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Problem mit Menschenkontakt?

EJhemaliger PNutz.ero (#59J0071)


Wegen der Sache mit dem Misstrauen:

Ich bin manchmal sehr hin- und hergreissen, wie viel Misstrauen gerechtfertigt ist und wann ich es übertreibe. ... Im privaten Kontakt habe ich wirklich engen Kontakt nur mit Personen, die ich für vertrauenswürdig halte. Die würde ich nicht zusätzlich kontrollieren, sondern denen tatsächlich schlicht vertrauen. ... Andere würden gar nicht erst in den inneren Vertrauenskreis kommen, egal ob sie tatsächlich Anlass für Misstrauen gegeben haben oder nicht.

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Hallo teeta1,

Gibt es im Buch auch etwas über schizoide und selbstunsichere Persönlichkeitsstörung? Also als zwei Persönlichkeiten?

Da hast Du eine knifflige Frage gestellt. Beinahe wäre ich jetzt ins Leere gelaufen. Ich bin ja auch kein Psychologe .. zu meiner Ehrenrettung o:)

Im Internet steht: [[https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/selbstunsicherheit/]]

Bei einer selbstunsicheren (auch: ängstlichen oder ängstlich-vermeidenden) Persönlichkeitsstörung fühlen sich die Betroffenen ständig unsicher, minderwertig,

Im Buch wird hauptsächlich von den üblichen "reinen" 6 Stilen gesprochen. Andere Stile nur kurz und diese sollten Kominationen sein. Einige Kombinationen haben eigene Namen. (Seite 112) Der Borderliner ist z.B. eine Kombination aus "passiv aggressiv" und "antisozial".

Abhängige Persönlichkeitsstörung ist eine Kombination aus schizoiden und pasiv aggressiven Stil.

Vermeidende Personlichkeitsstörung ist eine Kombination des schizoiden und paranoiden Stils

Ich schaue gerade in Wikipedia:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstunsicher-vermeidende_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung]]

Dort steht: Die ängstlich-vermeidende, auch vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, ....

ist somit vermutlich das selbe.

Das beantwortet hoffentlich Deine Frage einigermaßen: Ist eine Kombination des schizoiden und paranoiden Stils

selbstunsichere Persönlichkeitsstörung wird aus S112 nicht extra erwähnt.

Auf S227 werden Muster noch einmal nach der Klassifizierung von Theodore Millan aufgelistet. Dort wird die selbstunsichere Persönlichkeitsstörung als aktiv isoliertes Muster bezeichnet und kurz erwähnt. Angst vor und Misstrauen gegenüber anderen. Da sind nur 5 Zeilen Beschreibung.

Auf S98 ist dann tatsächlich auch diese Kombiation beschrieben: schizoid und paranoid zusammen.

Kennzeichen: Rückzug. Wollen auf Nummer sicher gehen bevor sie etwas offenbaren. kreativ und brilliante Denker. gehen einsamen Beschäftigungen nach. sind oft Erfinder, forscher, Uni-professoren. Leben in der Welt der Gedanken, statt Menschenwelt. Wollen lieber alleine arbeiten. Haben probleme zu vertrauen und andere nahe an sich herankommen zu lassen. Früh gelernt, stark zu sein und keine Gefühle zu haben. oder keine Bedürfnisse. sich selbst zu genügen. Das ist auch schon das wesentliche das geschrieben ist.

Trifft es das? Würde mich interessieren

Verrückte Psychologie ! %:|

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Ups, sehe gerade dass Zuschauer es auch schon beantwortet hat. Kommt auf das gleiche raus. Soweit habe ich noch nicht gelesen gehabt.

tmeetax1


Erstmal vielen Dank Zuschauer und ABC01

Kennzeichen: Rückzug. Wollen auf Nummer sicher gehen bevor sie etwas offenbaren. kreativ und brilliante Denker. gehen einsamen Beschäftigungen nach. sind oft Erfinder, forscher, Uni-professoren. Leben in der Welt der Gedanken, statt Menschenwelt. Wollen lieber alleine arbeiten. Haben probleme zu vertrauen und andere nahe an sich herankommen zu lassen. Früh gelernt, stark zu sein und keine Gefühle zu haben. oder keine Bedürfnisse. sich selbst zu genügen. Das ist auch schon das wesentliche das geschrieben ist.

Trifft es das? Würde mich interessieren

Das ist für mich das Problem. Auf der einen Seite gehe ich zwar auf Rückzug und auf Nummer sicher. Auch mit dem "stark sein" im Sinne von Gefühle nur sehr ungerne zeigen, obwohl ich selber bei vielen Sachen sehr Emotional sein kann (beispielsweise wenn ich bei ner Fahrstunde keine Fortschritte gemacht habe und ich mir denke, ob es sich überhaupt noch lohnt).

Was ich halt überhaupt nicht bin ist kreativ. Ich bin zwar auf jeden Fall ein Denker, aber kein Denker.

ArBcC0x1


Hallo zuschauer,

ein sehr langer Beitag. Das wird etwas dauern bis ich ihn vollständig gelesen habe.

. Aber ein gesunder Mensch dürfte in der Wahl seiner Stile in Interaktionen sicher flexibler sein und dadurch eher in der Lage, angemessen und in seinem Sinne (und umweltverträglicher) mit anderen zu interagieren. Und die Stile dürften weiter bei demjenigen nicht derart stark ausgeprägt sein, dass sie sich ins Negative verkehren und derjenige sich selbst damit im Weg steht.

Ein gesunder Mensch hat andere Grenzen und ein anderes Verständnis davon. Das steht im Buch auf S190: klare Grenzen. Personen mit Persönlichkeitsstilen haben diffuse oder rigide Grenzen und reagieren mit Stilen, da sie sich anderen gegenüber nicht korrekt abgrenzen oder Grenzen setzen können. Der regide errichtet eine Mauer. Gesunde funktionieren anderst und benützen die Stile nicht besonders intensiv. Der Grad, wie stark man die Muster zeigt, bestimmt ob man noch gesund ist.

beschreiben mich als sicher gebunden

Das kann ich fast nicht glauben.

Du meinst, dass du kaum emotionale Ausschläge auf deiner Gefühlsskala hast?

Teils, teils. Früher war es so, wenn mich jemand angelächelt hat oder ein lachendes Gesicht, dann habe ich das nicht mitgefühlt. Gesichter hatten keine Ausstralung. Emotional innerlich abgeschaltet quasi. Das was man als Spiegelneuronen bezeichnet. Man empfindet das gleiche Gefühl wie der Absender des Lachens. Mittlerweile funktioniert das schon wieder ganz gut und ich kann auch echt lachen. Bei Frauen löst das dann ein zurücklachen aus. Das kann sch ganz schön aufschaukeln. Ein tolles Gefühl eigentlich. Gesichter sind jetzt lebendig. Es gibt Leute die lachen nicht echt. Die sagen quasi nur "hehehe" und verziehen das Gesicht künstlich in Lachform. Ich habe da Kollegen in der Art. Die haben an der Stelle eindeutig Probleme. Sie imitieren und schlecht noch dazu.

Was ich immer noch kaum empfinden kann ist Wut oder Hass. Es ist natürlich schwer zu sagen, wo genau was fehlt oder nicht passt. Ich kann nur sagen, dass es noch nicht so ganz perfekt ist. Ich versuche mich schon immer zu erforschen um Klarheit zu bekommen und etwas zu verbessern.

Mal abgesehen davon, dass ich starke Gefühle auch bei anderen anstrengend bis unangenehm finde

.

Ja, sehe ich auch so. Manche übertreiben.

In einem Ausmaß antisoziale Menschen wie deinen Chef kann ich nicht leiden und finde sie als Chefs auch nicht geeignet

Stimmt. Wir haben Firmenrichtlinien, da geht so etwas offiziell gar nicht als Chef. Nur nimmt das keiner ernst.

Das Buch gibt wieder sehr gute Tips !! S146: Antisoziale kämpfen mit zwanghaften. Auch Stile die sich diagonal gegenüber stehen passen am schlechtesten zusammen.

nehme ich andere Menschen (viel zu) deutlich wahr.

Im Buch steht auch (S80) dass paranoide sehr sensibel in der Wahrnehmung sind. Jetzt wo ich einige Deiner Erfahrungen lese möchte ich von mir behaupten, dass das Paranoide bei mir keine Rolle spielt. Ganz interessant Deine Beschreibungen. Das hilft mir auf jeden Fall meine eigenen Stile besser einzuschätzen.

Ausgefallene Themen oder Hobbies: Mir gefällt durchaus auch mal Punk oder andere verrückte Musik. Ich habe auch kein Problem auf ein Hippie open air zu gehen und das auch zu geniesen. Früher hatte ich einige Bekannte die recht extrem waren. Als Punk oder Hippie herumlaufen würde ich aber auch nicht. Mit Kollegen über ausgefallene Hobbies oder Themen reden tue ich auch nicht, wenn ich weiss, das die das nicht verstehen oder gegen einen auslegen. Da schadet man sich nur.

Dein dritter Beitrag

Ich bin manchmal sehr hin- und hergreissen, wie viel Misstrauen gerechtfertigt ist

ich blättere gerade nochmal im Buch. Seite 80. Das steht: Paranoide pendeln zwischen Sich- einlassen und Sich wieder -Zurückziehen. An einem Tag nehmen sie Kontakt auf und am nächsten ziehen sie sich wieder zurück.

Wenn man das so liest, was noch alles im Buch steht an "Nebenwirkungen" ist es keine schöne Sache. Vermutlich quählt einen das mitunter schon ganz schon. ich kann schon verstehen dass Du beim letzten Mal geschrieben hast, dass es Dich Energie kostet.

EBhemZalige3r Nut\zer (#5900x71)


@ teeta1

Zu deinem Eingangstext:

Das wohl größte Problem ist, dass ich auch schnell von Menschen die ich gut kenne (vor allem Freunde) es irgendwann als Anstrengung ansehe, wenn ich länger mit denen zu tun habe. Und da ist wohl mein größtes Problem. Ich bin dankbar für jeden Freund den ich habe, nur ist es so, dass wenn ich mit ihnen halt mal was öfter zu tun habe, es für mich ebenfalls anstrengend ist und ich mich dann auch etwas distanziere.

Oft sag ich dann, dass ich keine Zeit oder keine Lust habe, manchmal denke ich allerdings, dass ich einfach nicht kann. Wenn ich nur 2, 3 mal absagen würde, wär das ja in Ordnung, ich sage aber recht oft ab. Oft sage ich auch zu, obwohl ich nicht wirklich Lust habe und versuch das Beste daraus zu machen. Manchmal erfolgreich, manchmal erfolglos.

Ich würde gerne mit denen mehr unternehmen und auch öfter gute Laune dabei haben, aber ich habe das Gefühl, dass mich irgendwas dabei immer blockiert.

Ich will mit Sicherheit jetzt niemand werden, der sich die ganze Zeit mit Menschen umgeben muss, jedoch möchte ich genauso wenig jemand sein, der sich von allen abschottet.

Hast du mal versucht auszuprobieren, ob du die einzelnen Treffen kürzer hälst (z.B. eine Stunde treffen statt gleich den ganzen Abend) oder die Zeitspanne zwischen den einzelnen Treffen länger hälst, dich eben seltener mit deinen Freunden triffst?

Und dir zwischendurch einfach die Auszeiten nimmst von privaten sozialen Kontakten. ... Macht allerdings nicht jeder mit. Ich weiß ja nicht, wie oft dich deine Freunde sehen/treffen wollen. ... Mir wird sowas z.B. aber auch schnell zu viel und ist mir zu oft, egal wie sehr ich die Leute als Freunde schätze. Deshalb ist es da sehr günstig, dass die selbst nicht so oft Kontakt wollen und das gegenseitig nicht übel genommen wird, längere Zeit zwischendurch keinen Kontakt miteinander zu haben.

Für mich habe ich außerdem festgestellt, dass ich einerseits dazu neige, mir mehr sozialen Kontakt "aufzuhalsen" als für mich ok ist bzw. mich von anderen sozial zu leicht in Beschlag nehmen zu lassen (weil ich viel mehr Zeit für mich alleine brauche als allgemein üblich und soziale Kontakte/Interaktionen mir Energie abziehen, egal wie nett dieser Kontakt/die Interaktion ist). Und dadurch rutsche ich sehr schnell in einen Zustand, in dem ich überhaupt kein Interesse an Kontakten mehr habe. Das erstreckt sich dann auf sämtliche sozialen Kontakte. Für Freundschaften tut mir das Leid, besonders wenn die nicht der Auslöser gewesen sind. Deshalb achte ich nunmehr darauf, dass ich immer genügend Zeit für mich habe und verabrede mich lieber selten, dafür aber dann aber gerne bzw. nicht mit dem Gefühl, das es nur eine zusätzliche Pflichtveranstaltung ist, die ich ableisten muss. ... Wenn du drei Freundschaften hast, die regelmäßig gepflegt werden wollen, könnte ich mir vorstellen, dass dir das zu viel ist, zumindest, wenn alle drei parallel gepflegt werden sollen. Vielleicht hast du mehr Lust auf deine Freunde, wenn du energiemäßig besser dastehst und mehr auf deine Grenzen achtest im Kontakt mit anderen?

tUeet>a1


@ Zuschauer

Mein bester Freund beispielsweise weiß, dass ich nicht immer Lust habe bzw. kann. Aber soll es das gewesen sein?

Versteh mich nicht falsch, ich weiß, dass jeder Mensch Freiraum braucht und das unterschiedlich lang, aber letzten Endes möchte ich halt jemand sein, der sich nicht ständig zurückziehen muss, weil er nicht kann. Ich möchte tatsächlich viel öfter was mit Menschen unternehmen, das Problem ist halt, dass es für mich stressig ist.

Ich nehme mir auch des öfteren ne Auszeit, diese scheint bei mir aber glaube ich auch immer länger zu werden.

A_BC0x1


Hallo teeta1,

krativ bin ich auf jeden Fall und es macht mir Spaß da zu tüfteln. Wenn ich eine Idee habe oder mich etwas treibt, dann klemme ich so lange dahinter bis was verrücktes herauskommt dabei. Zumindest will ich es dann immer wissen, solange bis mir klar ist, ob was dran ist und was man daraus machen kann. Da habe ich Ehrgeiz. Ich bin auch kein Wiederholungstäter. Mich interessieren neue Sachen oder auch neue Themen. Ich denke das kommt durch die ganze schizoide Zeit, wo man sich mit sich selbst beschäftigt hat.

Sinne von Gefühle nur sehr ungerne zeigen,

Das ist die Falltüre des Schizoiden. An dem Thema muss man leider arbeiten. Ich muss sagen, dass ich das gar nicht so schlimm finde bei mir. Auf jeden Fall nichts peinliches und ich habe jetzt tolle Erfahrungen bei Frauen gemacht damit.

Meiner Meinung oder alten Erfahrung, macht man genau dann die Fehler, wenn man einfach versucht Frauen anzulachen, als Beispiel (Ist ja ewiges Thema) . So wie man aktuell ist mit schwachen inneren Gefühlen. So der Gedanke, "Heute zeige ich mal Gefühl" und setzt das künstlich auf. Da passt dann nichts an der Situation. Ist peinlich.

Was funktioniert nun: Man trainiert seine Gefühle, z.B. über schöne emotionale Fotos, bis man das passende Gefühl dazu empfindet. (Spiegelneurone) Da macht man noch nichts mit anderen und kommt auch in keine peinliche Situationen. Nun ist es so dass man tatsächlich innerlich aktiviert ist. Also etwas empfinden kann. Man spürt etwas. Das ist die Grundvoraussetzung! Nun schaffst man es vielleicht tatsächlich mal jemanden etwas anzulachen. Der, oder die lacht zurück. Das ist fast wie ein Reflex, wenn der Andere richtig funktioniert. Frauen sind oft recht emotional. Besonders mit lockiger Frisur, so meine Meinung. Die gehen dann richtig ab. Wenn "Sie" zurücklacht aktiviert einen das noch stärker und es kann sich recht wild aufschaukeln. Ein irres Gefühl. Man ließt ja auch öfters über ein lachen das einschlägt. Übrigens wird das nicht übel genommen. Gefühlsmenschen (Histrionische Frauen = Persöhnlichkeitstil) suchen die Aufmerksamkeit bei andern oder Bestätigung. Die suchen das förmlich. Man darf es aber nicht gleich bewerten, dass die etwas von einem wollen, wenn sie zurücklachen. Aber immerhin ein Flirt ! Eigentlich auch ganz schön.

EXhema]ligeTr Nutzier (#=5{9x0071)


@ teeta1

Körperlich bist du gesund oder? ... Kannst du näher definieren, was an "Menschenkontakt" für dich stressig ist bzw. gibt es Menschen, die für dich weniger stressig sind oder Unternehmungen, die dir leichter fallen/nicht so stressig sind?

Was unternehmt ihr eigentlich so typischerweise? Ist ja auch ein Unterschied, ob ihr euch z.B. bei einem von euch trefft und da zockt etc. oder in die Disko geht. Erst recht, wenn dir die Unternehmung eigentlich nicht liegt, du aber mitgehst, weil du den menschlichen Kontakt pflegen willst. ... Es wurde ja auch gefragt, ob du dich für deine Freunde verbiegst.

Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, dass bei dir Vitaminmängel oder andere körperliche Erkrankungen hinzukommen. Das was bei mir z.B. so und fällt einem selbst leider nicht umbedingt auf. Das kann sehr erschwerend hinzukommen.

A9BC0x1


Menschenkontakt" für dich stressig ist

Ich habe den Eindruck das es mit unangenehmen Hintergrundgefühlen verknüpft ist, die viel Kraft kosten.

Das ist wie ein Horrorfilm der einen voll gruselt. Man sitzt im Sessel verkrampft und schwitzt Blut und Wasser beim zusehen. Danach ist man fix und fertig. So in der Art vermutlich.

E%hemaligerN Nutzer (#l5900y71)


Das ist wie ein Horrorfilm der einen voll gruselt.

Danke, das ist sehr anschaulich.^^ ... Klingt ein bisschen wie eine soziale "Phobie" oder darunter: Soziale Scheu. (Wenn man in der Schule gemobbt worden ist, ist das wohl nicht verwunderlich).

AqBCx01


Das Wort das ich vorhin gesucht habe.

Ich vermute dass sie Anspannung beim Sozialkontakt viel Kraft kostet.

EnhemalCiger ;Nutzer (l#590x071)


@ ABC01

Ein gesunder Mensch hat andere Grenzen und ein anderes Verständnis davon. Das steht im Buch auf S190: klare Grenzen. Personen mit Persönlichkeitsstilen haben diffuse oder rigide Grenzen und reagieren mit Stilen, da sie sich anderen gegenüber nicht korrekt abgrenzen oder Grenzen setzen können. Der regide errichtet eine Mauer. Gesunde funktionieren anderst und benützen die Stile nicht besonders intensiv. Der Grad, wie stark man die Muster zeigt, bestimmt ob man noch gesund ist.

Danke, das ist sehr interessant. ... Vor allem das mit dem Grenzen setzen ist so ein Thema für sich. Auf dem Gebiet habe ich Probleme -> einerseits habe ich z.B. lange im Kleinen erst spät Grenzen gezogen, andererseits dann teils übertrieben, also vielleicht übertrieben wirkend aus Sicht anderer oder habe mich nicht mehr bei der Person gemeldet und den Kontakt abgebrochen ohne den Grund dafür vorher zu klären. Wobei ich das dabei auch nicht sinnvoll fand. Wenn einer den Kontakt nicht fortsetzen möchte, was soll man da noch über die Gründe reden? Insbesondere, wenn der andere den Kontaktabbruch nicht akzeptieren möchte und immer weiter über die Gründe "diskutieren" will und alleine definieren will, was "legitime Gründe" für ein Ende des Kontaktes sind?! ... Oder behauptet, Grenzen zu akzeptieren, aber gegenteilig handelt und der Kontakt anfängt, mich zu belasten. Schon beim Kennenlernen.

beschreiben mich als sicher gebunden

Das kann ich fast nicht glauben.

Na ja, vom Grundstein her, glaube ich schon, dass das zutreffen könnte, was sie sagen. Aber hinterher sind manche Dinge schlecht gelaufen (andere gut). Meine Eltern können z.B. sehr kritisch sein mit allem und jedem. Teils auch aus heiterem Himmel. Mitunter auch als versteckt eingekleidete Kritik, z.B. ironisches "Lob". Sie haben einen großen Hang zu freundlichem Spott. Das kann sehr lustig sein, aber auch sehr verletzend. Das fand ich als Kind manchmal schwierig. Alles in allem haben wir aber eine gute Beziehung miteinander. ... Ich denke aber, dass die paranoiden Züge auch sehr auf diese andere verwandte Person mit den u.a. antisozialen Zügen zurückgehen. Die war z.B. je nach ihrer akuten Stimmung sehr schnell sehr aggressiv & jähzornig und außerdem eifersüchtig auf mich und hat diverse Male aktiv versucht, mir zu schaden oder einfach so meine Grenzen überschritten. mit den Grenzen anderer hat diese Person eh ein Problem, spätestens wenn diese ihren Interessen im weg stehen. Auf der anderen Seite konnte sie auch sehr nett und unterhaltsam sein. Im Sozialen konnte man viel von ihr lernen, gerade auch das, was man als (oberflächlichen) "Charme" bezeichnet. das das oberflächlich ist, fällt den meisten nämlich nicht auf. Wir haben ein sehr ambivalentes Verhältnis zueinander.

Teils, teils. Früher war es so, wenn mich jemand angelächelt hat oder ein lachendes Gesicht, dann habe ich das nicht mitgefühlt. Gesichter hatten keine Ausstralung. Emotional innerlich abgeschaltet quasi. Das was man als Spiegelneuronen bezeichnet. Man empfindet das gleiche Gefühl wie der Absender des Lachens.

So etwas ähnliches kenne ich aus Phasen, in denen ich emotional sehr von mir und anderen abgeschnitten gewesen bin. Ist ein wenig wie hinter einer Glaswand. Man sieht alles, aber es erreicht einen gefühlsmäßig nicht.

Mittlerweile funktioniert das schon wieder ganz gut und ich kann auch echt lachen. Bei Frauen löst das dann ein zurücklachen aus. Das kann sch ganz schön aufschaukeln. Ein tolles Gefühl eigentlich. Gesichter sind jetzt lebendig. Es gibt Leute die lachen nicht echt. Die sagen quasi nur "hehehe" und verziehen das Gesicht künstlich in Lachform. Ich habe da Kollegen in der Art. Die haben an der Stelle eindeutig Probleme. Sie imitieren und schlecht noch dazu.

Lächeln imitiere ich teils auch, aber ich habe mir früh angewöhnt, dabei die Augenpartie "mitzuverziehen", sodass die Augen "mitlächeln". Wenn mich jemand einfach so anlächelt, wüßte ich nicht, warum ich zurücklächeln sollte. Aber ich weiß natürlich, dass es meist erwartet wird und sozial "gängiger" ist, dann zurückzulächeln. (Außer man möchte signalisieren, dass man seine Ruhe haben möchte.) Ein lächeln aus Höflichkeit. Die Art von Lächeln, die du mit dem unechten lächeln meinst. Eigentlich unterscheidet sich das echte vom unechten Lächeln dadurch, dass sich bei Letzterem nur die Mundpartie verzieht. ... Aber ich habe kein Problem damit, echt zu lächeln, wenn mir danach ist.

Was ich immer noch kaum empfinden kann ist Wut oder Hass. Es ist natürlich schwer zu sagen, wo genau was fehlt oder nicht passt. Ich kann nur sagen, dass es noch nicht so ganz perfekt ist. Ich versuche mich schon immer zu erforschen um Klarheit zu bekommen und etwas zu verbessern.

Verbietest du dir unbewusst wütend zu sein oder gar Hass zu empfinden? So wie dein Chef sich verhält, hättest du allen Grund dafür, wütend auf ihn zu sein/ihm sein Verhalten übel zu nehmen. ... Andererseits: Das sind sehr anstrengende Gefühle ohne dass sie etwas an der Situation ändern. Außer man nutzt z.B. seine Wut, um sich zu behaupten gegenüber anderen (idealerweise gegenüber dem Auslöser der Wut, z.B. bei Grenzüberschreitungen). Ich finde eine kontrollierte Form von Wut für mich daher praktisch. Man wirkt auch überzeugender auf andere als wenn man völlig emotionslos auf seine Grenzen hinweist. Ein Grund, warum ich vereinzelt auch mal wütender getan habe, als ich war. Echte Wut äußert sich bei mir aber nicht so, sondern in einer Art Kälte. ... Ich finde es für mich schwierig zu unterscheiden, wann ich etwas wirklich fühle und wann ich es nur denke bzw. schauspielere. Das ist so antrainiert, weil andere ja oft sichtbare Gefühle von einem haben wollen. Aber empfinde Gefühle wenn schon eher rein innerlich ohne dass man sie mir umbedingt ansieht. Und vieles ist zeitversetzt dabei zwischen Auslöser und Gefühl.

Das steht: Paranoide pendeln zwischen Sich- einlassen und Sich wieder -Zurückziehen. An einem Tag nehmen sie Kontakt auf und am nächsten ziehen sie sich wieder zurück.

Das ist bei mir auf jeden Fall so. Aber ich mache das nicht bewusst so und war mir dessen lange nicht bewusst. Angeblich soll das ja damit zu tun haben, Kontrolle über den Kontakt zu behalten und über das Ausmaß an Nähe. Das finde ich so erklärt wie im Buch einleuchtend, aber für mich hat es bewusst nichts mit Kontrolle zu tun, wenn ich z.B. wieder (vorübergehend) auf Abstand gehe. Besonders, wenn ich mich relativ weit eingelassen habe/viel Nähe mit jemanden gehabt habe. Abgesehen davon, dass Nähe eh so ein Thema für sich ist. ... Bewussten Leidensdruck habe ich aber nicht oder nur sehr selten. Das lässt sich aber gut beiseiteschieben.

A~BC0x1


Hallo Zuschauer,

Grenzen setzen bin ich auch nicht so gut. Das Thema im Buch habe ich erst vor einiger Zeit so richtig wahrgenommen. Ich meine aber dass ich diffuse, oder zu schwache Grenzen habe.

Wenn mich jemand einfach so anlächelt, wüßte ich nicht, warum ich zurücklächeln sollte

Man kann sich durchaus gut fühlen dabei. Menschen nehmen Drogen für den Kick. Ein herzliches Lachen löst auch intensive Gefühle aus. Man kann es im Prinzip geniesen. Wenn nicht etwas dabei einem das Feeling verdirbt, wie irgendwelche Hintergrundängste. Ich finde es ganz spannend einmal in diese Richtung zu experimentieren. Mein Gedanke ist, so etwas ohne negatives Begleitgefühl geniesen zu können. Also nichts was einen dabei stört. Völlig entspannt. Das ist Nähe und offen.

Ansonsten braucht man die Gefühlswelt um mit anderen eine gute Beziehung zu führen und sich verbinden zu können. Es lohnt sich meiner Meinung echt die Gefühlswelt in Ordnung zu bringen. Wenn sie in einem innerlich funktioniert, dann klappt das ab dem Momenet sehr wahrscheinlich auch gegenüber anderen richtig.

Verbietest du dir unbewusst wütend zu sein oder gar Hass zu empfinden?

Nein. Ich würde mir fast wünschen das aktivieren zu können. Es hat ja eine wichtige Funktion beim Menschen, entsprechend zu reagieren wenn es nötig ist. In der Firma haben sie mich die letzten Jahre unglaublich schickaniert, in der Art "Irgendwann muss der doch mal explodieren" Da mir Wut oder Hass aber fremd sind bin ich eben nicht explodiert.

Andererseits: Das sind sehr anstrengende Gefühle ohne dass sie etwas an der Situation ändern.

Man kann damit ziemlich viel kaputt machen, wenn man explodiert und Dampf in der Firma ablässt. Das wird einem böse übel genommen. Darauf haben meine Kollegen ja gesetzt.

Eventuell ist das wirklich ein Teil, anderen klare Grenzen zu setzen, wenn diese erkennen, dass man an einem Punkt bist, wo die Wut schon spürbar wird.

zeitversetzt dabei zwischen Auslöser und Gefühl

Das staut sich wohl auf bis es durchbricht. Fremd ist mir das alles nicht. Trotzdem fehlt mir da was in der Gefühlslandschaft.

Übrigens kann man den antisozialen Chef nicht überzeugen oder einschüchtern. Gewissen und Angst scheint ihm fremd zu sein.

Abgesehen davon, dass Nähe eh so ein Thema für sich ist.

Früher war mir das auch nicht so klar. Man muss sozial alles unter dem Aspekt Nähe und Distanz sehen. Dann gleich der Begriff "Vertauen".

Beispiel, gute Zusammenarbeit mit anderen. Das hat was mit Nähe zu tun und ist dafür voraussetzung. Ich nenne das den kurzen Dienstweg. Wenn man sich füreinander interessiert und den Kontakt sucht zum Informationsaustausch.

Ich habe mich zuletzt einiges mit dem Bindungsthema beschäftigt. Wer hier gesund ist, ist authentisch. Das bedeutet er verbiegt oder verstellt sich nicht in Beziehungen. Er ist echt und fühlt sich damit wohl. Er muss dem Partner nichts vormachen. Denn das ist eine Distanz so dass der Partner das nicht sieht oder erkennt. So jemand vermeidet nahe Beziehungen. Über längere Zeit kann man sich schlecht verstellen. Wer dauernd mit einem Partner zusammen ist braucht auch eine Art die ihm nicht die ganze Energie in Anspruch nimmt. Bei den Persönlichkeitsstilen ist das auch so, dass diese eigentlich unnötig Energie fressen. Am Besten durch das Leben kommt eigentlich jemand ohne Persönlichkeitsstile würde ich fast denken. Mein Vater ist übrigens ganz ok in der Hinsicht und war immer recht stressfrei. Er hat sich da nie unnötige Gedanken gemacht und ihn hat sozial nie etwas beunruhigt.

t%e*etoax1


@ Zuschauer

Körperlich bist du gesund oder?

Sagen wir noch. Ich bin ca. 1,75m groß und wiege 100 Kilo (also mindestens 20 Kilo zu viel). Die körperlichen Folgen werden eher später kommen. Ansonsten ernähre ich mich allerdings auch recht ungesund.

Kannst du näher definieren, was an "Menschenkontakt" für dich stressig ist

Nicht so richtig. Manchmal ist es auch schon die pure Anwesenheit. Ich kann dir nur sagen, dass ich oft erleichtert bin, wenn ich dann wieder alleine bin.

gibt es Menschen, die für dich weniger stressig sind oder Unternehmungen, die dir leichter fallen/nicht so stressig sind?

Wenn ich Leute ne lange Zeit nicht gesehen habe, freu ich mich auch diese wiederzusehen. Das hab ich ja auch schon beschrieben. Leute die ich nicht kenne und mit mir ein Gespräch anfangen möchten, empfinde ich persönlich als sehr anstrengend, dasselbe mit Leuten die sich immer mitteilen müssen.

Bei Unternehmungen ist es so, dass wenn ich mich auf etwas freue, wie auf ein Konzert, ich auch gerne hingehe und mir die Menschenmassen egal sind.

Was unternehmt ihr eigentlich so typischerweise? Ist ja auch ein Unterschied, ob ihr euch z.B. bei einem von euch trefft und da zockt etc. oder in die Disko geht. Erst recht, wenn dir die Unternehmung eigentlich nicht liegt, du aber mitgehst, weil du den menschlichen Kontakt pflegen willst. ... Es wurde ja auch gefragt, ob du dich für deine Freunde verbiegst.

Unterschiedliches. Zocken, grillen, in ne Kneipe was trinken.. Letzeres mach ich aber auch manchmal nur widerwillig, weil dort nur Musik läuft die ich nicht höre (wenn wir schon beim Thema "für Freunde verbiegen" sind).

Auch ist es oft so, dass ich erstmal spontan zusage, mir aber direkt im Nachhinein denke, dass ich gar nicht so viel Lust darauf hab.

Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, dass bei dir Vitaminmängel oder andere körperliche Erkrankungen hinzukommen. Das was bei mir z.B. so und fällt einem selbst leider nicht umbedingt auf. Das kann sehr erschwerend hinzukommen.

Wie sehr ist Ernährung denn ein Faktor? Wie gesagt, ich selber ernähre mich ziemlich ungesund

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