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shizoaffektive Störung - die Scham danach

DlotaloWusaVrium hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

ich bin jetzt mit 23 an einer shizoaffektiven Störung erkrankt, hatte in der Vergangenheit Manien und Depressionen. Ich schreibe das hier, um alles für mich selbst nochmal zu reflektieren oder eventuell ein paar nette Worte zu hören.

Die ersten Anzeichen für eine psychische Störung hatte ich bereits mit 18. Beschränkte sich damals halt auf Schlafentzug und unendlichen Redefluss. Es tritt immer im Sommer auf irgendwie und äußert sich jedes mal anders. Depressionen oder depressive Verstimmungen kamen meist danach, dann fing ich das kiffen an, hat mir persönlich total geholfen, aber wenn ich dann damit aufgehört habe hat der Entzug mich wirklich verrückt gemacht. 2014 kam ich dann ins Sturmtief Ela auf der Autobahn und konnte danach durch das Trauma nicht schlafen, hab mir daraufhin Gras gekauft um schlafen zu können, der Schuss ging halt nach hinten los. Ich hab nicht schlafen können und habe total peinliche Sachen von mir und meiner Familie öffentlich auf Facebook gepostet. Es war im Grunde nichts ausgedacht, aber sowas erzählt man halt einfach nicht der ganzen Welt. Meine Posts gingen dann auf der Arbeit rum, in der Abendschule und natürlich in meiner riesigen Familie.. Alle hatten Angst um mich, sie dachten ich würde mich umbringen wollen, weil manche Sachen so derb traurig geklungen haben sollen. Wurde alles von einer guten Freundin gelöscht. Mein damaliger Freund (er ist Arzt) hat mich dann davon überzeugt in die Psychatrie zu gehen. Auf der geschlossenen wurde mir allerdings nicht wirklich geholfen. Ich bekam einfach Tavor + Risperdal und es wurde gehofft, dass ich die Klappe halte, aber das Tavor hat mich total wuschig im Kopf gemacht und ich habe den anderen Patienten natürlich auch noch alles geglaubt, was sie erzählten. Ich konnte wahr von falsch nicht mehr unterscheiden. Ich dachte nach ein paar Tagen auf der geschlossenen ich wäre der Mittelpunkt irgendeiner Verschwörung und die anderen Patienten haben sich einen Spaß daraus gemacht mich zu verarschen. Die Abschlussprüfung der Ausbildung hab ich dadurch dann auch noch verpasst und musste dann ein weiteres halbes Jahr in dem Saftladen, der mich sowieso total fertig gemacht hat, arbeiten. Nach 2 Wochen durfte ich dann auf die offene und musste dort Körbe flechten und Idiotentests bei denen man Bilder Namen geben sollte. Die einzige Therapie Stunde die mir dort wirklich Spaß gemacht hat war Bewegung - alles andere war mir echt zu dämlich. Aber ich musste es machen, sonst hätte ich nicht gehen dürfen. Es kam auch ein Richter, der ein Heilverfahren angeordnet hat und somit durften die Ärzte entscheiden, wann ich Heim darf. Nach weiteren 2 Wochen auf der offenen durfte ich dann endlich gehen. Ich war die ersten Tage so glücklich wieder zu Hause in meiner Wohnung zu sein.. bis ich dann meine ganzen Whatsapp Nachrichten gelesen habe, total kranker scheiß den ich geschrieben hatte, war mir total unangenehm und ich zog mich total zurück und fing kurze Zeit später wieder das kiffen an.

Nach 9 Monaten kiffen, dachte ich mir dann: Ok, so kann es nicht weiter gehen und hörte von jetzt auf gleich ohne ärztliche Unterstützung auf. Ging wieder total in die Hose, der Entzug hat mich fertig gemacht, ich konnte wieder nicht schlafen und verfiel wieder in eine drogeninduzierte Psychose, ging diesmal für 3 Tage in die Klapse und wurde dann dort von meiner Mutter raus geholt, weil die Ärzte dort wieder nichts gemacht haben außer mich mit unmengen an Medikamenten voll zu pumpen. Ich ging dann zu meinem Psychiater, welcher mir nur Risperdal und irgendwelche Schlaftabletten verschrieb. Mir ging es wirklich schnell besser, aber ich hab wieder so viel Shit auf Facebook gepostet, ich hatte mein Profil eigentlich deaktiviert, aktivierte es aber wieder um allen Leuten wieder was zu erzählen. Es war das gleiche Spiel, ich zog mich wieder zurück und fing wieder das Kiffen an.

Dieses Jahr hörte ich dann wieder damit auf, ohne ärztliche Hilfe und wurde wieder komisch. Diesmal war es aber anders, ich konnte meine Gedanken steuern und habe auf Facebook total gute und satirische Texte geschrieben auf die ich sogar von irgendwelchen fremden Anerkennung bekommen habe. Wenn mich jemand bei Whatsapp geschrieben hat, wurde ich total sauer, weil mich das so sehr genervt hat. Dann erfuhr ich von meiner Oma, dass sie von einer Bekannten meines Vaters beleidigt wurde und habe über diese Person geschrieben.. bin sogar zu ihrem Haus gefahren und habe Eier geworfen, sie rief dann meinen Vater an, welcher mir die totale Standpauke hielt und mir seine Hilfe aufgezwungen hat. Er sagte mir jeden Tag wie krank ich doch bin und dass wenn ich weiter solche Sachen über z.B. Konzerne, Politik oder die Menschen in meinem Stadtteil schreibe ganz allein sein werde. Ich muss noch dazu sagen, dass mein Vater ein Alkoholproblem hat und ich ihn überhaupt nicht leiden kann. Er weiß immer alles besser und blablabla. Er hat mich überredet mit ihm zu meinem Hausarzt zu gehen, ich habe mit der Ärztin ganz normal geredet und ihr gesagt, dass ich zu einem Psychiater muss, weil ich sonst nicht von meiner Familie in ruhe gelassen werde. Mein Vater stand in meiner Wohnung und hat mich einfach geweckt, meinen Router hat er währenddessen ich schlief auch total auseinander genommen damit ich nicht mehr ins Internet komme, er tat dies nicht aus Sorge um mich... ich bin ihm einfach nur peinlich, weil ich schwul bin und er total aktiv in einem örtlichen Fussballverein ist. Habe den Kontakt zu ihm nun auch abgebrochen. Weil er mich immer geweckt hat während ich schlief, bekam ich wieder total komische Gedanken und fing an einfach jeden auf Facebook zu beleidigen und bloß zu stellen den ich kenne. Ich machte nicht einmal halt vor meiner besten Freundin oder meiner Mutter. Ich hatte das alles dann nicht mehr unter Kontrolle.... Wir gingen dann also zum Psychiater, und weil ich nicht sofort dran kam bin ich dort abgehauen und wollte heim laufen. Mein Vater fuhr mir in seiner doofen Karre die ganze Zeit hinterher, tritt mir in die Hacken damit ich stehen bleibe. Ich bin dann weg gerannt. Er fuhr mir wieder hinterher und wollte unbedingt dass ich ins Auto steige, tat ich dann auch. Machte dabei alle Knöpfe runter und wechselte auf die Fahrer Seite und wollte den Schlüssel weg schmeißen. Dann stieg ich aus und Schlug mit der Musikbox die noch nicht angeschlossen war das Glasdach ein und rannte wieder weg, schmiss dabei einen Einkaufswagen auf die Straße und tritt in ein parkendes Auto. Der Besitzer hat mich dann gerufen und meinte ich solle zurück kommen was ich dann auch tat, ich erzählte ihm gleich wie bescheuert mein Vater doch ist und bat ihn einfach die Polizei zu rufen. Tat er auch. Als sie dann da war beleidigte ich meinen Vater total. Einer der Polizisten meinte dann ich dürfe das nicht, dann hab ich ihn direkt auch beleidigt - als reudiger Hurensohn. Die Polizei klatschte mich direkt auf den Boden, legte mir Handschellen an und ich schrie: ,,Ich kann nichts dafür, das die Welt ist, wie sie ist. Was soll ich tun? Lasst mich in ruhe. Lasst mich inruhe ich kann da nichts für ihr seid alle Faschisten ihr Hurensöhne.Ich hab kein Bock mehr. Ich hab kein Bock mehr!!!!!!!" Auf der Wache kam dann gleich ein Psychologe mit dem ich reden musste, hab ich dann auch. Er fragte mich ob ich nach Hause möchte und ich verneinte es und ließ mich in die Psychiatrie fahren. Wurde dort dann direkt mit Diazepam abgeballert, weil ich angeblich Selbst und Fremdgefährdet bin. (War niemals gewaltätig und wollte mich noch nie Umbringen). Nach über einem Monat durfte ich dann nach hause und alles ambulant machen, weil ich nicht gefährdet oder gefährlich bin. Diagnose vom Krankenhaus ist paranoide Shizophrenie, die von meinem Psychiater shizoaffektive Störung. bekomme nun zur profilaxe Olanzapin gespirtzt und fühle mich so gut wie zuletzt mit 17. Schäme mich nur wieder für den ganzen kram auf Facebook.

Danke fürs lesen und antworten :)^

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