wenigstens von 9-13Uhr arbeiten. Dann baue ich zwar Minusstunden auf (habe ja einen 16std. Job auf 3 Tage verteilt), aber das wäre wohl machbar.

B!enitxaB.


Ja dann wird er sich aber wirklich mal ändern müssen und aus seiner Komfortzone rauskommen müssen.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sport im Gehirn positive Veränderungen bringt, weshalb in Kliniken die Depressionsler in jede Art von Sport reingeführt werden. Und klar, Rauchen ist nun auch nicht der Knaller.

In meiner sehr modernen Klinik werden moderne Behandlungen ausgeführt. es gibt Vorträge über Methoden zur Therapie. die Krankenkassen sind da äußerst veraltet mit ihren Zahlungen. sprich sie zahlen immer noch das von anno schlag mich tot, was eigentlich nüschte bringt, außer dass es Zeit kostet, wie Psychoanalyse.

Moderne Methoden schauen sich **kurz ** mal an was war um dann an den Problemen von hier, jetzt heute zu arbeiten. Wie kann ich meine Antriebslosigkeit jetzt überwinden, wie arbeitet das Gehirn, um Glückshormone rauszuschmeißen, wo ist da mein Weg.

In meiner Klinik ist daher die Erfolgsrate sehr hoch. Aber unter 6 Wochen idiotisch.

Wenn man mal logisch überlegt, sollte man bei wirklichem Engagement des Kranken mal überlegen, was ihm wirklich für die nächsten 30 Jahre nützt.

2 Wochen mehr Therapie oder er muß da sein, weil es beruflich so sein sollte oder die Kinder betreut werden müssen. Und eine Therapie eigentlich nüschte gebracht hat.

dhana\e8x7


er solle Sport machen, abnehmen und mit dem Rauchen aufhören, dann wird es schon... und neulich sagte sie nach der Sitzung, dass er sie ermüden würde mit seiner Art...

Nicht so wahnsinnig unüblich, finde ich. Sport machen und abnehmen sind tatsächlich häufig Komponenten die bei einer Depression hilfreich sind. Und das sie ihm spiegelt wie er auf andere wirkt, finde ich auch nicht unpassend. Immerhin machen seine Gedankenmuster schon SIE müde und sie hört sich das nur eine Stunde an, er dagegen hört sich selbst jeden Tag stundenlag zu, da muss man ja dann auch müde werden.

c hxi


Das Gute ist, dass er in der Klinik zügig im Sportprogramm aufgenommen sein wird. Und dann gehts mehrmals täglich los. In der Regel hat man da nicht so viel Mitspracherecht. Ich durfte zB die Wassergymnastik canceln, aber auch nur, weil ich davon ständig Harnwegsinfekte bekomm (und nach der 1. Stunde auch einen hatte, der behandelt werden musste). Ansonsten mussten wir jeden Morgen zum Wassertreten, dann Muskeltraining, Entspannungstechniken, Nordic Walking und so weiter. Wenn er DEN Schwung nutzt, den er da ganz automatisch bekommt, und das zuhause weiter umsetzen kann, hat er viel gewonnen.

4x die Woche für mindestens 45Minuten Sport bei einem Puls von über 120 - das wurde mir empfohlen und das macht wirklich was im Gehirn. Keine Ahnung warum, aber es hilft. Aber aus der Depression heraus sieht es schlichtweg unmöglich aus, unschaffbar. Da ist es schon eine Leistung, wenn man es unter die Dusche geschafft hat oder den Geschirrspüler ausräumen konnte. SOOO viel Bewegung? Uff. Denk ich heute noch manchmal und verfalle dabei in alte Muster zurück.

Mir hilft meine Uhr mit Schrittzähler. 6000 bis 10000 Schritte sollten es am Tag sein und wenn ich die geschafft hab, fühl ich mich auch wesentlich besser. Kann ich nur empfehlen, mal zu testen.

mfi.nitmi!a


was eigentlich nüschte bringt, außer dass es Zeit kostet, wie Psychoanalyse.

Das tut mir Leid für dich, dass dir deine Psychoanalyse nichts gebracht hat.

mCibniymia


Nein, er macht eine tiefenpsychologische Therapie. Aber eben nur 1mal wöchentlich... )

Wie lange macht dein Mann schon diese Therapie? Und ja, 1 x wöchentlich kann da therapeutisch sinnvoll sein. Sollte aber auch für den Patienten nachvollziehbar sein, warum.

und so richtig klar kommt er mit der Therapeutin nicht (da kommen so Sprüche wie: er solle Sport machen, abnehmen und mit dem Rauchen aufhören, dann wird es schon...

Wie und in welchem Zusammenhang diese Sprüche gefallen sind, weiß keiner hier. Sie könnten völlig angebracht, aber auch völlig daneben gewesen sein. Die Frage, die sich dein Mann stellen sollte ist, ob er grundsätzlich eine gute Chemie zu der Therapeutin hat und sich dort gut aufgehoben fühlt. Und ob ihn einfach "nur" diese Anmerkungen stören, oder er sich generell nicht angenommen und verstanden fühlt. Nicht jeder Therapeut ist für jeden Patienten geeignet und umgekehrt. Zur Not dann über einen Therapeutenwechsel nachdenken.

und neulich sagte sie nach der Sitzung, dass er sie ermüden würde mit seiner Art...

Diese Aussage würde ich mir von der Therapeutin noch mal genauer erklären lassen.

T]his TwRili]gTht yGardexn


Natürlich habt ihr, wie auch seine Therapeutin recht. Das weiß er ja selbst auch.

Der Punkt ist ja, diese innere Blockade, die totale Antriebslosigkeit zu überwinden. DAS schafft er hier bei uns zuhause nicht.

Da lege ich viel Hoffnung rein, dass er es dort schafft weil er muss und das er darauf hin spürt das es ihm gut tut und dann auch langfristig zuhause umsetzt.

Wenn ich ihm sage, er solle immer um xxxUhr aufstehen um einen Rhythmus zu bekommen, regelmäßig sporteln etc. macht er es nicht...

T3his T:wilmight Gaxrden


Tja, das wars wohl mit meinem neuen Job... dass sowas aber auch immer alles zeigleich passieren muss. Monatelang nichts und dann...

Mein Mann war heute in der Klinik für das Aufnahmegespräch. Alles gut gelaufen. Morgen dann zum Hausarzt und den Antrag fertig machen. Dann dauert das noch ca. 3 Wochen bis zur Genehmigung und dann braucht die Klinik ca. 1 Woche bis sie wissen, wo was frei ist...

Also kann er frühstens in der ersten/zweiten Septemberwoche anfangen. Und nicht unter 6 Wochen wurd ihm dort gesagt... evtl sogar verlängern... da dann noch Herbstferien sind, kann ich den Job auch nicht anfang Oktober anfangen... eigentlich erst ab November... und das machen die nicht mit... schade.

o*neodimsep


Hallo! Ich habe schon viele Posts von Dir gelesen - alle waren durchdacht und zutreffend. So bin ich überzeugt, dass Du und Dein Mann auch jetzt das Richtige tun werdet

Du hast Dir Deinen beruflichen Neuanfang redlich verdient, und ich würde da nichts riskieren und ganz ausnahmsweise versuchen, die Kinder anderweitig versorgt zu kriegen - selbst wenn Du dann den ersten Monat nur für die Tagesmutter o.ä. arbeitest.

Tghis Twi+lMigh\t GWarden


Danke für deine lobenden Worte |-o

Vielleicht klappt es mit der Einstellung des neuen Jobs nach den Herbstferien. Dann müsste ich danach nur noch 2 Wochen überbrücken bis mein Mann wieder zuhause ist.

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