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Ich habe keinen Grund zu existieren

X5iCraixn


Ich sehe bei dir ein Problem schon als Laie.

Du fokussierst dich viel zu sehr auf andre.

Du kannst allein mit dir selbst nicht glücklich sein.

Und das finde ich ein großes Problem. Du weißt garnicht was möglich ist.

Ich habe mich selbst sehr lange darüber definiert, dass ich für alle immer da war, nie Nein zu Freunden sagte...einfach die perfekte Freundin war, bekommen hab ich dafür oft nur einen Arschtritt.

Erst als ich gelernt hab mit mir allein glücklich zu sein, ging es mir langsam besser.

Ich baue gerne Lego, das mache ich allein und bin dann ZUFRIEDEN. Nicht euphorisch glücklich, sondern zufrieden.

Das sollten viele Menschen auch mal lernen, man kann nicht permanent glücklich sein.

Das zufrieden ist das glücklich der Depressiven.

FOreß5sacxk


Wenn ich so denken würde, müßte ich auch sagen, dass es keinen Grund gibt, dass ich lebe.

Ich habe keine Angehörigen und keiner würde mich vermissen, wenn ich tot wäre. Denn Bekannte und Freund habe ich auch nicht.

Aber mir ist das egal. Ich lebe für mich selbst. Versuche meine Krankheiten in den Griff zu bekommen, mich mit Bewegung fit zu halten und gehe meinen Hobbies nach.

Einen Grund zu leben braucht man nicht. Komischer Gedanke. Aber dann könnte man sich auf fragen: Warum lebt eine Katze, wenn sie keinen Schulabschluß hat?

Doof was...kann man einfach nicht beantworten. ;-D

a(.fisxh


Wenn ich in schnittig in Worte fassen könnte, was mir über Depression und Suizidgedanken hinweg geholfen hat, dann würde sich das zum großen Teil mit Xirains Beiträgen überschneiden. Die sind wirklich bedenkenswert. Ich hab auch Therapien gemacht, wo ich dachte, das bringt Dir hier alles nix, aber längerfristig war es dann doch sinnvoll, wenn auch mal unbequem. Und auch, wenn es vielleicht abschreckt: es gibt gute Medikamente, die einem aus den Gedankenspiralen und diesem totalen Tunnelblick helfen. Klar ändern die nichts an der Situation, aber man wird selber erst einmal wieder handlungsfähig.

Es wird immer schwerer mir selbst kleine Glücksmomente zu verschaffen, nahezu unmöglich, weil ich auf nichts mehr Lust habe. Bei jeder Aktion frage ich mich nun "Wofür eigentlich?" und eigentlich müsste die Antwort "Na für dich selbst" lauten, doch ich will für mich selbst gar nichts tun. Ich bin mir total egal, weil ich wie gesagt keine Lust auf auf mich habe.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Irgendwann macht auch Duschen, Zähneputzen und Essen (oder rechtzeitig mit dem Essen aufhören) keinen Sinn mehr. Es ist keine dauerhafte Lösung, aber: bis Du Dich wieder mit Dir angefreundet hast, hast Du mal überlegt, etwas für andere zu tun - klingt erst einmal anti-intuitiv, da Du ja von der Menschheit ziemlich die Nase voll hast, aber das kann dabei helfen, sich zumindest nicht völlig nutzlos zu fühlen. Es muss - meiner Erfahrung nach - auch gar nichts Großes sein, ich war z.B. eine Weile bei wer-weiss-was angemeldet und habe Fragen zu Themen, von denen ich ein bissl Ahnung hatte, beantwortet - nichtig, aber hey, es hat mir zumindest das Gefühl gegeben, nicht so ganz überflüssig zu sein.

Auch meine Tiere haben mir geholfen - die sollten natürlich nicht als Notnagel und Lebenssinn missbraucht werden, aber eine Aufgabe zu haben und jemanden, um den man sich kümmern kann und der auch etwas zurückgibt, ja, das war schon sehr hilfreich. Ich meine nicht, kauf Dir einfach einen Hund, bei gott nicht, aber in die Richtung denken kann man ja mal.

PAhilWad eRlphiax84


Ich fühle mich null, als hätte ich Depressionen (zumindest derzeit nicht) - im Gegenteil, es geht mir nicht schlecht. Ich kann klar über meine Zukunft denken und weiß, was ich möchte. Außerdem bin ich mir darüber im Klaren, dass man nicht immer glücklich sein kann, das Leben hat Höhen und Tiefen. Für mich allerdings nicht, ich fühle mich dem nicht gewachsen und allein bei dem Gedanken, dass ich noch viele Jahre diese Suizid-Gedanken bekämpfen und ätzende Therapien durchmachen muss, wird mir schlecht.

Gut, in der Theorie sehe ich ein, dass man nicht für andere leben soll, doch die Praxis sieht das anders. Ich möchte gar nicht allein mit mir selbst glücklich sein und später mit 50 vor meinem riesigen Hunde-Puzzle sitzen und Essen in mich reinstopfen, weil die Einsamkeit mich auffrisst. Abgesehen davon könnte ich mich auch nicht so lange aushalten. Das wird nie mein Ziel sein.

Ich wollte immer eine heile Familie haben. Ich wollte morgens neben der Person, die ich über alles liebe aufwachen und das in einer eigenen Wohnung. Ich wollte einen Job haben, der mich gänzlich oder zumindest halbwegs erfüllt mit netten Kollegen und halbwegs angemessener Bezahlung. Ich wollte einen kleinen Freundeskreis, auf den ich mich immer verlassen kann und mit dem man ab und an schöne Abende verbringt, vielleicht an Weihnachten oder Geburtstagen oder auch an heißen Sommertagen. Ich wollte auch all' die Höhen und Tiefen, die 'normale' Menschen durchmachen erleben und einfach fühlen, dass ich da bin. Das ich im Leben bin.

Aber ich habe NICHTS davon. Und werde es auch nie haben. Dieser Gedanke reißt mir den Boden unter den Füßen weg und auch wenn einige sagen werden 'Schraub deine Ansprüche runter." Nein! Warum sollte ich mich mit weniger zufrieden geben und dann ein Leben führen, wo ich an meinem Sterbebett denken muss "Es war nie so, wie du es dir gewünscht hättest". Je länger ich darüber schreibe, desto sicherer werde ich eigentlich in meinem Entschluss.

P;lüsch=biest


dass ich noch viele Jahre diese Suizid-Gedanken bekämpfen und ätzende Therapien durchmachen muss

Das klingt aber danach, als wenn deine bisherigen Therapien nichts gebracht haben.

Du solltest da noch einmal ansetzen.

Wenn jeder der depressiv ist , dies selber bemerken bzw. fühlen würde, wäre das super.

Die Realität ist aber bei vielen Depressiven, dass andere ihren Zustand mit bekommen und sie dann darauf ansprechen.

Gerade leicht und mittelschwere Depressionen werden oft von den Betroffenen selbst nicht wahrgenommen.

Das was du hier schreibst klingt alles sehr nach Depressionen bzw. einem psychischen Problem.

Das Problem scheint dich ja schon länger zu beschäftigen, du hattest doch schon mal unter einem anderen Nick dein Problem geschildert.

Du schreibst, dass du von alldem nichts hast.

Was konkret hast du denn unternommen, um etwas davon zu bekommen?

Und warum kannst du dir so sicher sein, es niemals zu bekommen?

XOir5ain


Also wenn ich ehrlich bin, hatte ich zum Anfang meiner Therapie den Gedanken "nicht existieren" zu wollen. Ich wollte an Stelle meiner Schwester gestorben sein.

Das is mein Ernst... und mir wurde einmal gesagt "Das ist schwachsinn" und ich hab meinen Therapeuten dafür gehasst.

Ich konnte mir ja selbst nicht erklären, woher dieser spezielle Gedanke kommt. Vermutlich kam er daher, dass ich meinen Selbstwert nicht wahrgenommen habe und den meiner Schwester als höher angenommen hab für die Gesellschaft und die Familie.

Wir haben noch oft über das nicht existieren wollen gesprochen, denn umbringen wollte ich mich nicht. Ich wollte das nur alles so nicht mehr und wusste garnicht wie ich da raus kommen soll

Im Laufe der Therapie (und vermutlich auch dank der Tabletten die meine Stimmung etwas stabilisierten) kam ich nach und nach von dieser Idee ab.

Irgendwann war sie nicht mehr ständig präsent...irgendwann verschwunden...eben dadurch dass ich mein Leben geändert habe, meine Selbstansicht und gelernt habe, dass man manche Dinge einfach nicht ändern kann und sich daran nicht die Schuld geben muss.

Rational denke ich noch heute, die Welt wäre besser dran wenn ich statt meiner Schwester gestorben wäre, denn ich bin...ja nicht grad der glücklichste Mensch, sie war ein Sonnenschein und hätte das Leben verdient gehabt.

Rational weiß ich aber auch, dass es nunmal nicht so ist und ich das beste aus dem machen sollte, was ich habe.

Welche Therapieformen hast du denn probiert? Verhaltenstherapie hat mir geholfen, aber manche brauchen eine tiefenpsychologische, weil alles etwas tiefer sitzt.

PmhilaidKelpmhia8=4


Was ich unternommen habe? Praktisch alles, was in meiner Macht stand. Ich habe mir den Arsch aufgerissen, um meinem Glück irgendwie auf die Sprünge zu helfen. Nachdem alles nichts brachte, ließ ich es auf mich zu kommen, weil ich nichts erzwingen wollte. Auch das war erfolglos.

Mittlerweile habe ich ein gewisses Alter erreicht und mir ist die Zeit davon gerannt... Praktisch gesehen habe ich aufgegeben. Ja, schwach ich weiß, aber so bin ich.

Ich war in mehreren Verhaltenstherapien, aber nie besonders lange. Ich kann das nicht, ich HASSE Therapeuten - mich regt das Gelaber so auf. Ich möchte nicht therapiert werden. Und ich möchte auch nicht meine Situation so hinnehmen wie sie eben ist und lernen es zu akzeptieren, weil es nicht anders geht. Das war noch nie mein Ding. Der Plan für den Suizid steht bereits, es geht mir lediglich um das Überbrücken der Zeit, bis meine Eltern nicht mehr leben. Aber mir ist gerade köar geworden, dass es auch egal ist, was ich bis dahin tue.... denn wenn ich ohnehin in wenigen Jahren sterbe, brauche ich nun auch nichts mehr reißen.

h~avenF't_w(aitxed


Mann kann im ersten Beitrag richtig verfolgen, wie dein Denken immer mehr abgedriftet ist in die Sinnlosigkeit ... und du hast dich darin verfangen, bist nun förmlich gefesselt im Negativen und findest keinen Ausgang, sprich Sinn mehr ... Das ist wirklich schlimm.

Sinn muss man sich meistens suchen, wenn man ihn nicht im Leben selbst sieht. Das Leben kann man trotzdem als Schule oder Aufgabe, die es zu meistern gilt, begreifen - auch wenn diese Sicht nicht mehr angesagt ist. Nur Vergnügen und ständigem Wohlfühlen hinterher zu jagen, macht offenbar die wenigsten Menschen glücklich. Aber Kontraste können es! Sie können ein anderes Gefühl geben als nur noch traurig im Bett zu liegen oder Ablenkung zu suchen.

Deshalb mein Rat: Schaffe dir selbst die Kontraste. Geh raus, unter Leute, wenn zuhaus, dann sei zuhause, tue etwas, dann ruhe aus. Setze dir selbst auch anstrengende Ziele und arbeite dafür, auch wenn es zunächst keinen Spaß macht und überhaupt nicht leicht fällt.

Wenn das gar nicht mehr geht, brauchst du Hilfe.

hbav(eTn't_waxited


Mann = man

X;iraixn


Ich bin der meinung der TE brauch auch so Hilfe, aber wir als "Leute irgendwo im Internet" können ihn schlecht zwingen.

Eine Tagesklinik oder stationäre Aufnahme würde ich am sinnvollsten erachten, da ambulante Therapie ja nicht hilft.

@ TE:

Hast du jemand Medikamente genommen oder bekommen? Antidepressiva?

Mir haben sie sehr geholfen wieder auf die Beine zu kommen.

Allerdings hab ich das Gefühl, du willst garnicht auf die Beine kommen.

hsav.en' t_waixted


Ich bin der meinung der TE brauch auch so Hilfe, aber wir als "Leute irgendwo im Internet" können ihn schlecht zwingen.

Eine Tagesklinik oder stationäre Aufnahme würde ich am sinnvollsten erachten, da ambulante Therapie ja nicht hilft.

Das kann sein. Mehr als einen Impuls können ihm wir "Leute irgendwo aus dem Internet" sicher nicht geben. So war es auch von mir gemeint.

Lcit)tle-emXit-Loxtte


Such dir bitte Hilfe! Falls deine Gedanken akut werden kannst du dich auch in einer psychiatrischen Institutsambulanz vorstellen oder dich selbst einweisen.

Ich arbeite selbst als angehende psychologische Psychotherapeutin in einer großen Psychiatrie und möchte hier gar nicht so viel zu deinen Texten schreiben, da es mehr Sinn macht wenn du vorstellig wirst - allerdings klingt alles sehr bedenklich, weshalb ich dir rate dir bald Hilfe zu suchen.

P~hiladel;phiae84


Ich habe mir Ziele gesetzt und hart dafür gearbeitet - am Ende habe ich absolut nichts damit erreicht, außer das ich weiterhin unglücklich war. Diese ständigen Rückschläge haben mir bestätigt, dass nicht jedem 'Glück' wiederfährt und irgendwann hat man keine Lust mehr. Man ist nur noch müde vom Leben und ich möchte das nicht mehr, ich kann es auch nicht. Alle sagen "Versuch es, versuch es", aber was habe ich denn die letzten Jahre getan? Ich möchte nicht den Rest meines Lebens damit verbracht haben es zu immer und immer wieder zu versuchen. Manche Sachen sollen einfach nicht sein - so siehts aus.

Medikamente habe ich noch nie für irgendwas genommen. Ich lehne beinahe jede Art von Medikation, egal wie stark meine Schmerzen sind strikt ab.... weil ich Angst habe dadurch nicht mehr klar denken zu können, besonders durch Psychopharmaka.

Xoi,raixn


Sorry, wenn ich jetzt hart klinge aber, du denkst jetzt auch nicht klar.

Du denkst nur auf Selbstmordhin wegen deiner Depression.

Ich verleugne nicht, dass AD Auswirkungen auf Stimmung etc. haben.

Vielleicht haben auch die Nebenwirkungen die ersten Wochen etwas von "nicht klar denken können".

Aber klar denken konnte ich auch mit Antidepressiva.

Nur nicht mehr ganz so...schlimme Dinge.

Ich wusste schon noch wann es mir schlecht geht, aber ich bin emotional nicht immer wieder abgefallen.

Du bist meiner Meinung nach jetzt schon emotional abgestumpft, aber halt krass ins negative tendierend.

Von daher würde ich es dir empfehlen, einfach mal probieren.

Manche Schmerzmittel haben mich im Denken viel mehr beeinflusst als meine AD, weil ich nur noch ans Schlafen gedacht habe.

Halluzinogene Wirkung haben ADs eigentlich auch nicht.

h<ave)n'ts_ywfaixted


Ich habe mir Ziele gesetzt und hart dafür gearbeitet - am Ende habe ich absolut nichts damit erreicht, außer das ich weiterhin unglücklich war. Diese ständigen Rückschläge haben mir bestätigt, dass nicht jedem 'Glück' wiederfährt und irgendwann hat man keine Lust mehr. Man ist nur noch müde vom Leben und ich möchte das nicht mehr, ich kann es auch nicht. Alle sagen "Versuch es, versuch es", aber was habe ich denn die letzten Jahre getan? Ich möchte nicht den Rest meines Lebens damit verbracht haben es zu immer und immer wieder zu versuchen. Manche Sachen sollen einfach nicht sein - so siehts aus.

Du bist nicht nur enttäuscht, sondern auch sehr verbittert. Nicht, dass das nicht zu verstehen wäre, aber hier hilft nur Vertrauen und Geduld. Dein Leben wegzuwerfen, würde nichts zwangsläufig verbessern. Weißt du, was danach kommt? Ob nicht vielleicht dieselbe Aufgabe noch einmal auf dich zukommt?

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