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Ich fühle mich wie ein Monster

AcradHina


@ schnecke1985

Aggressivität ? ??? Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Ich bin depressiv , vermutlich liegt es daran dass ich im MOment einfach nur alles schwarz sehe und nicht wirklich viel Hoffnung empfinden kann. Ist ja nicht gerade ein unübliches Symptom bei Depressionen. Aber absichtlich mache ich das bestimmt nicht . Es ist bei mir wie ein psychische Kette .... ich fühle mich nicht wohl mit mir selbst , ich fühle mich nicht wohl in meiner Bude ( Feuchtigkeit zieht von unten hoch ins Mauerwerk, Schimmelbildung, Vermieter hat es mir bei Einzug verschwiegen , keine Chance auszuziehen im Moment ) , ich ekel mich vor mir und meiner Umgebung und je mehr ich mich ekel desto mehr muss ich waschen .... daher liegt der Waschzwang sehr wohl an diesen Problemen. Die Depression kommt dann noch dazu durch den Waschzwang und meihn Unwohlsein mit mir selbst und meiner Umgebung. Denn andere traumatische Erlebnisse hatte ich nicht, die Ursache dafür sein könnten. Und der Waschzwang brach auch erst dann aus , als die PCO symptome verstärkt aufgetreten sind,. Also gibt es da wohl einen Zusammenhang. Ich meine es doch keinesfalls böse, ich bin einfach nur abgrundtief verzweifelt .

@ Freßsack

Ja, gibt es schon. Aber die sorgen eben nur dafür dass die Behaarung langsamer wächst , die Haarwurzeln die bereits entstanden snd gehen nicht mehr weg. Und da ich leider auch noch sehr dunkle Haare habe sieht man den Schimmer dieser Haare die unter der Hautoberfläche liegen auch nach dem rasieren noch. Meine einzige Chamce wäre die Zerstörung de Haarwurzeln durch Laser oder Nadelepilation.

@ Bater W.

War ich schon. Also beim Endo. Der hat eine stark erhöhte Testosteronproduktion festgestellt . Hat mich dann zum Frauenarzt geschickt . Dort bekam ich einen Ultraschall der Eierstöcke und dort konnte man die ganzen kleinen , perlenschnurartig aneinandergereiten , unausgereiften Eizellen sehen , klassisches PCO Symptom. Das Testosteron verhidnert dass die Eizellen ausreifen , die bleiben dann unreif in den Eierstöcken kleben. Das Übergewicht ist auch eines der PCO symptome. Nicht jeder Mensch hat dieselben Symptome , es gibnt sogar PCO Patienten die kaum Behaarung, keine fettige Haut , und sogar einen einigermaßen regelmäßigen Zyklus haben. Bei anderen (wie bei mir ) sind die Symptme stark ausgeprägt, und so ziemlich alle Symptome treten auf. Und Gewichtszunahme gehört leider auch dazu. Nein, ich nehme keine Medikamente die Übergewicht begünstigen.

@ Plüschbiest

Erstens sagte ich nicht dass das bei jedem Menschen so zutreffen muss. Ich sagte dass es eine Veranlagung dazu sein kann, wenn Väter früh eine Glatze gehabt hätten. Und das habe ich mir auch nicht selbst ausgedacht sondern in Recherchen im Web gelesen , ging aus Studien an PCO Patientinnen im allgemeinen hervor , diese Auffälligkeit. Was aber nicht bedeutet dass es bei jeder PCO Patientin so sein muss.

Also bitte .... die FA hat es ausgedrückt als wäre ich bis ans Ende aller Zeiten komplett unfruchtbar ohne Aussicht auf jegliche Hoffnung . Das es MIttel und Wege gibt trotz PCO schwanger zu werden, und das sogar erfolgreich, hat sie in keinem Wort erwähnt, und mich weinend weggehen lassen. Normalerweise informiert ein guter Arzt den Patienten auch was es für diesen noch für MIttel und Wege gibt . Sollte er zumindest. Aber bei der Dame hatte ich sowieos das Gefühl die hatte keinen richtigen Bock auf die Untersuchung, die war ganz husch husch , schnell schnell , richtig auf mich eingegangen ist die kein Stück...

Und ich weiß auch nicht was du an Aggressivität siehst .

Acradxina


Sorry der letzte Satz sollte da nicht sein, der hat sich irgendwie verdoppelt ;-D

A~gat&ha Cr;istxie


Ich finde nicht, dass du keinen Grund hast, zu klagen. DU findest dich hässlich, dabei hilft es dir wirklich nicht, wenn dir hier nun alle sagen, das seist du ganz sicher nicht. Allerdings:

Niemals werde ich jemandem begegnen der so etwas schreckliches wie meinen Körper, liebenswert finden würde.

Das kannst du nicht wissen. So etwas sagen sich viele Menschen, die sich wenig mögen, aber es kommt dann doch jemand, der sie liebt. Andere sind auch nicht perfekt, und vielleicht ist der Mann, der dir gefällt, auch keine Schönheit, hat sogenannte Makel und ihr seid euch ebenbürtig?

Dass dir der Lebenswille abhanden kommt, liegt sicherlich auch an der Depression, in der du offensichtlich steckst, und dass du dir da heraus jeden Tag von früh bis spät solche düsteren Gedanken vorsagst. Du brauchst Hilfe, um dich darin nicht zu verlieren, auch tätige Hilfe, also Menschen, die dir vielleicht Impulse geben, was du noch tun kannst, um deine ganz persönliche Situation zu verbessern.

A8gaothaE CriKstixe


Übrigens: dass Männer nur und ausschließlich straffe Busen wollen, kann nicht so ganz stimmen; sonst gäbe es nicht so viele Frauen, die keine so tollen Brüste und doch Partner haben, die genau ihre Brust mögen.

A!gathqa CrCistixe


Hoppla, mein letzter Beitrag hätte wegbleiben könnten; ich hatte überlesen, dass das "Brüste-Thema" für dich schon mehr oder weniger erledigt war, zum Glück. :)^

ATradixna


@ Agatha Cristie

Ja, das hat sich für mich schon ein gutes Stück weit erledigt bzw verbessert. Das Lesen im Forum und Meinungen der Männer dazu hat mir schon einen großen Teil geholfen. Ich wurde als Teenager eine Zeitlang sehr gemoppt, wahrscheinlich bin ich deswegen so leicht zu verunsichern was das Thema Schönheit angeht und wahrscheinlich lasse ich mich auch deswegen zu sehr von den Medien beeinflussen was als schön und als hässlich gilt in der Gesellschaft. Nur habe ich hier im Forum wirklich das allererste Mal Meinungen von MÄnnern gelesen die völlig von dem abweichen was in den Medien als schön dargestellt wird. Das erleichtert doch ungemein zu wissen , dass die meisten doch nicht so oberflächlich denken und gestern hab ich schließlich auch das erste Mal meine Brüste ansehen können ohne sie abscheulich zu finden :-)

Ja, was du sagst ist nicht falsch . Tatsächlich habe auch ich schon mal einen Mann kennen gelernt , wo vom ersten Blick gar nicht mein Fall war . Ich fand ihn überhaupt nicht attraktiv . Dann haben wir uns besser kennen gelernt und plötzlich war ich verliebt und er auf einmal für mich der schönste Kerl der Welt, ohne Konkurrenz ;-D

Um Hlfe zu bekommen möchte ich ja gerne in eine Therapie . NUr die Wartezeit auf dne Termin zum Erstgespräch ist immer fürchterlich lang . Das dauert ja mehrer MOnate . Menschen vom außen aus meinem privaten Umfeld , das ist eher schwierig weil die mit meinem Zwang und den Depressonen heillos überfordert sind . Ich hoffe ich komme bald heraus aus diesem Loch.

Cxarnlivsal8x9


Hallo!

Also wirklich aufgeklärt scheinst du leider nicht zu sein...

Aber gegen die dämlichen Haarwurzeln die sich gebildet haben hilft die mir nun auch die nicht mehr. Verlangsamt den Haarwuchs höchstens.

Es bilden sich keine Haarwurzeln neu. Wie viele Haare man hat, hängt von den Genen ab. Männer und Frauen haben (im Durchschnitt) die gleiche Anzahl an Haaren, auch an den gleichen Stellen. Bei Frauen sind aufgrund des deutlich niedrigeren Androgenspiegels die Haare nur viel unauffälliger, da sie kürzer, dünner und oft auch heller sind. Frauen haben auch Haare an Brust, Rücken, Bauch, Wangen usw - Nur sind das halt kleine blonde Minihärchen, die man kaum sehen kann.

Wenn sich durch die Pille dein Hormonhaushalt reguliert hat, verschwindet auch der männliche ( = härtere, längere) Haarwuchs.

Das ist quasi das gleiche Prinzip, wie bei transsexuellen Frauen. Sie bekommen Hormone, damit die Haare "männlich" wachsen, hören sie mit der Einnahme auf, geht alles wieder zum Ursprungszustand zurück.

Dass man dir wegen den Haaren nicht helfen kann, stimmt also nicht...

Sebst die Ärzte wissen ja nicht genau woher das kommt und was der Auslöser dafür ist . Das ist bis heute nicht genau erforscht. Man weiß nicht genau woher es kommt, man weiß nicht genau ob man dem vorbeugen kann ...

Alle 3 Sätze sind falsch.

1. Kompetente Ärzte sollten dich vernünftig aufklären (Wobei das alles auch über google nachlesbar ist).

2. Erforscht ist das sehr wohl. Es gibt a) eine genetische Komponente und b) die Erkenntnis, dass übergewichtige Frauen davon deutlich häufiger betroffen sind.

Daher auch 3. Vorbeugung: Gewichtsreduktion. Das ist auch die erste Maßnahme zur Verbesserung der Hormonwerte neben der Pille.

(Ich erinnere mich wage an eine Studie, bei der festgestellt wurde, dass bei manchen Frauen schon eine Abnahme von 10% ausgereicht hat, um den Zyklus wieder in Gang zu kriegen)

Warst du schon vor der Diagnose übergewichtig?

Zum Bart:

Kauf dir doch diese spezielle Schminke, mit der man Tattoos abdecken kann. Damit müsste das doch halbwegs unsichtbar werden. Ich würde mich auch mal bei Youtube umschauen. Dort gibt es einige Videos, wo Frauen mit sehr schlimmen Hautproblemen Schminkanweisungen geben. Vielleicht findest du ein Paar gute Tipps.

Zu deiner allgemeinen Situation:

Du sollest dir am Besten mal eine Liste machen. Was ist zu tun, was löst deine Probleme?

1. Psychische Hilfe

2. Gewichtsreduktion, Pille sobald deine Thrombosegefahr geringer ist

3. Lernen, den Bart wegzuschminken

4. Wieder in der Arbeitswelt Fuß fassen

5. Geld für die Brust-Op sparen

Deine Probleme sind alle lösbar. :)z

Viel Glück!

Zxim


komische Sache irgendwie, normalerweise nimmt man mit der Pille eher zu und bei höherer Testosteronproduktion werden eher Muskeln aufgebaut.

Gibts die Pille von damals noch und werden die Verändeungen rückgängig, wenn du die Pille von früher wieder nimmst? Wär das einfachste.

m-s9x2


Bei mir sieht es ähnlich aus.Körperlich, aber nicht psychisch. Ich habe einen sehr behaarten Mann, den hat das bei mir nie gestört. Bei mir sind Hintern, Hüften und Oberschenkel behaarter als bei 95% der Männer. Ich trage ausschließlich Badekleider oder Badeanzug mit Bein. Anders würde ich zum Gespott. Mein Gesicht epiliere ich seit 30 Jahren (!) 2x wöchentlich. Angeblich hält Epilieren 4 Wochen... Es tat früher sauweh. Ich hab mich dran gewöhnt und nehme keinen Gesichtsepilierer, der nur einzelne Haare erfasst. Ich nehme das Teil für die Beine. Rasieren sieht man die Stoppeln, die auffälliger sind als alles andere.

Ich bin nach objektiven Maßstäben eine dicke, behaarte und unattraktive Frau. Aber ich bin in relativem Frieden mit meinem Aussehen.Die 95% prozent der Männer, die mich hässlich finden, waren es auch nicht wert, dass ich damals wegen ihnen unglücklich war. Die restlichen toleranten 5 %, die andere Werte in mir sahen und sehen, auf die kommt es an.

o8n.odiKsep


Hallo! Was mir schon auffällt ist, dass Du alle Medikamente, die Dir vielleicht helfen könnten, entweder nicht verträgst oder wie die Pille abgesetzt hast. Ja sicher, das Thromboserisiko. Aber damit fing Deine Misere an, die Dich nun fertig zu machen scheint. Die meisten Medis sind keine Zuckerpillen, haben Risiken, Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten. Und bei manchen Tabletten braucht man noch ne Tablette dazu und siehe da, plötzlich verträgt man sie.

Du willst also lieber ein Jahr über Deine Behaarung mit einem Therapeuten sprechen, statt die Medikamente vom Endokrinologen - das ist der zuständige Facharzt - zu schlucken? So schreibt das in etwa auch Antigone.

Mit Deiner feuchten Wohnung muss sich natürlich was ändern. Erst mal lüften, lüften, lüften. Und dann die Miete erheblich kürzen - dann muss nämlich Dein Vermieter tätig werden und Dir kann dabei nichts passieren.

Und die Männer, sicher kannst Du einen Mann finden, ob das eine dauerhafte Verbindung gibt, schließe ich mich Deinen Befürchtungen an.

Dein Waschzwang schließlich dürfte psychisch bedingt sein, weil Du mit Deinem Körper nicht zufrieden bist Aber länger als 10 Minuten duschen täglich bringt rein gar nichts - das solltest Du Dir selbst sagen.

ALgatha !Cristxie


5. Geld für die Brust-Op sparen

Wobei fraglich ist, ob das bei der Vielzahl von vorrangigeren Problemen für Aradina überhaupt weiter im Focus steht. Sie schreibt ja gerade, dass sie darüber schon allein dadurch eine andere Ansicht erhalten hat, dass hier Männer sind, die sich zu der Form ihrer Brust positiv geäußert haben. Schafft sie es, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, hat sich das womöglich ganz erledigt.

Ich würde wohl an ihrer Stelle eher Geld für eine dauerhafte Haarentfernung sparen.

A8nk%aT101


Ich würde an Deiner Stelle zum jetzigen Zeitpunkt Deinen Hausarzt um ein Rezept für ein potentes Antidepressivum bitten. Und zwar ein SSRI (z.B. Citalopram). Die SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)

führen in der Regel nicht zur Gewichtszunahme. Aber die positive Wirkung zeigt sich erst nach Wochen.

Zuvor spürt an überwiegend die Nebenwirkungen. Das muss man aushalten.

Dann würde ich versuchen einen Job zu bekommen. Er wird Dich von Deinem Problem ablenken und Du kannst

Geld sparen für die Haarentfernung. Parallel würde ich Sport treiben und die Ernährung umstellen.

Wenn es Dir durch das Antidepressivum besser geht, müsstest Du das alles hinbekommen.

Diese ewige Grübelei, ob Du nun einen Mann findest, der Dich liebt, bringt zunächst mal gar nichts.

Und ist auch im Moment eher nebensächlich. Du musst etwas für Dich tun !!! Nicht für andere !!!

B0ater xW.


Las i-wo mal, dass es Hormonsalben für das Gesicht gibt, welche den (Damen-)Bartwuchs wirksam bekämpfen.

Diese lokale Anwendung soll angeblich sogar besser wirken als orale Hormongaben.

Ich werde da mal einen Dermatologen fragen, denn meine Gyn hat die entsprechende Verschreibung verweigert mit dem richtigen Argument, sie kenne sich mit Hautcremes nicht aus.

E8mo-tionSale


Hi,

ich bin gerade über das hier gestolpert: [[http://www.med1.de/Forum/Kinderwunsch/719776/]] ("An alle mit pco...").

Finde ich sehr interessant und werde das selbst ausprobieren, da auch mein Hormonstatus mal darauf gewiesen hat... angeblich bleibt das ja einigermaßen gleich, aber ich halte das nach den Meldungen, die ich immer wieder lese, für einen ziemlichen Schmarrn, dass da angeblich dann mit Schwangerwerden gar nichts mehr gehen soll - :|N da hab ich schon zuviel anderes gelesen.

LG & GN8

U0nirrdisxch


Bin zwar nicht selbst Betroffene, aber durch Zufall über die Pressemeldung des Bundesverbandes des Frauenärzte gestolpert. Hier wird auch sehr gut erklärt, warum Gewichtsabnahme und die richtige hormonelle Verhütung die beste Therapie des PCO-Syndroms darstellen:

14.09.2016 - "Ich bin nicht schön" – so kann PCOS erfolgreich behandelt werden

Dunkler Flaum auf der Oberlippe, in den Randbereichen des Gesichts, am Kinn und manchmal auch auf dem Dekolleté, breite, dichte Augenbrauen, eine Schambehaarung, die sich bis auf die Oberschenkel und in einem breiten Streifen bis zum Bauchnabel zieht, dunkle Haare auf den Waden… Manche Mädchen und Frauen sind Dauerkäuferinnen von Enthaarungscremes und Rasierern, probieren immer neue Varianten von Epiliergeräten, Wachs und Laser, um das alles einigermaßen im Griff zu behalten, trauen sich nicht in Schwimmbad und Sauna und tragen auch im Sommer lange Hosen und Hemden. Wenn sie dazu auch noch unter Akne leiden, unter dünnem, fettigem Kopfhaar und heftigem Haarausfall, dann ist das Leid komplett. "Ich bin nicht schön und ich werde so bleiben" – das legt sich wie ein bleischweres Gewicht auf die Seele. Dass die Regel nur ganz selten kommt, das fühlt sich dabei an wie eine Nebensache. Dass es wahrscheinlich auch mit dem Kinderwunsch nicht klappen würde, wissen viele Mädchen und Frauen nicht, die von diesen Symptomen betroffen sind, und das ist – zumindest in leichter Form – Deutschland ungefähr jede Zehnte.

"Frauen, die diese Symptome an sich beobachten, sollten sich in der Frauenarztpraxis untersuchen lassen", betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover. "Denn in vielen Fällen liegt all diesen Symptomen eine Erkrankung der Eierstöcke zugrunde, die gut behandelt werden kann." Neben den oben erwähnten Veränderungen von Haut und Haaren zeigen sich im Ultraschall sich dann dicht an der Außenhülle der Eierstöcke viele kleine Bläschen, die der Krankheit ihren Namen gegeben haben: Viele = Poly, Bläschen = Zysten/Follikel, Eierstock = Ovar, also Polycystisches Ovarsyndrom, abgekürzt PCOS.

Dabei sind die Bläschen, in denen sich die bislang unreifen, nicht weiterentwickelten Eizellen befinden, auch nur eine Folge der zu Grunde liegenden Erkrankung:

• Die Zellschicht, die diese unreifen Eizellen umgibt, ist – vermutlich durch eine genetische Veränderung, aber auch mitverursacht durch ein Zuviel des Stoffwechsel-Hormons Insulin – nicht empfindlich genug für das Hormon, das sie eigentlich zur Reifung anregen sollte (genannt Follikel-stimulierendes Hormon, FSH).

• Zudem verlieren die Eierstöcke durch diese Unempfindlichkeit die Fähigkeit, das männliche Hormon Testosteron, das regelmäßig auch bei Frauen gebildet wird und unter anderem als Vorstufe zu den Östrogenen dient, in Östrogen umzuwandeln. Männliche Hormone "stauen" sich dadurch im Körper an, zumal es zu einem Verständigungsproblem zwischen Eierstöcken und Gehirn kommt: Das Gehirn interpretiert die ungenügende Ausschüttung des Östrogen als ausbleibende Reifung der Eizelle. Möglicherweise ist das neben anderen hormonellen Veränderungen eine Erklärung dafür, warum das Gehirn vermehrt Luteinisierendes Hormon (LH) ausschüttet, das zusammen mit dem schon oben erwähnten FSH die Weiterentwicklung der Follikel und die Bildung von Gelbkörperhormon in der zweiten Zyklushälfte unterstützen soll. Durch diese Mechanismen werden aber - als Östrogen-Vorstufe - nur noch mehr Androgene gebildet.

• Es kommt eine Unempfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin hinzu (im Fachbegriff "Insulin-Resistenz"), was den Körper anregt, immer mehr Insulin auszuschütten. Insulin fördert aber zusätzlich die Herstellung männlicher Hormone und verstärkt die Neigung, Nahrungsenergie in Fettspeichern abzulagern.

• Ist das Mädchen oder die Frau auch übergewichtig, so verstärkt das sämtliche der oben erwähnten fehlerhaften Regelkreise und kann aus einer leichten Neigung zum PCOS eine vollständig ausgeprägte Erkrankung machen.

Unbehandelt schreitet die Krankheit fort

Wird die Krankheit nicht behandelt, so schreitet sie immer weiter fort, und es bleiben nicht nur sämtliche kosmetischen Probleme dauerhaft bestehen. Häufig ist es der Frau auch nicht möglich, ohne frauenärztliche Hilfe schwanger zu werden; Fehlgeburten sind häufiger, und das Risiko, an Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombosen und einer schweren Schilddrüsenstörung zu erkranken, steigt erheblich an und auch das Abnehmen wird mit der Zeit immer schwieriger. Wenn eine Frau mit einem nicht ausreichend behandeltem PCOS schwanger wird, so gelangen zudem die erhöhten Mengen an männlichen Hormonen, die sich in ihrem Blut befinden, auch zu ihrem ungeborenen Baby. Wenn es sich um ein Mädchen handelt, so erhöht das die Gefahr, dass das Mädchen später ebenfalls an PCOS erkranken wird.

"Die Behandlung hat mehrere Fundamente", betont Prof. Dr. med. Rudolf Seufert, Leiter des Hormon- und Kinderwunschzentrums am Universitätsklinikum Mainz. "Zum einen geben wir dem Mädchen bzw. der Frau die wirklich dringende Empfehlung, abzunehmen, und zwar unbedingt mit einer Kombination aus weniger Essen und viel mehr Bewegung. Das ist gerade beim PCOS schwieriger als bei übergewichtigen Frauen ohne diese Erkrankung, weil der Energiestoffwechsel gestört ist. Aber das ist mehr als nur ein gutgemeinter Ratschlag – das ist die notwendige Essenz der Therapie, um die Insulinresistenz zu durchbrechen." Denn schon wenn ein Zehntel des Körpergewichts abgenommen wird, können sich die Regelkreise des Hormonsystems oft deutlich erholen, so dass viele der Symptome erkennbar geringer werden. Auch die Chancen für eine spätere, natürliche Schwangerschaft erhöhen sich dadurch deutlich.

Die richtige hormonelle Verhütung ist gleichzeitig Therapie

Ein zweites Standbein ist die hormonelle Therapie, um regulierend in die Krankheitsprozesse des PCOS einzugreifen. "Dafür ist eine Behandlung mit hormonellen Verhütungsmitteln mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination das Mittel der Wahl. Dabei werden vorzugsweise Gestagene verwendet, die eine antiandrogene Wirkung besitzen, also die Wirkung der männlichen Hormone aufheben. Diese Arzneimittel unterbrechen die fehlerhaften Regelkreise und verringern unter anderem die Ausschüttung des LH im Gehirn", erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Nicole Sänger, Leiterin des Zentrums für Hormonerkrankungen und Fortpflanzungsmedizin an der Universitätsfrauenklinik Frankfurt und Vorstandsmitglied in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF). "Dadurch wird die ständige Überproduktion von männlichen Hormonen in den Eierstöcken deutlich reduziert. Diese Maßnahme wirkt sich schon innerhalb weniger Wochen nicht nur positiv auf die oft erheblichen kosmetischen Probleme aus. Die Frauen bekommen durch die Verhütungsmittel - oft erstmals in ihrem Leben - normale monatliche Blutungen und die Zuversicht, dass es möglich ist, ihre Krankheit in den Griff zu bekommen und ein ganz normales Leben zu führen."

In Zusammenarbeit mit endokrinologisch versierten Internisten ist auch eine Behandlung mit Arzneimitteln möglich, die in die gestörten Regelkreise der Energiegewinnung eingreifen und sie wieder in Ordnung bringen. Oft gelingt es in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Frauenärzten und Internisten durch diese Maßnahmen innerhalb eines halben Jahres, dass die Eierstöcke wieder ihre normale Funktion aufnehmen. "Die Frauen können dann in vielen Fällen sogar schwanger werden ohne eine spezielle hormonelle Kinderwunschbehandlung", betont Prof. Seufert. Denn eine Kinderwunschbehandlung bei PCOS ist zwar im Prinzip möglich. Sie kann aber viel Zeit und Geduld erfordern, und es treten während der hormonellen Stimulation häufiger Komplikationen auf als bei gesunden Frauen.

"Wenn diese Frauen schwanger werden wollen, ist es neben dem Abnehmen und der medizinischen Behandlung sehr wichtig, dass sie auch aufhören zu rauchen", betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover. "Denn Rauchen verschlechtert die Chancen, schwanger zu werden, erheblich." Die gute Nachricht für Frauen mit Kinderwunsch ist allerdings, dass Rauchstopp, Abnehmen und eine moderne, interdisziplinäre Behandlung eine deutliche Verbesserung ihrer Fruchtbarkeit bewirken können. Dr. Albring fasst zusammen: "Wenn ein Mädchen oder eine Frau den Verdacht hat, dass sie unter einer solchen hormonellen Veränderung leidet, dann sollte sie deshalb so bald wie möglich zu ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt gehen und mit ihm über alle Fragen und Unsicherheiten sprechen."

© BVF 2016

[[www.bvf.de]]

[[www.frauenaerzte-im-netz.de]]

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