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vor einer Gruppe sprechen

lWunohuamxa hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich bin jetzt in der 12. Klasse und habe bald mein Kolloquium vor mir, also muss ich einer größeren Menge von Leuten sprechen. Das Problem ist, dass es mir noch nicht einmal möglich ist, vor meinen Klassenkameraden einen Vortrag zu halten ohne dass meine Hände aufs Übelste zittern, meine Beine fast zusammenbrechen, mein Herz rast und ich mich fast übergeben muss. Ja, also dazu muss ich sagen, dass ich eine eher schüchterne Person bin und das Problem mit den Vorträgen schon seit der Grundschule besteht, dort hatte ich allerdings gedacht dass es mit dem Alter besser wird. Auch melden kann ich mich in der Klasse nicht, selbst wenn ich mir 110%ig sicher bin dass die Antwort richtig ist.

Meine Frage ist, was ihr gegen solche Probleme macht und ob man sich nicht vielleicht sogar ein ärztliches Attest holen kann, um nicht mehr vor einer Gruppe sprechen zu müssen. Ich halte dieses Herzrasen und fast in Ohnmacht fallen nicht aus -.-

Antworten
w9eihnaach|tssteir[nchen3


Hast du da ein vorgegebenes Thema, zu dem du halten musst? Ja, oder? Kannst du es vorher üben? Mit Freunden, deinen Eltern usw.? Würde dir das ein wenig Druck nehmen?

Ansonsten hab ich ab einem bestimmten Punkt mit Baldrian gearbeitet, gibts in der Apotheke und beruhigt mich ganz wunderbar, ebenso wie der Geruch von Lavendel. Darüber hinaus gibts noch die sogenannten "Rescue Tropfen" aus der Bachblüten-Therapie, die auch beruhigend wirken sollen. Halt ausschließlich pflanzliches Zeug. @:)

COomrxan


Meine Frage ist, was ihr gegen solche Probleme macht

Feuer mit Feuer bekämpfen. So viel vor anderen Menschen sprechen, wie es nur geht, damit man sich daran gewöhnt und die Scheu verliert.

Weglaufen ist keine Lösung und auch kein Attest. Je nach späterer beruflicher Laufbahn wird es dir immer wieder passieren, dass du vor Menschen sprechen musst. Die Taktik der letzten Jahre hat dir leider ein Verhalten "antrainiert", welches du nicht ein Leben lang durchhalten kannst. Sonst wirst du dich immer wie auf der Flucht fühlen und immer wieder Vermeidungsmechanismen suchen.

Vielleicht hast du ein paar verständnisvolle Freunde oder Familie, vor denen du üben kannst? Ansonsten solltest du wirklich versuchen, diese Angst zu durchbrechen. Von selbst wird es nicht besser.

KPing6-konxg14


Ich kenne das Problem, wir durften das in Englsich machen, und das ganze dann auf Englisch^^. Und unser Lehrer war relativ streng bei sowas. Wenn das Referat schlecht war, wurde es unterbrochen und du musstest es neu machen (wenn du es wirklich oberflächlich gemacht hast). NAtürlich wurden auch vom Lehrer Fragen bzgl. des Referates bzw. Inhalt gestellt.

Da geht einem auch die Pumpe, aber meistens legt sich das nach 5 Minuten. Einfach vorne stehen, tief durchatmen zwischendurch und ruhig bleiben.

Es sind nur Menschen, so fühlt sich der Lehrer jeden Tag^^

Iwnko~g


Diese Panik hatte ich früher auch, hab sie erst in der Uni verloren - weil ich dort natürlich auch gezwungen war, Vorträge zu halten.

Wirklich angenehm finde ich es noch immer nicht, aber ich kann so etwas zumindest mittlerweile hinter mich bringen, ohne direkt Herzrasen und Panikattacken zu bekommen.

auch im Job rede ich mittlerweile mehrmals die Woche vor größeren Gruppen. Da hilft wirklich nur Praxis. Je öfter du es machst, desto weniger macht es dir aus.

Übe das ganze mit Familie und Freunden als Zuhörer, und das mehrmals. Dann verlierst du ein wenig die scheu, auch wenn du trotzdem weiterhin davor Angst haben wirst.

Für mich wichtigste Regel ist mittlerweile: natürlich sehr gut vorbereiten, und währenddessen vor allem versuchen ruhig zu bleiben. Langsam reden, zwischendurch kurze denk-Pausen einlegen.

Mit stichpunkten auf der Power point Präsentation oder auf dem Papier ist es eigentlich auch nicht möglich, dass du den Faden verlierst.

Viel Erfolg wünsch ich dir!

kOathiaf~oxx


Ich mag das Gefühl nach wie vor auch nicht so gerne, musste aber mittlerweile schon so viel Vortragen und Präsentieren, dass sich eine gewisse Routine eingeschlichen hat.

Was mir immer sehr geholfen hat, war währenddessen darauf zu achten, dass ich ruhig atme und bei mir bleibe und mir meinerselbst bewusst bin. Da kommt man dann nicht so leicht aus dem Konzept.

Es ist mir auch nur einmal passiert, dass ich während einer Präsentation ein totales Blackout hatte, nur noch stammeln konnte und überhaupt nicht mehr wusste, was hier gerade eigentlich Thema war. Ich bin aber auch schon extrem nervös, gestresst und unausgeschlafen zu dieser Präsentation gekommen, sodass das dann bei der ersten bohrenden Zwischenfrage so kam und auch irgendwie vorauszusehen war. Peinlich.

Deswegen: Vorher schon bemühen ruhig zu sein, bei sich zu sein, sich selbst bewusst zu sein. Und natürlich inhaltlich gut vorbereiten.

Eine gute Methode für den Vortrag, die mir sehr hilft, ist die Loci-Methode. Man geht während des Vortrags in Gedanken eine Route ab und setzt auf verschiedene Orte der Route Punkte/Themenaspekte ab, über die man sprechen will. Erfordert etwas Übung, aber man bleibt so gut bei der Sache und ist trotzdem in den Gedanken flexibel, weil man an die "Orte zurückgehen kann". Außerdem sieht man nicht, dass die Hände zittern, wenn man kein Papier mehr in der Hand halten muss. ;-)

Falls es dich interessiert, kannst du ja mal im Internet gucken. Da gibt es massig Erklärungen und auch Erklärungsvideos.

k~atiagfox


Sorry: auf verschiedenen Orten

Warum gibt's hier eigentlich keine Editierfunktion? :=o

SMchwEei:ssjerxin


Oha, das kenne ich selbst nur zu gut.

Aber ich kenne die Ursache. In meiner gesamten Schulzeit, von 1-10, wurde ich gemoppt, verspottet ("Heimkind", "die sieht aus wie ein Penner"... lag zum Großteil daran, dass ich eher in einer Sklaverei, als in einem Heim landete, und wir mussten die abgetragenen Klamotten der Nachbarskinder tragen. Ob es uns gefiel, oder nicht).

Vorallem wenn ich an der Tafel stand, war es sehr schlimm.

In der Berufsschule habe ich dann meinen Klassenlehrer in einer ruhigen Minute gebeten, mich nicht an die Tafel zu nehmen. Er war da zum Glück sehr tolerant.

Und auch deswegen hat sich bei mir eine Matheangst entwickelt.

Wenn ich wusste, nach der Pause steht Mathe an: nasse Hände, Panik, Herzrasen, Atemprobleme, und und und.

So langsam dämmert mir, dass Mathe und Unterricht an sich nur der Trigger sind.

Da ich wohl in nächster Zeit keinen Unterricht haben werde, werde ich da erstmal nicht dran arbeiten.

Ich bin eh sehr introvertiert.

Ich weiß aber, dass man das NUR durch Konfrontation unter Kontrolle bekommt.

Nur, weil es damals bei mir in der Klasse so war, muss es heute nicht auch so sein.

Aber bei mir reicht schon das Wort " Mathe", und ZACK: fällt ne Art Schranke.

Selbst wenn ich privat zweistellige Zahlen im Kopf addieren muss, selbst wenn es freiwillig ist, dauert es bis zu 2(!) Minuten.

Meine Betreuerin meint auch, dass es an der Logik nicht liegen kann. Zumal vor 10 Jahren während einer Therapie ein ziemlich großer IQ Test gemacht wurde, mit dem Ergebnis von 127.

Kinder können schrecklich sein, und bei mir hat es dazu geführt, dass ich bei Mathe sofort dicht mache. Und mich generell in allem abwerte, was ich tue. Wenn dann auch noch jemand sagt: dass ist aber so nicht richtig, bestätigt das nur, wie scheiße ich bin.

Und das, obwohl ich Mathe an sich eigentlich recht interessant finde.

Das ganze ist einfach nur eine Frage der Zeit. Ich denke, wenn ich in dem Bereich mal positive Erfahrungen machen könnte, könnte ich dieses Trauma nach und nach ablegen.

Ebenso das sprechen vor Menschen.

Das ganze braucht einfach Zeit.

B_eniLt8aB.


Niemand sieht die Knie schlottern und wenn das Herz bubbert.

Der menschliche Körper ist so geschaffen, dass er spätestens nach 2 Minuten zurückschaltet. Wenn man das weiß, ist einem schon geholfen.

Homöopathisch kann man gegen Lampenfieber auch was einnehmen. Argentum nitricum D 30 wenn man dazu noch Aufregungsdünnpfiff bekommt.

Bei Gedanken an Versagen und damit Panik ist Aconitum D 30 super.

Gelsemium D 30, wenn man zittert und wie gelähmt ist.

Bei perfektionistischen Personen hilft Silicea 10 M

Und bei Menschen, die die totale Mattscheibe kriegen, hilft Aethusa D 30.

2 Stunden vor dem Referat 5 Globuli nehmen und unmittelbar davor noch einmal.

Aus: Erste Hilfe durch Homöopathie.

Und ansonsten hilft die Konfrontation. Zum Beispiel in einem Rhetorikkursus in der VHS.

Ich konnte früher nicht mal 2 Sätze in der Schule ohne Gestammel machen. Heute kann ich unborbereitet auch vor 80 Leuten sprechen.

Alles Übungssache.

l[unohaxma


Danke für die Antworten, besonders was die Medikamente betrifft. Sind die eigentlich verschreibungspflichtig?

Als wir das letzte mal vor einer größeren Menge wegen unserer Seminararbeit sprechen mussten (etwa 40 Personen) habe ich meinen Teil auch komplett auswendig gelernt, ich hatte mir meinen Vortrag vorher auch als Text aufgeschrieben und den auswendiggelernt, weil ich einfach nicht improvisieren kann. Der Vorteil war, dass wir dabei sitzen konnten und ich z.B nicht die Angst hatte, dass meine Beine gleich wegkippen. Aber eigentlich will ich dieses Auswendiglernen von jedem noch so kleinem Satz nicht als Lösung hinnehmen. Außerdem will ich mich auch öfter melden. Letztens habe ich meiner Banknachberin, einer sehr guten Freundin, z.B die Antwort auf eine Frage gesagt die an die Klasse gerichtet war. Niemand hat sich gemeldet, bis es schließlich meine Banknachberin gemacht hat weil ich mich nicht getraut habe. Mein Verhalten kotzt mich dann im Nachhinein wirklich an.

Boen3itaaBx.


Die Globulis bekommt man in jeder Apotheke, die werden dort bestellt.Pro Mittel ca. 8 €.

M\ajau27


Ich hatte das früher auch extrem. In meiner mündlichen Abiprüfung bin ich vor Aufregung sogar ohnmächtig geworden.

Bei mir hat Baldrian gar nicht geholfen, aber mit einer großen Portion Bachblüten Notfalltropfen, hab ich es einigermaßen in den Griff bekommen.

Beruflich muss ich jetzt häufiger vor Menschen reden und ich mache es immer noch nicht gerne, aber ich sterbe nicht mehr fast vor Aufregung.

Letztlich hilft nur viel Übung, auch wenn man das in der Situation eher nicht hören will.

IRnkxog


Als wir das letzte mal vor einer größeren Menge wegen unserer Seminararbeit sprechen mussten (etwa 40 Personen) habe ich meinen Teil auch komplett auswendig gelernt, ich hatte mir meinen Vortrag vorher auch als Text aufgeschrieben und den auswendiggelernt, weil ich einfach nicht improvisieren kann.

Das macht man als Anfänger ganz gerne, ist aber ziemlicher Blödsinn. Damit machst du dir das Leben selbst schwer. Du musst dafür das x fache an Zeit lernen bis du es auswendig drauf hast. Wenn du dann mal einen Satz vergisst könnte es schnell zu einem Blackout kommen und du weißt nicht mehr weiter.

Und außerdem macht es keinen guten Eindruck, man merkt einfach wenn jemand etwas auswendig gelernt hat.

Mal abgesehen davon, dass sich das ganze auswendig gelerne sicherlich auch noch zusätzlich verunsichert, weil du das ja nur machst, da du eben unsicher bist.

Mach es so wie ich vorher geschrieben hab: Stichwörter auf der Powerpoint Präsentation oder auf dem Blatt als Aufhänger. Du hast dann immer kleine Themenbereiche pro Stichwort, wo du ein paar Sätze zu sagen kannst. Das funktioniert wirklich gut, glaub mir.

kwatiCafoxx


Wort für Wort auswendig lernen würde ich auch nicht. Das meinte ich mit meinem Beitrag nicht, falls das so rübergekommen ist.

Man kann aber Stichpunkte/Aufhänger auf eine Route setzen und das dann im Kopf Punkt für Punkt abgehen.

Naja, ist nicht Jedermans Sache so zu lernen. Wird aber zum Beispiel von Gedächtnissportlern verwendet. Die Methode stammt aus der Antike als Redner sich noch keine Notizen machen konnten, weil kein Material wie Papier oder Powerpoint. Ziel ist es, möglichst frei zu reden.

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