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Angststörung verhindert Ausbildung

BVen6ettoxn hat die Diskussion gestartet


Hi und Hallo :-)

Also Folgendes: Unsere Tochter hat einen Freund - und der hat ein ziemlich schwerwiegendes Problem.

Schon in der Oberstufe kam er nach Hause und hatte über Mobbing im Unterricht und unfaire Behandlung geklagt. Das ging soweit, dass er nicht mehr in die Schule gehen konnte, weil er sich morgens immer übergeben musste.

Wir nahmen das Ernst und glaubten an ein systemisches Problem. Der Junge brach die Schule ab - und tat ein Jahr lang gar nichts. :-/

Ok, ist nicht unser Sohn, wir sagten zwar dies und jenes, aber gut, soll jetzt nicht Bestandteil des Hauptproblems sein.

Der Bub bewarb sich, nach einigen Mißerfolgen nun erfolgreich - bei einer Firma als Speditionskaufmanns-Auszubildender.

Nach dem ersten Tag (den er als sehr positiv empfand), konnte er die Lehrstätte nicht mehr besuchen. Er musste sich jeden Morgen übergeben, hatte Panikattacken. Erst wollte er es nicht wahrhaben, redete von Magen-Darm.. %-|

So geht das seit einem Monat. Mittlerweile hat der Junge endlich begriffen, dass das psychologische Gründe hat und sich einen Psychotherapeuten genommen.

Geholfen hat das bislang nicht. Er kotzt morgens und fühlt sich scheinbar gut damit, darauf nicht zur Ausbildung /in die Berufsschule zu gehen.

Hat irgend jemand Tipps hierzu, wie wir ihm helfen könnten?

Danke fürs Lesen!

Antworten
E,hemal!iger Nutzwe-r (#54542x1)


Ok, ist nicht unser Sohn, wir sagten zwar dies und jenes, aber gut, soll jetzt nicht Bestandteil des Hauptproblems sein.

Und weil es nicht das Hauptproblem ist ... eröffnest Du ein Thema .. ??

Was ist dann das Hauptproblem ??

PfAspo4rxts


Stationäre Therapie. Der brauch professionelle vollumfängliche Hilfe ohne Ablenkung und äußere Einflüsse.

BUene tton


Was ist dann das Hauptproblem ??

Jou. ;-D

Unser (meiner Frau und meins) Problem ist: Wie gehen wir mit dem armen Jungen um. Wie können wir ihm vielleicht helfen?? Nicken wir ab, wenn er sich jeden morgen übergibt und sagt, dass er zuhause bleiben möchte, oder treten wir ihm in den Arsch?

Ej, das ist gar nicht so einfach, sich das jeden Tag aufs Neue anzuschauen und das Gefühl zu haben, nichts tun zu können.

E_hema?liger Nu~tzer U(#549542x1)


Also .. wohnt er bei Euch, bekommt Ihr das live mit sozusagen.. oder ist das Hörensagen von Eurer Tochter ... ist er volljährig, was ist mit seinen Eltern .. was ich nicht verstehe.. wieso Ihr Euch um einen "wildfremden" kümmern müsst ... er ist der Freund der Tochter und das Ihr ihm helfen wollt, ehrt Euch ... aber (bitte nicht falsch verstehen) warum müsst Ihr Euch um ihn kümmern ":/

BAenetgtoxn


Er wird 19 und ist die Hälfte der Woche bei uns (die andere Hälfte bei der Mutter [seine Eltern sind geschieden]).

Und natürlich sind wir mit im Boot, weil es ja auch indirekt unsere Tochter und deren Zukunft betrifft.

Zjit"ron_e8x6


Hast du den Eindruck er fühlt sich "wohl" damit? Dass er eigentlich ein fauler Sack ist und es als Vorwand benutzt nicht arbeiten zu müssen?

Oder leidet er wirklich darunter und hat durch seine Störung auch im privaten/sozialen Umfeld Probleme?

P9}schbpiest


Das was du schreibst macht mich richtig sauer.

Ich habe den Eindruck, es geht dir nicht um die Gesundheit des Jungen,

sondern mehr darum dass er endlich den Arsch hoch kriegt.

Würde mich nicht wundern, wenn deine Tochter sich ständig anhören darf,

was sie mit so einem faulem Nichtsnutz will.

Würdest du jedem gleich auf die Nase binden, dass du Panikattacken hast?

Wer will schon gerne psychisch krank sein und von seinem Umfeld abgestempelt werden?

Rede doch mal ruhig mit ihm und nicht über ihn.

Xvi[raixn


Also nach einem Monat wirkt eine Therapie meistens noch nicht.

Das dauert schon ein bisschen länger...eventuell wäre es gut wenn er die ausbildung erst nächstes Jahr beginnt sich aber dafür dieses Jahr intensiv damit beschäftigt seine Angststörung in den Griff zu bekommen.

Hast du mit ihm mal darüber geredet ob er vielleicht eine tagesklinik besuchen wollen würde?

Es wäre auch eine möglichkeit dass er medikamente bekommt.

Diese können ganz gut helfen aber nicht jeder ist zu diesem Schritt bereit.

Vielleicht wäre es auch nal wichtig woher das kommt... hat er versagensängste....fühlt sich zu sehr unter druck und schafft es nicht das zu managen. Dann kann eine therapie helfen.

Wie gesagt Therapir dauert aber auch.

Pxlüszchbiiest


Hatte der Junge überhaupt schon eine Stunde beim Therapeuten?

D"umaxl


Benetton

Geholfen hat das bislang nicht.

Na ja, es ist ja auch keine Erkältung. Das wird viel Zeit beanspruchen.

Ej, das ist gar nicht so einfach, sich das jeden Tag aufs Neue anzuschauen und das Gefühl zu haben, nichts tun zu können.

Das ist so, ja.

Nicken wir ab, wenn er sich jeden morgen übergibt und sagt, dass er zuhause bleiben möchte, oder treten wir ihm in den Arsch?

Ihr solltet für euch eure Verantwortung klären und entsprechend den Rahmen. Da solltet ihr wirklich in euch gehen und das miteinander besprechen.

F4r+vsacxk


Er kotzt morgens und fühlt sich scheinbar gut damit, darauf nicht zur Ausbildung /in die Berufsschule zu gehen.

Also, es ist ihm recht, dass er das Symptom hat, da er eh nicht zur Arbeit will?

Noch ätzender für ihn wäre es, wenn er unbedingt zur Arbeit will, aber wegen der Symptome nie kann. ":/

F{reKßsfack


Ach noch was:

Dann kotzt er halt und geht nach dem Kotzen auf die Arbeit, und wenn er dann zu spät kommt. Er könnte ja auch früher aufstehen und das Kotzen zeitlich mit einplanen.

sDtraMwberriychexck


Hallo Zusammen!

Bennetton, kannst du ein paar zusätzliche Fragen zu Eurer Situation beantworten, damit die Leser die Situation klarer einschätzen können?

Wurde zu Therapiebeginn eine Diagnose gestellt? Kannst du diese benennen?

Was sagt denn eure Tochter als engste vertraute dazu und wie geht es ihr mit der Situation? Was wünscht sie sich an Unterstützung von Euch?

Fällt es dem Jungen denn sonst eher leicht oder eher schwer soziale Kontakte zu pflegen? Gehen er und eure Tochter viel aus, hat er einen eigenen Freundeskreis oder ist er Stubenhocker? Wie ist es mit anderen Termingebundenen Verpflichtungen. Klappen die oder muss da auch oft wegen Übelkeit und Panik etwas verschoben werden?

Kann man offen mit dem Jungen reden?

Ist die Stelle inzwischen gekündigt oder hat er noch Chancen das hinzubiegen?

Grundsätzlich sind echte Panikattacken als Symptom einer psychischen Erkrankung schon eine ernste Beeinträchtigung. Wenn jemand wirklich Angst und Panik hat, ist oft neben dem Übergeben auch Schwindel, Beklemmung, Gefühle von Atemnot, wirklich empfundene Todesangst mit im Spiel. Inwieweit es ihm da schlecht geht, müsstet ihr also morgens auch beurteilen können, wenn ihr ihn seht. Schaut euch doch mal bewusst an ob er blass, zittrig, benommen ist, mit brüchiger Stimme spricht. Dann könnt ihr abschätzen, wie groß der Leidensdruck für ihn ist und für euch klären, wie weit ihr bereit seit, ihm und seiner Familie Unterstützung zu leisten. Vielleicht könnt ihr Euch da auch Rat, bei einer Beratungsstelle holen, wenn ihr die Diagnose wisst. Es gibt Beratungs- und Kontaktstellen für psychisch Kranke und ihre Angehörigen.

Ein anderer Punkt, den ich wirklich wichtig finde, ist eure Tochter. Wenn sie eine Zukunft mit dem jungen Mann plant ist es auch wichtig in sensiblen Gespräche ihre Belastungsgrenze auszuloten und sie gegen Überforderung zu schützen. Schließlich kann die Stimmung auch kippen, sollte er an schwierige Punkte der Therapie gelangen und sie vielleicht abbrechen wollen und sie muss dann in der Lage sein auch ihre Grenzen zu vertreten. Vielleicht handelt ihr auch Bedingungen mit beiden aus, unter denen Übernachtung bei Euch drin ist oder nicht. Damit meine ich kein stumpfes Kontaktverbot, sondern Vereinbarungen. z. B. dass Übernachtung bei und mit eurer Tochter nur dann möglich bleibt, wenn er seine Tagesstruktur- zeitig aufstehen, aktiv sein (kann ja vorerst auch Sport, ein Praktikum, ein ehrenamtliches Engagement oder Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe etc. sein)- erhält. Ich würde, auch um eure Tochter zu schützen, darauf bestehen, dass er sich in euren vier Wänden nicht grenzenlos gehen lässt, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten an seiner gesundheitlichen Situation arbeitet.

Alles Gute Euch! :)*

_OPa8rvxati_


Unser (meiner Frau und meins) Problem ist: Wie gehen wir mit dem armen Jungen um. Wie können wir ihm vielleicht helfen?? Nicken wir ab, wenn er sich jeden morgen übergibt und sagt, dass er zuhause bleiben möchte, oder treten wir ihm in den Arsch

Helfen könnt ihr, indem ihr euch nicht so sehr einmischt. Er kann nur sich selbst helfen. Er muss selbst erkennen, das er ein Problem hat, muss sich selbst Hilfe suchen und sollte selbst erkennen, dass er an sich arbeiten muss. Einen Psychotherapeuten hat er sich ja schon gesucht. Das ist schon mal ein guter Schritt. Allerdings kann man nach einem Monat Therapie noch nichts erwarten. Eine Angsterkrankung zu therapieren braucht (sehr viel) Zeit.

Da du von Mobbing in der Schule geschrieben hast, vermute ich mal, dass der Freund deiner Tochter Angst hat, dass es wieder passieren könnte und zwar während seiner Ausbildung. Das könnte auch erklären, warum er immer kotzt bevor er zum Ausbildungsbetrieb geht.

Sich zu übergeben ist schon ein sehr starkes Angstsymptom. Der Körper will durch Angst(symptome) versuchen, Leib und Leben vor drohenden Gefahren zu schützen. Das ist in vielen Fällen sogar überlebensnotwendig, z.B. damit man sich nicht von einer hohen Klippe stürzt. Allerdings können Ängste auch krankhafte Züge annnehmen. Diese Ängste sind irrational und treten auch dann auf, wenn eigentlich keine Gefahr (mehr) droht. Durch die Angst, die man dann empfindet, werden dann eben angstauslösende Situationen gemieden (=Vermeidungsverhalten).

Um diese Ängste wieder abzubauen, muss der Körper in kleinen Schritten konditioniert werden, so, dass die Angst immer weiter in den Hintergrund rückt. Das erreicht man am besten durch Konfrontation. Also man muss sich immer wieder mit der Angst konfrontieren. Aber wie gesagt, in kleinen Schritten! Alles andere würde den Körper nur überfordern und es besteht die Gefahr, dass die Angst dadurch nur noch größer wird. Meiner Meinung nach wäre es daher auch kontraproduktiv, wenn der Freund deiner Tochter zum jetzigen Zeitpunkt eine Ausbildung absolviert. Ich an seiner Stelle würde mich erst einmal darauf konzentrieren gesund zu werden. Ich würde auch zu einem Klinikaufenthalt raten.

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