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über andere Lästern

S,irpT,elYemaxrk hat die Diskussion gestartet


Ich selbst halte relativ wenig von Lästereien. Besonders irritierend finde ich es, wenn manche Leute über andere lästern, mit denen sie sich eigentlich gut zu verstehen scheinen. Ich will nicht ins Detail gehen wegen der Gefahr der Wiedererkennung, aber zum Beispiel war es so, dass sich in einer Runde über eine abwesende Person lustig gemacht wurde. Jeder hat eben eine kleine Macke erzählt. Tenor: was für ein seltsamer, lächerlicher Typ. Nicht gehässig, aber schon eindeutig negativ. Einige in dieser Runde sind mit besagter Person aber immer so richtig am "abkumpeln", also sie unterhalten sich nett, albern rum, wie man das eben so macht. Mein Eindruck war eigentlich, dass sie sich mögen. Mein Problem ist auch, dass ich nicht weiß, was denn jetzt stimmt. Wenn ihr zu denen gehört, die gerne mal in einer Runde lästern: macht ihr das auch mit Leuten, die ihr eigentlich mögt und es ist gar nicht so gemeint? Aber was soll das Ganze?

Ich finde das Thema auch generell eher, naja...fragwürdig. Ich verstehe die Funktionen des Ganzen sehr wohl: es schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Man vermittelt sich gegenseitig, welches Verhalten man wie findet, man kann Dampf ablassen und nicht zuletzt sich auch gegenseitig warnen oder auch die eigene Wahrnehmung überprüfen, indem man sie mit den anderen abgleicht.

Mein Problem ist aber: vor dem Lästern kommt das Urteilen. Man muss sich ja erst einmal entscheiden, wer und warum belästert werden soll. Und genau das widerstrebt meinen Werten. Wenn sich jemand komisch verhält, gestehe ich erst einmal jedem zu, dass er/sie seine Gründe haben wird, die ich vielleicht nicht kenne. Hätte ich die gleichen Erfahrungen gemacht, würde ich mich vielleicht auch so verhalten. Solange jemand dabei niemandem etwas tut...wer bin ich, darüber zu urteilen. Auch wenn sich jemand schlecht verhält, denke ich zunächst, der weiß es nicht besser und hat auch seine Ängste und Schwächen wie ich meine habe.

Und das andere ist, dass man die Wahrnehmung der anderen beeinflusst, wenn man über sie lästert. Ich möchte aber, dass jeder die Chance hat, dass sich die Leute unvoreingenommen eine Meinung bilden. Gerade wenn eine Gruppe neu findet, ist das m. M. n. wichtig. Wenn ich dabei war, wie drei Leute sich darüber unterhalten, wie unfreundlich jemand sei, finde ich es schwerer, diese Person dann noch neutral kennen zu lernen. Man hat es ja doch im Hinterkopf und wird unbewusst nach Anzeichen für Unfreundlichkeit suchen und irgendetwas findet man da bei jedem.

Wenn ich wirklich Kritik hat und seine eigene Wahrnehmung überprüfen möchte, rede ich da natürlich drüber, oder wenn echte Probleme gibt, die man als Gruppe lösen muss. Wie steht ihr zum Thema lästern? Mich würden besonders auch Leute interessieren, die daran ihre Freude haben (warum auch immer). Könnt ihr meine Bedenken nachvollziehen?

Antworten
PNlüscqh>biexst


Ich glaube gelästert hat so ziemlich jeder schon mal, der Eine mehr, der Andere weniger.

Am schlimmsten wird meiner Meinung nach immer über die gelästert, die vermeintlich irgendwelche Privilegien haben.

AYrne4 <M.


Lästern von mehreren erfüllt vielleicht den Zweck irgendwelche Gruppen zusammenzuhalten indem sie sich dadurch selbst abgrenzen und bestätigen.

Lästern an sich konnte ich vom Sinn her nie nachvollziehen, denn jemandem etwas negatives zuzuschreiben hilft einem selbst eigentlich nicht weiter. Es sei denn, man zieht daraus irgend eine Befriedigung.

F.reßsxack


Ich lästere nur, wenn mir jemand etwas getan hat und da dann auch ohne jedes schlechte Gewissen. Wieso auch?

h}eu/te_hxier


@ Sir Telemark

Danke für dieses Thema. Leider habe ich gerade wenig Zeit und werde mich später ausführlicher äußern.

Vielleicht soviel zu Anfang:

Lästern ist für mich eine Charakterschwäche, in dem Sinne, dass diese Person es braucht sich über andere zu erheben, den eigenen (meist sehr kleinbürgerlichen) Maßstab als Maß aller Dinge zu setzen.

Ich persönlich grenze mich von solchen Menschen ab.

Wenn mir jemand mit Lästergeschichten kommt, ist meine Antwort "sage es ihr/ihm persönlich" oder ich schweige betreten, wenn ich fassungslos bin.

ZMwerRgelf2


hierbei gibt es aber erhebliche Unterschiede.

Wenn ich eine Person mag, bedeutet das nicht, dass ich alles gutheiße, was diese tut und wenn ich mich dahingehend mit anderen austausche, ist das für mich kein lästern. Zudem sage ich betreffender Person das auch ins Gesicht. Es gibt immer Verhaltensweisen, die man auch an den Menschen nicht mag, die einem ansonsten eben total sympathisch sind. Niemand ist perfekt. Nicht die anderen und noch weniger man selbst. ;-)

SmirTgelemaxrk


Am schlimmsten wird meiner Meinung nach immer über die gelästert, die vermeintlich irgendwelche Privilegien haben.

Plüschbiest

hm, meiner Erfahrung nach wird eher über die gelästert, die allgemein eher wenig Ansehen genießen. Die sind halt ein leichtes Ziel

K#leio


SirTelemark

Wenn ich wirklich Kritik hat und seine eigene Wahrnehmung überprüfen möchte, rede ich da natürlich drüber, oder wenn echte Probleme gibt, die man als Gruppe lösen muss. Wie steht ihr zum Thema lästern? Mich würden besonders auch Leute interessieren, die daran ihre Freude haben (warum auch immer). Könnt ihr meine Bedenken nachvollziehen?

Ich kann sie ganz gut nachvollziehen und dieses Urteilen, dem eine Be- und Abwertung vorgeht und eben dieses vermeintliche Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt das beim Lästern entsteht, scheint eine Verbundenheit darzustellen, wenn es um eine Lästerei geht. Lästern heißt abwerten, im Gegensatz zu einer sachlichen Auseinandersetzung. Man kann durchaus über andere reden, ohne über sie zu lästern. Es ist die Denkweise und somit auch die Wortwahl, an der zu erkennen ist, ob jemand lästert oder nicht. Nicht jeder lästert. Ich denke, dass ein Lästern, egal ob mit anderen oder alleine dazu dienen soll, das Selbstbewusstsein zu stärken, sich "besser" vorzukommen oder zu fühlen, als andere. Was das Lästern auch ausmacht ist, dass es eben hinter dem Rücken anderer stattfindet. Wobei es aber auch jene gibt, die sowohl über jemanden direkt lästern als auch hinter seinem/ihrem Rücken.

Ich bin da weniger anfällig, weil ich mit anderen weniger gerne über Dritte rede. Mein Interesse gilt ja meinem Gegenüber und mit der Auseinandersetzung mit diesem Gegenüber. Wenn es in einer gewissen Form um Dritte geht, langweilt es mich, denn das mache ich lieber mit diesem Dritten aus.

Die Problematik von Lästerei kann leider sehr negativ für die Person werden, denn es ist nur ein kleiner Schritt von der Lästerei zu Mobbing. Lästerei ist halt auch etwas, das die Anerkennung in einer Gruppe einer bestimmten Person gegenüber zeigt und kann halt auch sehr rufschädigend sein. Privat kann man dem ja aus dem Weg gehen. Schlimm kann es werden, wenn es um das Berufsleben geht und jemand nicht gelernt hat, sich professionell zu verhalten.

Letztlich kann ich davon ausgehen, dass ein Gegenüber, das über einen Abwesenden lästert, genauso über mich lästert. Aber wie schon erwähnt, so ergibt sich für mich eher automatisch kein großer Kontakt zu Menschen mit diesem Interesse, da mich solche Themen langweilen.

hm, meiner Erfahrung nach wird eher über die gelästert, die allgemein eher wenig Ansehen genießen. Die sind halt ein leichtes Ziel

Naja, nur ist das ja oft schon Ergebnis solcher Lästereien, dass jemand weniger Ansehen genießt. Wenn ich andere respektiere und sie als gleichwertig betrachte, dann haben alle das gleiche Ansehen von mir.

KvlQexio


Zwergelf2

Wenn ich eine Person mag, bedeutet das nicht, dass ich alles gutheiße, was diese tut und wenn ich mich dahingehend mit anderen austausche, ist das für mich kein lästern.

Ich habe nichts an einer anderen gut- oder schlecht zu heißen. Ich brauche sie nur anzunehmen. Ich muss nicht bewerten, was andere tun. Sachliche Kritik, sofern mich jemand um eine solche bittet, ist für mich keine Abwertung und damit auch kein Lästern. Unaufgeforderte Kritik, egal welcher Art fände ich übergriffig und respektlos.

Zudem sage ich betreffender Person das auch ins Gesicht. Es gibt immer Verhaltensweisen, die man auch an den Menschen nicht mag, die einem ansonsten eben total sympathisch sind.

Klar gibt es Eigenschaften, die ich nicht mag, genauso solche, die ich mag. Ich muss nicht alles mögen. Ich brauche es nur nicht unterschiedlich zu bewerten. Nur, weil ich etwas nicht mag, ist es ja nicht automatisch "schlecht". Ändert am Wert einer Person für mich nichts. Deswegen wird sie nicht weniger Wert als eine andere Person. Es ist die Handlung, die ich nicht mag. An der Sympathie für einen Menschen ändert es für mich nichts.

Niemand ist perfekt. Nicht die anderen und noch weniger man selbst. ;-)

Ich finde, jeder ist "perfekt", also jeder ist okay, wie er/sie ist, schon alleine durch seine/ihre Einzigartigkeit. Eine Bewertung erfolgt im Bezug auf etwas, als was man selbst meint besser zu tun, richtiger zu tun. Das bleibt ja nur meine subjektive Sichtweise. Das selbe gilt ja für mein Gegenüber auch. Insofern habe ich aus meiner Sicht recht und das Gegenüber aus seiner Sicht. Also sind die Meinungen für mich beide gleich legitim und gleichwertig, weder besser noch schlechter.

OZrange]Canypon


Ich bevorzuge den direkten Weg...kommt aber auch nicht immer bei jedem gut an ;-D

Aktuell hab ich gerade Krieg mit meiner Nachbarin, nachdem ich sie gebeten habe, sie soll mit Ihrer Lästerei jemanden anderen belästigen oder noch besser, es direkt dem Betroffenen sagen, weil mir geht das am Arsch.

Seitdem redet sie nicht mehr mit mir. Der Verlust hält sich in Grenzen.

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