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6 Tage citalopram - die reinste Hölle

j3okur!t7x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leidensgenossen

Kurz zu meiner Vorstellung/Geschichte:

Ich bin 40 Jahre, männlich, verheiratet und habe 2 Kinder.

Bereits vor 15 Jahren bin ich mal an einer Depression erkrankt. Ich bekam von meinem Hausarzt remergil verschrieben und ging schon damals durch die Hölle.

ich hatte immer das Gefühl, dass die Tabletten mir nicht halfen, konnte aber bereits nach einem halben Jahr die Tabletten absetzen und wurde wieder komplett gesund. Ich war damals einfach nur ein heulendes Häufchen Elend, dem sämtliche Lebensfreude geraubt wurde.

Nach meiner Genesung dachte ich zwar noch oft an meine schlimmste Zeit im Leben zurück, habe aber geglaubt, dass mich so etwas nie wieder ereilt.......................bis zur letzten Woche.

Eigentlich fing es schon so langsam vor 4 Wochen mit Übelkeit und Durchfall an. Ich bin zunächst nur von einer kurzen Magenverstimmung ausgegangen..... aber weit gefehlt. Langsam wurde mir wieder meine Lebensfreude geraubt und hatte keine Lust mehr auf gar nichts. Nichtmal mehr mit meinen guten Freunden wollte ich mich treffen. Wenn ich mich dann doch mal aufgerafft habe, bekam ich schon beim 2. Bier Durchfall und Magenschmerzen. Mein Hausarzt vermutete zunächst eine stressbedingte Gastris, obwohl ich keinen Stress hatte. Ich selber merkte dann doch wieder recht schnell, dass irgendetwas anderes mit mir nicht stimmt. Panikattacken, Antriebslosigkeit und Müdigkeit ließen mich böses erahnen. Der alte Dämon hatte mich wieder. Nie hätte ich gedacht, dass ich wieder einmal an einer Depression erkranken könnte. Mein Leben läuft nämlich so, wie ich es mir gewünscht habe. Tolle Frau, tolle Kinder, schönes Haus im grünen, keine Geldsorgen und gute Freunde.

Nur dieses mal ist etwas anders als früher. Die Traurigkeit ist zwar wieder da, jedoch nicht ganz so schlimm wie früher. Weinen muss ich nur noch alle 1 - 2 Tage.

Was mir jedoch richtig zu schaffen macht, sind diese sch#iß Panikattacken, die sich nach der ersten Einnahme von citalopram ins unermessliche verstärkt haben. Dazu kommt Herzrasen, ständige Unruhe, Nervosität und Angst. Nachdem ich soeben die 6. Tablette (10 mg) eingenommen habe geht's wieder los. Ich bin kurz vorm durchdrehen und völlig verzweifelt. Mein Doc sagt, ich soll irgendwie durchhalten, nach 1-2 Wochen wären die Nebenwirkungen vorbei und die Wirkung tritt langsam ein. Daher bin ich zur Zeit auch krankgeschrieben, dass einschleichen ist für mich die Hölle. Im Moment kann ich mir nicht mal vorstellen, dass ich je wieder gesund werde und sitze zitternd am Handy.

Hattet ihr die erste Zeit mit citalopam auch solche schlimmen Erfahrungen und hat euch citalopram anschließend geholfen?

mit remergil hatte ich solche Nebenwirkungen nicht, allerdings hatte ich damals auch das Gefühl, dass mir remergil auch gar nicht hilft.

Antworten
mhin/im?ia


Vorab eine Frage: Du nimmst 10 mg am Tag ein?

dEaHnKae87


Leider sind starke Nebenwirkungen beim Einschleichen von Citaloram ziemlich üblich, bis die volle Wirksamkeit erreicht ist, können schon so 6-8 Wochen vergehen.

Hilft es dir vielleicht ein wenig wenn du dir sagst das die verdammten Nebenwirkungen immerhin zeigen das es wirkt? Mich hat es ein wenig getröstet, damals, wenn auch nicht sehr.

L9ixen


Versuche wirklich mindestens 2-3 Wochen durchzuhalten. Die Nebenwirkungen sind Anfangs schlimm und die Wirkung setzt erst nach 2-3 Wochen ein. Viele brechen in dieser Zeit ab. Gib dem Medikament Zeit. Citalopram hilft auch gegen Panikattacken. Lass dir bis zum einsetzen der Wirkung evtl. ein leichtes Beruhigungsmittel für den NOTFALL verschreiben.

j`okrurtx76


@ minimia

ja, 10 mg täglich zum einschleichen.

wenn die gröbsten Nebenwirkungen vorbei sind, geht's rauf auf 20 mg.

@ danae87

ja, das tröstet mich wirklich

@ lien

ich versuche auf jeden Fall durchzuhalten.

für den Notfall habe ich bereits etwas bekommen. Ich fliege nämlich in 3 Wochen mit der Familie nach Side und bei dem Gedanken an das betreten des Fliegers, könnte ich jetzt schon durchdrehen. Es ist nicht das fliegen, sondern eher das ausgeliefert sein.

aber das hatte ich schon immer. U-Bahnen etc. Sind auch nicht so meins, aber es ist auszuhalten.

Es handelt sich hierbei um Tavor und das Zeugs wird definitiv nur zum fliegen benutzt. Den Rest muss ich aushalten.

d.a:naex87


Für Panik finde ich noch hilfreich:

- sich klar machen das eine Panik immer ein Ende hat. Irgendwann ist das Hormon alle und die Panik endet von alleine.

- Wechselatmung aus dem Yoga, sobald alles zuviel wird.

Du schaffst das.

jYokuxrt7x6


@ danae87

Danke für die Tipps bzw. Zuspruch.

im letzten Jahr hat das Fliegen auch einigermaßen geklappt. Die Reisekaugummis haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Nur war ich da gesund.

Dieses mal fühle ich mich jedoch besser, wenn ich die Tavor im Notfall einwerfen kann. Vielleicht klappt's ja auch ganz ohne.............ich kann's mir zwar noch nicht vorstellen, aber wer weiß

dfanazex87


Mit Tavor klappt es in jedem Fall.

MLalikma2000


Ich habe seit fast einer woche auf 30mg citalopram erhöht und habe immer noch nebenwirkungen :�(

Ich verzweifel auch langsam ich mache die hölle durch ich weiss wie du dich fühlst.

cMh`i


Bitte deinen Arzt, auf Escitalopram umzusteigen. Wer von Citalopram solche Nebenwirkungen hat, verträgt das Escitalopram besser, sagt mein Neuro.

S/he[ilagh


Ich fliege nämlich in 3 Wochen mit der Familie nach Side [...]

DAS würde ich lassen, bis Du komplett auf Dein Medikament eingestellt bist. Du solltest in dieser sensiblen Zeitspanne auf jeden Fall Deinen behandelnden Psychiater und auch den Therapeuten in der Nähe haben.

Außerdem könnte der Stress mit dem Flug (und weiterer Urlaubsstress) Deine Toleranz für unerwünschte Nebenwirkungen senken.

Eine Einstellung auf ein Antidepressivum braucht einen sicheren Rahmen.

Es wundert mich allerdings, dass bei so schweren Nebenwirkungen kein alternatives Präparat ausprobiert wird. Man muss beim Einschleichen nicht so schrecklich leiden. :|N

Mein Bruder z.B. hat Citalopram auch gar nicht vertragen (Panik/Unruhe/Suizidgedanken), und wurde bereits nach 5 Tagen (!) direkt auf Fluctin umgestellt.

Bei diesem SSRI hatte er die ersten sechs Wochen als Nebenwirkung nur leichte Kreislaufbeschwerden, sonst nichts.

Alles Gute! :)*

MFalUi1ka2#000


Mein neurologe sagt mir immer ich soll es noch aushalten, ich weiss nicht ob das alles noch normal ist

d'an-ae87


Na ja, bei der Wahl eines SSRIs spielen ja viele Faktoren eine Rolle. Wenn man da vernünftig eingestellt wird müssen ja auch Leberwerte und soweiter berücksichtigt werden. In der Regel belasten diese Medikamente den Körper ja vielfältig und da gilt es schon abzuwägen welches Medikament in genau dieser Konstellation angeraten ist.

Deshalb würde ich grundsätzlich schon erstmal dem Neuro vertrauen, wenn ich den grundsätzlich für fähig halte.

TxheEntMropxy


Guten morgen.

Ich habe ebenfalls gehört und gemerkt, dass die Einstellung auf Citalopram sehr anstrengend und nervenaufreibend ist. Ca nach drei Wochen ging es bei mir dann allmählich besser, wobei ich eben danach auf anderes Eingestellt wurde und auch bald darauf meine Medikamente ausschleichen konnte. Es war an sich in Ordnung, um mir über eine kurze schwere Phase hinwegzuhelfen. Citalopram war doch, wenn ich mich recht erinnere, ein SSRI, oder? Darauf eingestellt zu werden und die Wirkungsentfaltung abzuwarten ist einfach im Großteil der Fälle sehr hart.

Tavor wird dir in jedem Fall helfen. Ich hatte es auch kurz nehmen müssen und es hat mir geholfen, als ich besonders zugänglich für Panikattacken war. Es sollte einfach nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Kannst Du denn momentan schlafen? Geht es dir sonderlich schlecht, wenn du unter Menschen gehst oder ist der Zustand statisch?

Ich wünsch Dir jedenfalls alles gute und dass es dir schon bald wieder besser geht!

Msa%jax27


Bei mir war das Einschleichen von Cipralex auch schrecklich. Ich hatte so extreme Panikattacken, dass ich fast den Notarzt gerufen habe, weil ich dachte mein letztes Stündlein hat geschlagen. Dazu kam Angst, Unruhe und Übelkeit und gleichzeitig fühlte ich mich total schlapp.

Nach 2-3 Wochen waren dann die Nebenwirkungen weg und die positive Wirkung setzte ein.

Versuch einfach durchzuhalten :)*

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