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Nähe-Distanz-Teufelskreis wie durchbrechen?!

iLklo:o'23 hat die Diskussion gestartet


Abend zusammen,

gibt es hier bestimmt einige User/innen die das Gefühl kennen: Nähe zu ersehnen und beim Haben sie wegzustoßen.

Aber auch gerne Außenstehende können sich dazu melden.

Grundsätzlich, hilft hier Antidepressiva?

Was ist die Nähe-Distanz-Störung? Es fühlt sich so ähnlich an wie eine "Hass-Liebe". Man fühlt sich einsam und möchte begehrt werden und Kontakte, Freunde, Anschluss haben. Auf der anderen Seite dann, wenn man das "ersehnte" hat dann fühlt man sich eingeengt, genervt und kühl.

Habe mich mal oft zu dem Thema eingelesen und die Ursachen liegen wohl in vergangenen "gescheiterten" Beziehungen. Zu Partner/innen, Freunde, sowie Familienbeziehungen.

Wenn ich mal so in mich gehe sehe ich schon einige vergangene Baustellen.

Vom Papa emotional vernachlässigt, von Mama überbemuttert und betütelt.

Freunde die ganze bandbreite durchgehabt. Von "Beste Freunde Fürs Leben" bis hin zu den falschesten Freunden (manipulativ, gute Freunde verdängen lassen)

Im Mittelpunkt gestanden jahrelang, dann mal nur Mitläufer, dann Außenseiter, dann wieder mittendrin.

Liebesbeziehungen gescheitert weil Sie zu sehr klammert, oder weil ich zu viel Nähe wollte.

Irgendwann musste eine Auszeit her: Hab mich gelöst von fast allen sozialen Kontakten, runterkommen, Zeit vergehen lassen, Wunden heilen lassen.

Jetzt, 3 Jahre später, fühle ich mich emotional unberechenbar. Bis vor kurzem wusste ich noch nichtmal was diese Nähe-Distanz-Störung ist und das dies mein Leben stark beeinträchtigt.

Wenn ich mich überwinde und rausgehe, Sportvereine, Kurse, Veranstaltungen, oder mal en nettes Mädel kennen lerne.

Dann kann ich deren Standpunkt schnell merken ala (da könnte sich was ergeben oder ne da geht nichts)

Nur ich kann mich selbst nie einordnen, es fühlt sich an als ob es tagesabhängig ist ob ich Nähe oder Distanz suche??

Ich weiss es klingt bescheuert, (hurra ich spinne) aber es ist einfach so.

Also das was mit mir nicht stimmt weiss ich nun, bin seit nem Jahr in Therapie aber so wirklich voran kommen tue ich nicht.

Mein Psychologe begründet auch alles mit meiner Vergangenheit, aber so wirklich klar komm ich nicht.

Ich sollte vorerst nicht all zu viel erwarten aber ein schleichendes Bauchgefühl sagt mir:

TU was dagegen, und schiebe es nicht auf. Es kann sonst nie besser werden.

Vorallem würde mich mal interessieren, ist diese Störung heilbar??

Habe auch depressive Phasen, Trauer, Wut, Schlappheit, Reizbar

Mein Psychologe meint, ich bräuchte kein "Mittelchen" ich sei auf einem guten Weg.

Aber wirklich gut fühle ich mich nicht, ich verstehe mich ja selbst oft nicht. Leider merken diese Ticks auch die andere Menschen und wenn sie sich auf mich einlassen, dann verletzt sie oft meinen Sprung in die "ungewollte" Distanz.

Was meint ihr?

Antworten
sSun2shCiney


Was sagt dein Psychologe dazu? Hört sich für ich nach Borderline an.

FTa+S@oLa


Ich sehe es auch so, dass du keine Medikamente brauchst, sie helfen dir überhaupt nicht bei der Lösung.

Und nach einem Jahr darfst du auch noch keine Wunder erwarten. Schließlich ist das ein Schutzmechanismus aus frühester Kindheit.

Wie läuft eine Therapiestunde bei dir ab? Und welche Erkenntnisse oder Veränderungen bemerkst du schon an dir? Durchdenkst du nochmal das, was ihr in der Stunde besprochen habt? Beherzigst du Lösungsmöglichkeiten, dir ihr erarbeitet? Dein Therapeut kann dich ja nicht heilen, er kann dir nur helfen, es selbst hinzugekommen. Aber arbeiten musst du selbst. Das nur so als Hinweis, wahrscheinlich beherzigst du das.

Nähe-Distanz-Probleme sind ja Schutzstrategien, die du dir als Kind zugelegt hast, um unter den gegebenen Bedingungen aufwachsen zu können. Also erstmal etwas gutes. Im Erwachsenenalter sind sie aber eher hinderlich, wie du ja selbst merkst.

Dass du selbst nicht einschätzen kannst, wie du jeweils reagieren wirst, kann m. E. Damit zusammenhängen, dass du keinen guten Zugang zu deinen Gefühlen hast. Das ist bei dieser Problematik typisch.

In meiner Therapie dazu ging es viel darum aufzudröseln, welche innere Stimme da gerade spricht, also ist es das "innere Kind" oder hat der Erwachsene die Oberhand? Das Ziel war, die Stimmen auseinander zu halten und dann Strategien zur inneren Beruhigung anzuwenden, wenn das Kind in unpassenden Situationen dazwischen plappert. Das sind alles innere Dialoge, die mittlerweile sehr gut funktionieren. Und meine Gefühle kennenzulernen, zu verstehen, dass ich nein sagen darf (Häufig besteht bei diesem Problem der Konflikt darin, dass man als Kind nicht auf seine Bedürfnisse hören "durfte" -überbehütende Mutter z. B.- und deshalb nie gelernt hat, sicb im rechten Maße abzugrenzen. Daher kann es passieren, dass das Pendel zu stark zur anderen Seite ausschlägt und man sich unnötig und zu stark abgrenzt - das innere Kind hat quasi Angst, wieder so vereinnahmt zu werden und es hat ja nie gelernt, dass es Nein sagen darf und seine Bedürfnisse erkannt und respektiert werden. So ganz grob.)

Also von mir ein eindeutiges Ja, dass es zu bewältigen ist. Aber es ist ein Stück Arbeit. Bei mir hat der Prozess ca. 3-3,5 Jahre gedauert.

Ich finde die Bücher von Stefanie Stahl zu dem Thema gut. Leicht verständlich geschrieben, erklären die Ursachen und geben Übungen an dir Hand.

[[https://www.amazon.de/Jein-Bindungs%C3%A4ngste-erkennen-bew%C3%A4ltigen-Betroffene/dp/3831902909]]

Das Buch stellt sehr deutlich die Auswirkungen von Bindungsangst dar, ich fand es teilweise recht harsch, aber dennoch gut.

[[https://www.amazon.de/Vom-Jein-zum-Bindungsangst-Betroffene/dp/3831905703]]

Das ist das Nachfolgerbuch und sehr viel optimistischer. Ich habe beide gelesen und fand das sehr hilfreich, auch wenn sich Teile wiederholen. Dafür werden aber auch andere Schwerpunkte gesetzt.

A3B:C01


Hallo ikloo23,

einiges kommt mir bekannt vor. Ich suche auch schon Jahre nach Antworten, zu verstehen wie es abläuft.

Mein Psychologe begründet auch alles mit meiner Vergangenheit Du schreibst selber: Vom Papa emotional vernachlässigt, von Mama überbemuttert und betütelt. Das sind die Anfänge der Probleme, die frühe Kindheit. Das gelernte Schema in der Familie wendet man später auf Beziehungen an.

Nähe-Distanz: Genau dieser Widerspruch, für den er keine Lösung gibt, da sich beides gleichzeitig ausschließt. So wie FaSoLa schon schreibt. Inneres Kind und Bindung. Nähe und Bindung ist mit unpassenden Hintergrundgefühlen verknüpft die man überwinden muss.

Da steht der Grundsatz "Ich bin ok" und die Anderen sind auch ok dahinter, den man als Kind verinnerlichen muss. Wenn das nicht funktioniert, hat man später das unterbewußte Gefühl, dass man nicht ok ist. Wenn es dann ernst wird in Richtung Nähe flüchtet man, weil man sich unsicher fühlt -> Man geht auf Distanz. Das Thema "Nähe" erledigt sich dann erst mal wieder.

es fühlt sich an als ob es tagesabhängig ist ob ich Nähe oder Distanz suche??

Ich selber habe einen extremen Biorythmus als Mann. Das schwankt über Wochen zwischen emotional, körperlich leistungsfähig, kreativ ... Ich beobachte es schon bald 20 Jahre. Da verändern sich auch die Sichtweisen mit den Schwankungen.

Die meisten Personen haben außerdem zwei Persönlichkeitstile. Je nachdem welcher getriggert (durch Situation ausgelöst) wird läuft es anderst ab.

Die Persönlichkeitsstile sind in extremerer Form Persönlichkeitsstörungen. Man kann im Internet Tests machen, welchen Stil man hat und wie stark man betroffen ist. Durch die zwei Stile verändert sich das Gesamtbild aber sehr. Vieles entschärft sich und das Gesamtbild sieht harmloser aus, als es der einzelne Test "zeichnet". Das kommt im Internet nicht so richtig rüber, wird aber in dem Buch "Persönlichkeitstile von Joines und Steward" sehr gut beschrieben. Das Buch ist zur Zeit wohl vergriffen. Man muss auch der Typ sein der so etwas lesen will. Generell habe ich mittlerweile einige sehr gute Bücher, die sehr viel erklären.

Freunde die ganze bandbreite durchgehabt. Von "Beste Freunde Fürs Leben" bis hin zu den falschesten Freunden (manipulativ, gute Freunde verdängen lassen)

Hier hat der Partner einen problematischen Persönlichkeitsstil und dann durchaus auch Probleme mit

Nähe. Das liegt nicht nur an Dir. Das kannst Du auch beim Partner nicht geradebiegen.

Durch die Beschäftigung mit den "Persönlichkeitsstörungen" erkenne ich andere Personen besser. Mein Chef ist z.B. klar der anzisoziale Typ, das macht mir unendlichen Ärger seit 4-5 Jahren schon. Der Typus fault einen, wenn man positiv rauskommt bei der Arbeit. Lügt, ist manipulativ. Außerdem vermeidet er Verplichtungen und hält sich nicht an Absprachen, wenn es ihm plötzlich nicht mehr passt. Man hat bei ihm keine Rechte (ist ausgeliefert). Er ist auf den ersten Blick recht ok, charmant, würde man auch sagen. Das ist seine Fassade, damit er nicht auffliegt und es immer wieder glaubwürdig bei anderen vertuschen kann. Er sieht das als normal an andere auszutrixen. Kannst Du im Internet nachlesen, was da noch alles mit dabei ist beim antisolzialen Chef ... Er macht einem seine Position kaputt, beharrlich über Jahre.

Normalerweise bin ich um die Zeit nicht wach. Wenn ich wegen dem Ärger schlecht schlafe, was gerade wieder so ist, wache ich nachts auf und mache was um schneller wieder Müde zu werden und wieder weiterzuschlafen. Am Morgen trotzdem wieder in die Arbeit.

f=alco %peleg9rinoidexs


Hallo,

seit wann bist du denn schon in Therapie?

Hast du denn deinen Therapeuten schon einmal nach deiner Diagnose gefragt, wenn nicht, mach es.

Ich würde an deiner Stelle keine Tests im Internet zu Persönlichkeitsstörungen machen, viele sind sehr komplex, vor allem auch die Borderline Persönlichkeitsstörung, die hier schon genannt wurde, obwohl, da ich selber davon betroffen bin, kommt mir das, was du beschreibst in in einigem sehr bekannt vor.

Es hört sich so an, als ob du die Hauptmerkmale von BPS beschrieben hättest. ??? Das trifft alles auf dich zu? So gut hätte ich mich nach längerer Therapiezeit nicht einmal beschreiben können.

Ich würde deinen Therapeuten nach der Diagnose fragen.

Liebe Grüße

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