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Derealisation während Therapiestunde

TUea!rsA+ndRaxin hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich muss jetzt ganz dringend was loswerden, weil ich gerade nicht so richtig weiß, was ich denken soll. Ich hatte heute eine Thereapiestunde bei meinem Verhaltenstherapeuten. Mittendrin als er mir was erzählte, bin ich in einen total unangenehmen Zustand gerutscht. Ich kenne gewisse Derealisisationsereignisse durchaus. Normalerweise kommt das bei mir in alltäglichen Situationen vor und hält nur ganz kurz (einige Sekunden) an. Ich merke es sofort, versuche, mich "frisch" zu machen und dann ist es wieder weg.

Heute hatte ich das aber deutlich stärker mitten in der Therapiestunde. Es hielt bestimmt so 1 Minute lang an und ich dachte, ich werde gleich ohnmächtig. Ich bin mal nach dem Blutspenden umgefallen, genauso habe ich mich jetzt ca. 1 Minute lang gefühlt. Ich konnte nichts mehr wahrnehmen, alles war irgendwie verschwommen und ich bin panisch geworden, weil ich mich nicht so schnell wieder aus diesem Zustand bringen konnte, wie ich das kenne.

Was soll ich mir denn jetzt dazu denken? :-/ Sollte ich das beim Therapeuten ansprechen und was geht da überhaupt ab? Bisher fühlte ich mich ja immer ziemlich normal, aber das fand ich echt ein wenig beängstigend. Und jetzt bin ich total verunsichert.

Antworten
k9atia&fox


Ich würde das beim nächsten Mal auf jeden Fall ansprechen. Warum auch nicht? Bestand denn irgendein Zusammenhang, zu dem, was dein Therapeut gesagt hat? Wenn ja, wäre es doch wichtig auch für ihn, damit ihr da ansetzen könntet.

Andererseits würde ich es auch aus dem Grund ansprechen, damit sich die damit verbunde aufgekommene Panik nicht manifestiert.

T.earisAndxRain


Na, ich will ja nicht, dass der mich für bescheuert hält. In dem Moment sage ich nichts und die Woche drauf erzähle ich ihm solche Sachen. Bin mir gar nicht sicher, ob er mir das überhaupt glaubt. Er hat das ja wahrscheinlich nicht mal gemerkt. Ich bin immer so ausgerichtet, dass mir andere möglichst wenig anmerken und kann gut Sachen überspielen, auch, wenn es mir grad gar nicht gut geht, lache ich vor anderen. Ein besonderes Thema gab es nicht, was triggernd war.

Im Gespräch mit anderen ist mir das echt noch nie in dem Ausmaß passiert. Es hat mich schon beunruhigt.

k@ativafox


Also komm, ich glaube nicht, dass dein Therapeut dich für bescheuert hält, wenn du ihm von selbst erlebten psychischen Phänomenen, wie Derealisation erzählst. ;-) Und dann sogar noch während seiner Therapiestunde. Wenn er seinen Beruf mag, wird er das im besten Falle eher noch "spannend" finden und dir helfen wollen, einen Umgang damit zu finden.

Wie kommst du überhaupt dazu, dich für bescheuert zu halten, wenn dein Körper in gewisser Weise schützend reagiert, worauf du nicht mittelbar Zugriff hast? ;-) "Bescheuert", um bei deinem Wort zu bleiben, sind vielleicht ungesunde Verhaltensweisen und Entscheidungen.

Also, nur Mut. Wenn du Vertrauen zu deinem Therapeut hast, und das sollte ja eigentlich grundlegend gegeben sein, dann sprich es an! @:)

T7earmsAindRxain


Ich weiß halt generell nicht so richtig, was ich davon halten soll. Finde das ja schon ein bisschen verrückt, dass ich da so vollkommen abwesend war und nix dagegen tun konnte.

Und ich habe echt Angst, dass der Therapeut mir das gar nicht glaubt und denkt, dass ich mir das ausdenke :-/ Denn das ist ja schon ein bisschen komisch, vor allem, wenn er es nicht bemerkt hat, wird er es nicht glauben.

Ob mir das noch mal passieren wird? :-/

w{eih{nac-htsstxernchen3


Achwas, er ist Psychologe, der wird das kennen. Erzähl ihm ruhig davon! Die Frage wäre ja aber eher: Warum hast du ihm direkt danach nicht gesagt, dass du nichts mitbekommen hast, weil du gerade weggetreten warst?

kWatxiafox


Das glaube ich wirklich nicht. Er wird doch bestimmt um das Phänomen Derealisation Bescheid wissen. Welchen Grund sollte es denn geben, dass du dir das ausdenkst?

Ich will dich nicht dazu überreden, es in der nächsten Stunde anzusprechen, aber ich hatte den Eindruck du würdest gerne, nur traust dich nicht? ??? ":/

Du könntest in der nächsten Sitzung doch einfach beginnen, indem du ihm sagst, dass da letzte Woche in seiner Therapiestunde etwas merkwürdiges passiert ist und du um eine Einschätzung seinerseits bittest. Was sollte er denn daran nicht glauben? Vielleicht wäre das auch ein erster, wichtiger Schritt weg von "mir merkt nie jemand an, wenn es mir nicht gut geht."

Denn das scheint mir hier dein vordergründiges Problem zu sein, kann das sein? :)*

TZearsAZnkdRaixn


Ich war total wirr im Kopf irgendwie, ich dachte mir nur so "Hoffentlich kommst du schnell an die frische Luft". Dann bin ich nach Hause gefahren, habe mich um 19 Uhr hingelegt und 10 Stunden durchgeschlafen. Ich wusste gar nicht, wie ich ihn jetzt unterbrechen soll in seinen Erzählungen, deshalb habe ich nichts gesagt.

Ja, ich würde es schon gern ansprechen, aber ich habe Angst, dass ich dadurch irgendwie komisch wirken könnte. Ich will nicht für hypochondrisch gehalten werden. Eigentlich höre ich keine Flöhe husten, aber das hört sich ja dann schon so an.

k.atiRafox


Ich weiß nicht, was ich noch sagen könnte, um dich davon zu überzeugen, dass dein Therapeut dich nicht für bescheuert, hypochondrisch oder sonstwie komisch halten wird, wenn du ihm davon erzählst. Meiner Meinung nach ist das totaler Quatsch.

Du wirst Gründe haben, weswegen du eine Therapie machst. Hast du denn grundsätzlich Vertrauen zu deinem Therapeut?

T@earsxAndxRain


Ich mache die Therapie wegen einer Sozialen Phobie. Es ist auch schon die zweite Therapie und mit dem Therapeuten komme ich gut zurecht. Hatte mal einen anderen ausprobiert, das hat nicht gepasst, deshalb bin ich wieder bei ihm.

Du hast mir schon geholfen, danke @:) Ich habe ja generell fast immer Angst, für komisch gehalten zu werden, aber ich hab ja auch Begründungen dafür, die das für mich nahelegen. Ich sehe das ja tagtäglich, dass Leute ein Symptom nach dem anderen haben und dann so hingestellt werden, als würden sie sich das ausdenken. Ich glaube von meinem Therapeuten, dass er mich für total normal hält, immerhin arbeite ich selber in der Psychiatrie. Und solche Erlebnisse finde ich schon nicht mehr ganz normal, muss ich zugeben.

fhalcmov ppeleYgrinoxides


Hallo,

Derealisation kommt aber öfters bei verschiedenen psychischen Erkrankungen vor. Bei Sozialphobie, denke ich sogar häufig.

Ich habe nicht immer die gleichen Symptome, die wechseln bei mir wirklich oft. Ich meine jetzt nicht täglich, sondern phasenweise. Das kann über Monate oder sogar ein paar Jahre sein.

Bei Depression hatte ich schon Derealisation. Bei mir hieß es auch eine Zeit, daß ich eine Sozialphobie hätte, das ist jetzt aber nicht mehr so, sondern es war vor Jahren. Daher kenne ich auch die Derealisation.

Das gehört zu den Dissoziationen. Hast du auch noch Depersonisationen?

Ich würde es ihm erzählen, sonst merkt er es vielleicht nicht. Wenn er dich aber schon länger kennt, sollte er es eigentlich schon mitbekommen.

Da du in der Psychiatrie arbeitest, weiß er daß du weißt was eine Derealisation ist

Dann würde ich an deiner Stelle sagen, daß du glaubst, daß du Derealisationen hast, dir aber nicht so sicher bist, daß es dir sogar in der Therapie passiert ist. Daß es dir Angst macht und es dir unangenehm ist darüber zu reden.

Lg

f$alPco p[elegriLnoixdes


Sorry, ich war gestern Abend schon müde und habe nicht Depersonalisation geschrieben. Das sage ich nur, weil es wirklich wichtig ist, wie es genau heißt, falls du davon betroffen wärst.

Ttears"AndRxain


Danke für deine Antwort @:) Dass so was bei Phobien häufiger vorkommt, kann ich mir vorstellen. Allerdings wird es dann ja eher in den entsprechenden angstmachenden Situationen auftreten. Da tritt es bei mir nie auf. Ich fühle mich in solchen Situationen zwar auch eher handlungsunfähig, als dass ich flüchten würde, aber ich stehe nicht derartig neben mir.

Depersonalisation kenne ich auch, aber nur in einem ganz geringen Ausmaß. Und ich habe das nur in entspannten Situationen...Nie, wenn ich Angst habe. Beim Autofahren z.B. kann ich mich super gut entspannen und da geht es mir öfter mal so, dass ich so ein Erleben habe. Die Frage, die mir da immer im Kopf rumschwirrt ist "Bin ich jetzt wirklich ich? Also, mache ich das gerade wirklich selber?" Das Gefühl ist ein bisschen komisch, aber es geht recht schnell wieder weg.

Mir ist das noch nie im Gespräch mit anderen passiert, weil ich da in der Regel zumindest etwas angespannt bin. Und bisher ging es auch schneller wieder weg.

Ich werde mich bemühen, es anzusprechen und ich sage gleich im Voraus, dass ich Bedenken habe, dass er mir das nicht glaubt.

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